Selten auch Erwachsene betroffen

Scharlach: Symptome – Ausschlag typisch für Kinderkrankheit

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Scharlach gilt als Kinderkrankheit, doch auch Erwachsene können sich in seltenen Fällen infizieren. Mit Behandlung heilt Scharlach in der Regel ohne Komplikationen aus, unbehandelt kann die eigentlich harmlose Infektionskrankheit schwerwiegende Folgen haben. Welche Symptome sind typisch?

Mädchen wird auf Scharlach untersucht
© Getty Images/Science Photo Library

Bei Scharlach handelt es sich um eine bakterielle Infektionskrankheit. Das Besondere an der Erkrankung ist: Der Erreger kommt auch bei gesunden Menschen vor, nicht immer lösen die Bakterien eine Krankheit aus.

Artikelinhalte im Überblick:

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Scharlach: Ursachen und Erreger

Der medizinische Begriff für Scharlach ist Scarlatina, dabei handelt es sich um eine akute bakterielle Infektion der Mandeln und des Rachens mit Streptokokken Typ A (Streptococcus pyogenes). Die Bakterien kommen häufig vor, nicht immer lösen sie eine Krankheit aus. Die Symptome bei Scharlach werden durch freigesetzte Toxine (Gifte) der Bakterien verursacht, sogenannte Erythrotoxine. Nach Kontakt mit einem spezifischen Toxin sind Menschen in der Regel immun. Da allerdings verschiedene Untergruppen von A-Streptokokken unterschiedliche Toxine bilden, ist eine Mehrfachansteckung möglich.

Betroffen sind vor allem Kinder im Alter zwischen drei und neun Jahren, die Ansteckung erfolgt häufig im Kindergarten oder der Schule. Auch jüngere Kinder sowie Jugendliche und Erwachsene können erkranken.

In Deutschland treten jährlich rund 1 bis 1,5 Millionen akute Streptokokken-A-Infektionen auf, in manchen Bundesländern wie Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gilt Scharlach als meldepflichtig. Zudem dürfen sich erkrankte Personen nicht in Gemeinschaftseinrichtungen aufhalten, um weitere Ansteckungen zu vermeiden.

Welche Symptome sind typisch bei Scharlach?

Zu Beginn zeigt sich Scharlach zumeist mit allgemeinen Krankheitssymptomen wie:

Zudem sind die Rachenmandeln häufig gerötet und geschwollen. Erst nach einigen Tagen zeigen sich dann die zentralen Symptome einer Scharlach-Infektion, dazu gehören:

  • ein charakteristischer Hautausschlag (Exanthem)

  • eine geschwollene und gerötete Zunge, die auch als Erdbeer- oder Himbeerzunge bezeichnet wird

Die Zunge ist zunächst weißlich belegt, im Verlauf kommt es dann zu einer intensiven Rotfärbung.

Der Ausschlag bei Scharlach juckt in der Regel nicht, optisch erinnert er an Schleifpapier. Der Hautausschlag beginnt typischerweise in den Achseln, der Leiste und am Brustkorb und breitet sich über den gesamten Körper aus. Im Gesicht zeigt sich die Hautrötung an den Wangen, während der Mund ausgespart bleibt: Fachleute sprechen auch von der sogenannten perioralen Blässe. Handflächen und Fußsohlen sind nicht von dem Hautausschlag betroffen. Das Exanthem bildet sich nach rund ein bis zwei Wochen zurück, die Haut regeneriert sich und schuppt oftmals stark.

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© Lifeline

Wie wird Scharlach übertragen und wie lange sind Infizierte ansteckend?

Viele Menschen tragen den Erreger in sich, ohne selbst an Scharlach erkrankt zu sein. Sie können die Bakterien allerdings übertragen. Meist sitzen die Streptokokken im Rachenraum und werden beim Sprechen, Husten und Niesen als feine Tröpfchen übertragen. Fachleute sprechen auch von einer Tröpfcheninfektion. In seltenen Fällen können die Bakterien auch über verunreinigte Gegenstände, also als Schmierinfektion in den Körper gelangen.

Infiziert sich jemand mit dem Erreger, beträgt die Inkubationszeit, also die Zeit bis erste Symptome auftreten, zirka ein bis drei Tage. Auch wenn sich noch keine Krankheitszeichen zeigen, können Infizierte schon ansteckend sein.

Ohne Behandlung sind Menschen, die an Scharlach erkrankt sind, bis zu drei Wochen lang infektiös. Wird Scharlach mit Antibiotika behandelt, sind Erkrankte nach Therapiebeginn nur noch rund 24 Stunden lang ansteckend.

Diagnose: Wie wird Scharlach festgestellt?

In der Regel erkennen Fachleute eine Scharlach-Erkrankung schnell anhand des charakteristischen Ausschlags und der geschwollenen Zunge. Zudem kann ein Scharlach-Schnelltest helfen, den auslösenden Erreger sicher nachzuweisen und die Diagnose zu stellen. Für den Test ist ein Rachenabstrich erforderlich. Nach wenigen Minuten weiß der*die Arzt*Ärztin ob eine Infektion mit Streptokokken Typ A vorliegt.

In manchen Fällen ist der Schnelltest negativ, obwohl die Symptome eindeutig für Scharlach sprechen. Dann kann eine Probe aus dem Rachen entnommen und ins Labor geschickt werden. Dort werden die Erreger in einem Inkubator vermehrt und anschließend bestimmt. Diese Methode nimmt weitaus mehr Zeit in Anspruch, ist aber besonders zuverlässig.

Therapie: Antibiotika zur Behandlung von Scharlach

Da Scharlach eine bakterielle Infektionskrankheit ist, sind Antibiotika die Mittel der Wahl zur Behandlung. Auch wenn Scharlach von selbst ausheilen kann, ist die zuverlässige und schnelle Therapie wichtig, um mögliche Komplikationen zu verhindern. Zudem unterstützt der Einsatz von antibakteriell wirkenden Medikamenten das schnelle Abklingen von Symptomen und reduziert die Krankheitsdauer. Nach Beginn der Antibiotikatherapie reicht in der Regel eine Krankschreibung für zirka 48 Stunden: Nach zwei Tagen und wenn sich Patient*innen wieder gesund fühlen, können diese wieder arbeiten oder in die Schule und den Kindergarten gehen.

Verschrieben wird meist ein Antibiotikum mit dem Wirkstoff Penicillin, sofern keine Allergien oder Unverträglichkeiten bekannt sind. Alternativ kann ein Antibiotikum aus der Gruppe der Cephalosporine verabreicht werden. Die Tabletten müssen etwa zwei- bis dreimal am Tag über einen Zeitraum von zehn Tagen eingenommen werden. Um Resistenzen zu verhindern, müssen die Medikamente exakt nach ärztlicher Anordnung eingenommen und dürfen nicht früher abgesetzt werden, auch wenn die Beschwerden schon abgeklungen sind.

Scharlach: Welche Komplikationen sind möglich?

Auch ohne Behandlung verläuft die Kinderkrankheit oft mild, jedoch besteht ein Risiko für teilweise schwerwiegende Komplikationen. Frühzeitig behandelt klingen die Beschwerden allerdings schnell aus und es bleiben keine gesundheitlichen Einschränkungen zurück.

Mögliche Komplikationen von Scharlach:

Auch kann Scharlach unbehandelt zu rheumatischem Fieber führen, welches mit Entzündungen in verschiedenen Organen und Gelenken einhergeht, etwa mit einer Nierenentzündung (Glomerulonephritis) oder Herzinnenhautentzündung.

Septischer Verlauf – lebensbedrohliche Scharlach-Komplikation

Darüber hinaus kommt es in sehr seltenen Fällen zu einem septischen Verlauf. Dabei dringen die Scharlach-Erreger in die Blutbahn ein und führen zu einer Blutvergiftung (Sepsis). Ein septischer Verlauf kann lebensbedrohlich sein, er äußert sich etwa über Symptome wie:

  • plötzlich einsetzendes, sehr hohes Fieber
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Desorientierung
  • Krämpfe
  • Einblutungen in Haut und Schleimhaut (wie Petechien und Purpura)
  • Bewusstlosigkeit

Zeigen sich Symptome einer Blutvergiftung, ist umgehend notärztliche Hilfe einzuholen.

Lässt sich Scharlach vorbeugen?

Gegen Scharlach gibt es keine Impfung, einer Infektion gezielt vorzubeugen ist nicht möglich. Da sich auch eine genesene Person noch einmal anstecken kann, ist es in jedem Fall sinnvoll Abstand zu Erkrankten zu halten. Falls möglich, sollten mit Scharlach infizierte Menschen sich auch im Haushalt von anderen fern halten und idealerweise isolieren. So kann die Ansteckungsgefahr für andere reduziert werden. Hat sich ein Geschwisterkind angesteckt, sollte es von den anderen Geschwistern getrennt schlafen und in einem anderen Raum spielen. Allgemeine Hygienemaßnahmen sind in jedem Fall sinnvoll, etwa das regelmäßige Händewaschen mit Seife.

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