Schmerzen lindern

Was hilft gegen Kopfschmerzen?

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Es gibt viele Arten von Kopfschmerzen, die sich in den Ursachen und Symptomen unterscheiden. Wann ärztliche Hilfe notwendig ist und was gegen die Schmerzen in Stirn, Schläfe oder Hinterkopf hilft – von Hausmitteln bis Medikamente.

Frau hat Kopfschmerzen
© goodluz – stock.adobe.com

Kurzübersicht: Kopfschmerzen

Kopfschmerzarten: 200 verschiedene Arten von Kopfschmerzen sind bekannt, häufig sind Migräne, Spannungskopfschmerz oder Clusterkopfschmerz

Behandlung: Medikamente wie NSAR (Acetylsalicylsäure, Paracetamol, Ibuprofen oder Diclofenac), bei Migräne verschreibungspflichtige Wirkstoffe wie Triptane, begleitend Hausmittel (Kälte, Massagen, Flüssigkeitszufuhr)

Ursachen: Stress, bestimmte Lebensmittel mit biogenen Aminen oder Nitraten, Schadstoffe oder sogar Sport

Kopfschmerzen haben viele Gesichter. So können die Schmerzen stumpf, drückend oder ziehend ausfallen, den gesamten Kopf betreffen oder auch nur einseitig auftreten. Darüber hinaus können Kopfschmerzerkrankungen akut oder chronisch sein, wie beispielsweise eine Migräne.

Artikelinhalte im Überblick:

Tipps und Hausmittel gegen Kopfschmerzen

Hausmittel oder Medikamente: Was hilft gegen Kopfschmerzen?

Welche Therapie die richtige ist, hängt von der Ursache der Kopfschmerzen ab. Zur Behandlung von leichten bis mäßigen Kopfschmerzen eignen sich nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie Acetylsalicylsäure, Paracetamol, Ibuprofen oder Diclofenac. Diese Medikamente sollten jedoch nicht über einen längeren Zeitraum eingenommen werden und immer nur gemäß ärztlicher Empfehlung oder Packungsbeilage. Denn die regelmäßige Anwendung von Schmerzmitteln kann wiederum zu Kopfschmerzen führen (medikamenteninduzierter Kopfschmerz) und damit bestehende Beschwerden verstärken.

Zur Behandlung von Migräneattacken, die mit herkömmlichen Schmerzmitteln nicht zu bewältigen sind, stehen migränespezifische Mittel, etwa die selektiven Serotoninagonisten Triptane, zur Verfügung, die es nur auf Rezept gibt. Bei Clusterkopfschmerz können Sauerstoffinhalationen oder ebenfalls die Einnahme von Triptanen in ärztlicher Rücksprache Linderung verschaffen.

Hausmittel und Tipps bei Kopfschmerzen

Gelegentliche Kopfschmerzen lassen sich durch einen gesunden Lebensstil beheben und sogar vorbeugen:

  • Tägliche Flüssigkeitszufuhr von mindestens 1,5-2 Litern

  • Kälteanwendungen

  • Äußerliche Anwendung einer Pfefferminzöl-Lösung kann bei Spannungskopfschmerzen die Beschwerden lindern.

  • Dehnübungen der Hals- und Rückenmuskulatur; vorbeugend lohnt es sich, die Muskulatur der Halswirbelsäule und Schultern zu kräftigen

  • Leichte Massage von Stirn, Nacken und Schultern, um Verspannungen zu lösen

  • Ausdauersport (Joggen, Radfahren, Schwimmen) treiben und Bewegung in den Alltag integrieren

  • Stress vermeiden oder reduzieren

  • Entspannungstechniken anwenden

  • Für genügend Schlaf sorgen

  • Auf Nikotin und Alkohol möglichst verzichten oder den Konsum einschränken

Was hilft gegen Kopfschmerzen?

Arten von Kopfschmerzen

Grundsätzlich unterscheidet man primäre und sekundäre Arten von Kopfschmerzen. Primär bedeutet, dass die Schmerzen ohne erkennbaren Auslöser auftreten. Sekundäre Kopfschmerzen treten als Symptom einer Grunderkrankung auf und werden meist von weiteren Beschwerden begleitet.

Kopfschmerzarten (primärer Kopfschmerz ohne Grunderkrankung):

  • Migräne: Anfallartige, periodische Kopfschmerzen; typisch für eine Migräneattacke sind Begleiterscheinungen wie Lärm- und Lichtempfindlichkeit, Übelkeit und Erbrechen

  • Spannungskopfschmerz: Klinisch fehlen besondere Merkmale, häufig milder bis mittelschwerer Kopfschmerz mit dumpf-drückendem Charakter, betrifft häufig den gesamten Kopf

  • Clusterkopfschmerz: Einseitige Kopfschmerzattacke im Augen- oder Schläfenbereich

  • Andere Kopfschmerzformen: Klinisch sehr heterogene Gruppe an Kopfschmerzerkrankungen, über deren Ursachen bisher wenig bekannt ist. Dazu zählt beispielsweise auch Hemicrania continua – ein anhaltender, streng einseitiger Kopfschmerz, der auf das nichtsteroidale Antiphlogistikum (NSAR) Indometacin anspricht.

Ursachen für Kopfschmerzen

So unterschiedlich ausgeprägt der Schmerz ist, so verschieden sind die Ursachen für Kopfschmerzen. Hinter Kopfschmerzen können Erkrankungen stecken, doch auch bestimmte Lebensmittel wie Käse, der biogene Amine enthält oder Nitrate in Fleisch und Wurstwaren sind mögliche Auslöser. Daneben gelten Stress und Schadstoffe als mögliche Ursachen für einen schmerzenden Kopf. Sogar Sex oder Sport – Tätigkeiten, denen eine entspannende Wirkung zugeschrieben wird und die zur Vorbeugung oder Behandlung von Kopfschmerzen empfohlen werden – können das Gegenteil bewirken.

Symptome richtig erkennen

Es gibt eine Vielzahl von Kopfschmerzen, die mit spezifischen Symptomen einhergehen. Je nach Art können sich die Schmerzen im Bereich des Kopfes unterschiedlich äußern:

  • stechend
  • dumpf
  • pulsierend
  • drückend
  • beengend
  • ziehend
  • krampfartig

Die Beschwerden können wenige Sekunden bis Stunden oder sogar mehrere Tage anhalten. Das ist häufig bei Migräneattacken der Fall. Manche Menschen leiden nur selten unter Kopfschmerzen, bei anderen treten die Attacken regelmäßig auf. Außerdem sind sie bei Betroffenen individuell verschieden stark ausgeprägt: So treten die Kopfschmerzen entweder an einzelnen Punkten, über größere Flächen des Kopfes, einseitig oder in beiden Kopfhälften auf. Typische Lokalisation von Kopfschmerzen sind Stirn, Schläfe und Hinterkopf.

Kopfschmerzen können Anzeichen ernster Erkrankungen sein

Bestehen die Kopfschmerzen über mehrere Tage, verschlimmern sie sich oder gehen die Beschwerden mit Begleitsymptomen wie Schwindel, Sehstörungen, Übelkeit, Erbrechen, Lähmungen und/oder Bewusstseinsstörungen einher, sollte ein*e Arzt*Ärztin die genaue Ursache abklären. In diesen Fällen ist es möglich, dass sie Symptom einer ernsten Erkrankung sind, zum Beispiel einer Hirnhautentzündung oder einer Entzündung der Gesichtsnerven.

Vor allem chronisch wiederkehrende und dauerhaft bestehende Kopfschmerzen sollten immer ärztlich abgeklärt werden.

Richtige Diagnose ist entscheidend

Wesentlicher Bestandteil der Diagnose ist das ausführliche Patientengespräch (Anamnese). Die*der Ärztin*Arzt erfasst dabei Art, Intensität und Dauer sowie den zeitlichen Verlauf der Kopfschmerzen und erfragt, wo genau die Schmerzen wahrgenommen werden. Auch die Einnahme von Schmerzmitteln oder anderen Medikamenten ist von Bedeutung. Hieraus lässt sich eventuell ableiten, ob ein schmerzmittelbedingter Kopfschmerz vorliegen könnte.

Weitere Untersuchungen dienen dazu, körperliche Ursachen der Kopfschmerzen auszuschließen oder zu erkennen. Dazu zählen:

  • Computertomografie (CT) des Schädels

  • Magnetresonanztomografie (MRT) des Gehirns

  • Blutuntersuchungen

  • Untersuchung der Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit (mittels Lumbalpunktion)

  • Ultraschalluntersuchungen (Sonografie)

  • Untersuchungen zur Darstellung der Blutgefäße im Gehirn (Angiografie)

  • Ableitung der Hirnströme (Elektroenzephalografie, EEG)

  • Röntgenuntersuchungen der Halswirbelsäule

  • Augenärztliche Untersuchungen

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