Abwehrreaktion des Körpers

Fieber – wenn das Immunsystem dem Körper einheizt

Fieber bezeichnet eine erhöhte Körpertemperatur. Dabei handelt es sich um keine eigenständige Krankheit, sondern um ein Symptom, das in Verbindung mit verschiedenen Infektionen und Krankheitszuständen auftreten kann. Alles über die Ursachen, das richtige Fiebermessen und wie man Fieber senken kann, wenn es zu hoch wird.

Bei anhaltendem Fieber zum Arzt
Fieber ist ein häufiges Begleitsymptom von vielen Infektionskrankheit.
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Von Fieber spricht man ab einer Körpertemperatur von mindestens 38 Grad Celsius, von hohem Fieber beim Erwachsenen ab 39, bei Kindern ab 40 Grad Celsius. Dabei spielt es durchaus eine Rolle, wo und wann Sie Fieber messen. Denn die verschiedenen Messmethoden können recht unterschiedliche Werte ergeben. Die im Darmausgang gemessene Temperatur – medizinisch auch als rektal bezeichnet – entspricht am besten der Temperatur, die tatsächlich im Körperinneren vorherrscht.

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Warum bekommen wir Fieber?

Fieber ist keine Krankheit, Fieber wird nur indirekt durch Krankheiten verursacht. Das Ansteigen der Körpertemperatur ist vielmehr ein deutliches Symptom dafür, dass der Körper mit einer Infektion oder einer Entzündung zu kämpfen hat. Deshalb ist durch eine Krankheit ausgelöstes Fieber per se nichts Schlechtes. Vielmehr ist es eine gesunde Abwehrreaktion und damit sogar wichtig für die Bekämpfung der Erreger.

Die weißen Blutkörperchen sind ein wichtiger Teil des Immunsystems. Eine bestimmte weiße Art davon sind die "Fresszellen", die Eindringlinge wie Viren oder Bakterien ausschalten. Im Krankheitsfall muss der Körper verstärkt weiße Blutkörperchen produzieren. Das tut er, indem er die Körpertemperatur erhöht – Fieber entsteht. Viele Viren und Bakterien können hohen Temperaturen außerdem nicht so gut standhalten und werden dadurch geschwächt. Ein weiterer Grund, warum Fieber zur Bekämpfung von Krankheiten wichtig ist. Das bedeutet, dass man Fieber nicht unbedingt senken sollte, sofern es in einem aushaltbaren Rahmen bleibt.

Hier geht es zur Lifeline-Fieberkurve, mit der Sie Ihre Körpertemperatur professionell beobachten können.

Höhe der Temperatur lässt nicht auf Schwere der Krankheit schließen

Generell lässt sich von der Höhe des Fiebers nicht unbedingt auf die Schwere der zugrundeliegenden Krankheit und die Ernsthaftigkeit der Situation schließen. Virusinfekte lösen beispielsweise meist höheres Fieber aus, als bakterielle Infektionen. Ebenso kann eine weniger schwerwiegende Erkrankung wie ein grippaler Infekt höhere Fieberwerte hervorrufen als manche sehr ernste Krankheit. Insofern sollte man zur Beurteilung der Situation nicht nur die Körpertemperatur heranziehen, sondern vor allem das Befinden insgesamt. Beachten sollte man auch, dass sich im Laufe des Tages die Körpertemperatur verändert und damit die Grenze zu Fieber: Nachmittags und abends ist sie bis zu einem Grad Celsius höher als am Morgen.

Erhöhte Körpertemperatur kann auch andere Gründe haben

Die Hormone haben ebenfalls einen Einfluss auf die Körpertemperatur, insbesondere bei Frauen. So verändert sich während des Zyklus der Wärmegrad des Körpers: Vor dem Eisprung sinkt die Temperatur, direkt danach steigt sie um bis zu einem halben Grad an. Wenn man sich dieses Wissen zunutze macht, kann man mit der Temperaturmessung den Eisprung ziemlich genau bestimmen. Dieses Verfahren kommt zum Beispiel bei der natürlichen Verhütung oder natürlichen Familienplanung zur Anwendung.

In den Wechseljahren haben viele Frauen eine schwankende Körpertemperatur, es kommt zu den bekannten "Hitzewallungen". Diese sind aber kein Fieber, obwohl die Körpertemperatur durchaus in den "Fieberbereich" gelangt. Eine Erhitzung des Körpers kann außerdem durch äußere Einflüsse verursacht werden, wie das beispielsweise in der Sauna gewollt ausgelöst wird. Die Körpertemperatur ist dann zwar erhöht, aber man spricht nicht von Fieber sondern von Hyperthermie. Letzteres bekommt der Körper durch Abkühlen und Schwitzen schnell wieder in den Griff.

Ab wann spricht man von Fieber?

Aufgrund der sehr individuellen Umstände können Sie sich bei Fieber allenfalls an den Durchschnittswerten orientieren. Ab einer Körpertemperatur von 37,5 Grad Celsius am Morgen gemessen spricht man von erhöhter Temperatur, ab 38 Grad von Fieber.

Fieber-Tabelle bei Erwachsenen

Normale Körpertemperatur 36,5 bis 37,4 Grad
Erhöhte Temperatur bis 38 Grad
Mäßiges Fieber 38 bis 39 Grad
Hohes Fieber über 39 Grad
Lebensgefährliches Fieber über 41 Grad

Hohes Fieber – ab 41 Grad wird es lebensgefährlich

Manchmal "übertreibt" es der Körper mit der Abwehrreaktion und es kommt zu einem lebensgefährlichen Temperaturanstieg, einer Hyperpyrexie. Bei einer Hyperpyrexie steigt das Fieber über 41 Grad an aufgrund einer zentral bedingten Fehlreaktion im Gehirn. Das passiert beispielsweise beim septischen Fieber. Es drohen totaler Kreislaufzusammenbruch und Organversagen. In diesem Fall sollten Sie sofort den Notarzt verständigen.

Richtig Fieber messen – so geht’s

Fieber lässt sich am besten mit einem Fieberthermometer messen. Es gibt verschiedene Stellen des Körpers, die sich dafür eignen:

  • Im Darmausgang (rektal): Diese Methode ist wenig beliebt, aber nach Meinung aller Experten am genausten. Damit es nicht so unangenehm ist, kann man die Spitze des Thermometers vorher mit etwas fetthaltiger Creme oder Vaseline einreiben.

  • Im Mund (oral): Achten Sie darauf, vorher nichts Kaltes oder Heißes zu trinken. Das Thermometer gehört für eine genaue Messung in die Taschen unter die Zunge, der Mund muss geschlossen bleiben. Wenn man das beachtet, liefert auch die Messung im Mund sehr exakte Werte.

  • In der Scheide (vaginal): Frauen, die die Temperaturmethode zur Ermittlung des Eisprungs verwenden, messen gerne vaginal. Der Vorteil: Es geht schnell, ist sehr genau und meist angenehmer als im Po.

  • Unter der Achselhöhle (axillar): Diese Methode ist praktisch, aber leider ziemlich ungenau. In jedem Fall sollte man hier mindestens fünf Minuten messen.

  • Im Ohr: Neben den klassischen Fieberthermometer gibt es Infrarotthermometer fürs das Ohr. Der trichterförmige Sensor muss nur kurz in den Gehörgang gehalten werden und erfasst die Temperatur sehr schnell. Diese Methode ist völlig schmerzfrei und eignet sich vor allem für Kinder, die nicht stillhalten mögen. Vorsicht ist aber bei kleinen Babys geboten, da die Messung gerade bei Säuglingen wegen des noch sehr kleinen Gehörgangs falsch ausfallen kann.

Bitte beachten Sie: Nachdem die Messwerte an den verschiedenen Orten sehr unterschiedlich ausfallen können, sollten Sie immer bei der einmal gewählten Methode bleiben.

Welches Fieberthermometer ist das beste?

  • Digitale Fieberthermometer: Fiebermessen mit einem digitalen Fieberthermometer ist immer noch die beste Methode und zeigt die Temperatur sehr genau an, vor allem wenn rektal gemessen wird. Bei vielen modernen Digitalthermometern kann man die Temperatur bereits nach wenigen Sekunden ablesen. Für Kinder gibt es inzwischen digitale Sicherheitsthermometer mit einer weichen, biegsamen Spitze, damit sie sich nicht verletzten können.

  • Infrarotthermometer fürs Ohr: Ein Ohrthermometer misst die Temperatur direkt im Gehörgang. Es ist im Vergleich zu anderen Thermometern relativ kostspielig, doch die Anschaffung lohnt sich gerade für Familien. Ein kleiner Aufsatz für Säuglinge sollte unbedingt dabei sein.

  • Kontaktthermometer: Dieses Thermometer greift ebenfalls über Infrarotmessung die Temperatur an der Hautoberfläche ab, beispielsweise an der Schläfe. Diese Methode gilt jedoch als sehr ungenau und sollte allenfalls zur Kontrolle bei Kindern im Schlaf angewendet werden, wenn man sie nicht aufwecken möchte.

Häufige Begleitsymptome bei Fieber

Je nach ursächlicher Erkrankung geht Fieber mit begleitenden Symptomen einher, vor allem mit:

Warum bekommt man Schüttelfrost bei Fieber?

Vor allem in der Anfangsphase des Fieberanstieges kommt es oft zu Schüttelfrost. Hier liegt eine paradoxe Reaktion vor: Das Wärmezentrum des Körpers in unserem Gehirn setzt den "Sollwert" bei einer Infektion nach oben, damit das Immunsystem besser arbeiten kann. Solange dieser Sollwert noch nicht erreicht ist, fühlen wir uns kalt, frösteln und frieren, und das obwohl die Körpertemperatur bereits deutlich erhöht ist. Dabei macht sich der Körper das "Schütteln" beim Schüttelfrost zunutze, weil durch die schnelle Muskelbewegung Wärme erzeugt werden kann.

Beim Entfiebern, wenn die Infektion ihren Höhepunkt überschritten hat, erlebt man dann oft das Gegenteil: Man fühlt sich heiß und schwitzt.

Fieber bei Babys und kleinen Kindern

Kleine Kinder bekommen generell sehr viel schneller eine erhöhte Körpertemperatur als ältere Kinder oder Erwachsene – je kleiner sie sind, desto schneller. Das liegt daran, dass das Temperatur-Steuerungszentrum im Gehirn bei ihnen noch nicht ausgereift ist. Wildes Herumtoben oder auch Aufregung kann bei ihnen schon einen deutlich fühlbaren Temperaturanstieg auslösen. Deshalb sollte man bei einem Kind immer auch den Allgemeinzustand mit in Erwägung ziehen: Fühlt es sich schlecht, zeigt es deutliche Krankheitszeichen, wirkt es apathisch? Trotzdem sollten Sie Fieber bei Kindern spätestens nach einem Tag abklären lassen, bei Säuglingen sollten Sie mit Fieber sofort zum Arzt gehen. Denn vor allem die Gefahr des Austrocknens (Dehydration) ist bei Babys und Kleinkindern sehr hoch. Achten Sie deshalb auch immer auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr.

Kinderkrankheiten erkennen mit diesen Bildern

Begleitende Symptome bei fiebernden Kindern

Abhängig vom Alter können Kinder ihr körperliches Befinden nicht immer so artikulieren, weshalb die Beobachtung der Symptome besonders wichtig ist. Zwar gilt auch hier, dass Fieber immer individuelle Beschwerden verursacht, aber einige Anzeichen zeigen sich häufiger bei fiebernden Kindern, zum Beispiel:

  • Schüttelfrost
  • Müdigkeit
  • Hautausschlag (Stichwort Kinderkrankheiten)
  • Schreien und vermehrte Unruhe
  • Appetitlosigkeit
  • glasige Augen
  • abwesender Blick

Fieberkrampf – Komplikation bei fiebernden Kindern

Ein Fieberkrampf ist eine relativ häufige Komplikation bei fiebernden Kleinkindern, unabhängig von der Ursache des Fiebers. Ein Fieberkrampf kann sehr erschreckend wirken: Er ähnelt einem epileptischen Anfall, ist aber im Normalfall nach wenigen Minuten vorbei und meist auch nicht gefährlich. Manche Kinder neigen stärker dazu und krampfen schon bei Temperaturen um die 38 Grad, andere wiederum sind auch bei hohem Fieber nicht betroffen. Mit zunehmendem Alter tritt ein Fieberkrampf dann meist gar nicht mehr auf. Als erste Hilfemaßnahme bei Fieberkrämpfen gilt:

  • Kind am Boden auf eine Decke legen
  • Alle spitzen oder gefährlichen Gegenstände aus seinem Radius entfernen, damit es sich nicht verletzen kann
  • Fieberzäpfchen geben
  • Kinderarzt anrufen
  • Falls das Kind das Bewusstsein verliert, in die stabile Seitenlage bringen und den Notarzt verständigen

Wenn Ihr Kind bereits einmal einen Fieberkrampf hatte, können Sie sich vom Kinderarzt ein krampflösendes Mittel (als Zäpfchen oder Klistier erhältlich) verschreiben lassen, das Sie beim nächsten fiebrigen Infekt bereits prophylaktisch geben können.

Fieber in der Schwangerschaft – über 38 Grad zum Arzt!

Auch Schwangere bleiben von grippalen Infekten und anderen Infektionskrankheiten nicht verschont. Mit mäßig hohem Fieber kann der Körper auch in der Schwangerschaft gut umgehen. Steigt das Fieber zu hoch, kann es jedoch für das Baby gefährlich werden. Als kritischer Wert werden oft 38 Grad genannt. Geht die Körpertemperatur höher, sollte man den Arzt aufsuchen. Paracetamol darf in der Schwangerschaft als fiebersenkendes Mittel gegeben werden, aber bitte immer nur in Rücksprache mit dem Arzt. Generell gilt in der Schwangerschaft, Medikamente soweit möglich zu vermeiden. Besser sind Hausmittel wie beispielsweise Wadenwickel zum Senken des Fiebers.

Diese Ursachen können hinter Fieber stecken

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Fieber kann sehr viele unterschiedliche Ursachen haben. Häufigster Auslöser sind Infektionen mit Viren oder Bakterien. Es kann aber auch im Zuge von Krebserkrankungen oder bestimmten Autoimmunkrankheiten auftreten, bei denen sich das Immunsystem gegen körpereigene Strukturen richtet, sowie beispielsweise als Folge der Einnahme bestimmter Medikamente.

Wichtige Ursachen von Fieber sind etwa Infektionskrankheiten wie:

Fieber bei grippalem Infekt und Virusgrippe (Influenza)

Der häufigste Grund, warum Erwachsene Fieber bekommen, ist sicher ein grippaler Infekt. Typische Erkältungssymptome wie Husten, Schnupfen, Halsweh werden dann begleitet von leichtem bis mäßigem Fieber, das eher langsam ansteigt und selten über 38 Grad liegt. Auch hier kann man anhand des Fieberverlaufes häufig schon sagen, ob es sich um einen banalen Erkältungsinfekt oder eine echte Virusgrippe (Influenza) handelt. Bei einer Virusgrippe steigt das Fieber wesentlich schneller an, meist innerhalb weniger Stunden, und kann auch mal ein paar Tage über 39 Grad liegen.

Weitere Ursachen für Fieber sind zum Beispiel:

Andererseits gibt es auch Fälle, in denen trotz eingehender Untersuchung zunächst keine Ursache des Fiebers gefunden werden kann. Man spricht dann von Fieber unbekannter Ursache.

Fieber richtig einschätzen – das sagt der Fieberverlauf aus

Bereits anhand Art, Höhe und zeitlichem Verlauf des Fiebers lassen sich oft Rückschlüsse auf die ursächliche Krankheit ziehen. Das kann hilfreich bei der Diagnose der zugrundeliegenden Erkrankung sein.

Leicht erhöhte Temperatur bis mäßiges Fieber, das über den Tagesverlauf schwankt, ist typisch für lokale Infektionen wie Nebenhöhlenentzündung oder einfache Harnwegsinfekte. Anhaltend hohes Fieber über 39 Grad tritt bei Typhus, Endokarditis, Lungenentzündung und Lassafieber auf. Stark schwankende Temperaturen im Verlauf eines Tages (mehr als 1,5 Grad Unterschied) können auf eine Blutvergiftung (Sepsis) oder Rippenfellentzündung (Pleuritis) hinweisen. Bei Masern, Kinderlähmung, FSME und Meningokokken-Meningitis kommt es typischer Weise zu zwei Fiebergipfeln mit einer fieberfreien Phase dazwischen. Tritt Fieber periodisch, also nach längeren fieberfreien Intervallen immer wieder auf, kann eine Malaria vorliegen, besonders wenn auch andere Begleitumstände wie ein Tropenaufenthalt dafürsprechen.

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Häufige Gründe für Fieber bei Kindern

Fast alle Infektionskrankheiten im Kindesalter werden von Fieber begleitet. Oft kommen andere typische Symptome dazu, die dem Arzt die Diagnose erleichtern. Typisch für Kinderkrankheiten ist Fieber in Begleitung von Hautausschlag. Als "Kinderkrankheiten" bezeichnet man Infektionen, die eine lebenslange Immunität hinterlassen und sehr infektiös sind, weshalb man sich meist schon in der Kindheit ansteckt.

Eine der häufigsten Infektionen im Kleinkindalter, die praktisch jedes Kind durchmacht, ist das Dreitagefieber. Das Kind hat dabei ein paar Tage lang – typischerweise drei – relativ hohes Fieber gut über 39 Grad, ist dabei aber meist erstaunlich fidel und zeigt sonst keine Krankheitszeichen. Nach Abfallen der Körpertemperatur erscheint dann ein charakteristischer Hautausschlag.

Fieber beim Zahnen

Eltern beobachten das immer wieder: Das Kind fiebert und ein paar Tage später zeigt sich ein Zähnchen. Allerdings ist das Zahnen nicht der Auslöser des Fiebers. Generell ist die Zeit, wenn die ersten Milchzähne durchbrechen, also zwischen sechs und zwölf Monaten, eine sehr infektreiche Zeit bei Kindern, weil das Immunsystem noch viel zu lernen und zu verarbeiten hat. Nachdem sich eine erhöhte Körpertemperatur anregend auf alle Stoffwechselvorgänge auswirkt, zeigt sich nach überstandenem Infekt oft ein neuer Zahn. Genau genommen verursacht also nicht das Zahnen das Fieber, sondern umgekehrt.

Fieber nach Impfungen

Häufig kommt es einige Stunden bis Tage nach einer Impfung zu einer Reaktion, die zeigt, dass das Immunsystem auf den Krankheitsauslöser reagiert. Der Körper macht die Krankheit dann tatsächlich durch, allerdings auf abgeschwächte Weise. Dabei tritt auch häufig Fieber auf.

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Diagnose: So stellt der Arzt die Ursache fest

Der Arzt wird zunächst messen, ob Sie Fieber haben. Meist verwendet er dafür ein Ohrthermometer. Bei einer erhöhten Körpertemperatur folgen weitere Untersuchungen, um die Ursachen für das Fieber zu finden.

Es folgt ein ausführliches Patientengespräch (Anamnese). Dabei wird der Arzt den Patienten fragen, unter welchen Umständen das Fieber aufgetreten ist, ob beispielsweise zu Hause, nach einem Aufenthalt im Krankenhaus, nach Tierkontakt oder nach einer Auslandsreise.

Auch vorangegangene Verletzungen, Operationen und Behandlungen oder andere Erkrankungen, die im zeitlichen Umfeld des Fiebers aufgetreten sind oder dauerhaft bestehen sowie Angaben zur Einnahme von Medikamenten oder zum Kontakt mit Personen, die an einer Infektionskrankheit erkrankt waren, können Aufschluss über die Ursache des Fiebers geben.

Daneben sind auch Schilderungen des Patienten zu Auftreten und Verlauf des Fiebers (zum Beispiel periodisch, konstant oder mit tageszeitlichen Schwankungen) und den Begleitsymptomen (Schüttelfrost, Übelkeit, Hautveränderungen, Schmerzen) für das Erkennen der Krankheitsursache wichtig.

Im Anschluss an das Gespräch wird sich der Arzt durch eine eingehende körperliche Untersuchung selbst ein Bild über den Zustand des Patienten machen. Eine exakte Temperaturbestimmung sowie die Inspektion von Hals- und Rachenraum sowie der Ohren, Lymphknoten und gegebenenfalls der Haut sind, wie auch das Abhören der Lunge und des Herzens, Bestandteil der körperlichen Untersuchung bei unklarem Fieber.

Mögliche weitere Untersuchungen

Oft führen Patientengespräch und körperliche Untersuchung bereits sicher zur Ursache des Fiebers. Bleibt diese hingegen unklar oder verlangt sie noch zusätzliche Abklärung, folgen weitere diagnostische Maßnahmen.

Häufige Untersuchungen bei Fieber sind:

  • Blutuntersuchungen
  • Rachenabstrich und/oder gegebenenfalls Analyse des Auswurfs
  • Urin- und Stuhluntersuchungen
  • Röntgen des Brustkorbs

Neben den genannten kommen je nach Ausgangsverdacht, der sich möglicherweise im Patientengespräch oder in vorangegangenen Untersuchungen ergeben hat, viele weitere Untersuchungen in Betracht.

Die richtige Behandlung: Soll man Fieber senken?

Ob und in welcher Form eine Therapie bei Fieber erforderlich ist, richtet sich in erster Linie nach der zugrunde liegenden Erkrankung, die das Fieber ausgelöst hat, außerdem nach der Schwere des Fiebers und der empfundenen Beeinträchtigung. Wird die Grunderkrankung behandelt, verschwindet in der Regel auch das Fieber. Grundsätzlich ist Fieber eine gesunde Abwehrreaktion und sollte somit nicht unterdrückt werden, damit der Infekt möglichst schnell ausheilen kann. Allerdings gibt es auch hier Grenzen, denn hohes Fieber stellt eine enorme Belastung für den Kreislauf dar. Deshalb sollten Sie bei Fieber über 38 Grad und vor allem dann, wenn Sie sich sehr schlecht fühlen, durchaus zu fiebersenkenden Mitteln greifen, nach Möglichkeit aber in Absprache mit Ihrem Hausarzt.

Bei höherem Fieber empfehlen sich fiebersenkende Arzneimittel (sogenannte Antipyretika). Möglichst nach Rücksprache mit dem Arzt oder Apotheker können hierzu vorübergehend rezeptfreie Medikamente aus der Apotheke angewendet werden. Die Wirkung setzt etwa nach 15 bis 30 Minuten ein und hält etwa vier bis sechs Stunden. Mit der fiebersenkenden Wirkung bessern sich meist auch die Begleiterscheinungen wie Kopf- und Gliederschmerzen. Geeignete fiebersenkende Wirkstoffe sind zum Beispiel Paracetamol, Ibuprofen oder bei Erwachsenen auch Acetylsalicylsäure (ASS).

Antibiotika können nur wirken, wenn eine durch Bakterien verursachte Infektionskrankheit vorliegt. Bei viralen Infekten und anderen Ursachen helfen sie dagegen nicht. Antibiotika gehören daher nicht zur Standardtherapie bei Fieber, sondern kommen erst nach vorangegangener begründeter Diagnose durch den Arzt zum Einsatz.

Daneben können Hausmittel zum Einsatz kommen, um das Fieber zu senken. Sehr effektiv sind zum Beispiel Wadenwickel. Leichte Kleidung, eine kühle Raumtemperatur und kühle Getränke können die Fiebersenkung unterstützen. Bei Frösteln und Zittern und/oder kalten Händen und Füßen sind diese Maßnahmen allerdings nicht geeignet. Hier sollte der Körper warmgehalten werden.

Bei Fieber ausreichend trinken!

Wichtig bei Fieber ist in jedem Fall eine vermehrte Flüssigkeitszufuhr, am besten in Form von Wasser oder Tee, da der Körper bei Fieber viel Flüssigkeit verliert. Als Faustregel gilt: Pro Grad erhöhter Körpertemperatur muss man etwa einen Liter Flüssigkeit mehr zu sich nehmen, als man im gesunden Zustand trinken würde. Das hat verschiedene Gründe: Zum einen trocknet der Körper durch das Fieber rascher aus und es droht eine Dehydration. Zum zweiten ist das Fieber eine ziemliche Belastung für den Kreislauf. Dem kann man mit ausreichend Flüssigkeit entgegenwirken. Und drittens können die für die Immunabwehr wichtigen weißen Blutkörperchen (Leukozyten) nur an die richtigen Stellen vordringen, wenn diese gut befeuchtet sind. Hat sich beispielsweise ein Erreger in der Nase breitgemacht, funktioniert die Abwehr vor Ort nur dann, wenn die Nasenschleimhaut ausreichend befeuchtet ist.

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Muss man bei Fieber essen?

Erhöhte Temperatur schlägt meistens auf den Appetit, so dass Patienten mit hohem Fieber oft gar keinen Hunger haben. Bei einem akuten fiebrigen Infekt, der ja in der Regel nur wenige Tage dauert, muss man nicht unbedingt essen, vor allem nichts Schweres. Der Körper spart nun alle Energie für die Immunabwehr und wäre mit zusätzlicher Verdauungsarbeit überlastet. Leichte Kost wie beispielsweise eine Hühnerbrühe liefert Energie ohne zu belasten. Bei länger anhaltender Krankheit sollte man allerdings auf ausreichend Nahrungszufuhr achten, damit die Energiespeicher wieder gefüllt werden können. Nehmen Sie vor allem vitaminreiche Nahrung (vor allem Vitamin C) wie Obst zu sich. Das unterstützt die körpereigenen Abwehrkräfte.

Wann sollte man mit Fieber zum Arzt gehen?

Bei Fieber ab 39.5 Grad Celsius oder wenn Fieber über drei Tage hinaus besteht, ohne dass eine Besserung eintritt, sollten Erwachsene zum Arzt gehen, sofern dies noch nicht geschehen ist. Hausmittel und Selbstmedikation reichen in diesen Fällen unter Umständen nicht. Kinder, die jünger als drei Monate alt sind und Fieber haben, sollten umgehend einem Arzt vorgestellt werden, Kinder unter zwei Jahren mindestens nach einem Tag.

Ein Arztbesuch sollte darüber hinaus immer auch dann erfolgen, wenn zusätzlich zum Fieber weitere Symptome (etwa Hautausschlag, Bauchschmerzen, Erbrechen, Benommenheit, Nackensteifigkeit, schlechter Allgemeinzustand) und bei Kindern auffällige Verhaltensweisen (zum Beispiel starkes Schreien, Unruhe, Nahrungsverweigerung, Krampfanfälle) auftreten.

Die besten Hausmittel bei Fieber

  • Bei Fieber muss sich der Körper erholen. Deshalb sollten Sie sich vor allem Bettruhe verordnen.

  • Nach starkem Schwitzen sollten sie den Bettbezug regelmäßig wechseln und nur leichte Bettbekleidung tragen. Lüften Sie das Zimmer regelmäßig in kurzen Schüben.

  • Trinken Sie viel Mineralwasser und Tee, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen, der bei Fieber entsteht. Holundersaft, Holundertee und Lindenblütentee wirken schweißtreibend und fiebersenkend.

  • Eukalyptustee kann fiebersenkend wirken: 25 Gramm getrocknete Eukalyptusblätter in einen Liter siedendes Wasser geben und 15 Minuten ziehen lassen. Trinken Sie vier Tassen täglich.

  • Zur Kühlung können Sie Wadenwickel oder Fußwickel mit Zitrone einsetzen. Drücken Sie eine Zitrone in einer Schüssel mit kühlem Wasser aus und tränken Sie darin Baumwoll-Tücher. Alternative mischen Sie Wasser und Apfelessig. Wickeln Sie diese dann für etwa 10 bis 15 Minuten locker um Ihre Beine und Füße. Der Wickel bleibt so lange liegen, bis er sich erwärmt hat. Wadenwickel sollten nicht unter der Bettdecke angelegt werden. Die Verdunstung wird verhindert und der Wadenwickel ist wirkungslos. Daher die Bettdecke zurückschlagen. Außerdem dürfen kalte Wickel nur bei warmen Beinen und Füßen angewandt werden.

  • Essigsocken: Drei Esslöffel Essig in einen Liter kaltes Wasser geben. Baumwollsocken darin tränken, auswringen und anziehen. Ein paar dicke Socken darüber ziehen und ins warme Bett legen, aber die Bettdecke zurückschlagen (siehe Wadenwickel). Essigsocken nach etwa einer Stunde erneuern.

  • Waschen Sie Arme und Beine mit Essigwasser oder kühlem Pfefferminz-Tee ab. Diesen kühlenden Vorgang können Sie halbstündlich wiederholen.

  • Klassische homöopathische Mittel, die bei Fieber hilfreich sein können, sind beispielsweise Aconitum, Belladonna, Gelsemium oder Ferrum phosphoricum.

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