Wenn Pusteln oder rote Flecken jucken

Hautausschlag – ein Symptom mit vielen Ursachen

Rote Flecken, Pusteln, Knötchen oder Quaddeln – ein Hautausschlag kann viele Formen annehmen und ist häufiges Symptom verschiedener Erkrankungen. Ob eine Virusinfektion, Allergie oder gar Parasiten als Auslöser infrage kommen, lässt sich am Aussehen, der Art und Größe des Ausschlags erkennen.

Nacken einer Frau mit Ausschlag
Hautausschlag ist keine eigenständige Krankheit, sondern Symptom für zugrundeliegende Krankheiten oder Allergien.

Unter dem Begriff Hautausschlag wird eine Vielzahl unterschiedlicher, vorübergehender Hautveränderungen zusammengefasst. Dauerhaft bestehende Hautveränderungen, etwa Leberflecken, werden dagegen nicht als Hautausschlag bezeichnet.

Hautkrankheiten erkennen und behandeln

Ein Hautausschlag, in der Fachsprache als Exanthem bezeichnet, tritt meist plötzlich auf. Es handelt sich dabei um ein häufiges Symptom: Kaum ein Mensch, der im Laufe seines Lebens nicht davon geplagt wird. Allein der Anteil von Patienten, die wegen eines juckenden Hautausschlags eine Hausarztpraxis aufsuchen, liegt bei fünf bis zehn Prozent.

Je nach Art und Ursache des Hautausschlags kann ein kleines Hautareal, eine größere Hautfläche oder der ganze Körper betroffen sein.

So verschieden Ausmaß und Erscheinungsbild von Exanthemen sind, so unterschiedlich sind auch die Ursachen. Ein Ausschlag kann Symptom einer Infektionskrankheit, einer allergischen Reaktion oder einer parasitären Hauterkrankung sein. Auch als Nebenwirkung von Medikamenten kann es zu vorübergehende Veränderungen des Erscheinungsbilds der Haut kommen (Arzneimittelexanthem).

Anzeichen des Ausschlags: Flecken, Pusteln oder Risse

Häufig äußert sich ein Ausschlag anfangs durch Hauterhebungen wie kleine Knötchen, Pusteln oder Quaddeln. Er kann aber auch in Form von Flecken ohne Erhebungen oder Schwellungen auftreten oder sich in Form von Rissen oder Hautvertiefungen zeigen. Auch Hautauflagerungen wie Schuppen oder Krusten sind möglich.

Welche Formen des Hautausschlags gibt es?

Beim Hautausschlag werden je nach Erscheinungsbild verschiedene Grundformen unterschieden.

1. Hauterhebungen

  • Knötchen (Papel) – Hauterhebung mit einem Durchmesser von weniger als 5 mm
  • Knoten (Nodus) – Hauterhebung mit einem Durchmesser von mehr als 5 mm
  • Plaque – flächige Hauterhebung mit bis zu 10 cm Durchmesser
  • Bläschen (Vesikel) – flüssigkeitsgefüllte Erhebung mit einem Durchmesser von weniger als 5 mm
  • Blase (Bulla) – flüssigkeitsgefüllte Erhebung mit einem Durchmesser von mehr als 5 mm
  • Pustel (Pustula) – mit Eiter gefüllte Hauterhebung
  • Quaddel (Urtica) – beetartige Erhebung mit Flüssigkeitseinlagerung im Gewebe (Ödem) und einem Durchmesser zwischen 0,2 und 10 cm
  • Schwellung
Hautausschlag: Welche Krankheit steckt dahinter?

2. Hautvertiefungen

  • Erosion – oberflächliche Verletzung der Haut
  • Exkoriation – tief reichende Verletzung der Haut
  • Geschwür (Ulkus) – chronische tief reichende Verletzung der Haut
  • Riss (Rhagade)

3. Hautauflagerungen

  • Schuppe (Squama) – zusammenhänge Bereiche sich ablösender Oberhaut
  • Kruste (Crusta) – eingetrocknete Flüssigkeit
  • Flüssigkeit – Blasen oder Quaddeln mit Flüssigkeit gefüllt

4. Ausschlag ohne Erhebung oder Vertiefung

  • Fleck (Makel) – umschriebene Farbveränderung

Es gibt noch weitere Kriterien, nach denen ein Hautausschlag charakterisiert wird:

  • Hautrötung (Erythem) – rote Fleckenbildung der Haut
  • Hautvergröberung (Lichenifikation) – die normale feine Felderung der Haut ist aufgehoben
  • Anordnung der Hautveränderungen – zum Beispiel gruppiert, verstreut oder zusammenfließend
  • Form der Anordnung – beispielsweise linear oder kreisförmig (anular)
  • Gefühl der Hautveränderung – beispielsweise brennende oder juckende Hautstellen

Hautausschlag: Die Suche nach der Ursache

Ein Ausschlag selbst ist keine Krankheit, sondern Symptom einer zugrundeliegenden Erkrankung. Manchmal kann das Forschen nach der Ursache wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen sein: Von psychosomatischen Auslösern über Allergien und Unverträglichkeitsreaktionen bis hin zu Infektionskrankheiten und inneren Erkrankungen gibt es eine breite Palette von Auslösern eines Ausschlags.

Zu den Infektionen mit Viren oder Bakterien, die Hautausschlag verursachen, zählen typische Kinderkrankheiten wie Masern, Röteln, Windpocken oder Scharlach, gegen die Erwachsene ebenfalls nicht gefeit sind.

Hautveränderungen gehören aber auch zum Symptomkatalog bestimmter Geschlechtskrankheiten, zum Beispiel Syphilis, oder Tropenerkrankungen wie das Dengue-Fieber. Selbst das gefürchtete Ebola-Virus geht mit Hautveränderungen einher.

Medikamente als Auslöser für Ausschlag

Allergien und Unverträglichkeitsreaktionen sind neben Infektionskrankheiten eine weitere mögliche Ursache für einen Hautausschlag. Häufige Formen sind allergische Reaktionen nach Insektenstichen und Kontaktallergien.

Eine wachsende Bedeutung gewinnen Arzneimittelunverträglichkeiten: Unerwünschte Reaktionen auf Medikamente äußern sich oft in Form eines Hautausschlags, der dann als Arzneimittelexanthem bezeichnet wird. In einem Drittel der Fälle handelt es sich dabei um eine Form der Nesselsucht, einer Hauterkrankung.

Einige Autoimmunerkrankungen können sich ebenfalls als Hautausschlag äußern, beispielsweise Lupus erythematodes. Dabei entstehen schmetterlingsförmige, rote Hautausschläge im Gesicht und schuppende Exantheme vor allem an den Händen.

Parasiten, die unter die Haut gehen

  • zum Symptom-Check

    Fieber, Schmerzen, Atemnot: Suchen Sie gezielt nach Symptomen und deren möglichen Auslösern

Nicht immer ist der Hautausschlag Zeichen einer inneren Erkrankung. Auch eine Infektion der Haut, beispielsweise mit einem Pilzen, oder in die Haut eingedrungene Parasiten kommen als Ursache infrage. Ein Beispiel dafür eine solche parasitäre Hautinfektion die Badedermatitis. Dabei dringen Zerkarien, Larven von Saugwürmern, in die Haut ein und lösen juckende, rote Stellen und Quaddeln auf der Haut aus. Zerkarien können in der menschlichen Haut nicht lange überleben. Wenn sie absterben, verschwindet auch der Hautausschlag wieder.

Eine Skabies oder auch Krätze, wie sie im Volksmund genannt wird, bekommt man weniger leicht los. Sie ist ebenfalls eine parasitäre Hautinfektion. Auslöser sind Krätzmilben, die in die Haut eindringen und stark juckende, stecknadelkopfgroße Bläschen (Vesikel) und kleine Knötchen (Papeln) hervorrufen. Selbst wenn die Krätzmilben behandelt und beseitigt wurden, kann das Exanthem noch Wochen weiter bestehen.

Ursachen für Ausschlag im Überblick

Virale Infektionen und typische Kinderkrankheiten

von Bakterien ausgelöste Infektionskrankheiten

Allergien und Unverträglichkeitsreaktionen wie beispielsweise

Rheumatische Erkrankungen, Autoimmunerkrankungen wie beispielsweise

Befall von Parasiten oder Mykosen (Pilzerkrankung) wie beispielsweise

Das Who is Who der Ungeziefer im Haus

 

Hautausschlag: So verläuft die Diagnose

Die Verteilung und das Aussehen der Hautveränderungen sind oft so typisch, dass Hautärzte (Dermatologen) die Ursache eines Ausschlags in vielen Fällen allein aus dessen Erscheinungsbild sowie anhand typischer Begleitsymptome ableiten können. Während beispielsweise Infektionskrankheiten wie Masern mit Hautausschlag und Fieber einhergehen, tritt bei Neurodermitis ein juckender Hautausschlag ohne Fieber auf. Auch ein Kontaktekzem kann im Rahmen einer Allergie zu Hautausschlag führen, bei dem eine Erhöhung der Körpertemperatur nicht typisch ist. Sehr häufig tritt ein Hautausschlag zudem mit Juckreiz (Pruritus) als Begleitsymptom auf.

Im Arzt-Patienten-Gespräch stehen zunächst die zeitliche Entwicklung des Hautausschlags (Seit wann liegt der Ausschlag vor? Besteht er durchgehend oder verschlechtert er sich in bestimmten Situationen?) und der begleitenden Symptome im Vordergrund. Außerdem wird der Arzt Vorerkrankungen, Auslandsreisen, Allergien sowie Medikamenteneinnahmen erfragen und sich nach ähnlichen Erkrankungen im Umfeld des Patienten erkundigen.

Bei der körperlichen Untersuchung überprüft der Arzt allgemeine Krankheitszeichen wie Fieber oder Mattigkeit und den Zustand der inneren Organe. Mit einer beleuchteten Lupe oder einem Glasspatel werden die Hautareale genau untersucht, um die Hautveränderungen präzise zu beurteilen und zu beschreiben. Dabei wird in der Regel die gesamt Körperoberfläche inklusive der Augen sowie ggf. die Schleimhäute von Nase, Mund und Genitalien untersucht.

Blutuntersuchung und Biopsie

Bei einem Hautausschlag können immunologische Faktoren eine Rolle spielen. Deshalb liefern Blutuntersuchungen Hinweise auf Entzündungsprozesse oder eine Beteiligung des körpereigenen Abwehrsystems.  Wenn der behandelnde Arzt eine Kontakt- oder Lebensmittelallergie als Ursache für den Ausschlag vermutet, kann der Auslöser durch einen Hauttest (Pricktext) oder durch die Bestimmung von bestimmten Blutbestandteilen eingegrenzt und identifiziert werden.

Die feingewebliche Untersuchung einer Gewebeprobe (Biopsie) gibt Aufschluss darüber, welche Veränderungen auf Zellebene zu dem Ausschlag geführt haben.

Nur selten lässt sich die Ursache des Hautausschlags nicht klären, Mediziner sprechen in diesem Fall vom idiopathischen Hautausschlag.

Wie wird Hautausschlag behandelt?

Die Therapie des Hautausschlags besteht in erster Linie in der Behandlung der auslösenden Erkrankung. Wird eine Infektion mit Viren, Bakterien oder Pilzen festgestellt, helfen entzündungshemmende Mittel, Antibiotika oder auch Antmykotika. Bei einer Allergie steht die Vermeidung des Allergens im Vordergrund, notfalls kommen auch kortisonhaltige Präparate zum Einsatz.

Ein Hautausschlag geht in vielen Fällen auf Infektionen mit Viren oder Bakterien zurück. Während Bakterieninfektionen mit Antibiotika meist wirksam bekämpft werden können, ist die Therapie eines Hautausschlags, der durch Viren verursacht wurde, schwieriger. Bisher existiert nur für einige dieser Erkrankungen die Möglichkeit, die auslösenden Viren gezielt mit Medikamenten zu bekämpfen, beispielsweise bei Herpes-Infektionen und Windpocken. Bei anderen Viruserkrankungen beschränkt sich die Behandlung auf die Linderung der Beschwerden.

Ist der Hautausschlag durch eine Pilzinfektion ausgelöst, stehen Antimykotika (Anti-Pilz-Medikamente) zur Verfügung. Auch für die Therapie des Hautausschlags aufgrund einer Allergie können Medikamenten eingesetzt werden. Grundsätzlich spielt die Allergenkarenz, die Vermeidung des Kontakts zum jeweiligen Allergen also, bei der Behandlung von Allergien eine wichtige Rolle. Bei Hautreaktionen auf eine Medikamentengabe sollte das betreffende Medikament in Rücksprache mit dem Arzt abgesetzt und durch ein besser verträgliches Präparat ersetzt werden.

Hautausschlag: Therapie
Spezielle Cremes und Salben können die Therapie des Hautausschlags unterstützen und Begleitsymptome wie Juckreiz zu lindern.

Hautausschläge können auch die Folge autoimmuner Reaktionen des Körpers sein. Liegt eine Erkrankung des rheumatischen Formenkreises oder des Immunsystems  vor, wird mit Medikamenten behandelt, die Einfluss auf die Aktivität der Körperabwehr nehmen. Dazu gehören entzündungshemmende, cortisonhaltige oder immunsupressive Mittel.

Cremes lindern juckenden Hautausschlag

Zusätzlich zur Behandlung der Ursache lassen sich auch die Beschwerden selbst lindern: Spezielle Salben und Cremes schwächen Juckreiz und fördern die Heilung der Haut. Je nach Form können auch Pflegecremes zur Regulierung des Feuchtigkeitshaushalts der Haut die Therapieerfolge des Hautausschlags unterstützen.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 16. Mai 2017
Durch: bfr / Lifeline
Quellen: Ely JW, Stone MS. The Generalized Rash: Part I. Differential Diagnosis. Am Fam Physician. 2010; 81: 726-34. URL: http://www.aafp.org/afp/2010/0315/p726.pdf Ely JW, Stone MS. The generalized rash: part II. Diagnostic approach. Am Fam Physician. 2010; 81: 735-9. URL: http://www.aafp.org/afp/2010/0315/p735.pdf Altmeyer P. Enzyklopädie der Dermatologie, Venerologie, Allergologie, Umweltmedizin. Stand: 30.09.2011. URL: http://enzyklopaedie-dermatologie.de/ Sterry W, Merk H: Checkliste Dermatologie und Venerologie. Thieme; Stuttgart, New York 1992; Burkhard Kleuser, Nebenwirkungen an der Haut: Häufigkeit und Vielfalt gestiegen, in: Pharmazeutische Zeitung, Ausgabe 22/2014, Mai 2014

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