Behandlung und Hausmittel

Schuppen: Alarmzeichen der Kopfhaut

Bei Schuppen am Kopf handelt es sich um nicht entzündliche Abschuppungen der Kopfhaut, die mit bloßem Auge sichtbar sind. Sie kommen unabhängig vom Lebensalter und Geschlecht vor. Über Ursachen, Behandlung, Tipps und Hausmittel.

Mann mit Schuppen
Männer sind häufiger von Schuppen betroffen als Frauen.
Getty Images/iStockphoto

Kopfschuppen sind ein eigenständiges Krankheitsbild oder treten im Zusammenhang mit verschiedenen Krankheiten auf. Dementsprechend können sie ein einzelnes Symptom sein oder von anderen Beschwerden begleitet werden. Möglich sind Juckreiz, Brennen und Hautrötungen, oft auch ist die Kopfhaut empfindlich − die Haarwurzeln schmerzen, so dass Berührungen als unangenehm empfunden werden.

Unterschieden werden einfache Kopfschuppen, fettige Kopfschuppen, Asbestflechte sowie Kopfschuppen, die infolge einer Hautkrankheit wie der seborrhoischen Dermatitis (auch seborrhoisches Ekzem genannt) und der Psoriasis (Schuppenflechte) auftreten. Bei der Asbestflechte bilden sich großflächige Schuppen von mehreren Zentimetern Größe, die badekappenartig über den Kopf verteilt sind.

Ursachen von Schuppen

Verstärkte Bildung von Schuppen weist immer darauf hin, dass das schützende, leicht saure Milieu der Kopfhaut - der so genannte PH-Wert - gestört ist: Fettige Schuppen bilden sich, wenn die Kopfhaut zu viel Talg produziert, dann verkleben abgestoßene Hautzellen.

Hautkrankheiten erkennen und behandeln

Krankheitsbedingte Kopfschuppen entstehen dadurch, dass unterschiedlich große Teile der Hornschicht der Haut, der sogenannten Epidermis, vermehrt abgestoßen werden. Ursache ist ein überhastetes Wachsen der Hornzellen, die sich in dieser Schicht befinden, worunter die Struktur der Hornschicht leidet. Die Haut benötigt für ihre Erneuerung weniger Tage als gewöhnlich. Die schnell gewachsenen Hornzellen verschmelzen miteinander zu größeren Konglomeraten und werden dann als Kopfschuppen von der Kopfhaut abgestoßen.

Auslöser des beschleunigten Wachstums der Hornzellen sind örtlich begrenzte Entzündungen der Kopfhaut. Diese können durch verschiedene Reize ausgelöst werden:

  • physikalisch-chemische Reize - zum Beispiel starke Hitze beim Fönen der Haare, aggressive Shampoos, Haarsprays und Haarfestiger
  • Besiedlung mit Krankheitserregern, eine erhöhte Talgproduktion der Haut und eine veränderte Zusammensetzung des Talgs.
  • seelischer und körperlicher Stress
  • Sponneneinstrahlung und Schwitzen

Auch Hormonumstellungen und falsche Ernährung fördern die Bildung von Schuppen.

Mediziner unterscheiden fünf Kopfhaut-Typen. In diese Unterscheidung fließen neben den Charakteristika der Kopfschuppen die ihnen zugrunde liegenden Ursachen und Krankheiten ein.

Normale Kopfhaut

  •  Die Haut erneuert sich in 28 Tagen.
  •  Die Hornzellen lösen sich als einzelne Zellen ab.
  •  Die Kopfhaut ist unauffällig.

Trockene Kopfhaut

  • Die Haut erneuert sich in 28 Tagen.
  • Die Hornzellen lösen sich in kleinen Verbänden von zehn bis 25 Zellen ab.
  • Die Kopfhaut ist trocken und fettarm (sebostatisch), das heißt sie bildet weniger Talg als gewöhnlich und kann weniger Feuchtigkeit speichern - beispielsweise bei Allergien oder im höheren Lebensalter.

Seborrhoische Dermatitis (Seborrhoisches Ekzem)

  • Die Haut erneuert sich in sieben bis 21 Tagen.

  • Die Hornzellen lösen sich in Konglomeraten von 100 bis1000 Zellen ab.

  • Die Kopfhaut ist fettig und feucht (seborrhoisch), sie bildet übermäßig viel Talg und speichert viel Feuchtigkeit durch eine verstärkte Schweißproduktion. Sie ist außerdem entzündet und gerötet.

  • Ausgelöst wird das seborrhoische Ekzem vermutlich durch Malassezia-Hefen. Bei diesen handelt es sich um Mikroorganismen, die zur normalen Hautflora gehören und vor allem die talgdrüsenreichen Areale des menschlichen Körpers besiedeln, zu denen auch die Kopf- und Gesichtshaut gehören. Wissenschaftlich noch ungeklärt ist, ob beim seborrhoischen Ekzem die Malassezia-Hefen die Haut verstärkt besiedeln, ob die Keime vermehrt Gifte produzieren oder ob das Immunsystem in ungewöhnlicher Weise auf die Mikroorganismen reagiert und so die Entzündungen verursacht.

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Kopfschuppen

  • Die Haut erneuert sich in sieben bis 21 Tagen.

  • Die Hornzellen lösen sich in Konglomeraten von 100 bis 1000 Zellen ab.

  • Die Kopfhaut ist fettig und feucht (seborrhoisch). Sie ist jedoch anders als bei der seborrhoischen Dermatitis nicht entzündet. Als Verursacher gelten auch hier Malassezia-Hefen, die allerdings geringere Krankheitsauswirkungen haben als beim seborrhoischen Ekzem. Kopfschuppen werden deshalb oft als "Minimalvariante" des seborrhoischen Ekzems angesehen.

Kopfhautpsoriasis (Schuppenflechte der Kopfhaut)

  • Die Haut erneuert sich in weniger als sieben Tagen.
  • Die Hornzellen lösen sich in Konglomeraten von mehr als 1000 Zellen ab.
  • Die Kopfhaut weist entzündete, gerötete Psoriasisherde auf, die oft einen Zentimeter über die Haargrenze hinausreichen.

Diagnose beim Hautarzt

Ob es sich bei verstärkten Abschuppungen der Kopfhaut um einfache Kopfschuppen oder eine zugrunde liegende Hautkrankheit handelt, kann der Hautarzt, der Dermatologe, meist bereits in einem ausführlichen Gespräch mit dem Patienten (Anamnese) und der anschließenden körperlichen Untersuchung erkennen. In der Anamnese erfragt er, welche Beschwerden vorliegen, wann sie zum ersten Mal aufgetreten sind, welche Vorerkrankungen bestehen und welche Krankheiten, darunter auch Hautkrankheiten, in der Familie vorgekommen sind.

Bei der körperlichen Untersuchung begutachtet der Hautarzt nicht nur die Kopfhaut selbst, sondern auch andere Regionen des Körpers, die, sollte es sich um eine Hautkrankheit wie die Psoriasis oder das seborrhoische Ekzem handeln, befallen sein könnten.

Die Beschaffenheit der Kopfschuppen (zum Beispiel Größe, Trockenheit, Färbung) und zusätzliche Symptome wie eine Hautrötung oder Juckreiz lenken ihn in den meisten Fällen bereits auf die richtige Diagnose.

So kann er in der Regel leicht unterscheiden, ob es sich bei den weißen Ablagerungen auf den Haaren tatsächlich um Kopfschuppen oder etwa um sogenannte Nissen handelt, wie sie be Kopfläusen vorkommen. Während die Nissen am Haar kleben, lösen sich vor allem die trockenen Schuppen oft leicht vom Haar und rieseln auf die Schultern herab.

 Auch das Lebensalter des Patienten spielt bei der Beurteilung der Schuppen eine Rolle. Das seborrhoische Ekzem beispielsweise unterscheidet sich beim Säugling und Kleinkind in seinem Äußeren wesentlich von dem des Erwachsenen.

Möglich ist eine mykologische Untersuchung der Schuppen auf Hefen und Pilze, um Infektionskrankheiten wie die Tinea capitis zu erkennen. Selten ist es notwendig, eine Gewebeprobe aus der Haut (Biopsie) zu entnehmen, um eine Psoriasis auszuschließen.

Behandlung: Was hilft gegen Kopfschuppen?

Wie Kopfschuppen am wirksamsten bekämpft werden können, hängt unter anderem davon ab, welche Ursache sie haben. Auch wenn es sich nur um einfache Kopfschuppen handelt, die nicht mit einer Hautkrankheit wie dem seborrhoischen Ekzem oder der Psoriasis in Verbindung stehen, lohnt sich eine Behandlung, weil sie von vielen Betroffenen als kosmetische Beeinträchtigung erlebt werden. Antischuppen-Shampoos können in vielen Fällen gut helfen.

Die meisten Schuppenshampoos enthalten Wirkstoffe, die Pilze und Bakterien bekämpfen und die Zellteilung hemmen. Auf diese Weise kann insbesondere der lästige Juckreiz gezielt bekämpft werden. Grundsätzlich empfiehlt es sich, Schuppenshampoos als Kur über etwa vier Wochen anzuwenden.  Wenn sich nach dieser Zeit kein Erfolg zeigt, ist es empfehlenswert, einen Arzt um Rat zu fragen. Eventuell ist eine weiterführende, medikamentöse Therapie angezeigt.

Antischuppen-Shampoos I: Die Mikroorganismen hemmen

Am wirksamsten gegen einfache Kopfschuppen sowie Kopfschuppen, die durch das seborrhoische Ekzem ausgelöst sind, haben sich Shampoos mit antimikrobiellen Wirkstoffen erwiesen. Sie hemmen die Malassezia-Hefen und wirken dadurch der Schuppenbildung unmittelbar entgegen. Die wirksamsten Antischuppen-Shampoos enthalten Selendisulfid, Imidazolderivate (Ketokonazol, Econazol, Miconazol, Bifonazol), Undecensäure-Derivate, Ciclopiroxolamin oder Pyrimidin-Derivate (Zinkpyrithion und Pirocton Olamin).

Antischuppen-Shampoos II: Die Hornbildung behindern

Vor allem zu Beginn der Behandlung können auch Shampoos mit Wirkstoffen eingesetzt werden, die die Bildung der Hornzellen verlangsamen und ihre Verklumpung zu Konglomeraten einschränken. Beispiele für solche Wirkstoffe sind Ammoniumbituminosulfonat (helles sulfoniertes Schieferöl als Ersatz für den früher eingesetzten, heute in kosmetischen Shampoos verbotenen Steinkohleteer), Salicylsäure und kolloidaler Schwefel. Für eine Dauerbehandlung von Kopfschuppen reichen Shampoos mit Wirkstoffen dieser Art in der Regel jedoch nicht aus.

Eine wichtige Rolle spielen auch die in den Antischuppen-Shampoos enthaltenen Pflegestoffe. Sie können den Haaren Glanz, Glätte und Volumen verleihen, die Anwendung der Shampoos vereinfachen und deren Verträglichkeit verbessern. Dies sind wichtige Voraussetzungen dafür, dass die Shampoos von den Betroffenen gern und regelmäßig benutzt werden – und nur dann können sie ihre volle Wirkung entfalten.

Behandlung der Kopfhautpsoriasis

Bei der Behandlung der Kopfhautpsoriasis geht es nicht nur darum, die Schuppenbildung einzudämmen, sondern auch die entzündlichen Hautveränderungen, die mit der Krankheit verbunden sind, zu heilen. Angewendet werden deshalb Shampoos, die Kortikosteroide allein oder in Kombination mit Vitamin-D-Analoga (etwa Calcipotriol) enthalten (Clobetasol-Shampoos). Zusätzlich können Antischuppen-Shampoos mit antimikrobiellen oder die Hornbildung hemmenden Wirkstoffen eingesetzt werden.

Weitere Tipps und Hausmittel gegen Haarschuppen

  • Wenn der Kopf stark juckt, kann Brennesselhaarwasser sehr wohltuend sein. Es lindert den Juckreiz und löst die Schuppen. Innerlich helfen Brennesseltee oder -saft und stoffwechselwirksame Tees aus Löwenzahn und Schachtelhalm.

  • Brennessel ist auch Bestandteil eines Anti-Schuppen-Öls: Dazu werden 100 Gramm frische Brennnesseln augepresst und der Saft mit 200 Milliliter Wasser zehn Minuten gekocht. Mit 50 Gramm Seifenkrautwurzeln (erhältlich in der Apotheke) wird die Mischung weitere zehn Minuten eingekocht und anschließend abgeseiht. Der Sud wird mit Milliliter Rizinusöl vermischt. Das Öl wird abends in die in Ihre Kopfhaut einmassiert.

  • Auch die Haarwäsche mit einer speziellen Pflanzentinktur kann Kopfschuppen lindern: Lassen Sie in einer Apotheke eine Mischung aus fünf Teilen Lupinensamen, drei Teilen Frauenhaar-Blättern und drei Teilen Weidenrinde mischen. 110 Gramm dieser Mischung kochen Sie mit einem Liter Wasser zehn Minuten lang.

  • Kastanienwasser: 60 Gramm Edelkastanien-Blätter werden in einen Liter Wasser gegeben und nach 15 Minuten abgeseiht. Die Kopfhaut regelmäßig mit diesem Kastanienwasser einreiben.

  • Auch Teebaumöl tötet Pilze und fördert die Durchblutung der Kopfhaut. Allerdings sollte man vor allem bei Anwendungen mit reinem Teebaumöl vorsichtig sein, es kann Allergien auslösen.

  • Die richtige Haarpflege kann helfen, Schuppen zu mindern: Nach der Wäsche die Haare beser an der Luft trocknen lassen, als sie zu föhnen. Ist Föhnen Bedingung für die Frisur oder aus Eile am Morgen notwendig, dann halten Sie ausreichend Abstand zur Kopfhaut.

  • Zudem sollte regelmäßig Luft an die Kopfhaut! Das dauerhafte Tragen von Kopfbedeckungen (Baseballmütze) kann Kopfschuppen zusätzlich fördern.

  • Gesunde ausgewogene Ernährung, ausreichende und regelmäßige Bewegung an der frischen Luft und ein stabiles seelisches Gleichgewicht stärken den ganzen Körper und beugen so langfristig auch der Bildung von Schuppen vor.

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Autor:
Letzte Aktualisierung: 11. April 2017
Quellen: Aschoff, R. et al.: Seborrhoisches Ekzem. In: Der Hautarzt 62(4), (2011), S. 297-307 Bovenschen H. J. & Van den Kerkhof, P. C. M.: Treatment of scalp psoriasis with clobetasol-17 propionate 0.05% shampoo: a study on daily clinical practice. In: Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology 24(4), (2010), S. 439-444 Hort, W. et al.: Malassezia-Hefen und ihre Bedeutung in der Dermatologie. In: Der Hautarzt 57(7), (2006), S. 633-645 Trüeb, R. M.: Die Problem-Kopfhaut. Fundierte Hilfe gegen Kopfschuppen. In: Dermatologie Praxis 1, (2009), S. 9

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