Verbrennungen durch Pflanzengift und Sonnenlicht

Riesenbärenklau: Achtung vor gefährlichen Hautreaktionen

Der Riesenbärenklau kann schmerzhafte Hautverbrennungen und allergische Reaktionen hervorrufen. Aus diesem Grund sollte die Nähe zu dieser gigantischen Staude vermieden werden. Wie Sie die Pflanze erkennen können und bei Kontakt am besten reagieren.

Riesenbärenklau
© Getty Images/hapelena

Kurzübersicht: Häufige Fragen und Antworten

Wie sieht der Riesenbärenklau aus? Er lässt sich an seinen großen, tief eingeschnittenen Blättern, den weißen Blütendolden und seinem massiven, behaarten Stängel, der bis zu 4 Meter hoch wachsen kann, erkennen.

Warum ist der Riesenbärenklau gefährlich? Der Riesenbärenklau enthält phototoxische Substanzen, die bei Hautkontakt und anschließender Sonnenbestrahlung schwere Hautentzündungen verursachen können.

Was tun bei Kontakt mit dem Riesenbärenklau? Die betroffenen Hautstellen sollten sofort mit Wasser gereinigt und direktes Sonnenlicht vermieden werden. So lassen sich phototoxische Reaktionen verhindern, die zu schweren Verbrennungen führen können.

Artikelinhalte im Überblick:

Riesenbärenklau: Verletzungen der Haut durch die Giftstoffe

Riesenbärenklau erkennen: Aussehen der Herkulesstaude

Der Riesenbärenklau, auch als Riesen-Bärenklau oder Herkulesstaude bekannt, ist eine Pflanze aus der Familie der Doldengewächse. Ihre botanische Bezeichnung ist Heracleum giganteum oder Heracleum mantegazzianum.

Die gigantische Staude mit ihren dicken Stängeln und großen Blütenständen stammt ursprünglich aus dem Kaukasus und zählt zu den invasiven Neophyten. Das bedeutet, dass sich die eigentlich gebietsfremde Pflanze hierzulande stark ausbreitet und heimische Pflanzenarten verdrängt.

Neben dem Riesenbärenklau kommen in Deutschland noch weitere Arten von Bärenklau vor, etwa der wesentlich kleinere Wiesen-Bärenklau (Heracleum sphondylium). Dieser kann ebenfalls Hautreizungen verursachen, ist aber weniger aggressiv und wuchsfreudig.

Steckbrief: Riesenbärenklau

  • Standorte: am Waldrand, an Flüssen und Bächen, neben Straßen, an Bahntrassen und auf Wiesen

  • Wuchshöhe: 2 bis 4 Meter

  • Bütezeit: Juni bis September

  • Aussehen: große Dolden von bis zu 50 Zentimetern Durchmesser mit weißen Blüten; dicht behaarte Stängel mit purpurfarbenen Punkten; meist gezackte mehrfingrige Blätter mit bis zu einem Meter Durchmesser

Riesenbärenklau: Darum sollten Sie sie nicht berühren

Warum ist der Riesenbärenklau so gefährlich?

Alle Bärenklau-Arten enthalten Furanocumarine (kurz: Furocumarine), phototoxische Stoffe. Diese Substanzen sind harmlos, bis sie unter Einfluss von Sonnenlicht aktiviert werden.

Der Kontakt mit dem Pflanzensaft des Bärenklaus ist zunächst schmerzfrei. Probleme treten erst auf, wenn UV-Licht auf die betroffene Hautstelle fällt und die Toxine sich mit körpereigenen Proteinen verbinden. Das kann eine starke allergische Reaktion auslösen.

Achtung: In allen Pflanzenbestandteilen des Riesenbärenklaus sind Furanocumarine. Besonders giftig ist aber der Pflanzensaft. Während der Blütezeit im Sommer kann sogar das Vorbeistreifen an den Blütendolden zu Beschwerden führen.

Welche Symptome verursacht der Riesenbärenklau?

Nach dem Kontakt mit Riesenbärenklau kommt es meist nicht unmittelbar zu Beschwerden. Symptome treten in der Regel erst Stunden oder einige Tage später auf, wenn die Haut der Sonne ausgesetzt wurde. Die Giftstoffe können Textilien wie Kleidung durchdringen.

Mögliche lokale Symptome sind:

  • Rötung der Haut
  • Juckreiz
  • schmerzhafte Brandblasen (bis hin zu Verbrennungen zweiten oder dritten Grades)

Die Wunden heilen oft nur sehr langsam ab und können Narben sowie eine veränderte Pigmentierung hinterlassen.

Werden die Giftstoffe der Herkulesstaude eingeatmet oder ist die Hautreaktion sehr stark ausgeprägt, können zudem weitere Beschwerden hinzukommen:

Besonders bei Kindern und Personen, die bereits unter Allergien mit Hautreaktionen leiden, sind die Symptome oft stärker ausgeprägt.

Erste Hilfe nach Kontakt mit der Herkulesstaude

Wer mit dem Bärenklau in Berührung kommt, sollte folgendermaßen reagieren:

  • betroffene Hautstelle gründlich unter fließendem Wasser abwaschen

  • Haut in den nächsten Tagen vor Sonne schützen und bestenfalls Sonnenschutzcreme mit hohem Lichtschutzfaktor auftragen

  • bei starken Brandblasen oder allergischen Reaktionen wie Atemnot unbedingt eine*n Ärztin*Arzt aufsuchen

Behandlung von Hautschäden

Bei kleineren Verbrennungen können feuchte Umschläge oder kühlende Salben die Beschwerden lindern. Größere Hautverletzungen sollten hingegen unbedingt ärztlich behandelt werden. In diesem Fall werden meist Salben oder Lotionen mit entzündungshemmenden Wirkstoffen verschrieben.

Bei schweren Verbrennungen kann zudem die orale Einnahme von Kortison sowie eine Behandlung in speziellen Verbrennungszentren notwendig sein.

Gibt es bei Riesenbärenklau eine Meldepflicht?

Die Giftpflanze ist nicht meldepflichtig. Wer sie auf öffentlichen Flächen, vor allem in der Nähe von Kindergärten, Spielplätzen oder Parks entdeckt, sollte dies dennoch dem Ordnungsamt der jeweiligen Gemeinde oder Stadt melden. Mitarbeiter*innen von Bauhöfen, Stadtgärtnereien und Naturschutzvereinen versuchen, den Riesenbärenklau an seiner Ausbreitung zu hindern.

Wächst die Pflanze auf dem eigenen Grundstück, ist der*die Eigentümer*in in der Pflicht und sollte dafür sorgen, dass sie vernichtet wird. Eine ausgewachsene Herkulesstaude kann bis zu 50.000 Samen bilden, die bis zu 10 Jahre keimfähig bleiben. Dadurch kann sie sich schnell ausbreiten.

Riesenbärenklau sicher entfernen

Der Riesenbärenklau ist sehr widerstandsfähig. Das Abmähen oder Abschneiden ist wenig nachhaltig, da die Staude innerhalb von Wochen wieder austreibt. Daher ist das Ausgraben der kompletten Wurzel die sicherste und nachhaltigste Methode zur Bekämpfung.

Die beste Zeit, um den Riesenbärenklau zu entfernen, ist im Frühling, bevor die Staude Samen gebildet hat, oder im Herbst, wenn sie verblüht ist.

Hierbei sollten folgende Tipps berücksichtigt werden:

  • Riesenbärenklau am besten an einem bewölkten Tag oder abends ausgraben, da die Pflanze dann weniger Furocumarine freisetzt

  • Schutzbrille, Gesichtsschutz, Atemschutz, langärmelige Kleidung, lange Hosen und Gummihandschuhe beim Entfernen tragen

  • Dolden zerlegen und in reißfesten Tüten entsorgen, damit sich danach keine Samen mehr ausbreiten können. Anschließend alle Pflanzenteile im Hausmüll entsorgen oder verbrennen. Nicht auf dem Kompost entsorgen, da die Pflanze dort erneut wachsen kann.

  • rübenförmige Wurzel ausgraben oder unter dem sogenannten Vegetationskegel (obere Wurzelbereich, der etwa 20 Zentimeter in die Erde hineinwächst) abstechen

  • nach der Bekämpfungsaktion alle Werkzeuge gründlich mit Spiritus reinigen

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