Symptome A - Z

Gliederschmerzen

Gliederschmerzen sind zumeist in Verbindung mit erhöhter Körpertemperatur bzw. Fieber (ab 38,5 Grad Celsius) typisches Symptom unterschiedlicher Krankheitsbilder wie beispielsweise einer Grippe, einer Lungenentzündung oder auch einer Nierenbeckenentzündung.

Frau hat Gliederschmerzen
Gliederschmerzen treten in Verbindung mit den verschiedensten Krankheiten auf.
iStock

Aber auch Gelenkerkrankungen wie Rheuma oder Arthrose (Gelenkverschleiß) können mit Gliederschmerzen einhergehen. Als Gliederschmerzen werden per Definition Schmerzen im Bereich der Extremitäten, also der Arme und der Beine bezeichnet.

Es handelt sich also bei Gliederschmerzen um Schmerzen, die sowohl Arme als auch Beine betreffen. Der Ausgangspunkt dieser Schmerzen liegt dabei in der Regel im Bereich der Muskeln oder auch der Gelenke.

Gliederschmerzen, Armschmerzen und Beinschmerzen: Differenzierung

In der Liste der häufigen Krankheitssymptome sind Gliederschmerzen von dem Symptom Armschmerzen und dem Symptom Beinschmerzen zu unterscheiden. So können Armschmerzen für sich gesehen zum Beispiel in Zusammenhang mit dem sogenannten Halswirbel-Syndrom oder dem Schulter-Hand-Syndrom stehen oder auch als Warnsignal für einen Angina Pectoris-Anfall oder Herzinfarkt auftreten. Beinschmerzen wiederum können als spezifisches Symptom zum Beispiel im Rahmen einer Venenentzündung (Venenschwäche ) oder eines thrombotischen Arterienverschlusses (Arterielle Verschlusskrankheit ) in Erscheinung treten. Von diesen Beschwerden sind Gliederschmerzen zu differenzieren.

Gliederschmerzen: Ursachen

Einige Beispiele:

Akute Gliederschmerzen mit Fieber/ erhöhter Körpertemperatur (Beispiele):

Erkältung (Grippaler Infekt) - mögliche Symptome: mäßig erhöhte Körpertemperatur, Kopf- und Gliederschmerzen, Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Halsschmerzen, Schnupfen, Husten.

Grippe (Influenza) - mögliche Symptome: Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Abgeschlagenheit, Müdigkeit, stark ausgeprägtes Krankheitsgefühl, Husten, Halsschmerzen, plötzlicher Krankheitsbeginn.

Lungenentzündung - mögliche Symptome: plötzlicher Krankheitsbeginn, schweres Krankheitsgefühl, Schüttelfrost, Schweißausbrüche, hohes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Husten, Mundgeruch, Schmerzen beim Atmen.

Pfeiffersches Drüsenfieber - mögliche Symptome: erhöhte Körpertemperatur, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, Lymphknotenschwellung v.a. im Halsbereich, Mundgeruch, Juckreiz.

• Magen-Darm-Infekt - mögliche Symptome: Kopf- und Gliederschmerzen, Abgeschlagenheit, ausgeprägtes Krankheitsgefühl, Übelkeit, Fieber, Bauchschmerzen, Durchfall.

FSME: Frühsommermeningoenzephalitis - mögliche Symptome: grippeähnliche Beschwerden mit Gliederschmerzen; auch sehr starke Kopfschmerzen sowie Nackensteifigkeit, evtl. Übelkeit, Erbrechen, erhöhte Lichtempfindlichkeit.

Nierenbeckenentzündung - mögliche Symptome: ausgeprägtes Krankheitsgefühl, Fieber, starke Kopfschmerzen, starke Gliederschmerzen, Schüttelfrost, Schmerzen beim Wasserlassen, Flankenschmerzen, Rückenschmerzen.

Weitere Ursachen für Gliederschmerzen

Es gibt zahlreiche weitere Ursachen für Gliederschmerzen. So können Gliederschmerzen auch primär von den Gelenken ausgehen – in diesem Fall können Gelenkerkrankungen wie zum Beispiel Rheuma oder auch Arthrose ursächlich für die Gliederschmerzen sein. Typisch für Arthrose ist neben den Schmerzen auch eine Steifigkeit der Gelenke, die häufig nach längeren Phasen der Ruhe („Morgensteifigkeit“) auftritt.

Weitere Krankheitsbilder, bei denen Gliederschmerzen auftreten können, sind:

Malaria

Mumps

Masern (Morbilli)

• Polyneuropathie (z.B. bei Diabetes, Alkoholmissbrauch)

• Rückfallfieber (Infektion, die durch Borrelien ausgelöst wird)

• Morbus Raynaud (Form der Durchblutungsstörung) u.a.

Gliederschmerzen: Diagnose

Die Diagnose bei Gliederschmerzen erfolgt in der Regel in Abhängigkeit der jeweils begleitend auftretenden Symptome. Liegt zum Beispiel hohes Fieber vor, fühlt sich der Patient müde und abgeschlagen und kommen beispielsweise trockener Husten und Halsschmerzen hinzu, liegt der Verdacht nahe, dass es sich um eine Grippe handelt. Bei Übelkeit und Erbrechen sowie Fieber und Gliederschmerzen wiederum könnte ein Magen-Darm-Infekt verantwortlich für die Beschwerden sein.

Ein ausführliches Arzt-Patienten-Gespräch ist zunächst richtungsweisend. Unter anderem wird sich der Arzt zu folgenden Punkten erkundigen:

• Welche weiteren Symptome liegen vor?

• Wie lange bestehen die Beschwerden schon?

• Wie stark sind die Beschwerden?

• Sind Vorerkrankungen bekannt?

Je nach Verdacht werden weitere Untersuchungen zur Sicherung der Diagnose (insbesondere Erregernachweis bei Infektionen!) durchgeführt. Zum Beispiel:

• Blutuntersuchung

• Urinuntersuchung

Computertomographie

• Röntgenaufnahmen

• Gelenkpunktion (zur Untersuchung der Gelenkflüssigkeit)

• etc.

Gliederschmerzen: Therapie

Die Therapie bei Gliederschmerzen richtet sich grundsätzlich nach dem jeweiligen Auslöser der Gliederschmerzen. Schließlich sind Gliederschmerzen häufig Symptom einer Grunderkrankung wie zum Beispiel einer Erkältung, einer Grippe oder auch einer Lungenentzündung, die jeweils spezifisch behandelt werden muss.

  • zum Ratgeber

    Husten, Dauerniesen, die Nase läuft: Erkältungen sind äußerst lästig. Welche Hausmittel wirken schnell und schonend?

Im Allgemeinen können bei Gliederschmerzen in Verbindung mit Fieber schmerzlindernde und fiebersenkende Medikamente (z.B. Paracetamol) gegeben werden. Wadenwickel haben sich bei Fieber als altes Hausmittel bewährt.

Grundsätzlich gilt es, ausreichend zu trinken, um den Flüssigkeitsverlust bei Fieber auszugleichen. Ruhe und Schonung fördern zudem die vollständige Ausheilung vieler Infektionskrankheiten mit Fieber bzw. erhöhter Körpertemperatur.

Wer Gliederschmerzen bei einer Erkältung lindern möchte, kann zum Beispiel ein warmes Vollbad mit einem Badezusatz wie Menthol-, Thymian- oder Eukalyptusöl nutzen. Dies hat einen entspannenden Effekt und lockert die Muskulatur. Doch Vorsicht: Bei Fieber kann ein heißes Bad eine zu große Belastung für den Kreislauf darstellen.

Gliederschmerzen, die als Folge von Gelenkerkrankungen und Gelenkproblemen auftreten, bedürfen einer spezifischen Therapie. Bei (Link) Arthrose (Endlink) zum Beispiel hat sich eine Kombination aus medikamentöser und physikalischer (Krankengymnastik, Bädertherapie etc.) Therapie bewährt. Zusätzlich können orthopädische Maßnahmen wie zum Beispiel spezielle Einlagen oder Schuhanfertigungen die Beschwerden lindern.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 19. Oktober 2013
Quellen: Vogl, H.: Differentialdiagnose der medizinisch-klinischen Symptome. Ernst Reinhardt GmbH & Co., München 1994 Dr. Schaenzler, N., Dr. Koppelnwallner, C.: Quickfinder Symptome. Gräfe und Unzer, München 2007

Fragen Sie unsere Experten!

Kostenlos. 24 Stunden täglich. Unsere Gesundheitsexperten beantworten Ihre Fragen.

mehr lesen...
Stichwortsuche in den Fragen und Antworten unserer Community

Durchstöbern Sie anhand der für Sie interessanten Begriffe die Beiträge und Foren in der Lifeline-Community.

Newsletter-Leser wissen mehr

Der kostenlose Gesundheits-Newsletter

Hier bestellen...

Zum Seitenanfang