Uterus myomatosus

Myome

Myome oder Gebärmutterwucherungen sind langsam wachsende, gutartige Tumoren der Gebärmutter und zählen zu den häufigsten Tumoren bei Frauen im gebärfähigen Alter. Etwa jede vierte Frau über 30 Jahre ist betroffen. Am häufigsten werden Myome zwischen dem 35. und 55. Lebensjahr festgestellt.

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Myome der Gebärmutter entstehen stets in der fruchtbaren Lebensphase einer Frau. Während der Wechseljahre bilden sich die Wucherungen im Uterus häufig wieder zurück.
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Die Gebärmutter (Uterus) ist ein birnenförmiges Organ im kleinen Becken. Es wird in Gebärmutterkörper und -hals unterteilt. Die Wand der Gebärmutter besteht aus drei Schichten. Das außenliegende Bauchfell bedeckt die dicke Muskelschicht der Gebärmutter. Zur Gebärmutterhöhle hin ist die Muskelschicht von Gebärmutterschleimhaut überzogen.

Die wichtigsten Fakten über Myome

Myome entstehen aus den Muskelzellen der Gebärmutter

Myome sind gutartige Wucherungen in der Muskelschicht der Gebärmutter (Myometrium). Gutartig beduetet bei Tumoren, dass die Wucherun mit einer Art Hülle vom "normalen" Gewebe des umliegenden Organs abgetrennt ist, nicht in das Organ einwächst und es somit auch nicht in seiner Funktion beeinträchtigt. Die Größe reicht von unter einem Millimeter bis weit über 15 Zentimeter. Nur sehr selten treten sie einzeln auf. Meist liegen mehrere Myome vor, die schließlich auch zu einer Größenzunahme des Organs führen können. Eine aufgrund von Myomen vergrößerte Gebärmutter bezeichnet man als Uterus myomatosus.

Sie können sich in ihrem Wachstum auf die Muskelschicht innerhalb des Geschlechtsorgans beschränken oder aber in Richtung der Bauch- oder Gebärmutterhöhle wachsen. Bisweilen erreichen aber diese eigentlich gutartigen Wucherungen eine solche Größe, dass durch die Erkrankung der Bauchumfang merklich zunimmt und es zu weiteren Symptomen kommt.

Warum entsteht ein Myom?

Die Ursachen für das Auftreten von Gebärmutterwucherungen (Myomen) sind bisher unklar. Folgende Risikofaktoren scheinen aber bedeutend zu sein:

  • Eine familiäre, also erblich bedingte Komponente erscheint wahrscheinlich, denn die Töchtern von Frauen mit Myomen entwickeln selbst häufiger Myome als der Durschschnitt.

  • Ethnische Herkunft – Afroamerikanische Frauen in den USA sind im Vergleich zu Frauen, die nicht afroamerikanischer Herkunft sind, drei- bis neunmal häufiger von Myomen betroffen. Zudem wachst ein Myom bei diesen Frauen aggressiver.

  • Hormone – Die Muskeltumore weisen eine Vielzahl von Rezeptoren für die weiblichen Geschlechtshormone Progesteron und Östrogen auf und das Wachstum konnte im Versuch durch die Zugabe von Hormonen erhöht werden. Ein erhöhter Hormonspiegel kann demnach die Entstehung eines Myoms begünstigen, etwa in der Schwangerschaft, durch eine Hormonersatztherapie (HET) in den Wechseljahren oder durch orale Kontrazeptiva (die "Pille"), die die entsprechenden Hormone enthalten.

Welche Arten von Myomen gibt es?

  • Intramurales Myom

Das intramurale Myom liegt innerhalb der Gebärmutterwand und stellt die am häufigsten vorkommende Art von Myomen. Es entwickelt sich im Inneren der Uteruswand und dehnt sich dabei aus. Dadurch kann die Gebärmutter größer erscheinen. Intramurale Myome können fälschlicherweise für eine reine Gewichtszunahme oder Schwangerschaft gehalten werden. Zu den möglichen Symptomen gehören starke Regelblutungen, Unterleibs- und Rückenschmerzen, häufiges Wasserlassen und ein Druckgefühl.

  • Subseröses Myom

Das Subseröse Myom  ist an der Außenwand des Uterus lokalisiert und wächst nach außen. Diese Myomart behindert den Menstruationsfluss normalerweise nicht und führt meist nicht zu übermäßig starken Monatsblutungen, kann aber durch ihre Größe und den zusätzlichen Druck auf andere Organe Schmerzen hervorrufen. Im Einzelfall kann es auch über einen dünnen Gefäßstiel mit dem Uterus verbunden sein. Dann nennt man es gestieltes subseröse Myom. Diese Art der Myome kann sich um ihren Stiel drehen und dann heftige Schmerzen verursachen.

  • Submuköses Myom

Das submuköse Myom befindet sich an der inneren Gebärmutterwand und wölbt sich in die Gebärmutterhöhle vor. Dadurch verändert es die Form und Größe der Gebärmutterhöhle. Es kann zu einer verlängerten sowie einer übermäßig starken Menstruationsblutung führen. Auch submuköse Myome können gestielt sein.

  • Zervixmyom

Sehr selten wachsen Myome am Gebärmutterhals (Zervixmyome) oder an den Bändern, welche die Gebärmutter in ihrer Lage halten (intraligamentäre Myome).

Diagnose: So stellt der Arzt ein Myom fest

Bei der Diagnose von Gebärmuttertumoren spielen neben der persönlichen Krankengeschichte einer Frau verschiedene Verfahren eine Rolle. Dazu gehören die Tast- sowie Ultraschalluntersuchung durch den Frauenarzt, aber auch Gebärmutter- oder Bauchspiegelungen.

In der Regel wird ein Myom im Rahmen einer vaginalen Ultraschall- oder Tastuntersuchung vom Frauenarzt diagnostiziert. Nicht symptomatische Myome werden häufig als Zufallsbefund, zum Beispiel während einer gynäkologischen Vorsorgeuntersuchung, entdeckt. Sucht eine Frau aufgrund von Beschwerden einen Gynäkologen auf, beinhaltet die Diagnosefindung meist folgende Schritte:

Erfragung der persönlichen Krankheitsgeschichte (Anamnese)

In der Anamnese erhebt der Arzt die persönliche Krankengeschichte. Dazu fragt er nach aktuellen und vergangenen körperlichen Beschwerden, nach bisherigen Behandlungen sowie nach der Einnahme von Medikamenten (zum Beispiel der Pille). Auch die Familienanamnese ist wichtig, beispielsweise ob schon die Mutter an Myomen litt.

Tastuntersuchung (Palpation)

Bei der Tastuntersuchung (bimanuelle Palpation) führt der Frauenarzt eine Tastuntersuchung des kleinen Beckens durch, um nach Anzeichen für ein Myom oder andere Abnormalitäten zu suchen.

Ultraschalluntersuchung

Die Ultraschalluntersuchung durch die Scheide (Vaginal-Sonografie) ist eine sehr effektive Methode zur Untersuchung der weiblichen Geschlechtsorgane. Blase, Gebärmutter und Eierstöcke werden mittels Ultraschallwellen sichtbar gemacht. Dies ermöglicht die Darstellung von krankhaften Veränderungen an den Eierstöcken sowie an oder in der Gebärmutter. Bei Verdacht auf Myome kann der Gynäkologe mit einer Ultraschalluntersuchung die Anzahl und die Lage der Myome genauer bestimmen und ihre Größe ausmessen. Diese Technik ermöglicht es auch, ein Myom über einen längeren Zeitraum zu beobachten.

Zudem können folgende Verfahren für die weitere Abklärung zum Einsatz kommen:

Diagnostische Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie)

Die Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie) ist eine operative Methode, um das Innere der Gebärmutter mittels optischer Instrumente und Kameras (Hysteroskop) zu betrachten. Diese werden durch die Scheide und den Gebärmutterhals in die Gebärmutter eingeführt. Die Hysteroskopie bietet den Vorteil, bei Bedarf direkt als chirurgische Maßnahme dienen zu können, um kleinere submuköse Myome zu entfernen.

Bauchspiegelung (Laparoskopie)

Bei einer Bauchspiegelung (Laparoskopie) wird die Bauchhöhle von innen mit einer Optik (Laparoskop) untersucht. Durch winzige Schnitte im Bauchnabel und im Unterbauch werden Optik und Instrumente eingeführt. Diese ermöglichen so die Beurteilung der Gebärmutter und der Eierstöcke. Hierbei können gleichzeitig auch Operationen wie z. B. eine Myomentfernung vorgenommen werden.

Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT)

Computertomografien (CT) oder Magnetresonanztomografien (MRT) werden meistens aus anderen Gründen durchgeführt, und Myome können dabei als Nebenbefund entdeckt werden. Gezielt werden diese bildgebenden Verfahren zur Abgrenzung von bösartigen Erkrankungen (zum Beispiel Eierstockkrebs) eingesetzt.

So geht der Arzt vor

Erste Hinweise auf Gebärmutterwucherungen (Myome) gewinnt der Arzt aus der ausführlichen Befragung der betroffenen Frau zur Krankheitsgeschichte und den aktuellen Beschwerden (Anamnese). Bei der sich anschließenden gynäkologischen Untersuchung kann ein Myom ab einer gewissen Größe als harter Knoten im Bereich der Gebärmutter ertastet werden. Die Gebärmutter selbst ist meist vergrößert.

Es folgt die so genannte Vaginalsonographie, eine Ultraschalluntersuchung der weiblichen Geschlechtsorgane durch die Scheide. Der Frauenarzt kann dabei neben den Geschlechtsorganen auch Myome bildlich darstellen und eine Aussage über ihren Sitz und die Größe machen. Gibt die betroffene Frau Blutungsstörungen an, macht sich der Frauenarzt zusätzlich ein Bild von der Gebärmutterschleimhaut. Hinter Blutungsstörungen können sich auch Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut verbergen, wie beispielsweise Polypen (kleine Schleimhautwucherungen) oder Gebärmutterkrebs. Aus diesem Grund können auch eine Gebärmutterspiegelung und eine Ausschabung der Gebärmutter nötig sein.

  • Heftige Regelschmerzen und eine starke Blutung sind häufige Myom-Symptome. Testen Sie hier, ob bei Ihnen ein erhöhtes Risiko besteht!

Ist ein Myom in den Bauchraum gewachsen, kann es durch einen Ultraschall über die Bauchdecke nachgewiesen werden. Weitergehende Untersuchungen wie eine Magnetresonanztomographie (MRT) des Beckens sind meist nicht nötig.

Die Untersuchung des Bluts auf einen Eisenmangel und eine mögliche Blutarmut ergänzt die Diagnose von Myomen.

Myome lassen sich heutzutage normalerweise sehr gut nachweisen. Lässt sich ein Myom jedoch nicht sicher von einem bösartigen Tumor an benachbarten Organen unterscheiden, kann zusätzlich eine Bauchspiegelung notwendig werden.

Myom der Gebärmutter verkleinern und behandeln

Östrogene fördern das Wachstum von Myomen. Deshalb treten Myome grundsätzlich während der geschlechtsreifen Lebensphase einer Frau auf. Mit den Wechseljahren bilden sich die Myome aber meist automatisch zurück, da die Eierstöcke ihre Östrogenproduktion beenden.

Zur Behandlung von Myomen der Gebärmutter stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung, invasive und nicht-invasive. Neben gebärmuttererhaltenden Operationstechniken ist die Entfernung des Organs (Hysterektomie) eine Option, wenn bei der Patientin kein Kinderwunsch mehr besteht. Darüber hinaus haben sich medikamentöse Myom-Therapien bewährt, etwa die Gabe des Wirkstoffs Ulipristalacetat (UPA) oder auch von Hormonen (zum Beispiel Gestagen).

In seltenen Fällen wird aus dem Myom ein bösartiger Tumor

Myome treten häufig als runde Tumoren auf. In einigen Fällen kann sich aber auch ein sogenannter Stiel entwickeln, der das Myom über eine längere Distanz mit der ursprünglichen Muskelschicht der Gebärmutter verbindet. In dem Stiel verlaufen Blutgefäße, die das Myom versorgen. Kommt es zu einer Drehung des Stiels, werden die versorgenden Gefäße abgedrückt. Es entsteht ein Notfall, der ein schnelles, operatives Eingreifen erfordert.

In unter einem Prozent der Fälle kann ein Myom entarten, es entsteht ein Leiomyosarkom, also ein bösartiger Tumor der glatten Gebärmuttermuskulatur. Regelmäßige gynäkologische Kontrollen sind daher auch bei fehlenden Beschwerden empfehlenswert.

Faktencheck Uterusmyom und Gebärmutterentfernung

  • Europaweit sind etwa 24 Millionen Frauen im gebärfähigen Alter betroffen, also mit einem Anteil von 40 Prozent schon fast jede Zweite.

  • In den Ländern Frankreich, Großbritannien und Deutschland werden jährlich 340 Millionen Euro für die Myomtherapie ausgegeben.

  • Jedes Jahr werden rund 80.000 Frauen wegen Myomen in ein Krankenhaus eingewiesen (Stand: 2010).

  • Die Zahl der Gebärmutterentfernungen in Deutschland ist rückläufig. 2015 wurden noch rund 114.000 solche Eingriffe durchgeführt.

Der Vorteil der Wechseljahre

Myome treten vorwiegend zwischen dem 35. und 50. Lebensjahr auf. Mit Einsetzen der Wechseljahre (nach der letzten Monatsblutung) bilden sich bis dahin entstandene Myome durch den sinkenden Hormonspiegel meist wieder zurück. Frauen, die bis zu den Wechseljahren keine Myome hatten, können danach auch keine mehr bekommen.

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