Kinderkrankheit Rubella

Röteln: Symptome, Diagnose und Therapie

Röteln (Rubella) sind eine sehr ansteckende Infektion, die durch Viren hervorgerufen wird. Die Kinderkrankheit ist auf der ganzen Welt verbreitet und besonders während der Schwangerschaft problematisch. Eine Impfung bietet zuverlässigen Schutz vor Röteln.

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Röteln-Ausbrüche lassen sich nur mittels Durchimpfung der Bevölkerung vermeiden. Besonders Frauen im gebärfähigen Alter sollten die MMR-Impfung unbedingt nachholen.
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Der Erreger der Röteln – das Rubella-Virus – ist auf der ganzen Welt zu finden. Da die meisten ungeimpften Menschen bereits im Kindesalter an Röteln erkranken, rechnen Ärzte sie zu den Kinderkrankheiten. Ohne Impfschutz passiert eine Ansteckung schnell, denn das Virus ist sehr leicht von Mensch zu Mensch übertragbar.

Röteln während der Schwangerschaft besonders für das ungeborene Baby fatal

Die Virusinfektion verursacht meist einen charakteristischen Hautausschlag, der von allgemeinen Krankheitssymptomen, wie Fieber und Abgeschlagenheit begleitet ist. Zwar heilen Röteln in vielen Fällen folgenlos aus, das Risiko für Komplikationen steigt jedoch mit zunehmenden Alter.

Für schwangere Frauen stellen Röteln eine besondere Gefahr dar: Erfolgt eine Infektion mit dem Röteln-Virus während der Frühschwangerschaft, besteht eine hohes Risiko auf Fehlbildungen beim Ungeborenen. Daher empfehlen Experten sich durch eine Impfung vor Röteln zu schützen. Insbesondere für Mädchen und Frauen im gebärfähigen Alter ist ein Impfschutz empfehlenswert.

Kinderkrankheiten erkennen und behandeln

Nur konsequentes Impfen kann Röteln ausrotten

Seit März 2013 sind Röteln in Deutschland meldepflichtig, das heißt: Der Verdacht, die Erkrankung und der Tod durch Röteln müssen dem Gesundheitsamt mitgeteilt werden. Seit 1974 steht für die Bundesrepublik Deutschland ein Impfstoff gegen Röteln zur Verfügung, seit 1980 empfiehlt die Ständige Impfkommission des Robert Koch-Instituts (Stiko) die Impfung gegen Röteln in Kombination mit einem Impfstoff gegen Masern und Mumps (MMR-Impfung).

In den neuen Bundesländern kam das MMR-Serum ab 1990 zur Anwendung. Seit Einführung der Impfung sind größere Röteln-Ausbrüche in Deutschland selten geworden. Experten gehen jedoch davon aus, dass hierzulande zwischen einem und sechs Prozent der Frauen im gebärfähigen Alter über keinen ausreichenden Impfschutz gegen Röteln verfügen.

Röteln: Diese Symptome verraten die Krankheit

Verlaufen die Röteln klassisch, zeigt sich bei etwa der Hälfte aller Betroffenen ein typischer, fleckiger Hautausschlag (Rötelnexanthem). Häufig klagen Betroffene auch über grippeartige Beschwerden. Bei Kindern verlaufen Röteln jedoch in 50 Prozent der Fälle auch ohne typische Anzeichen.

Vom ersten Kontakt mit den Röteln-Viren bis zum Auftreten erster Krankheitszeichen vergehen zwischen zwei und drei Wochen (Inkubationszeit). Bricht die Erkrankung aus, klagen viele Betroffene zu Beginn über allgemeine Krankheitssymptome, die eher einer Erkältung ähneln. Viele fühlen sich müde und schlapp, die Lymphknoten im Halsbereich können anschwellen und schmerzen. Häufig treten Husten und Schnupfen sowie leichtes Fieber auf. Letzteres kann aber auch fehlen.

Typische Röteln-Anzeichen von Ausschlag bis Abgeschlagenheit

Röteln
Röteln sind eine typische Kinderkrankheit, die aber auch Erwachsene bekommen können. Ein charakteristischer Hautausschlag ist das deutlichste Röteln-Symptom – doch nicht alle Betroffenen haben ihn.
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Charakteristisch für Röteln ist ein Hautausschlag (Rötelnexanthem), der sich durch zahlreiche hellrote, kleine, teilweise leicht erhabene Flecken auszeichnet. Das Rötelnexanthem beginnt in der Regel im Gesicht und breitet sich von hier über Bauch und Arme bis zu den Beinen hin aus, so dass es schließlich den gesamten Körper bedeckt.

Nach ein bis drei Tagen verschwindet der Ausschlag schließlich wieder. Bei jedem zweiten Kind mit Röteln tritt kein Rötelnexanthem auf. Die Röteln verlaufen dann ähnlich wie ein grippaler Infekt, sodass die Eltern betroffener Kinder gar nicht wissen, dass ihr Kind an Röteln erkrankt ist.

Komplikationen und Spätfolgen einer Röteln-Infektion

In der Mehrzahl der Fälle verlaufen Röteln mit milden Symptomen. Insgesamt sind bei Röteln Komplikationen selten. Mit zunehmenden Alter können sie sich jedoch häufen. Folgende Komplikationen können bei Röteln auftreten:

  • Gelenkschmerzen (Arthralgien) und (Arthritiden)
  • Mittelohrentzündung
  • Herzmuskel- und Herzbeutelentzündung (Myokarditis und Perikarditis)
  • Blutgerinnungsstörung, die sich durch einen kleinfleckigen Hautausschlag äußert (thrombozytopenische Purpura) und teilweise mit neurologischen Symptomen einhergeht
  • Gehirnentzündung (Enzephalitis)

Infiziert sich eine Frau, die nicht gegen Röteln immun ist, in den ersten vier Monaten der Schwangerschaft, können folgende Komplikationen auftreten:

  1. Fehlgeburt (Abort)
  2. konnatales Rötelnsyndrom (CRS) mit Herzfehler, Schwerhörigkeit beziehungsweise Taubheit sowie Augenfehlbildungen

Röteln: Ursachen und Übertragung der ansteckenden Infektion

Die Ursache von Röteln (Rubella) ist ein Virus (Rubi-Virus). Das Röteln-Virus ist auf der ganzen Welt verbreitet und kann ausschließlich den Menschen befallen. Röteln-Viren sind hochansteckend, das heißt schon geringe Mengen des Erregers reichen aus, um die Kinderkrankheit auszulösen. Vor allem im Sekret von Mund, Rachen und Nase eines mit Röteln Infizierten befinden sich zahlreiche Röteln-Viren. In aller Regel verläuft die Übertragung von Mensch zu Mensch, zum Beispiel durch Husten oder Niesen (Tröpfcheninfektion). Dabei ist das Virus heimtückisch, denn Röteln-Infizierte scheiden Viren bereits aus, bevor Krankheitssymptome auftreten.

Wer nicht gegen Röteln immun ist – etwa durch eine Impfung oder weil er die Krankheit bereits durchgemacht hat – kann sich daher nur schwer vor einer Ansteckung schützen. Die Ansteckungsgefahr beginnt etwa sieben Tage, bevor erste Röteln-Anzeichen auftreten und dauert nach Beginn des Rötelnausschlags noch weitere sieben Tage an.

Röteln-Viren: eine große Gefahr für Ungeborene

Die Röteln-Ursache – die Viren – dringen dabei zunächst über die Schleimhäute von Mund und Nase in den Körper ein. Nachdem sich die Viren im Lymphgewebe vermehrt haben, gelangen sie schließlich ins Blut. Dabei weisen die Röteln-Erreger die Besonderheit auf, dass sie bei einer Schwangeren die Grenze zwischen mütterlichem und kindlichem Blut im Mutterkuchen, die sogenannte Plazentaschranke, überwinden können und so auch das Ungeborene infizieren.

Röteln können Ursache von verschiedenen, teilweise schweren Fehlbildungen beim Ungeborenen sein, vor allem wenn sich die Mutter innerhalb der ersten vier Monate mit dem Röteln-Virus infiziert. Ärzte sprechen dann auch von konnatalen (bereits im Mutterleib erworbenen) Röteln.

Röteln: So läuft die Diagnose beim Arzt ab

Eine Röteln-Diagnose anhand der Symptome ist sehr unzuverlässig, denn in vielen Fällen verlaufen Röteln ohne typische Beschwerden wie das Röteln-Exanthem. Aber auch ein Hautausschlag ist kein Beweis, denn auch viele andere Virusinfektionen verursachen ähnliche Hauterscheinungen.

Bei Röteln ist eine sichere Diagnose besonders wichtig. Die Kinderkrankheit kann zwar sehr typisch verlaufen, in vielen Fällen läuft sie jedoch eher ähnlich wie eine Erkältung ab. Daher besteht die Gefahr, dass die Röteln-Infektion nicht erkannt wird und sich weitere Menschen aus dem Umfeld anstecken können.

Zunächst befragt der Arzt den Betroffenen nach seinen Beschwerden und seit wann diese bestehen. In einer anschließenden körperlichen Untersuchung können Symptome, wie etwa der kleinfleckige Hautausschlag, auf Röteln hinweisen. Eine Röteln-Diagnose anhand der Symptome ist jedoch recht unzuverlässig, da diese auch anderen Krankheitsbildern ähneln.

Blutabnahme zur Sicherung der Röteln-Diagnose

Um die Diagnose zu sichern, entnimmt der Arzt eine Blutprobe. Im Falle einer Röteln-Infektion bildet der Körper Abwehrstoffe – sogenannte Antikörper – gegen die Röteln-Viren. Diese lassen sich im Rahmen der Blutuntersuchung nachweisen. Anhand der Laborergebnisse kann der Arzt auch erkennen, ob es sich um eine akute Röteln-Infektion handelt oder ob die Erkrankung bereits länger zurückliegt.

Diagnose in der Schwangerschaft noch wichtiger

Bei Menschen, die keine Immunität gegen Röteln aufweisen, etwa durch eine Impfung oder weil sie schon mal an Röteln erkrankt waren, ist eine sichere Röteln-Diagnose durch eine Blutuntersuchung wichtig. Das gilt im besonderen Maß für Schwangere ohne Immunschutz.

Röteln-Therapie: Behandlungsmaßnahmen gegen Rubella

Die Röteln-Therapie zielt in erster Linie darauf ab, die Symptome zu lindern. Eine ursächliche Behandlung gegen Röteln – etwa ein Mittel, das die Röteln-Viren bekämpft – gibt es hingegen nicht.

In den meisten Fällen verlaufen Röteln mild und bedürfen keiner speziellen Therapie. Gegen Beschwerden wie Fieber oder Gliederschmerzen helfen fiebersenkende und schmerzstillende Medikamente, zum Beispiel mit dem Wirkstoff Ibuprofen. Wer an Röteln erkrankt ist, sollte sich zudem schonen.

Röteln-Komplikationen bedürfen spezieller Therapien

Komplikationen durch Röteln behandeln Ärzte abhängig von ihrer Art und Ausprägung. So kann es zum Beispiel bei einer oder einer Mittelohrentzündung durch Röteln zusätzlich zu einer bakteriellen Infektion kommen. In solchen Fällen verschreibt der Arzt ein Antibiotikum, das die Bakterien bekämpft. Wie bei den meisten Virus-Infektionen, gibt es auch bei Röteln kein Mittel, das die Ursache der Kinderkrankheit – die Röteln-Viren – bekämpft.

Fehlbildungen durch konnatale Röteln behandeln

Bei Kindern, die sich im Mutterleib mit Röteln infiziert haben (konnatale Röteln), ist die Wahrscheinlichkeit groß, mit Folgeschäden der Infektion (Rötelnembryopathie) zur Welt zu kommen. Dabei sind die Fehlbildungen meist umso schwerer, je früher in der Schwangerschaft sich die Mutter infiziert hat. Die Röteln-Therapie richtet sich dann nach den jeweiligen Beschwerden.

Fehlbildungen an Herz und Augen machen in vielen Fällen eine Operation erforderlich. Bei Schwerhörigkeit sind Hörgeräte wichtige Hilfsmittel, darüber hinaus ist eine logopädische Förderung sinnvoll. Als Folge des konnatalen Rötelnsyndroms können betroffene Kinder auch in ihrer körperlichen und geistigen Entwicklung zurückbleiben. Daher ist häufig eine umfassende sonderpädagogische Betreuung und Krankengymnastik notwendig.

Verlauf und Komplikationen einer Röteln-Infektion

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Eine Röteln-Infektion während der Schwangerschaft – besonders der Frühschwangerschaft – kann gravierende Fehlbildungen des Neugeborenen nach sich ziehen.
Getty Images/iStockphoto

In den meisten Fällen ist der Röteln-Verlauf mild. Während Röteln-Infektionen im Kindesalter oft ohne größere Probleme verlaufen, nimmt die Häufigkeit von Komplikationen mit zunehmenden Alter zu. Bei einer Röteln-Infektion während der Schwangerschaft hingegen ist das Risiko für schwerwiegende, teilweise lebenslange Folgen groß.

Bei den meisten ansonsten gesunden Kindern verlaufen Röteln ohne größere Komplikationen. Beschwerden wie Abgeschlagenheit, Gliederschmerzen sowie auch der Rötelnausschlag (sofern vorhanden) klingen meist ohne Folgen ab. Je älter der Betroffene jedoch zum Zeitpunkt der Infektion ist, desto häufiger entwickeln sich Komplikationen.

Hohes Risiko von Fehlbildungen durch Röteln in der Schwangerschaft

Eine Röteln-Infektion des Ungeborenen während der Schwangerschaft ist dagegen fast immer mit schwerwiegenden Folgen für die betroffenen Kinder behaftet. Infiziert sich eine Schwangere zwischen der ersten und 12. Schwangerschaftswoche, liegt das Risiko für Fehlbildungen bei etwa 85 Prozent. Art und Schwere der Röteln-Folgeschäden können im Einzelfall voneinander abweichen.

Manche Fehlbildungen, zum Beispiel bestimmte Herzfehler, lassen sich durch Operationen ausgleichen. Andere hingegen, wie etwa Taubheit oder geistige Defizite, bleiben lebenslang bestehen. Die Entwicklungsmöglichkeiten lassen sich durch umfassende, fachübergreifende Betreuung und Förderung oft verbessern, hängen jedoch vom Einzelfall ab. Insgesamt versterben 15 bis 20 Prozent der Kinder mit konnatalem Rötensyndrom.

Röteln vorbeugen: MMR-Impfung bietet Schutz

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Eine Impfung gegen Röteln erfolgt meist im Babyalter, kann aber durchaus auch später noch Sinn haben – etwa für ansonsten ungeschützte Schwangere.
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Der beste Schutz zur Vorbeugung von Röteln besteht in einer Impfung. Die Ständige Impfkommission des Robert Koch-Instituts (Stiko) empfiehlt die erste Impfung in Form eines Kombinationsimpfstoffs gegen Maser, Mumps und Röteln (MMR-Impfung) bei Kleinkindern zwischen dem 11. und 14. Lebensmonat.

Um einen sicheren Schutz gegen diese Kinderkrankheiten aufzubauen, ist die Wiederholungsimpfung besonders wichtig. Diese sollte frühestens vier Wochen nach der ersten Impfung, spätestens jedoch vor Vollendung des zweiten Lebensjahres erfolgt sein.

Aber auch für ältere Kinder und Erwachsene gilt die Impfung als empfehlenswert. Die Empfehlung gilt auch für Menschen, die nur einmal gegen Röteln geimpft wurden. Besonders Frauen im gebärfähigen Alter bietet die Röteln-Impfung bei einer späteren Schwangerschaft einen sicheren Schutz vor der Rötelnembryopathie.

Vielfach laufen Röteln ohne typische Symptome ab, sodass ungeimpfte Erwachsene manchmal unsicher sind, ob sie die Krankheit bereits durchgemacht haben (und somit geschützt sind) oder nicht. Im Zweifelsfall kann eine Blutprobe nachweisen, ob eine Immunität besteht oder nicht. Die Impfempfehlung für Kinderkrankheiten wie Röteln, gilt außerdem besonders für Menschen, die beruflich häufig mit Babys, Kindern und Schwangeren in Kontakt kommen.

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