Erkrankung des Nervensystems

Multiple Sklerose: Ursachen, Symptome und Therapie

Die Multiple Sklerose ist eine chronisch entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems. Die Weiterleitung von Signalen ist gestört – Gehirn, Rückenmark und Sehnerven können betroffen sein. Die Beschwerden variieren von Patient zu Patient, weshalb Multiple Sklerose auch als "Krankheit mit 1.000 Gesichtern" bezeichnet wird.

Diagnose Multiple Sklerose
Diagnose Multiple Sklerose: Vor allem Frauen im mittleren Alter um die 30 Jahre zählen zur Risikogruppe. Arzt, Partner oder auch Selbsthilfegruppen geben Halt.
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Unter Multipler Sklerose (MS) oder Enzephalomyelitis disseminata, wie die Erkrankung des zentralen Nervensystems (ZNS) im medizinischen Fachjargon heißt, versteht man kleine entzündliche Veränderungen an verschiedenen Stellen des ZNS in der sogenannten weißen Substanz. Durch die Entzündungsherde kommt es zu Funktionsstörungen, zum Beispiel bei der Weiterleitung und Verarbeitung von Nervenimpulsen. So können durch die Multiple Sklerose SehstörungenEinschränkungen der Motorik oder auch unterschiedliche Gefühlsstörungen auftreten. Gerade die Vielzahl von Symptomen, die von Patient zu Patient sehr verschieden sein können, ist charakteristisch für diese Erkrankung.

Bei MS-Patienten richtet sich das eigene Immunsystem fälschlicherweise gegen körpereigene Strukturen. Klingen die so entstandenen Entzündungen an den Nerven wieder ab, bleiben Narben an den betroffenen Stellen zurück, die verhärten. Die Vielzahl dieser krankhaften Veränderungen gibt der Krankheit ihren Namen: Multipel steht für vielfach, Sklerose für Verhärtung. Bei der Mehrzahl der Kranken verläuft MS in Schüben. Das heißt, es treten in gewissen Zeitabständen Krankheitssymptome auf, die sich jedoch wieder ganz oder zumindest teilweise zurückbilden. Mit Fortdauer der Krankheit wird es allerdings immer wahrscheinlicher, dass ein Teil der Beschwerden bestehen bleibt.

Wer und wie viele sind von Multipler Sklerose betroffen?

Der Behandlungsleitlinie für Ärzte zufolge leben weltweit rund zwei Millionen Menschen mit MS. In Deutschland sind es mehr als 120.000 Patienten. Zwischen 3,5 und fünf Menschen pro 100.000 Einwohner erkranken jährlich neu an der Autoimmunerkrankung des zentralen Nervensystems, Tendenz steigend. Damit ist sie die häufigste chronisch-entzündliche Erkrankung des ZNS und nach der Epilepsie die zweithäufigste neurologische, also die Nerven betreffende, Krankheit. In der Regel wird MS zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr diagnostiziert, wobei der Erkrankungsgipfel um das 30. Lebensjahr herum liegt. Selten beginnt die Krankheit unter zehn Jahren oder jenseits des 60. Lebensjahres, wobei auch diese Altersgruppen immer häufiger erkranken. Vor allem unter Frauen nimmt die Häufigkeit der Multiplen Sklerose zu.

Warum sind Frauen viel öfter betroffen?

Weibliche Gehirne ticken ein wenig anders als männliche. Diese nach Gemeinplatz klingende Erkenntnis könnte das Verständnis und die Therapie von Multipler Sklerose (MS) einen großen Schritt nach vorne bringen. Das legen Ergebnisse nahe, die Forscher der Universität Washington (School of Medicine) erzielt haben. Sie untersuchten für ihre Studie einerseits Mäuse, andererseits an MS erkrankte und bereits verstorbene Menschen. Mit Hilfe der Mäuse identifizierte das Team 20 genetische Unterschiede zwischen MS-Gehirnen und den Denkorganen gesunder Tiere. Eines dieser Gene trägt den Code für ein Eiweiß (Protein) namens S1PR2 - welches die Forscher auch in den Gehirnen der menschlichen MS-Patienten fanden. "Es war ein 'Bingo'-Moment", beschreibt die Studienautorin, Robyn Sue Klein.

Das gefundene Protein macht die Barriere zwischen Blutgefäßen und Gehirn, die Blut-Hirn-Schranke, offenbar durchlässig für Immunzellen. Eben diese Zellen lösen im Fall einer MS-Erkrankung die Symptome der Multiplen Sklerose aus. Dazu gehören Lähmungen, Seh- und Sprachstörungen. In weiblichen Mäusegehirnen kommt das als Schuldiger überführte Protein weitaus häufiger vor. Die Autorin hofft nun auf eine Methode, um die S1PR2-Konzentration im Gehirn lebender MS-Patienten zu messen. „Das ist ein spannender, erster Schritt hin zur Lösung des Rätsels, weshalb MS bei Frauen so dramatisch häufiger auftritt“, sagt Klein.

Multiple Sklerose bei Menschen mit heller Hautfarbe

Dass Multiple Sklerose häufiger in nördlichen Breitengraden mit geringerer Sonneneinstrahlung vorkommt, hat Forscher zu dem Schluss gebracht, dass ein Zusammenhang zwischen der Krankheitsentstehung und Vitamin D bestehen könnte. Unsere Haut kann nur dann Vitamin D bilden, wenn wir ausreichend Zeit an der Sonne verbringen. In verschiedenen Studien hatten Wissenschaftler bei Kindern und Erwachsenen zum Zeitpunkt der ersten Symptome verminderte Vitamin-D-Werte nachgewiesen.

Fast ausschließlich hellhäutige Menschen sind von Multipler Sklerose betroffen: In Ländern nahe des Äquators ist die Krankheit seltener verbreitet als in Ländern, die weiter nördlich oder südlich liegen. Besonders groß ist das MS-Risiko unter Menschen mit skandinavischer Herkunft, also unter Norwegern, Schweden oder Finnen. Afroamerikaner dagegen haben ein zehnfach geringeres Risiko zu erkranken. Der genetische Hintergrund der Patienten scheint dabei eine Rolle zu spielen.

Häufige Fragen zu Multipler Sklerose

Ursachen der Multiplen Sklerose

Bei der Multiplen Sklerose greifen körpereigene Abwehrzellen die Markscheiden an, eine Schutzhülle, die die Nerven umgibt. Das passiert, weil die Abwehrzellen – die sogenannten Antikörper – körpereigene Strukturen der Zellen mit denen von Bakterien oder Viren verwechseln, für deren Bekämpfung sie eigentlich da sind. Kurz: Das Immunsystem attackiert den eigenen Körper. Deshalb ist MS eine Autoimmunerkrankung. Es entstehen vielfältige Entzündungsherde ("Plaques"), die Schädigungen der Nerven zur Folge haben können. Das führt wiederum dazu, dass Nervensignale nicht ordnungsgemäß weitergeleitet werden, was beispielsweise Sehstörungen oder Gangstörungen zur Folge haben kann.

Wie die Krankheit MS entsteht und was das Immunsystem veranlasst, die Schutzhülle der Nerven anzugreifen, ist noch nicht geklärt. Es gab und gibt unterschiedliche Thesen und Vermutungen, jedoch konnte keine bislang wissenschaftlich bestätigt werden. Diskutiert wurde zum Beispiel, dass ein bestimmter Erreger die Multiple Sklerose verursacht. Dieser wurde jedoch nie gefunden. Daher geht man nach aktuellem Wissensstand davon aus, dass viele verschiedene Faktoren bei der Entstehung der Multiplen Sklerose eine Rolle spielen (multifaktorielle Genese). Sicher scheint, dass genetische Veranlagung und Umweltfaktoren das Krankheitsrisiko und den Verlauf der Autoimmunerkrankung beeinflussen. Auch Faktoren wie Stress und eine negative Lebenseinstellung fördern anscheinend das Entstehen

Gestörtes Nervensystem bei MS

MS ist eine Nervenkrankheit, bei der das Nervensystem nicht mehr einwandfrei funktioniert. Das zentrale Nervensystem (ZNS) besteht aus Gehirn und Rückenmark. An der Hirnbasis und aus dem Rückenmark treten Nerven hervor, verzweigen sich und beeinflussen die Funktion eines jeden Körperteils und Organs. Dieser Teil des Nervensystems wird als peripheres Nervensystem (PNS) bezeichnet, wegen seiner starken Verzweigung und Verbreitung im gesamten Körper. Der Informationsfluss aus der Peripherie zum zentralen Nervensystem hin verläuft über andere Nervenbahnen in umgekehrter Richtung. Die Sinnesorgane, also zum Beispiel die Haut, Augen und Ohren übertragen auf diesem Weg Informationen („Sinneseindrücke") in Form von elektrischen Impulsen.

Der grobe Plan des Nervensystems ist dabei kein wirrer Kabelsalat, sondern bei jedem Menschen gleich. Die Fortsätze einer jeder Nervenzelle, sogenannte Axone, ziehen geordnet und gemeinsam faserartig durch das ZNS, um Hirnteile miteinander zu verschalten. Manchmal ist der Weg dieser gebündelten Nervenzellfortsätze ziemlich lang. Mikroskopisch kleine Nervenzellen bilden bis zu einem Meter lange Axone aus, um ihr Zielgebiet zu erreichen. Damit die elektrischen Impulse über solche langen Strecken möglichst schnell geleitet werden, sind die Axone mit einer Art Isolierschicht umwickelt.

Sie besteht aus der Membran, also der Zellhülle, eines weiteren Zelltyps, den Gliazellen. Dieses spezielle Isolierband bezeichnet man auch als Myelin(-schicht). In den Entzündungsherden bei Multipler Sklerose wird das Myelin geschädigt, man spricht von Entmarkung oder Demyelinisierung. Das Resultat dieser Schädigung ist eine gestörte Weiterleitung von Nervenimpulsen im Nervensystem. Daher kommt es bei der MS zu den verschiedensten Ausfällen: zu Störungen von Sinnesfunktionen sowie zu Störungen bei der Steuerung von Organfunktionen.

Nach einem Multiple-Sklerose-Schub, wenn die Entzündung abklingt, kann das Myelin durch die Gliazellen zum Teil regeneriert werden. Diese regenerierten Myelinscheiden sind jedoch meist dünner als vor der Demyelisierung, weshalb es zu einer langsameren Übertragung der Nervenimpulse kommen kann. Wenn der Regenerationsprozess der Myelinscheide im Nervensystem nicht vollständig erfolgt, oder vielleicht das Axon schon mitbeschädigt ist, treten bleibende Schäden und Krankheitszeichen auf.

MS Symptome wie Sehstörungen und Muskelschwäche

 Anzeichen für Multiple Sklerose sind sehr unterschiedlich. Das erklärt sich durch die zahlreichen Aufgaben des Nervensystems. Fast jedes Symptom ist als Ausfall oder Beeinträchtigung einer Funktion im zentralen Nervensystem zu verstehen. Bei der Mehrzahl der Kranken verläuft MS in Schüben. Treten vorher nicht vorhandene Störungen und Ausfälle aufgrund eines (oder mehrerer) akuten Entzündungsherds auf, die mindestens 24 bis 48 Stunden bestehen bleiben, spricht man von einem Schub. Dieser kommt nicht plötzlich, wie beispielsweise ein epileptischer Anfall, sondern entwickelt sich über mehrere Tage oder Wochen.

Nach einem Schub kann der Betroffene wieder beschwerdefrei werden. Es können aber auch Symptome durch die narbig abgeheilten Entzündungen im Nervengewebe zurückbleiben. Wie häufig Schübe auftreten und wie lange sie andauern kann man nicht vorhersagen, jedoch wird es mit zunehmender Krankheitsdauer wahrscheinlicher, dass ein Teil der Beschwerden bestehen bleibt. Bei einigen Patienten kann der schubförmige irgendwann in einen fortschreitenden Verlauf übergehen. Das bedeutet, dass die Beeinträchtigungen langsam aber stetig zunehmen und sich nicht mehr zurückbilden. Es gibt aber auch Multiple-Sklerose-Patienten, die sich ihr Leben lang durch die Krankheit nicht sonderlich beeinträchtigt fühlen.

Im Folgenden sind typische Krankheitszeichen aufgeführt, die jedoch nicht alle bei jedem Patienten auftreten müssen. Darüber hinaus können die Symptome unterschiedlich stark ausgeprägt sein.

  • Schwere Müdigkeit (Fatigue): Sie ist eine der häufigsten Symptome, etwa zwei Drittel der Patienten sind betroffen. Die bleierne Müdigkeit kann monatelang anhalten und bereits morgens auftreten, wobei sie meist im Tagesverlauf zunimmt (Fatigue – das Chronische Erschöpfungssyndrom – kann auch Symptom anderer Krankheiten sein).
  • Muskelschwäche: Sie kann sich anfangs einfach darin äußern, dass man am Ende des Tages ein Bein nicht mehr mit normalem Kraftaufwand heben kann. Im fortgeschrittenen Stadium ist mitunter eine Gehhilfe erforderlich.
  • Sensibilitätsstörungen, Missempfindungen: Manche Patienten haben taube Füße, bei anderen kribbeln die Finger. Es kommt ihnen vor, als liefen Ameisen über die Haut oder das Gehen fühlt sich an, als liefen sie auf Watte. Manchmal stellt sich auch ein schmerzhaftes Brennen der Gliedmaßen ein.
  • Plötzliche Sehstörungen: Es kann sich dabei um einige Tage andauernde Phasen mit Schleiersehen oder Nebel vor meist einem Auge handeln. Auch Farbsehstörungen sind möglich. Teilweise kommt es sogar zu einer vorübergehenden Blindheit. Eine weitere Form der Sehstörung ist das Doppeltsehen, das auf eine (vorübergehende) Lähmung einer oder mehrerer Augenmuskeln zurückzuführen ist. Viele Erkrankte leiden außerdem an einer Sehnerventzündung.
  • Lähmungen: Durch Schäden im zentralen Nervensystem verkrampfen und verspannen die Muskeln. Ärzte bezeichnen das als spastische Parese. Je nach Schweregrad sind Betroffene nur leicht in ihrer Bewegung eingeschränkt oder aber im Extremfall stark beeinträchtigt.
  • Schwindel
  • Kopfschmerzen
  • Konzentrations- und Gedächtnisstörungen
  • Schluckstörungen
  • Sprachstörungen
  • unwillkürliche Augenbewegungen
  • Koordinations- und Gangstörungen: Sie beruhen auf einer beeinträchtigten Funktion des Bewegungszentrums im zentralen Nervensystem, das die Anweisungen an die Muskulatur erteilt. Taumelnder Gang kann die Folge sein, aber auch Zittern (Tremor), beim Versuch etwas zu greifen. Koordinationsstörungen beeinflussen häufig auch die Sprechmuskulatur, sodass Betroffene langsam, abgehakt und verwaschen sprechen (skandierende Sprache).
  • Störungen der Blasen- und Darmfunktion: Sehr starker Harndrang, der nicht mehr kontrolliert werden kann, ist typisch. Verstopfung kann durch die Krankheit selbst oder durch Bewegungsmangel verursacht werden.

Weitere mögliche Symptome bei MS:

  • Schmerzen: Verkrampfte Muskulatur und Haltungsfehler können die Ursache sein. Als Trigeminusneuralgie bezeichnet man Schmerzen, die vom Gesichtsnerv ausgelöst werden.
  • Depressionen bei Multipler Sklerose können zweierlei Ursachen haben. Manchmal entstehen sie als Reaktion auf die Krankheit selbst, in anderen Fällen sind sie direkte Folge der Entzündungsherde im zentralen Nervensystem.
  • Störungen der Sexualität: Erektionsstörungen beim Mann sowie verminderte Empfindsamkeit, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und trockene Scheide bei der Frau – auch das können Folgen der Multiplen Sklerose sein.
Selbsttest
Könnten meine Beschwerden auf Multiple Sklerose hindeuten?

Sie bemerken bei sich Symptome und haben den Verdacht, dass diese möglicherweise auf MS hindeuten könnten? Der folgende Test kann Ihnen helfen, eine erste Einschätzung zu geben!

Bitte beachten Sie, dass dieser Test keinesfalls eine eindeutige Diagnose liefert. Diese kann nur von Ihrem Arzt gestellt werden. Leiden Sie unter Beschwerden, ist in jedem Fall ein Arztbesuch ratsam, auch, um gegebenenfalls eine individuell angemessene Therapie einleiten zu können. Am Ende des Tests erhalten Sie eine Auswertung Ihrer Antworten. Darin wird noch einmal im Detail erläutert, welche Symptome typisch für MS sind.

Multiple Sklerose: Die Diagnose

Die Krankheit zu diagnostizieren ist nicht einfach. Symptome wie Sehstörungen oder Taubheitsgefühl in Gliedmaßen können zahlreiche andere Ursachen haben: Bei Tumoren des Rückenmarks, Infektionskrankheiten wie und Toxoplasmose sowie genetisch bedingten Myelinerkrankungen treten ähnliche Krankheitsanzeichen auf. Die Ausschlussdiagnostik ist oft langwierig, vom ersten Symptom bis zur Diagnosestellung vergehen im Schnitt drei bis vier Jahre. 

Um die Diagnose Multiple Sklerose zu stellen oder auszuschließen, wird der Arzt zuerst im Gespräch abfragen, welche Beschwerden der Patient hat. Für den Arzt ist es ebenfalls wichtig zu erfahren, ob Autoimmunerkrankungen in der Familie verbreitet sind. Weisen die Symptome auf MS hin, wird der Mediziner eine Reihe von Tests und Untersuchungen einläuten, die ihm Aufschluss über eventuell bestehende Schäden (Läsionen) im zentralen Nervensystem geben.

Zu den wichtigsten Untersuchungsmethoden zählen:

1. Neurologische Untersuchungen

Während der neurologischen Untersuchung prüft der Arzt die Hirnnerven, indem er Muskelkraft, Feinmotorik, Tastsinn, Koordination, Sensibilität, Muskelspannung, Reflexe, Sehschärfe, Geruchssinn, Schlucken und Sprechen beurteilt. Für all diese Funktionen ist es wichtig, dass der Körper Nervensignale richtig weiterleitet. Die Leitungsfähigkeit für elektrische Impulse im zentralen Nervensystem wird bei Multipler Sklerose geringer. Der Arzt kann diese Leitfähigkeit bestimmen, indem er die Nerven mittels bestimmter Reize stimuliert und die vom Nerv übertragene Information in einem anderen Hirnteil mit Elektroden ableitet. Man bezeichnet dies auch als Messung der Nervenleitgschwindigkeit. Folgende neurologische Untersuchungsmethoden werden unterschieden:

  • visuell evozierte Potentiale (VEP): Das Auge wird durch einen Monitor stimuliert. Elektroden am Hinterkopf messen die Zeit bis zum Eintreffen des Nervenimpulses und damit die Leitfähigkeit des Sehnervs.

  • somatosensibel evozierte Potentiale (SEP): Mittels schwacher elektrischer Reize in Hand- oder Fußgelenk wird die Leitfähigkeit sensibler Bahnen geprüft. Auch hier werden die Elektroden zur Ableitung an den Kopf angelegt.

  • akustisch evozierte Potentiale (AEP): Als Auslöser für einen Nervenimpuls dient ein akustisches Signal, die Ableitung erfolgt ebenfalls am Kopf.

2. Lumbalpunktion (Liquoruntersuchung)

Den Betroffenen wird Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit (Liquor) entnommen. Dabei können bestimmte für Multiple Sklerose typische Veränderungen nachgewiesen werden. Allerdings trifft dies nicht in allen Fällen zu.

3. Magnetresonanztomographie (MRT)

Mithilfe der Magnetresonanztomographie können Läsionen im Gehirn und Rückenmark nachgewiesen werden. Kleine Entzündungen und Vernarbungen im Gehirn sind darauf deutlich erkennbar. Auch aktive Entzündungsherde während eines Schubs können mit der MRT erfasst werden. Weitere Untersuchungen, die Aufschluss über eine Multiple Sklerose geben können, sind unter anderem:

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    Lunge abhören, Blutdruck messen – das sind Basis-Untersuchungen beim Hausarzt. Doch wann wird geröntgt und wann muss ich als Patient in die MRT-Röhre?

  • Computertomographie (CT)
  • Perimetrie: Verfahren zur Bestimmung des Gesichtsfelds
  • Myelographie: Untersuchung zur Darstellung des Raums zwischen Rückenmark und Hirnhäuten
  • Elektroenzephalographie: Messung von Potenzialen im Gehirn
  • optische Kohärenztomografie (OCT): Methode zur Untersuchung der Netzhaut im Auge

Die Verlaufsformen der Multiplen Sklerose

Der Verlauf von MS wird in der Regel in drei Phasen eingeteilt:

  1. Die häufigste Form der Multiplen Sklerose äußert sich schubförmig. Frauen sind davon zwei bis dreimal häufiger betroffen wie Männer. Bei den meisten Patienten bilden sich die Symptome eines Schubs innerhalb von sechs bis acht Wochen zurück. Wird die Krankheit nicht behandelt, liegt die Schubrate zu Beginn der Erkrankung bei durchschnittlich 1,8 Schüben pro Jahr. Bis zum nächsten Schub können mehrere Wochen, Monate oder sogar Jahre vergehen. Das Wiederkehren der Schübe wird auch als schubförmig-remittierender Verlauf bezeichnet. Im Anfangsstadium von MS sprechen Mediziner vom klinisch isolierten Syndrom (KIS). Nach zehn oder mehr Jahren geht dieser Verlauf meistens in einen chronisch-progredienten über.

  2. Unbehandelt kommt es bei mindestens 50 Prozent der Patienten nach durchschnittlich 10 Jahren zu einer chronisch-progredienten Verlaufsform der Multiplen Sklerose. Sie steht für die schleichende Zunahme der Symptome (sekundär chronische Progression). Dabei bilden sich die Behinderungen nicht mehr vollständig zurück, sondern nehmen auch unabhängig vom Auftreten eines Schubes immer weiter zu. Häufig wird diese Form auch als zweites Stadium der Multiplen Sklerose bezeichnet.

  3. Die primär chronische Verlaufsform der Multiplen Sklerose betrifft etwa zehn Prozent der Erkrankten. Hierbei verschlechtern sich die Symptome von Anfang an fortlaufend ohne klar abgegrenzte Schübe. Diese Form wird auch als primär progredienter Verlauf (PPMS) bezeichnet und betrifft Patienten mit späterem Krankheitsbeginn ab 40 Jahren.

Etwa ein Drittel der Patienten mit MS muss vorzeitig in Rente gehen. Betroffene haben heute aufgrund der ärztlichen Versorgung und den verfügbaren Hilfsmitteln eine normale Lebenserwartung. Nur in sehr seltenen Fällen, wenn eine Entzündung eine Atemlähmung auslöst, führt sie zum Tod. Eine Therapie, welche die Krankheit heilt, existiert allerdings noch nicht. Die Betroffenen müssen mit der Krankheit und den daraus resultierenden Einschränkungen leben, da nur die Symptome gelindert werden können. Für viele Erkrankte ist die Unvorhersehbarkeit der Erkrankung eine enorme Belastung. In Deutschland gibt es ebenso wie in vielen anderen europäischen Ländern jedoch zahlreiche Verbände und Selbsthilfegruppen, in denen sich Betroffene austauschen können und auch Hilfe bei rechtlichen Angelegenheiten finden.

Medikamente und Physiotherapie: So wird MS behandelt

Bei einem schubförmigen Verlauf der Erkrankung, wie er bei etwa 80 Prozent der Patienten in den ersten Jahren auftritt, wird die Akuttherapie eingesetzt. Die Basistherapie oder Immunprophylaxe zielt darauf ab, das Fortschreiten der Erkrankung zu bremsen. Das passiert durch vorbeugendes Einwirken auf das Immunsystem, das bei Multipler Sklerose die Schutzhülle der Nervenfasern angreift und dort Entzündungen verursacht. Anzahl und Schwere der Krankheitsschübe sollen damit reduziert werden. Die symptomatische Therapie der MS ist auf die Linderung der vielfältigen Symptome ausgerichtet, die mit der Erkrankung einhergehen können.

1. Die Akuttherapie

Ein MS-Schub muss nicht zwangsläufig medikamentös behandelt werden. Die zugrunde liegende Entzündung heilt auch von alleine ab, durch eine Kortisontherapie wird dieser Prozess allerdings stark beschleunigt. Kortison hat sowohl eine entzündungshemmende als auch eine das Immunsystem unterdrückende (immunsuppressive) Wirkung. Kortison (auch Glukokortikosteroide beziehungsweise Glukokortikoide) setzen die Blut-Hirn-Schranke wieder in Stand, die bei Erkrankungsschüben nach neueren Erkenntnissen für bestimmte Abwehrzellen durchlässig wird. Dazu wird das Medikament an drei bis fünf Tagen hochdosiert in die Vene gespritzt. Eventuell wird der Wirkstoff danach noch zwei Wochen lang in Form von Tabletten eingenommen. Im Gegensatz zur Kortisondauertherapie wird die Stoßtherapie bei einem MS Schub meist gut vertragen. Das Verfahren wird auch als GKS-Pulstherapie oder GKS-Stoßtherapie bezeichnet. Der Wirkstoff erster Wahl ist dabei Methylprednisolon, ein künstliches Kortikoid. Eine erstmalige GKS-Pulstherapie sollte stationär im Krankenhaus vorgenommen werden, um auf eventuelle Nebenwirkungen, die bei dieser Therapie auftreten können, schnell reagieren zu können. Wiederholte Behandlungen können je nach Schwere der Schübe, Infektionsanfälligkeit und der häuslichen Situation auch ambulant vorgenommen werden.

Eine weitere Möglichkeit zur Behandlung der Krankheitsschübe ist die Plasmaseperation oder Plasmapherese. Dabei handelt es sich um eine Art Blutwäsche: Über die Hals- oder Armvene wird Blut aus dem Körper entnommen und in einer Zentrifuge das flüssige Plasma von den Blutzellen separiert. Das Plasma wird ersetzt durch fremdes Plasma oder humanes Albumin und anschließend wieder zurück in den Körper geleitet. Ziel ist, auf diese Weise Bestandteile des Bluts zu entfernen, die die Hülle der Nervenfasern, das Myelin, schädigen. Diese Behandlung wird in der Regel eingesetzt, wenn sich mit der GKS-Pulstherapie keine Besserung erzielen lässt.

2. Die Basistherapie

Die günstige Beeinflussung des Immunsystems ist Hauptziel der Langzeittherapie bei MS. Für die Basistherapie der Multiplen Sklerose sehen die Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie zum einen Glatirameracetat vor. Das synthetische Eiweißmolekül ähnelt in seiner Zusammensetzung der Schutzhülle der Nervenzellen und mindert die Entzündungsreaktionen. Es wird täglich unter die Haut gespritzt, wobei die Injektionen nach einer Einweisung auch vom Patienten selbst vorgenommen werden können.

Eine immer größere Bedeutung bei der kontinuierlichen Therapie der Multiplen Sklerose spielen Beta-Interferone. Sie gehören zu den Zytokinen. Darunter sind körpereigene Eiweiße zu verstehen, die dem Immunsystem helfen, andere Zellen zu aktivieren. Beta-Interferone wirken unter anderem entzündungshemmend und regulierend auf das Immunsystem. Sie gehören neben dem Arzneistoffen Glatiramerazetat zur Basistherapie bei Multipler Sklerose. Beta-Interferone müssen wie Glatirameracetat unter die Haut gespritzt werden.

3. Die symptomatische Therapie

Auch die symptomatische Therapie, welche die Beschwerden der Multiplen Sklerose lindern soll, spielt eine wichtige Rolle. Bei dieser werden beispielsweise durch die Inaktivität des Erkrankten entstehende Komplikationen wie Atemwegs- und Harnwegsinfektionen mit Medikamenten behandelt. Auch die Spastik kann durch Arzneimittel, so genannte Muskelrelaxantien, gehemmt werden. Hier ist die sogenannte intrathekale Baclofentherapie eine Möglichkeit. Ein wichtiger Teil der Therapie ist die konservative Behandlung mit Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie. Diese können muskuläre Probleme lindern, beheben oder ihnen vorbeugen. Folgeerscheinungen durch Immobilität sollen verhindert und noch vorhandene Fähigkeiten erhalten werden. Hierfür gibt es eine Reihe von speziellen Therapiearten, wie beispielsweise das Bobath-Konzept (auf neurophysiologischer Basis), die Hippotherapie (therapeutisches Reiten) und Beckenbodengymnastik, aber auch Entspannungstechniken wie Yoga oder Autogenes Training.

Andere Fachärzte miteinbeziehen

Der Neurologe wird im Laufe der Therapie in regelmäßigen Abständen untersuchen, ob und wie die Erkrankung fortschreitet. Anhand der Befunde kann eine Einstufung der Krankheit auf einer international gebräuchlichen Skala wie der EDSS (Expanded Disability Status Scale) vorgenommen werden. In allen folgenden Untersuchungen kann dann festgestellt werden, ob und in welchem Maße sich die Krankheit verändert hat.

Außer dem Neurologen sollten MS-Patienten auch andere Fachärzte in die Behandlung einbinden. Bei Sehstörungen sollte der Augenarzt und bei Blasenfunktionsstörungen oder sexuellen Dysfunktion der Urologe oder Frauenarzt konsultiert werden. Das Vertrauensverhältnis zwischen Patient und Arzt ist entscheidend für den Erfolg der Behandlung. Der Patient sollte alle Fragen, die ihn beschäftigen, ausführlich besprechen können.

Alternativmedizin: MS Schübe mit Weihrauch behandeln

Wissenschaftler vom Institut für Neuroimmunologie und Klinische Multiple-Sklerose-Forschung in Hamburg haben jetzt in einer Studie entdeckt, dass die Heilpflanze Weihrauch bei MS ungeahnt gut wirken könnte. Die Forscher unter der Leitung von Klarissa Hanja Stürner behandelten MS-Patienten mit einem hochdosierten Weihrauch-Extrakt. Bei den Patienten handelte es sich ausschließlich um solche, die bis dahin häufig einen MS-Schub erleiden mussten. Die Therapie im Rahmen der Studie dauerte acht Monate. Von den anfangs 37 Probanden brachen fünf die Behandlung ab, weil Nebenwirkungen auftraten. Das waren vor allem Probleme mit Magen und Darm. Bei denjenigen, die die Studie bis zum Ende mitmachten, zeichnete sich ein deutlicher Erfolg ab: Die Schübe reduzierten sich auf etwa ein Drittel.

Die Wissenschaftler erklären diese gute Wirkung mit Boswelliasäuren, den Hauptinhaltsstoffen von Weihrauch. Diese Säuren können Entzündungen stoppen – und so offenbar auch den Verlauf einer Multiplen Sklerose  bremsen. Weitere Studien sind jetzt allerdings noch nötig. So fehlte bei Untersuchung der Hamburger Forscher etwa eine Kontrollgruppe, um das Ergebnis abzusichern.

Kann man Multipler Sklerose vorbeugen?

Da die Ursachen der MS noch unklar sind, ist es auch nicht möglich, ihr vorzubeugen. Je früher jedoch adäquate Therapiemaßnahmen einsetzen, desto besser kann das Fortschreiten der Krankheit verzögert werden. Ebenso entscheidend wie der Arzt, die Medikamente und sonstige therapeutische Maßnahmen ist die eigene Mitarbeit in der Therapie und der Umgang mit der Krankheit. Der Lebensstil beeinflusst den Verlauf immens. So wirkt sich eine gesunde, ausgewogene Ernährung positiv aus. Faktoren wie Stress, Überanstrengung und eine negative Lebenseinstellung fördern dagegen das Entstehen eines neuen Schubes. Auch Hitze tut Betroffenen nicht gut. In heißen Sommermonaten verschaffen kühle Duschen Linderung.

Ernährung bei MS

Zwischen Salzkonsum und dem Krankheitsverlauf bei Multipler Sklerose besteht ein Zusammenhang. Das ist das Ergebnis einer Studie unter Leitung des MS-Forschers Mauricio Farez von der Universität in Buenos Aires. Das Team um den Wissenschaftler untersuchte 70 Patienten mit schubförmiger Multipler Sklerose zwei Jahre lang regelmäßig und erstellte dabei Aufnahmen des Gehirns per Kernspintomographie / Magnetresonanztomographie (MRT). Gleichzeitig analysierten die Forscher den Kochsalzkonsum der Probanden. Sie beobachteten bei Patienten mit einem durchschnittlichen Salzkonsum 2,7-mal häufiger und bei Patienten mit hohem Salzkonsum viermal häufiger eine Krankheitsverschlechterung im Vergleich zu denjenigen, die sich salzarm ernährten. Außerdem stand das Auftreten von neuen Hirnschädigungen in Zusammenhang mit dem Salzkonsum: Studienteilnehmer, die gerne und oft zu salzigen Nahrungsmitteln griffen, hatten durchschnittlich acht neue Hirnläsionen mehr als diejenigen, die sparsam mit Kochsalz umgingen. Jedes Gramm Salz jenseits der Fünf-Gramm-Marke war im Schnitt mit 3,7 zusätzlichen Hirnläsionen verbunden. Studienleiter Farez schließt aus den Daten, dass MS-Patienten möglicherweise von einer salzarmen Ernährung profitieren. Mit Sicherheit lässt sich dieser Schluss jedoch nicht ziehen. Denn noch ist unklar, ob eine Salzreduktion tatsächlich das Fortschreiten der Multiplen Sklerose bremst, da nicht auszuschließen ist, dass eine schwere Multiple Sklerose das Bedürfnis nach Salz erhöht.

Ernährung bei Multipler Sklerose

Spezielle Diät nur in Rücksprache mit dem Arzt

Die Berufsverbände und Fachgesellschaften für Psychiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik, Nervenheilkunde und Neurologie aus Deutschland, Österreich, Italien und der Schweiz raten auf ihrer Plattform "Neurologen und Psychiater im Netz" bislang zu keiner bestimmten Diät. "Bisher konnte keine bestimmte Ernährungsform oder Diät einen positiven, wirkungsvollen Einfluss auf den Verlauf oder die Symptome einer Multiplen Sklerose beweisen", heißt es dort. MS-Patienten, die aufgrund der bisherigen Studienlage eine spezielle Diät wie die ketogene Ernährung für sich testen wollen, sollten dies nur in Rücksprache mit ihrem Neurologen (Nervenarzt) tun, raten die Fachärzte. Ansonsten sei eine ausgewogene, vitamin- und ballaststoffreiche Ernährung zu empfehlen.

Darauf, wie diese konkret aussehen kann, ging die Ulmer Ernährungsberaterin Friederike Preiß in ihrem Vortrag anlässlich des 2. Bad Mergenheimer MS-Tags ausführlich ein. Demnach sollten MS-Kranke die Aufnahme von tierischen Fetten einschränken und stattdessen vermehrt auf wertvolle Fettsäuren aus pflanzlichen Fetten zurückgreifen wie beispielsweise Walnuss-, Raps-, Soja- oder Leinöl. Ihre Empfehlung: Maximal zwei Fleisch- oder Wurstmahlzeiten pro Woche, täglich Milch und Milchprodukte, wenig Eigelb, fettarme Produkte und Vollkornprodukte, mindestens zwei Fischmahlzeiten pro Woche und mindestens zwei Liter Flüssigkeit pro Tag, wobei vor allem Tee, Wasser und Obstsäfte geeignet sind.

Mehrere Studien haben es bereits gezeigt: Dicke Menschen haben ein wesentlich höheres Risiko, Multiple Sklerose zu bekommen. Wissenschaftler versuchen deshalb herauszufinden, was die Ursache für diesen Zusammenhang zwischen Übergewicht und MS ist und wie stark die zusätzlichen Pfunde das MS-Risiko erhöhen. Auf der MS Boston 2014, dem weltgrößten Kongress zu dieser Krankheit, stellten jetzt Experten den aktuellen Stand der Forschung vor.

Übergewicht bei Frauen verdoppelt Risiko für Multiple Sklerose

Mehrere Untersuchungen beweisen, dass das MS-Risiko für Übergewichtige doppelt so groß ausfällt wie für Schlanke. Das gilt jedoch nur für Frauen. Bei Männern wurde dieser Zusammenhang nicht festgestellt. Besonders groß scheint das MS-Risiko für übergewichtige Mädchen zu sein: Eine der Studien zeigte, dass sie verglichen mit normalgewichtigen Altersgenossinnen ein vierfach höheres Risiko haben, später im Leben an MS zu erkranken.

Verschiedene Studien beschäftigen sich derzeit auch mit dem Thema, warum Fettdepots MS begünstigen. Untersuchungen mit Mäusen brachten die Wissenschaftler auf die Spur:

  • Dicke Menschen haben auffallend niedrige Vitamin-D-Spiegel. Das begünstigt Nervenerkrankungen.

  • Fettzellen bilden bestimmte Zytokine, die Entzündungen im Körper anfeuern und die Immunantwort verändern. Das könnte einen Einfluss darauf haben, dass der Körper bei MS die Nerven angreift und ihre Hüllen zerstört.

  • Hungern dagegen entschärft diese autoaggressiven Zellen.

Ein gesundes Körpergewicht beziehungsweise eine Reduzierung von Übergewicht kann für Frauen also das Risiko für die Entstehung einer Multiple Sklerose verringern.

Leben mit Multipler Sklerose

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Betroffene fühlen sich häufig extrem müde und schlapp. Die Planung mehrerer regelmäßiger Pausen im Tagesablauf hilft dann, die Energie einzuteilen. Den Alltag erleichtern können sich MS-Patienten ebenfalls, indem sie häufiger Haushaltsgeräte verwenden, Einkäufe besser planen und dadurch seltener in den Supermarkt gehen müssen. Bei Koordinations- und Gangstörungen sollte das Bad mit Griffen ausgestattet und mit Matten rutschfest gemacht werden. Stolperfallen wie hochstehende Teppiche am besten beseitigen. Wenn Probleme mit starkem Harndrang auftreten, darf auf keinen Fall die Trinkmenge reduziert werden. Das Trinkverhalten sollte stattdessen dem Tagesablauf angepasst und entsprechend eingeteilt werden. Auf Bier und koffeinhaltige Getränke besser verzichten, sie wirken harntreibend.

Zu erheblichen Schwierigkeiten im Leben mit MS können sogenannte kognitive Dysfunktionen beitragen. Dazu gehören vor allem Aufmerksamkeits- und Gedächtnisstörungen. Um diesen zu begegnen, sollten MS-Patienten Stresssituationen meiden. Durch vorausschauendes Planen können Aufgaben nacheinander ohne Stress erledigt werden. Merkhilfen wie Notizzettel, Familienpläne bis hin zu elektronischen Hilfen unterstützen. Bei der Urlaubsplanung sollte Zeit für ausreichend Ruhe berücksichtigt werden. Es ist auch wichtig, sich keine unrealistischen Ziele zu setzen und Hilfe von Familie, Freunden und Bekannten anzunehmen.

Buchtipps, Adressen & Links

Tipps für lesenswerte und informative Bücher rund ums Thema Multiple Sklerose:

Erfahrungsberichte:

  • Zapla, Andrea: Außer mir: Mein neues Leben mit Multipler Sklerose. Bastei Lübbe, 2008. ISBN-10: 3404616359
  • Kitter, Erika: Multiple Sklerose, 30 Jahre leben mit einer Krankheit. Ein Erfahrungsbereicht - aus der Resignation in ein erfülltes Leben. Radius Verlag, 2000. ISBN 3-87173-207-9
  • Hartstock, Dorothea: Lebenspause. Eine an Multipler Sklerose Erkrankte berichtet. Fouqué Literaturverlag, 2000. ISBN 3-82674-863-8
  • Engelmann, Traude: Kraft für ein Lächeln. Mitteldeutscher Verlag, 1996. ISBN 3-354-00886-5

Ratgeber:

  • Maida, Eva Maria: Der große TRIAS-Ratgeber Multiple Sklerose. Trias Verlag, 2005. ISBN 3-8304-3236-4
  • Schäfer, Ulrike: Multiple Sklerose: mehr wissen - besser verstehen: Alles über Diagnose, Verläufe und die besten Therapien für Sie.  Trias Verlag, 2005. ISBN-10: 3830432356
  • Pöhlau, Dieter: Gesund essen bei Multipler Sklerose. Trias Verlag, 2009. ISBN-10: 3830435002
  • Friedrich, Doris: Multiple Sklerose und Sport - Immer in Bewegung: Mehr Lebensqualität durch ein aktiveres Leben. Trias Verlag, 2011. ISBN-10: 3830460341Schäfer, Ulrike; Poser, Sigrid: Multiple Sklerose. Ein Leitfaden für Betroffene. Blackwell Verlag, 1999. ISBN 3-89412-423-7
  • Bauer, H.J.; Seidel, Dietmar: MS-Ratgeber. Praktische Probleme der Multiple Sklerose. Stuttgart, New York: Gustav Fischer Verlag, 1996. ISBN 3-437-00847-1

Hier finden Sie Adressen von Verbänden und Organisationen:

DMSG – Deutsche MS Gesellschaft DMSG Bundesverband e.V.

Küsterstr. 8
30519 Hannover
Telefon: 0511 / 9 68 34-0
Telefax: 0511 / 9 68 34-50
http://www.dmsg.de/
(Auf dieser Seite befinden sich ebenfalls die Adressen aller Landesverbände in Deutschland.)

Multiple Sclerosis International Federation – MSIF

http://www.msif.org/

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