Taubheitsgefühl

Wenn der große Zeh taub ist: So entstehen taube Zehen

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Taube Zehen können verschiedene Ursachen haben. Bei manchen treten sie während sportlichen Aktivitäten auf, bei anderen aus dem Nichts. Welche möglichen Gründe hinter dem Taubheitsgefühl in den Zehen stecken können und wann eine ärztliche Untersuchung sinnvoll ist.

taube Zehen
Taube Zehen können verschiedene Ursachen haben.
© GettyImages/Kinga Krzeminska

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Taube Zehen: Das sind mögliche Ursachen

In der Regel ist die Ursache für die tauben Zehen harmlos. Ein Taubheitsgefühl in den Zehen kann grundsätzlich durch Reizungen oder Schädigung bestimmter Nerven oder eine mangelnde Durchblutung entstehen. Manchmal können jedoch auch krankhafte Gründe vorliegen, meist treten dann aber weitere Symptome auf. Diese Ursachen sind bei Taubheit in den Zehen möglich.

1. Großer Zeh taub? Grund ist meist falsches Schuhwerk

Die Fußsohle und die Zehen sind mit einem feinen Nervengeflecht durchzogen, das Signale an das Gehirn weitergibt. Das Tragen hoher Schuhe beispielsweise kann durch ständigen Druck auf die Fußsohle zu einer Reizung der Nerven und folglich zu tauben Zehen führen. Häufig ist durch falsches, meist zu schmales Schuhwerk der große Zeh taub. Die Blutzirkulation kann gestört werden und zu Taubheit führen. Dies ist ebenso durch zu eng geschnürtes Schuhwerk möglich.

2. Fehlstellungen können Taubheit in den Zehen fördern

Auch Fehlstellungen der Füße können für taube Zehen verantwortlich sein. Fehlstellungen und -haltungen können Druck auf die Nerven in den Füßen ausüben, wodurch ein Taubheitsgefühl entsteht. Wenn beim Laufen häufiger solche Symptome auftreten, besteht die Möglichkeit, das Gangbild in einer orthopädischen Praxis analysieren zu lassen. Einlagen können dann helfen, Fehlstellungen zu vermeiden.

3. Auf Crosstrainer oder Fahrrad: Last auf Fußballen fördert taube Zehen

Auf dem Fahrrad und dem Crosstrainer tragen die Fußballen fast ausschließlich das ganze Körpergewicht oder üben permanent Druck auf das Pedal aus. Dadurch können die Nerven gereizt werden, was zu tauben Zehen führen kann. Zur Besserung der Beschwerden gibt es spezielle Fahrradschuhe, die durch eine steife Sohle den Fuß entlasten sollen. Auf dem Crosstrainer können zudem Bewegungsänderungen, zum Beispiel Rückwärtslaufen, die Taubheit verbessern.

4. Taube Zehen durch Vitaminmangel

Ein Mangel an Vitamin B12 kann ein Taubheitsgefühl und Missempfinden hervorrufen. Der Grund dafür liegt in Schädigungen an den Myelinscheiden, den schützenden Hüllen der Nerven. Ein dauerhafter Vitamin-B12-Mangel kann zu Schäden an den Nerven führen, die sich nicht mehr rückgängig machen lassen. Um dies zu verhindern, ist eine ausgewogene Ernährung wichtig. Bei einer vegetarischen oder veganen Lebensweise sollte besonders auf den B12-Haushalt geachtet werden, da das Vitamin hauptsächlich in tierischen Produkten vorkommt.

4. Bandscheibenvorfall kann Taubheitsgefühl in den Zehen auslösen

Bei einem Bandscheibenvorfall durchbricht der Gallertkern einer Bandscheibe deren Faserring. Dadurch kann Druck auf die umliegenden Nerven entstehen, was zu Taubheit führen kann. Auch Kribbeln oder Gefühlsstörungen sind typische Symptome. Taube Zehen, Füße und Beine entstehen meist durch einen Bandscheibenvorfall in der Lendenwirbelsäule, genauer zwischen vierten und fünften sowie zwischen fünften Wirbelkörper und Steißbein. Dazu kommen oft Schmerzen im Lendenwirbelbereich (Lumboischialgie).

5. Lokale Erfrierungen können zu tauben Zehen führen

Grad 1 einer Erfrierung zeigt sich durch Blässe und Taubheit. Häufig geschieht dies in Fingern oder Zehen und ist auf eine mangelnde Durchblutung zurückzuführen. Schmerzen und Juckreiz treten in der Regel erst bei Erwärmung auf. Neben einer lokalen Erfrierung kommt es oft auch zur allgemeinen Unterkühlung. Ist ein*e Betroffene*r fast nicht mehr bei Bewusstsein, darf er auf keinen Fall durch Reiben oder Massieren gewärmt werden. Dadurch kann es zum sogenannten Bergungstod kommen, bei dem das kalte Blut aus den Extremitäten in die Körpermitte gelangt und einen Kreislaufschock verursacht.

6. Diabetes mellitus als Ursache tauber Zehen

Menschen mit Diabetes leiden häufig an Durchblutungsstörungen in den Beinen. Sie entstehen durch Arteriosklerose (Gefäßverkalkung). Die Verkalkung der Blutgefäße kann durch verschiedene Risikofaktoren begünstigt werden. Dazu zählen ein schlecht oder gar nicht eingestellter Diabetes, unbehandelter Bluthochdruck, Übergewicht, Rauchen und mangelnde Bewegung.

7. Taubheit in den Zehen durch Alkohol- und Drogenmissbrauch

Alkohol- und Drogenmissbrauch können neben Mangelerscheinungen auch Nerven schädigen. Passiert dies in den Beinen, sind taube Zehen möglich. Eine ärztliche Behandlung ist in solchen Fällen ratsam.

8. Taube Zehen als Folge einer Krebsbehandlung

Eine Chemotherapie im Zuge einer Krebsbehandlung kann eine sogenannte Chemotherapie-bedingte periphere Neuropathie auslösen. Sie beginnt meist mit einem Taubheitsgefühl in Zehen und/oder Fingerspitzen. Im Verlauf der Behandlung breitet sich das Gefühl dann weiter Richtung Arme/Beine aus. Daneben sind Muskelkrämpfe, Muskelschwäche und Bewegungseinschränkungen möglich.

9. Morton Neurom als Ursache von tauben Zehen

Dabei handelt es sich um eine Verdickung der Nerven (genauer deren bindegewebigen Anteile) im Mittelfuß. Das gutartige Wachstum des Nervengewebes verursacht neben brennenden und stechenden Schmerzen im Mittelfuß oftmals taube Zehen. Das Morton Neurom ist eine der häufigsten Mittelfußerkrankungen bei Frauen und meist Folge einer Spreizfuß-Fehlstellung.


Taubheit in den Zehen: Wann ist eine Untersuchung nötig?

Gelegentliche Taubheitsgefühle in den Zehen gerade nach langen Arbeitstagen, beim Tragen spezieller Schuhe oder während des Trainings auf dem Fahrrad und Crosstrainer sind in der Regel harmlos. Eine ärztliche Untersuchung sollte erfolgen, wenn:

  • Taubheit plötzlich ohne erkennbaren Grund einsetzt.
  • taube Zehen über einen längeren Zeitraum anhalten.
  • zusätzliche Symptome auftreten (zum Beispiel Schwindel, Übelkeit, Sehstörungen, Schmerzen).
  • sich die Taubheit über eine gesamte Körperhälfte ausbreitet.

Besteht Unsicherheit über die Ursache der tauben Zehen, ist medizinischer Rat immer sinnvoll.

Diagnose bei tauben Zehen: Welche Ursache steckt dahinter?

Zu Beginn wird die*der Ärzt*in in einem ausführlichen Anamnesegespräch verschiedene Fragen stellen. Wichtig zu wissen ist zum Beispiel, ob und welche Symptome neben den Taubheitsgefühlen auftreten. Außerdem ist es für die Diagnosestellung von Bedeutung, ob es Vorerkrankungen in der Familie gibt und wann die tauben Zehen auftreten.

Je nachdem, ob und welche weiteren Anzeichen vorkommen, können weitere Tests veranlasst werden, wie beispielsweise

  • bildgebende Verfahren wie Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT) oder Computertomographie (CT), wenn zusätzlich Rückenschmerzen auftreten
  • Blutanalysen, um Diabetes oder einen Vitamin-B12-Mangel auszuschließen
  • Nervenmessungen, um die Leitfähigkeit der Nerven festzustellen (Nervenleitgeschwindigkeit-Untersuchung, kurz NLG)

In den meisten Fällen besteht bei gelegentlich vorkommenden tauben Zehen jedoch kein Grund zur Sorge.

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