Stoffwechselkrankheit

Diabetes mellitus

Zuckerkrankheit

Rund sechs Millionen Menschen in Deutschland leiden unter Diabetes mellitus. Doch was genau ist eigentlich Diabetes, auch Zuckerkrankheit genannt? Wie kommt es zu dieser chronischen Stoffwechselstörung und welche Folgen hat die Diagnose für den Betroffenen? Ein Überblick.

Diabetes mellitus
Die Messung des Blutzuckerspiegels gehört für Diabetiker zum Alltag.
© iStock.com/Noppawan Laisuan

Bei Diabetes mellitus (wörtlich: "honigsüßer Durchfluss") handelt es sich um eine chronische Stoffwechselstörung, die zur Folge hat, dass der Blutzuckerspiegel aus der Bahn gerät. Zugrunde liegt entweder ein Mangel oder eine unzureichende Funktion von Insulin.

Diabetes erkennen: 7 Symptome verraten, ob Sie daran leiden!

Lifeline / Wochit

Das wichtige Hormon sorgt im Normalfall für die Regulation des Blutzuckerspiegels, indem es die Aufnahme von Glukose in die Zellen ermöglicht. Die Ursachen für den Mangel oder die nicht zufriedenstellende „Arbeit“ des Insulins sind – je nach vorliegender Diabetesform – unterschiedlich.

Zwei Hauptformen: Typ-1-Diabetes und Typ-2-Diabetes

Typ-2-Diabetes ist heute unter den Diabetes-Formen am weitesten verbreitet. Experten gehen davon aus, dass mehr als 95 Prozent aller Diabetes Patienten unter dieser Form der Zuckerkrankheit leiden. Typ-2-Diabetes stellt sich häufig als Folge von Bewegungsmangel und Übergewicht ein, auch immer mehr Kinder sind betroffen.

Beim deutlich selteneren Typ-1-Diabetes hingegen handelt es sich um eine genetisch bedingte Autoimmunerkrankung. Sie kann primär im Kindes- und Jugendalter auftreten („juveniler Diabetes“), sich aber auch erst mit zunehmendem Alter einstellen. Auch beim Diabetes vom Typ 1 verzeichnen Forscher einen alarmierenden Anstieg der Fallzahlen, dessen Ursache noch im Dunkeln liegt.

Zu den weiteren Formen von Diabetes zählen:

Diabetes: Diese Lebensmittel sorgen für stabile Blutzuckerwerte

Symptome: Wie kann ich Diabetes erkennen?

Meist macht sich Diabetes zunächst kaum bemerkbar – zu den eher unspezifischen Symptomen zählen zum Beispiel starker Durst oder ständiger Harndrang. Bei Typ-1-Diabetes können die Beschwerden allerdings ausgeprägter ausfallen, da hier die Insulinproduktion (beinahe) komplett versagt.

Allerdings ist eine frühzeitige Diagnose unverzichtbar – denn wird der Blutzuckerspiegel nicht richtig eingestellt, kann dies zu ernsten Folgeerkrankungen führen. Möglich sind beispielsweise Schädigungen der Nieren, des Herzens oder auch der Augen. Umso wichtiger ist also eine frühzeitige und gezielte Behandlung der oft einfache "Zucker" genannten Stoffwechselkrankheit.

Diabetes behandeln – mit Diabetes leben

Die Diagnose Diabetes ist im ersten Moment mit Sicherheit erschreckend und verwirrend. Tatsächlich ist Diabetes eine Erkrankung, die nicht geheilt werden kann und die den Patienten ein Leben lang begleiten wird. Im Alltag bedeutet dies zum Teil eine gewisse Umstellung – zum Beispiel in Sachen Ernährung oder auch Sport. Dennoch: Diabetes bedeutet zum Beispiel nicht, dass man nie mehr ein Stück Torte essen darf oder in jedem Fall Insulin spritzen muss.

Fest steht: Es gibt heute vielfältige Behandlungsmöglichkeiten, die helfen können, das Leben mit Diabetes gut in den Griff zu bekommen. Moderne und leicht zu bedienende Blutzuckermessgeräte machen heute die Kontrolle des Blutzuckerspiegels über eine Blutzuckermessung deutlich einfacher als noch vor einigen Jahren.

Übrigens: Aktuelle Forschungen belegen, dass ein gutes Selbstmanagement der chronischen Krankheit das Leben von Diabetikern deutlich verlängert.

Diabetes: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Was sind die idealen Blutwerte wenige Stunden nach dem Essen?

Bei gesunden Menschen sollte der Blutzuckerspiegel

  • nüchtern unter 100 mg/dl bzw. unter 5,6 mmol/l
  • zwei Stunden nach einer Mahlzeit unter 140 mg/dl bzw. unter 7,8 5,6 mmol/l liegen.

Das sind jedoch nur grobe Richtwerte für Diabetiker.Von Diabetes spricht man, wenn die Blutzucker-Werte nüchtern über 126 mg/dl und zwei Stunden nach der Mahlzeit über 200 mg/dl liegen.

Außerdem ist für Diabetiker der Langzeit-Blutzucker (HbA1c-Wert) wichtig. Er gibt Auskunft darüber, in welchem Bereich sich durchschnittlich der Blutzucker in den vergangenen drei Monaten bewegt hat.

Kann Diabetes vererbt werden?

Die Gene spielen bei der Entstehung von Ratgeber Diabetes eine gewisse Rolle. So scheinen für die Entstehung der Autoimmunerkrankung Typ-1-Diabetes sowohl eine erbliche Veranlagung als auch zusätzliche Auslöser wie eine Virusinfektion verantwortlich zu sein. Auch bei Typ-2-Diabetes ist eine erbliche Veranlagung meist die Basis, doch auch hier kommen zusätzliche  Einflüsse wie Übergewicht und Bewegungsmangel zum Tragen.

Wie sieht ein passender Ernährungsplan für einen Diabetiker Typ 1 aus?

  • zum Selbsttest

    Testen Sie Ihr Risiko für das Auftreten von Typ-2-Diabetes. Diese Krankheit wird häufig erst so spät erkannt, dass Folgeschäden nicht mehr zu vermeiden sind. Daher ist es wichtig, über sein persönliches Risiko Bescheid zu wissen und seinen Lebensstil wenn nötig daran anzupassen.

Generelle Verbote, die früher einmal für Diabetiker geherrscht haben, sind heute passé. Grundsätzlich sollten sich Diabetiker eher einen individuellen Ernährungsplan erstellen lassen - hier kann die professionelle Hilfe eines Ernährungsberaters in Anspruch genommen werden.

Können Äpfel und Clementinen, die spät abends gegessen werden, Einfluss auf den Blutzuckerspiegel haben?

Der Blutzuckerspiegel kann durch spätes Essen von Obst oder anderen süßen Sachen über Nacht etwas steigen. Blutzuckerwerte nüchtern bis 6, 1 mmol/l sind ganz normal und bedeuten keinen Diabetes.

Sollen Blutzuckermessungen vor oder nach der Koloskopie gemacht werden, um ein möglichst unverfälschtes Resultat zu erhalten?

Die Blutzuckermessung vor der Koloskopie ist kein aussagekräftiger Wert. Es ist besser, wenn der zuständige Arzt den Blutzucker nüchtern bestimmt, um ein repräsentatives Resultat zu erhalten.

Was kann passieren, wenn abgelaufenes Insulin benutzt wird?

Grundsätzlich sollten überlagerte Medikamente immer entsorgt werden. Dies gilt auch für Insulin. Eine korrekte Wirkung kann sonst nicht mehr gewährleistet werden.

Kann übermäßiger Schokoladengenuss Diabetes auslösen?

An sich kann Diabetes nicht durch einen übermäßigen Schokoladengenuss ausgelöst werden. Allerdings spielt die Ernährung schon eine Rolle: Wer sich dauerhaft zu fettreich ernährt, Übergewicht hat und sich nicht ausreichend bewegt, hat ein erhöhtes Risiko für Diabetes Typ 2.

Können Sehstörungen, Ohrenschmerzen sowie Schwindel Folgen von Diabetes sein?

Ja, neurophatische Erkrankungen durch den Diabetes können relativ schnell auftreten. Zu empfehlen ist das Aufsuchen eines Diabetologen. In Deutschland gibt es verschiedene Spezialkliniken, auch Unikliniken verfügen alle über spezielle Stationen. In Saalfeld (Thür.) und in Bad Kissingen gibt es zum Beispiel spezielle Kureinrichtungen. Eine Überweisung zum Neurologen ist auch noch eine Möglichkeit für genauere Untersuchungen.

Welche Vitamine und Mineralstoffe sind besonders wichtig für Diabetiker?

Zu empfehlen sind auf jeden Fall Chrom - ein lebenswichtiges Spurenelement, Zink – Tausendsassa unter den Vitalstoffen, Magnesium, Vitamin B-Komplex, Vitamin D 3 und Omega-3-Fettsäuren.  Kalzium ist wichtig für die Knochen und vor allem in den Wechseljahrezusammen mit D 3 zu empfehlen.

Kann eine unzureichende Behandlung von Diabetes geistige Verwirrung auslösen?

Durch hohe Blutzuckerwerte kommt es zur Mangelversorgung des Gehirns mit Energie, dies führt zu geistiger Verwirrtheit. Sinkt der Blutzucker, wird das Gehirn wieder mit Energie versorgt. Durch eine schlechte Blutzucker Einstellung kommt es zu dauerhaften geistigen Einschränkungen, auch Neuropathien genannt. Wichtig ist eine gute Diabeteseinstellung.

Wie verhindert eine schwangere Diabetikerin, dass ihr Kind ein „Riesenbaby“ wird?

Zu den sogenannten Riesenbabys kommt es, wenn die schwangere Diabetikerin eine zu hohe Blutzuckereinstellung hat. Der Blutzucker muss dem des Stoffwechselgesunden fast gleich sein. Die normnahe Einstellung ist sehr wichtig - vor der Mahlzeit <90mg/dl (< 5mmol/l) 2 Stunden nach der Mahlzeit < 120mg/dl (< 6,6 mmol/l). Zu hohe Blutzuckerwerte führen beim Kind zu einer Überproduktion von Insulin und einer daraus folgenden Energieunterversorgung. Es kommt zu einem verstärkten Körperwachstum, ungenügende Organreife und häufig zu Frühgeburten.

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