Antibiotika helfen nur gegen bakterielle Infektionen

Unter dem Begriff Antibiotika fasst man ganz allgemein alle Medikamente zusammen, die zur Behandlung von bakteriellen Infektionen eingesetzt werden. Was Sie bei der Einnahme eines Antibiotikums beachten sollten, welche Nebenwirkungen möglich sind und wie groß die Gefahr einer Antibiotikaresistenz wirklich ist.

Antibiotika: Einnahme mit Wasser
Um die Entwicklung von Resistenzen zu vermeiden, sollte man Antibiotika immer nach Vorschrift des Arztes einnehmen.
© iStock.com/FotoDuets

Antibiotika (Einzahl: Antibiotikum) sind Medikamente, die ausschließlich bei Erkrankungen wirken, die durch Bakterien verursacht werden, wie beispielsweise bestimmte Lungenentzündungen, Blasenentzündungen oder Entzündungen der Haut. Gegen Viren, Pilze und andere Erreger können sie nichts ausrichten. Im ursprünglichen Sinn handelt es sich um natürliche Stoffwechselprodukte von Schimmelpilzen, Pflanzen, Bakterien oder anderen Mikroorganismen mit bakterienabtötender Wirkung. Inzwischen werden allerdings viele Mittel synthetisch im Labor hergestellt. Spricht der Arzt von Antibiose, meint er eine Behandlung mit einem Antibiotikum.

Artikelinhalte im Überblick:

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Penicillin: Das erste Antibiotikum und sein Siegeszug um die Welt

Die Geschichte von Alexander Flemming, dem Entdecker des ersten Antibiotikums, ist bahnbrechend: Nachdem er jahrelang vergeblich nach einem körpereigenen Abwehrmittel gegen Bakterien geforscht hatte, fuhr er frustriert in den Urlaub. Die Petrischalen mit seinen Versuchsbakterien ließ er achtlos im Waschbecken stehen. Als er zurückkam, hatte sich in einer Schale ein kreisrundes Feld gebildet, in welchem die Bakterien abgetötet waren: Schimmelpilze, die vielleicht von seinem Butterbrot stammten, hatten sich angesiedelt und seine Versuchsreihe "verunreinigt". Flemming begann nach der Ursache zu forschen und entdeckte dabei das Antibiotikum Penicillin.

Bis heute haben Forscher etwa 7.000 unterschiedliche, antibiotisch wirksame Substanzen gefunden – doch nur etwa 80 Antibiotika kommen tatsächlich bei Erkrankungen therapeutisch zum Einsatz. Antibiotika gehören weltweit zu den am häufigsten verschriebenen Medikamenten mit einem Marktanteil von etwa 13 Prozent.

Antibiotika – wirksam gegen Bakterien, nicht gegen Viren

Anti-bios bedeutet wörtlich "gegen das Leben". Hierin liegt der Grund, warum Antibiotika gegen Bakterien wirksam sind und gleichzeitig gegen Viren nichts ausrichten können: Viren sind keine Lebewesen. Sie gleichen einem Programm, das sich in fremde Wirtszellen einschleicht und diese verändert. Anders Bakterien: Sie sind mikroskopisch kleine, einzellige Organismen, die sich fortpflanzen können und einen eigenen Stoffwechsel haben. Dringen sie in den Körper ein oder geraten sie an die falsche Stelle, beispielsweise in die Blutbahn, können sie schwere Erkrankungen auslösen, und den Menschen im schlimmsten Fall auch töten. Antibiotika können dann helfen und die Bakterien bekämpfen.

Man unterscheidet Bakterienarten:

  • nach der Form der Bakterien: Es gibt kugelförmige Bakterien, genannt Kokken (Streptokokken, Staphylokokken), stäbchenförmige Bakterien (Enterobakter, E. coli) und Spiralen.
  • nach ihrer Einfärbung unter dem Mikroskop: Je nachdem ob sie sich einfärben lassen oder nicht, unterscheidet man grampositive und gramnegative Bakterien.
  • nach dem Stoffwechsel der Bakterien: Die meisten Erreger vermehren sich im sauerstoffarmen Milieu, sie sind anaerob. Nur wenige Bakterien mögen es lieber sauerstoffreich und sind aerob.

Bakterien sind wichtig für Verdauung

Der Mensch hat etwa 15-mal mehr Bakterien im Körper als eigene Zellen. Grob geschätzt sind das etwa 100 Billionen Erreger und sie bringen zusammen ungefähr zwei Kilogramm auf die Waage. Bakterien sind keineswegs nur krankmachender Fluch: Unsere Verdauung beispielsweise würde ohne sie überhaupt nicht funktionieren. Bakterien sitzen vor allem im Dickdarm und sind dort für die Herstellung von Fettsäuren und verschiedenen Vitaminen zuständig. Das für die Blutbildung wichtige Vitamin B12 beispielsweise kann nur von Darmbakterien produziert werden.

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Allerdings können Antibiotika nicht zwischen hilfreichen und krankmachenden Erregern unterscheiden. Das gilt insbesondere für Breitband-Antibiotika, die gegen ein breites Spektrum von Erregern wirksam sind. Aus diesem Grund ist es sinnvoll und wichtig, beim Einsatz eines Antibiotikums ein paar Grundsätze zu beachten:

  1. Antibiotika nur bei bakteriellen Infekten einnehmen: Gegen Viren können sie nichts ausrichten. Deshalb sind Antibiotika die falsche Wahl bei Virusinfektionen wie Erkältung und Grippe.
  2. Antibiotika nur dann nehmen, wenn es wirklich sein muss. Ist das Immunsystem intakt, kann sich unser Körper gegen eine Vielzahl von schädlichen Bakterien selbst schützen.
  3. Antibiotika immer nach Vorschrift des Arztes einnehmen. Ganz besonders wichtig ist hier die Dauer der Einnahme. Wird das Mittel zu früh abgesetzt, bleiben im Körper noch eine paar Bakterien übrig, die sich irgendwo gut versteckt haben.
  4. Nach der Antibiose die Darmflora wieder aufbauen: Stichwort Darmsanierung.

So wirken Antibiotika

Ein Antibiotikum wirkt in der Regel sehr schnell. Sie töten dabei entweder die Bakterien ab (bakterizide Wirkung) oder aber sie hemmen ihre Vermehrung so stark, dass der Körper die Bakterien mit seinem Immunsystem selbst abwehren kann (bakteriostatische Wirkung). Je nach Mittel und Wirkstoff greifen Antibiotika unterschiedliche Strukturen des Erregers an:

  • Sie hemmen die Zellwandsynthese: Der Erreger  kann seine Zellwand nicht mehr aufbauen (beispielsweise Penicilline und Cephalosporine).

  • Sie beeinflussen die Permeabilität der Zellmembran: Die Zellwand der Bakterien wird durchlässig (Polymyxine).

  • Sie hemmen die DNA- oder RNA-Synthese: Das Bakterium kann keine DNA mehr bauen, es kann sich also nicht mehr vermehren (Chinolone und Rifampicin).

  • Sie hemmen die Proteinsynthese: Die Bakterien können keine Eiweißverbindungen mehr herstellen und sich dadurch nicht mehr ernähren (Aminoglykosid-Antibiotika).

Antibiotika von A bis Z

Generell unterscheidet man zwischen Schmalspektrum-Antibiotika, die nur gegen bestimmte Bakterienstämme wirken, und Breitband-Antibiotika, die ein breites Spektrum von verschiedenen Erregern abdecken.

Tabelle: Überblick über häufige Antibiotika und ihre Wirkung

Wirkstoff Wirkung und Einsatzgebiete
Penicilline (Penizilline)

Hemmen den Aufbau der bakteriellen Zellwand.

Schmalspektrumpenicilline wie Penicillin V wirken vor allem auf Streptokokken, Meningokokken und Pneumokokken.

Haupteinsatzgebiete: eitrige Angina, eitrige Hirnhautentzündung, Lungenentzündung.

Breitspektrumpenizilline wie Ampicillin werden häufig bei Mittelohrentzündung, Nasennebenhöhlenentzündung, eitriger Bronchitis und Harnwegsinfekten verordnet.

Gut verträglich sofern keine Penicillin-Allergie vorliegt.

Auch bei Kleinkindern und Schwangeren einsetzbar.

Cefalosporine (Cephalosporine) Breitband-Antibiotika gegen grampositive und gramnegative Erreger. Wirken ähnlich wie Penicilline und sind ebenfalls meist gut verträglich. Kommen vor allem bei Penicillin-Allergie zum Einsatz.
Makrolide

Schmales Wirkspektrum.

Greifen in den bakteriellen Eiweißstoffwechsel ein. Erythromycin ist ein weiteres Ersatzpräparat bei Penizillinallergie. Neuere Makrolide wie Azithromycin und Roxithromycin sind teilweise etwas breiter wirksam. Clarithromycin wirkt gegen Helicobacter und wird bei Magenschleimhautentzündungen und Magengeschwüren eingesetzt.

Chinolone Wirken gegen viele verschiedene Keime und werden vor allem bei Atem- und Harnwegsinfekten verordnet.
Tetrazycline Greifen in den bakteriellen Stoffwechsel ein. Früher häufig eingesetzt bei Akne und Borreliose, inzwischen seltener verwendet.
Sulfonamide Wirkstoff Cotrimoxazol wird vor allem bei unkomplizierten Blasenentzündungen eingesetzt. Mittel der Wahl bei Salmonellen-Infektion.
Aminoglykoside Wirksam gegen Enterobacter, Staphylococcus aureus, Klebsiella, Serratia, E. coli und Proteus. Werden vor allem bei schwersten Infektionen im Krankenhaus eingesetzt.

Antibiotika bei Erkältung und Grippe?

Jeder vierte Deutsche nimmt einmal im Jahr Antibiotika, der Hauptgrund sind grippale Infekte. Bei Erkältung und Schnupfen handelt es sich aber ebenso wie bei der echten Grippe (Influenza) normalerweise um Infektionen durch Viren. Antibiotika wirken gegen diese Erreger jedoch nicht.

Eine Ausnahme gibt es, warum Antibiotika manchmal auch bei grippalen Infekten sinnvoll sein können: Das körpereigene Immunsystem wird durch den viralen Infekt stark geschwächt. Häufig entwickelt sich dann zusätzlich eine bakterielle Infektion, eine Superinfektion. Ein typisches Beispiel ist eine bakterielle Nasennebenhöhlenentzündung, die häufig als Folgeerscheinung der Erkältung auftritt. Eine Infektion mit Bakterien erkennt man unter anderem daran, dass das Sekret nicht mehr klar und flüssig ist, sondern eitrig wird. Vor allem Infektionen mit Streptokokken und Staphylokokken führen zu starker Eiterbildung, und hier kann ein Antibiotikum sehr hilfreich sein.

Antibiotika-Prophylaxe: wichtig bei Operationen und Zahn-Ops

Auch wenn grundsätzlich gilt: Antibiotika nur nehmen, wenn es wirklich nötig ist, hat sich eine Antibiotika-Prophylaxe in manchen Fällen bewährt. Dabei wird ein Breitband-Antibiotikum vorsorglich gegeben, damit sich keine Infektion im Körper bilden kann. Sinnvoll ist das in erster Linie im Vorfeld von chirurgischen Eingriffen, bei denen trotz größter Vorsicht immer Bakterien in den Körper eindringen können, um eine postoperative Wundinfektion zu vermeiden. Außerdem setzt man bei Patienten mit geschwächter Immunabwehr häufiger eine Antibiotika-Prophylaxe ein. Teilweise gibt man Antibiotika prophylaktisch auch vor Zahnoperationen, da der Mund eine sehr reiche Bakterienflora (Plaques) hat und das Zahnfleisch sehr gut durchblutet ist. Bakterien, die auf diesem Wege leicht in die Blutbahn gelangen, könnten sonst schnell zu einer lebensgefährlichen Blutvergiftung (Sepsis) führen.

Verordnung von Antibiotika: so gezielt wie möglich

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) empfiehlt, vor Beginn einer Antibiotika-Therapie immer ein Antibiogramm durchzuführen. Dazu wird eine bakterielle Kultur angelegt, um herauszufinden, um welchen Erreger es sich handelt. Anschließend wird gegen diesen Erreger das gezielt wirksame Antibiotikum verordnet. Damit kann der Bildung von Resistenzen entgegengewirkt werden.

In der Praxis ist es jedoch oft nicht möglich, auf das Ergebnis der Kultur zu warten, da es ein paar Tage dauert und sich in dieser Zeit die Keime bereits bedrohlich vermehren können. Deshalb greift man zum Mittel der kalkulierten Therapie. Hierbei wird versucht, das angenommene Erregerspektrum so weit wie möglich mit einem Breitband-Antibiotikum abzudecken, ohne vorheriges Antibiogramm oder die Auswertung abzuwarten. Sobald das Ergebnis des Antibiogramms vorliegt, kann man kontrollieren, ob das richtige Antibiotikum gewählt wurde und das Mittel gegebenenfalls anpassen.

Einnahme der Medikamente: Empfehlung vom Arzt beachten!

Bei den meisten leichteren Infektionen wie Blasenentzündung oder Atemwegsinfekten wird das Antibiotikum als Tablette eingenommen oder eventuell vom Arzt per Spritze verabreicht. Für Kinder stehen außerdem Antibiotika-Säfte zur Verfügung. Bei schweren Infektionen wird das Medikament häufig zunächst als Infusion im Krankenhaus gegeben und die Behandlung anschließend auf Tabletten umgestellt.

Wie nimmt man Antibiotika ein?

Antibiotika sollte man stets nach Packungsbeilage und entsprechend der ärztlichen Verordnung einnehmen. Einige Antibiotika nimmt man beispielsweise besser zum Essen oder nach einer Mahlzeit ein, da sie so verträglicher für den Magen sind. Andere sollten hingegen auf nüchternen Magen eingenommen werden.

Wie lange sollte man das Antibiotikum einnehmen?

So lange, bis die krankmachenden Bakterien soweit beseitigt sind, dass das körpereigene Immunsystem die Restarbeit ohne Probleme alleine schafft. Dennoch so kurz wie möglich, da man sonst die Bildung einer Antibiotikaresistenz sogar fördern kann.

Lange galt die Empfehlung, das Antibiotikum auch nach Abklingen der Symptome weiter einzunehmen, bis alle Restbakterien beseitigt sind. Seit kurzem weiß man, dass es bei vielen harmloseren Infektionen, wie beispielsweise unkomplizierten Harnwegsinfekten, besser ist, das Antibiotikum nur in Kurztherapie, unter Umständen sogar nur als Einmaldosis einzunehmen. So können sich weniger resistente Keime bilden, gleichzeitig wird die Darmflora geschont. Bei schweren Infektionen wie beispielsweise Tuberkulose, ist dagegen die Einnahme von Antibiotika über mehrere Monate erforderlich.

Grundsätzlich gilt bei der Einnahme von Antibiotika immer:

  • Nehmen Sie das Antibiotikum so lange, wie es Ihnen der Arzt verordnet hat. Im Normalfall bedeutet das bis zum Ende der Packung.
  • Brechen Sie die Einnahme nicht eigenmächtig ab. Falls Nebenwirkungen auftreten, nehmen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt Kontakt auf, damit er Ihnen gegebenenfalls ein anderes Mittel verschreiben kann.
  • Nehmen Sie niemals eigenmächtig Antibiotika ein, die jemand anderem verschrieben wurden oder die sie noch zu Hause hatten.

Risiken und Nebenwirkungen von Antibiotika

Die Nebenwirkungen der einzelnen Antibiotika sind vom Wirkstoff abhängig. Relativ häufig sind Magen-Darm-Beschwerden, Hautausschläge und allergische Reaktionen.

Die bei weitem häufigste Nebenwirkung ist Durchfall, der durch die Störung der gesunden Darmflora ausgelöst wird. Der medizinische Fachbegriff ist Antibiotika-assoziierte Diarrhoe. Studien haben ergeben, dass bis zu einem Drittel der Patienten während oder nach der Antibiose unter Durchfall leiden. Vor allem Breitband-Antibiotika können sich negativ auf die Darmflora auswirken. Vorbeugend kann man bereits während der Antibiose Probiotika einnehmen und sollte anschließend für einen Wiederaufbau der Darmflora mit gesunden Darmbakterien sorgen.

Eine grundsätzliche, wenn auch seltene Gefahr ist bei Breitband-Antibiotika auch eine Darminfektion mit Clostridien. Diese Bakterien gehören eigentlich zur normalen Darmbesiedelung. Werden jedoch andere Bakterien der Darmflora zerstört, können sie sich ungehindert ausbreiten und zu schwerem Durchfall führen. Eine Clostridien-Infektion tritt meist etwa eine Woche nach der Antibiotikaeinnahme auf, manchmal auch erst Wochen später, und sollte umgehend vom Arzt behandelt werden.

Pilzinfektion und Scheideninfektion häufig nach Antibiotikagabe

Eine häufige Nebenwirkung der Antibiotika-Therapie sind Pilzinfektionen. Schuld ist fast immer der Hefepilz Candida albicans, der auf der Haut und allen Schleimhäuten in geringen Mengen vorkommt. Wird die gesunde Bakterienflora gestört, kann er sich ungehindert ausbreiten. Besonders häufig kommt es nach Antibiotika zur Pilzinfektion im Darm (Kandidose) oder in der Scheide (vaginale Pilzinfektion). Vorbeugend hilft ein Wiederaufbau der Darmflora mit Probiotika und bei Frauen eine Sanierung der Scheidenflora mit Milchsäurebakterien.

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Sonderfall Penicillin-Allergie

Allergische Reaktionen, die meistens in Form eines Hautausschlages auftreten, sind grundsätzlich bei allen Antibiotika möglich, kommen aber ausgerechnet beim Wirkstoff Penicillin besonders häufig vor. Eine Penicillin-Allergie tritt fast immer als Typ-1-Allergie auf, das heißt, die Symptome entwickeln sich innerhalb der ersten Stunde nach der Einnahme. Dabei kann es zu verschiedenen Reaktionen bis hin zum lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schock kommen.

Antibiotika: Vorsicht Wechselwirkungen

Antibiotika können je nach Wirkstoff auch zu Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten oder Lebensmitteln führen. Manche Antibiotika hemmen den Abbau von Koffein in der Leber. Man sollte deshalb während der Einnahme auf Kaffee verzichten, da es ansonsten zu Herzklopfen und Schwindel kommen kann. Einige Antibiotika aus der Gruppe der Tetracycline vertragen sich nicht mit Milchprodukten. Sie werden durch das in Milch, Joghurt oder Käse enthaltene Kalzium unwirksam.

  • Antibiotika und die Pille

Antibiotika können die Wirksamkeit der Pille und anderer hormoneller Verhütungsmittel herabsetzen. Durch die Abtötung der Darmbakterien wird die Aufnahme des Östrogens in den Körperkreislauf behindert und die Wirkung der Pille deshalb herabgesetzt. In erster Linie sind dies die Penicilline, Cephalosporine, Tetrazykline, Neomycin, Chloramphenicol, Fusidinsäure, Sulfonamide, Nitrofurantoin oder Metronidazol. Wenn Sie einen dieser Wirkstoffe einnehmen, sollten Sie in dieser Zeit unbedingt zusätzlich mit Kondomen verhüten.

  • Antibiotika und Sonne

Die meisten Antibiotika vertragen sich schlecht mit Sonne. Es kann zu einer phototoxischen Reaktion kommen, die sich wie ein Sonnenbrand äußern kann. Ohnehin sollte man aber den Körper keiner starken Sonneneinstrahlung aussetzen, während er mit einer Infektion zu kämpfen hat.

  • Antibiotika und Alkohol

Grundsätzlich ist die Kombination von Alkohol und Medikamenten keine gute Idee, da Arzneimittel über die Leber abgebaut werden und sie deshalb belasten. Das gilt auch für Antibiotika. Darüber hinaus gibt es einige Wirkstoffe, bei denen Alkohol zu einer toxischen Reaktion führen kann. Diese sind alle Mittel aus der Gruppe der Cephalosporine, die häufig gegen Streptokokken und Staphylokokken eingesetzt werden, sowie Antibiotika aus der Gruppe der Nitroimidazole (Metronidazol), die unter anderem gegen Trichomonaden-Infektion gegeben werden.

Alkohol: Vorsicht mit diesen Medikamenten

Antibiotika in der Schwangerschaft: Was sollte man beachten?

Viele Antibiotika sind in der Schwangerschaft kontraindiziert, das heißt, man darf sie nicht einnehmen, weil sie eventuell das Baby schädigen könnten. Sollten Sie unter Einnahme von Antibiotika schwanger werden, ist es deshalb ratsam mit Ihrem Arzt zu sprechen. Dennoch besteht normalerweise keine Gefahr für Ihr Baby.

Mehr zu diesem Thema und warum bei Babys und Kleinkindern Antibiotika nur im Notfall geeignet sind, lesen Sie hier.

Antibiotikaresistenz – die große Gefahr des 21. Jahrhunderts

Antibiotika sind aus unserem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken. Seit Jahrzehnten werden sie nicht – wie gefordert – gezielt zur Bekämpfung bakterieller Infektionen verwendet, sondern unnötigerweise gegen Viren und in unkontrollierten Mengen bei Mensch und Tier eingesetzt. Die Konsequenz ist, dass immer mehr Bakterien eine Antibiotikaresistenz entwickelt haben: Die Erreger haben sich so weiterentwickelt, dass ihnen das Antibiotikum nichts mehr anhaben kann. Dazu gehören die Haupterreger von Atemwegsinfektionen, die Streptokokken, und die die Haut besiedelnden Staphylokokken. Ein besonders großes Problem ist die Entstehung von multiresistenten Keimen, die sich häufig in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen tummeln und vor allem für Personen mit geschwächtem Immunsystem lebensbedrohlich sein können. Gefürchtet ist hier besonders der multiresistente Keim Staphylococcus aureus, kurz MRSA genannt.

Maßnahmen zur Eindämmung der Antibiotikaresistenz

Das Robert Koch-Institut (RKI) beobachtet die Entwicklung der Antibiotikaresistenz seit vielen Jahren und fordert zwei wichtige Maßnahmen zur Bekämpfung:

  • Häufigkeit von Infektionen reduzieren: Ein Grundsatz bei der Vermeidung von Resistenzen: Infektionen sollten soweit als möglich bereits im Vorfeld vermieden werden. Eine Säule sind dabei Impfungen zur Infektionsprävention, eine weitere sind konsequente Hygienemaßnahmen in Krankenhäusern und medizinischen Einrichtungen.

  • Einsatz von Antibiotika auf notwendige Einsätze beschränken: Nach wie vor werden in Deutschland Antibiotika zu schnell, zu viel und oft unsinnigerweise verordnet, vor allem bei leichten bakteriellen und viralen Infektionen. Außerdem verschreiben Ärzte oft unnötigerweise Breitband-Antibiotika, die die Entwicklung von resistenten Bakterien begünstigen.

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