Kinderkrankheit Rubella

Röteln: Symptome, Diagnose und Therapie

Röteln (Rubella) sind eine sehr ansteckende Infektion, die durch Viren hervorgerufen wird. Die Kinderkrankheit ist auf der ganzen Welt verbreitet und besonders während der Schwangerschaft problematisch. Was Anzeichen für Röteln sind, warum sie gefährlich sind und wie ihnen vorgebeugt werden kann.

röteln
Röteln kann mit einer Impfung vorgebeugt werden.
© iStock.com/LightFieldStudios

Der Erreger der Röteln – das Rubella-Virus – ist auf der ganzen Welt zu finden. Da die meisten ungeimpften Menschen bereits im Kindesalter an Röteln erkranken und sich die Viren schnell verbreiten, zählen sie zu den klassischen Kinderkrankheiten. Röteln sind in Deutschland meldepflichtig. Seit 1980 empfiehlt die Ständige Impfkommission des Robert Koch-Instituts (STIKO) die Impfung gegen Röteln in Kombination mit einem Impfstoff gegen Masern und Mumps (MMR-Impfung).

Seit Einführung der Impfung sind größere Röteln-Ausbrüche in Deutschland selten geworden. Experten gehen jedoch davon aus, dass hierzulande zwischen einem und sechs Prozent der Frauen im gebärfähigen Alter über keinen ausreichenden Impfschutz gegen Röteln verfügen. Für Schwangere stellen Röteln eine besondere Gefahr dar: Erfolgt eine Infektion mit dem Röteln-Virus während der Frühschwangerschaft, besteht eine hohes Risiko für eine Fehlgeburt und Fehlbildungen.

Kinderkrankheiten erkennen und behandeln

Wie werden Röteln übertragen?

Die Ursache von Röteln ist das Rubella-Virus. Dieses Virus ist auf der ganzen Welt verbreitet und befällt ausschließlich Menschen. Röteln sind hochansteckend, das heißt schon geringe Mengen des Erregers reichen aus, um die Krankheit auszulösen. Vor allem im Sekret von Mund, Rachen und Nase eines mit Röteln Infizierten befinden sich zahlreiche Viren. In aller Regel verläuft die Übertragung von Mensch zu Mensch, zum Beispiel durch Husten oder Niesen (Tröpfcheninfektion). Dabei ist das Virus heimtückisch, denn Menschen mit Röteln scheiden Viren bereits aus, bevor Symptome auftreten. Daher ist es schwer, sich vor einer Ansteckung zu schützen. Die Ansteckungsgefahr beginnt etwa sieben Tage, bevor erste Röteln-Anzeichen auftreten und dauert nach Beginn des Rötelnausschlags noch weitere sieben Tage an.

Die Viren dringen dabei zunächst über die Schleimhäute von Mund und Nase in den Körper ein. Nachdem sich die Viren im Lymphgewebe vermehrt haben, gelangen sie schließlich ins Blut. Dabei weisen die Röteln-Erreger die Besonderheit auf, dass sie bei einer Schwangeren die Grenze zwischen mütterlichem und kindlichem Blut im Mutterkuchen, die sogenannte Plazentaschranke, überwinden können und so auch das Ungeborene infizieren.

Vom ersten Kontakt mit den Röteln-Viren bis zum Auftreten erster Krankheitszeichen vergehen zwischen zwei und drei Wochen (Inkubationszeit).

Symptome und Anzeichen für Röteln

Typisches Symptom für Röteln ist bei etwa der Hälfte aller Betroffenen der fleckige Hautausschlag (Rötelnexanthem), der sich durch zahlreiche hellrote, kleine, teilweise leicht erhabene Flecken auszeichnet. Das Rötelnexanthem beginnt in der Regel im Gesicht und breitet sich von dort über Bauch und Arme bis zu den Beinen hin aus, sodass es schließlich den gesamten Körper bedeckt. Bei Kindern verlaufen Röteln jedoch in 50 Prozent der Fälle auch ohne typische Anzeichen. Die Röteln verlaufen dann ähnlich wie ein grippaler Infekt, sodass die Eltern betroffener Kinder gar nicht wissen, dass ihr Kind an Röteln erkrankt ist. Bricht die Erkrankung aus, klagen viele Betroffene zu Beginn über allgemeine Krankheitssymptome, die eher einer Grippe ähneln. Viele fühlen sich müde und schlapp, die Lymphknoten im Halsbereich können anschwellen und schmerzen. Häufig treten Husten und Schnupfen sowie leichtes Fieber auf.

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Röteln
Röteln sind eine typische Kinderkrankheit, an der aber auch Erwachsene erkranken können. Ein charakteristischer Hautausschlag ist das deutlichste Symptom.
© PornpipatS/Shutterstock.com

Nach ein bis drei Tagen verschwindet der Ausschlag wieder. In den meisten Fällen verlaufen die Röteln mild. Während Infektionen im Kindesalter oft ohne größere Probleme verlaufen, nimmt die Häufigkeit von Komplikationen mit steigendem Alter zu. Bei einer Infektion mit Röteln während der Schwangerschaft hingegen ist das Risiko für schwerwiegende, teilweise lebenslange Folgen groß.

Komplikationen und Spätfolgen einer Röteln-Infektion

Folgende Komplikationen können bei Röteln auftreten:

  • Gelenkschmerzen (Arthralgien) und Gelenkentzündungen (Arthritiden)
  • Bronchitis
  • Mittelohrentzündung
  • Herzmuskel- und Herzbeutelentzündung (Myokarditis und Perikarditis)
  • Blutgerinnungsstörung, die sich durch einen kleinfleckigen Hautausschlag äußert (thrombozytopenische Purpura) und teilweise mit neurologischen Symptomen einhergeht
  • Gehirnentzündung (Enzephalitis)

Infiziert sich eine Frau, die nicht gegen Röteln immun ist, in den ersten vier Monaten der Schwangerschaft, können folgende Komplikationen auftreten:

  1. Fehlgeburt (Abort)
  2. konnatale Rötelnembryofetopathie oder Rötelnembryopathie (CRS) mit Fehlbildungen an Herz, Ohren oder Augen

Röteln: So wird die Diagnose gestellt

Eine Diagnose der Röteln anhand der Symptome ist sehr unzuverlässig, denn in vielen Fällen verlaufen die Röteln ohne typische Beschwerden. Aber auch der typische Hautausschlag ist kein Beweis, denn auch viele andere Virusinfektionen verursachen ähnliche Hauterscheinungen. Deshalb ist bei Röteln eine sichere Diagnose besonders wichtig. Die Kinderkrankheit kann zwar sehr typisch verlaufen, in vielen Fällen läuft sie jedoch eher wie eine Erkältung ab. Daher besteht die Gefahr, dass die Röteln-Infektion nicht erkannt wird und sich weitere Menschen aus dem Umfeld anstecken können.

Zunächst befragt der Arzt den Betroffenen nach seinen Beschwerden und seit wann diese bestehen. In einer anschließenden körperlichen Untersuchung können Symptome, wie etwa der kleinfleckige Hautausschlag, auf Röteln hinweisen. Um die Diagnose zu sichern, wird eine Blutprobe auf Antikörper gegen die Röteln-Viren untersucht. Anhand der Laborergebnisse kann der Arzt auch erkennen, ob es sich um eine akute Röteln-Infektion handelt oder ob die Erkrankung bereits länger zurückliegt.

Diagnose in der Schwangerschaft noch wichtiger

Bei Menschen, die keine Immunität gegen Röteln aufweisen, etwa durch eine Impfung oder weil sie schon mal an Röteln erkrankt waren, ist eine sichere Röteln-Diagnose durch eine Blutuntersuchung wichtig. Das gilt im besonderen Maß für Schwangere ohne Immunschutz.

Behandlung bei Röteln

Die Therapie zielt bei Röteln in erster Linie darauf ab, die Symptome zu lindern. Eine ursächliche Behandlung gegen Röteln – etwa ein Mittel, das die Röteln-Viren bekämpft – gibt es hingegen nicht. In den meisten Fällen verlaufen Röteln mild und bedürfen keiner speziellen Therapie. Gegen Beschwerden wie Fieber oder Gliederschmerzen helfen fiebersenkende und schmerzstillende Medikamente, zum Beispiel mit dem Wirkstoff Ibuprofen. Wer an Röteln erkrankt ist, sollte sich zudem schonen.

Komplikationen durch Röteln werden abhängig von ihrer Art und Ausprägung behandelt. So kann es zum Beispiel zusätzlich zu einer bakteriellen Infektion kommen. In solchen Fällen ist ein Antibiotikum sinnvoll, das die Bakterien bekämpft.

Hohes Risiko von Fehlbildungen in der Schwangerschaft

Eine Röteln-Infektion in der Schwangerschaft ist dagegen fast immer mit schwerwiegenden Folgen für die betroffenen Kinder behaftet. Infiziert sich eine Schwangere bis zur 12. Schwangerschaftswoche, liegt das Risiko für Fehlbildungen bei etwa 85 Prozent. Dabei sind die Fehlbildungen meist umso schwerer, je früher in der Schwangerschaft sich die Mutter infiziert hat. Die Behandlung richtet sich dann nach den jeweiligen Beschwerden.


Fehlbildungen an Herz und Augen machen in vielen Fällen eine Operation erforderlich. Bei Schwerhörigkeit sind Hörgeräte wichtige Hilfsmittel, darüber hinaus ist eine logopädische Förderung sinnvoll. Als Folge des konnatalen Rötelnsyndroms können betroffene Kinder auch in ihrer körperlichen und geistigen Entwicklung zurückbleiben. Daher ist häufig eine umfassende sonderpädagogische Betreuung sowie Physiotherapie notwendig.

Röteln vorbeugen: MMR-Impfung bietet Schutz

Der beste Schutz zur Vorbeugung von Röteln ist die Impfung. Die Ständige Impfkommission des Robert Koch-Instituts (STIKO) empfiehlt die erste Impfung in Form eines Kombinationsimpfstoffs gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR-Impfung) bei Kleinkindern zwischen dem 11. und 14. Lebensmonat. Um einen sicheren Schutz gegen diese Kinderkrankheiten aufzubauen, ist die Wiederholung der Impfung besonders wichtig. Diese sollte frühestens vier Wochen nach der ersten Impfung, spätestens jedoch vor Vollendung des zweiten Lebensjahres erfolgen.

Aber auch für ältere Kinder und Erwachsene ist die Impfung sinnvoll. Die Empfehlung gilt auch für Menschen, die nur einmal gegen Röteln geimpft wurden. Besonders Frauen im gebärfähigen Alter bietet die Röteln-Impfung bei einer späteren Schwangerschaft einen sicheren Schutz vor der Rötelnembryopathie.

Vielfach laufen Röteln ohne typische Symptome ab, sodass ungeimpfte Erwachsene manchmal unsicher sind, ob sie die Krankheit bereits durchgemacht haben (und somit geschützt sind) oder nicht. Im Zweifelsfall kann eine Blutprobe nachweisen, ob Immunität gegen Röteln besteht oder nicht. Die Impfempfehlung für Kinderkrankheiten wie Röteln, gilt außerdem besonders für Menschen, die beruflich häufig mit Babys, Kindern und Schwangeren in Kontakt kommen.

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