Rote Flecken auf der Haut

Erythem: Ursachen für die sichtbare Hautrötung

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Als Erythem wird eine Hautrötung bezeichnet, die infolge einer Weitstellung von Gefäßen innerhalb der Haut entsteht. Als Ursachen kommen von starker Aufregung über Impfungen bis hin zu Infektionen verschiedene Auslöser infrage. Wann ein Erythem als Krankheitszeichen gilt und welche Behandlungen möglich sind.

Frau mit Erythem auf dem Rücken
© Getty Images/PonyWang

Medizinisch wird eine sichtbare Rötung der Haut als Erythem oder Erythema bezeichnet. Sie entsteht, wenn die Haut lokal verstärkt durchblutet wird – häufige Ursache sind Entzündungen, doch auch Medikamente können zur Hautrötung durch Gefäßerweiterungen führen.

Artikelinhalte im Überblick:

Hautausschlag: Welche Krankheit steckt dahinter?

Was ist ein Erythem?

Grundsätzlich wird in der Medizin jede Hautrötung als Erythem oder Erythema bezeichnet. Sie gehört zur Gruppe der Macula (Fleck), das sind Veränderungen der Hautfarbe. Beim Erythem erfolgt die Rötung der Haut wegen einer Durchblutungsveränderung durch Gefäßweitstellung innerhalb der Haut. Es kann hinsichtlich der Größe und Farbe stark variieren. Spricht die*der Ärztin*Arzt von einer erythematösen Erkrankung, bedeutet es, dass die Krankheit einem Erythem ähnelt oder mit einer Hautrötung einhergeht.

Manche Hautrötungen sind typische Symptome bestimmter Krankheiten. Deshalb haben sie einen eigenen Namen und werden folgendermaßen unterschieden:

  • Erythema migrans: Hautmanifestation der Lyme-Borreliose

  • Erythema nodosum (Knotenrose): Entzündung des Unterhautfettgewebes, das von Tuberkulose, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Sarkoidose oder rheumatischem Fieber verursacht wird.

  • Erythema exsudativum multiforme (Scheibenrose): Scheibenförmige Hautveränderung mit bläulicher Mitte, die bei allergischen Reaktionen auftritt.

  • Erythema plantare et palmare (Palmar-Syndrom): Eine flächige Haurötung der Handinnenseiten und Fußsohlen weist in der Regel auf eine chronische Leberkrankheit wie Leberzirrhose hin; auch bei rheumatoider Arthritis oder Endokarditis kann das Syndrom auftreten.

  • Erythema anulare rheumaticum: Ein ringförmiges Erythem mit bläulich-rötlicher Farbe am Rumpf, das bei rheumatischem Fieber und einer rheumatischen Endokarditis auftritt.

  • Erythema pernio (Frostbeulen): Rundliche, rötlich-blau gefärbte Hautschwellungen, die durch Kälte entstehen und bei Wärme jucken und brennen.

  • Schmetterlingserythem: Charakterische Hautrötung bei Lupus erythematodes

  • Windelerythem: Hautrötung im Windelbereich bei Babys, die an Windeldermatitis erkrankt sind.

Sonderform Schmetterlingserythem im Gesicht

Die symmetrische Hautrötung im Gesicht erinnert an die Form eines Schmetterlings, weshalb sie auch als Schmetterlingserythem bezeichnet wird. Typischerweise tritt sie an der Nase, Stirn und den Wangen auf. Die Hautrötung tritt vorrangig bei Lupus erythematodes und weiteren Autoimmunerkrankungen wie Morbus Basedow auf und führt zur Bildung von kleinen Bläschen und Schuppen.

Ursachen für Hautrötung

Es gibt eine Vielzahl an Ursachen für ein Erythem. Neben eher harmlosen Gründen wie Stress, die nur eine kurzzeitige Hautrötung herbeiführen, gibt es weitere Auslöser. Dazu gehören:

  • Psychische Belastung (Hautrötung im Gesicht)
  • Sport und körperliche Anstrengung
  • Reaktionen auf Medikamente, zum Beispiel Antibiotika, Antimykotika oder Virustatika
  • Reaktion auf physikalische Reize wie UV-Strahlen (UV-Erythem beim Sonnenbrand) oder Verbrennungen und Erfrierungen (Frostbeulen)
  • Entzündungen
  • Infektionskrankheiten
  • Hauterkrankungen
  • Allergische Reaktionen vom Soforttyp

Erythem bei COVID-19 und nach Corona-Impfung

Ähnlich wie bei anderen Virusinfektionen können auch bei einer Corona-Infektion Hautveränderungen auftreten. Häufig beobachtet werden Hautausschläge mit Hautrötung und Bläschenbildung, auch Veränderungen an den Zehen ähnlich wie Frostbeulen (COVID toes) sind möglich. In sehr seltenen Fällen treten bei einer Corona-Impfung allergische Reaktionen auf, bei der sich kurz nach der Injektion zum Beispiel Hautrötungen zeigen können.

Begleitsymptome und Beschwerden

Ein Erythem äußert sich durch eine sichtbare Hautrötung, die meist an gut durchbluteten Körperstellen auftritt, zum Beispiel den Armen, Beinen oder im Gesicht. Durch Druck kann das Erythem kurzzeitig entfärbt werden und unterscheidet sich dadurch von einer Hautblutung.

Je nach ursächlicher Grunderkrankung können beim Erythem im weiteren Verlauf auch Schmerzen, Hautveränderungen und Juckreiz auftreten. Das gilt vor allem bei einem Ekzem, einer Hautblutung und ernsthafteren Krankheiten als Ursache. Auch Sensibilitätsstörungen sind bei großflächigeren Hautrötungen möglich. Wird das Erythem nicht behandelt, kann es größer werden und sich auf weitere Körperregionen ausbreiten. Betroffene sollten deshalb frühzeitig eine*n Ärztin*Arzt aufsuchen, insbesondere wenn die Ursache für die Hautrötung nicht bekannt ist.


Diagnose des Erythems

In der Regel genügt eine Blickdiagnose, um ein Erythem festzustellen. Um das Ausmaß und den Schweregrad der Hautrötung zu bestimmen, wird die*der Ärztin*Arzt die Größe, Farbintensität und Ausweitung untersuchen. Anhand von Fragen zu weiteren Symptomen und möglicherweise bereits bekannten Vorerkrankungen kann die Ursache der Hautveränderung festgestellt werden.

Die wichtigsten Differenzialdiagnosen bei einer Hautrötung sind die Hautblutung, das Ekzem und die Erythrodermie. Bei dieser schweren Entzündung ist fast die gesamte Hautoberfläche gerötet. Die Erythrodermie entwickelt sich meist aus einer anderen Hauterkrankung und kann unbehandelt durch einen starken Flüssigkeits- und Eiweißverlust lebensbedrohlich werden.

Behandlung einer Hautrötung

Je nach Ursache und Schweregrad wird die Hautrötung unterschiedlich behandelt. Sind psychische Faktoren ausschlaggebend für eine gerötete Gesichtshaut, legt sich die Rötung nach Abklingen der Aufregung und des Stresses in der Regel von alleine wieder.

Bei Verbrennungen und Sonnenbrand wird die Hautrötung mit kühlenden Maßnahmen gelindert und klingt in leichten Fällen nach wenigen Tagen von selbst ab. Haben sich infolge von Kälte und Nässe Frostbeulen gebildet, sollten die betroffenen Hautstellen warm gehalten werden – meistens verschwinden die Hautveränderungen von selbst wieder.

Infektionen, Hautkrankheiten und andere zugrundeliegende Erkrankungen müssen entsprechend medikamentös behandelt werden.

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