Länger können: Ejaculatio praecox behandeln

Vorzeitiger Samenerguss: Formen und Ursachen

Bei Männern unter 60 Jahren ist der vorzeitige Samenerguss die meist verbreitete sexuelle Funktionsstörung. Doch die Ejaculatio praecox ist kein Schicksal, sondern behandelbar – mit Paar- und Sexualtherapie oder Medikamenten.

Paar frustriert im Bett
Der vorzeitige Samenerguss (Ejaculatio praecox) ist eine weit verbreitete sexuelle Funktionsstörung unter Männern.
© iStock.com/vadimguzhva

Der vorzeitige Samenerguss (Ejaculatio praecox) ist eine sexuelle Funktionsstörung des Mannes. Kennzeichnend ist, dass der Samenerguss regelmäßig frühzeitig während des Geschlechtsverkehrs oder anderweitiger sexueller Stimulation erfolgt – ohne befriedigendes Erlebnis für die Beteiligten. In der Folge leiden häufig Psyche und Partnerschaft stark.

Im Durchschnitt hat der Mann nach ungefähr fünf Minuten Sex einen Samenerguss. Eine genaue Definition des “zu früh” gibt es beim vorzeitigen Samenerguss nicht, vielmehr handelt es sich um ein individuell beschriebenes Beschwerdebild. Ein weiteres Merkmal des Ejaculatio praecox ist, dass dieser regelmäßig oder dauerhaft auftritt – ein gelegentlicher vorzeitiger Samenerguss ist dagegen normal und kann beispielsweise bei Anspannung und Aufregung vorkommen.

Vorzeitigen Samenerguss verhindern: So kommt er später

Formen des vorzeitigen Samenergusses

Je nachdem, wann die sexuelle Funktionsstörung auftritt, unterscheiden Ärzte zwischen einer primären (lebenslang) und sekundären (erworben) Form. Der lebenslange Ejaculatio praecox tritt bereits in jungen Jahren bei den ersten sexuellen Aktivitäten auf. Dabei ist es unerheblich, in welcher Verfassung sich der Betroffene befindet oder mit welchem Partner beziehungsweise welcher Partnerin er zusammen ist. Bei der erworbenen Form tritt der vorzeitige Samenerguss erst im Laufe des Lebens auf, nachdem der Mann ein reguläres Sexualverhalten hatte.

Die internationale Gesellschaft für Sexualmedizin (ISSM) definiert den vorzeitigen Samenerguss als sexuelle Funktionsstörung des Mannes mit folgenden Merkmalen:

  • Ejakulation, die (fast) immer vor oder innerhalb von etwa einer Minute (primäre Form) oder innerhalb von drei Minuten (sekundäre Form) und weniger nach Einführen des Glieds auftritt

  • Unfähigkeit zur Verzögerung der Ejakulation bei jeder oder fast jeder (vaginalen) Penetration und

  • negative persönliche Folgen, beispielsweise Leidensdruck, Ärger, Frustration und/oder Vermeidung sexueller Intimität.

Bei der schwersten Form des vorzeitigen Samenergusses, dem "Ejaculatio ante portas", erfolgt die Ejakulation bereits vor dem Einführen des Gliedes.

Vorzeitiger Samenerguss: Ursachen

Die Ursachen für einen vorzeitigen Samenerguss sind noch nicht vollständig aufgeklärt und können ganz verschieden sein. Bei der primären Form spielen genetische und physiologische Faktoren eine Rolle. Einen besonderen Stellenwert hat der Neurotransmitter Serotonin, der unter anderem in den Prozess der Ejakulation involviert ist: Eine niedrige Serotoninkonzentration senkt die Schwelle zur Ejakulation.

Im Gegensatz dazu tritt die erworbene Ejaculatio praecox hauptsächlich als Folge einer Grunderkrankung wie erektile Dysfunktion, Erkrankungen der Prostata oder Schilddrüse, Diabetes mellitus, Harnwegsinfekten sowie psychischen Krankheiten (vorrangig Angststörungen) auf. Weitere Ursachen können sexuelle Unerfahrenheit, unregelmäßiger Sex und Nebenwirkungen bestimmter Medikamente wie Opiate und Sympathomimetika sein.

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Vorzeitiger Samenerguss: So wird die Diagnose gestellt

Bevor Betroffene einen Arzt aufsuchen, sollten sie das Gespräch mit der Partnerin oder dem Partner suchen und den vorzeitigen Samenerguss offen thematisieren. Beeinträchtigt dieser für beide Partner das Sexleben oder liegt ein hoher Leidensdruck des Betroffenen vor, kann der Hausarzt oder ein Urologe weiterhelfen.

Für die Diagnose ist eine ausführliche Sexualanamnese ausschlaggebend. Dabei fragt der Arzt nach den bisherigen sexuellen Erfahrungen, wie sich das eigene Sexleben entwickelt hat, wie die sexuelle Reaktion abläuft und ob der Betroffene oder sein Partner/seine Partnerin bereits Vermeidungsstrategien entwickelt hat. Da Angst vor einem vorzeitigen Samenerguss Intimität und den Geschlechtsverkehr beeinflussen und stören können, ist dieser Aspekt im Rahmen der Anamnese ebenfalls wichtig.

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Typische Fragen, die der Arzt bei der Sexualanamnese stellen kann:

  • Wie groß ist die Zeitspanne zwischen Eindringen des Penis und Auftreten des Samenergusses?

  • Kann die Ejakulation kontrolliert werden?

  • Belastet ein vorzeitiger Samenerguss den Betroffenen und/oder seine Beziehung?

  • Vermeidet der Betroffene und/oder sein Partner/seine Partnerin Sex?

  • Wann kam es zum ersten Mal zur vorzeitigen Ejakulation?

  • Trat der vorzeitige Samenerguss bereits bei den ersten sexuellen Aktivitäten auf?

Neben der Anamnese müssen organische Ursachen durch eine körperliche Untersuchung ausgeschlossen werden. Der vorzeitige Samenerguss kann die Folge einer Grunderkrankung sein, die behandelt werden muss.

Therapie: Was tun gegen Ejaculatio praecox?

Zur Behandlung eines vorzeitigen Samenergusses gibt es verschiedene Ansätze, die sich nach der zugrunde liegenden Ursache richten. Infrage kommen psychotherapeutische und medikamentöse Behandlungen. Verursacht eine Erkrankung die Ejaculatio praecox, führt meistens die Behandlung der Grunderkrankung zum Erfolg.

Bei psychogenen Ursachen spielen Sexual-, Paar- und Verhaltenstherapien eine große Rolle. Lebt der Betroffene in einer festen Beziehung, sollte für einen bestmöglichen Behandlungserfolg der Partner oder die Partnerin eingebunden werden. Im Rahmen einer Paartherapie kann gemeinsam an das Thema herangegangen und geeignete Maßnahmen erarbeitet werden.

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