Chronische Erkrankung der Atemwege

Asthma bronchiale

Atemnot, Husten, Atemgeräusche: Diese Symptome sind typisch für Asthma bronchiale. Dabei handelt es sich um eine chronische Erkrankung der Atemwege. Mit welchen Medikamenten die Erkrankung behandelt wird und was hinter einem Asthmaanfall steckt.

Frau mit Asthma beim Wandern
Akute Symptome bei Asthma können mit Asthma-Sprays behandelt werden.
© iStock.com/FatCamera

Bei Asthma bronchiale sind die Atemwege kurzzeitig oder dauerhaft so verengt, dass die Betroffenen schlecht Luft bekommen. Asthma tritt anfallsweise auf und führt zu pfeifenden Atemgeräuschen, Husten und Atemnot. Wird Asthma nicht angemessen behandelt, nehmen die Lungen mit der Zeit schlechter Sauerstoff auf und die körperliche Belastbarkeit lässt nach. Mit Medikamenten und unterstützenden Maßnahmen ist Asthma bronchiale heute gut behandelbar. Die meisten Asthmatiker bekommen ihre Erkrankung unter Kontrolle und führen ein weitgehend beschwerdefreies Leben.

In Deutschland erkranken etwa zehn bis fünfzehn Prozent der Kinder und fünf bis sieben Prozent der Erwachsenen an Asthma, insgesamt rund acht Millionen Menschen. Während bei Kindern Asthma überwiegend allergisch bedingt ist, tritt bei Erwachsenen (vor allem in der zweiten Lebenshälfte) häufiger eine nicht-allergische Form der Erkrankung auf.

Artikelinhalte im Überblick:

Asthma-Symptome und Auslöser

Wie kommt es zu Asthma bronchiale?

Asthma bronchiale ist eine chronische, entzündliche Erkrankung der Atemwege, bei der die Bronchien überempfindlich auf an sich harmlose Reize mit einer heftigen Abwehrreaktion reagieren. Die Bronchialmuskulatur verkrampft sich, die Schleimhäute der Bronchialwände schwellen an und bilden einen übermäßig zähen, glasigen Schleim. Dies führt zur sogenannten Bronchialobstruktion, einer Verengung der Luftwege innerhalb der Lunge. Die Atemluft kann nicht mehr ungehindert ein- und ausströmen, die Atemmuskulatur wird überlastet und es kommt zu Atemnot.

Durch die Verengung der Bronchien ist zuerst die Ausatmung erschwert. Beim Ausatmen muss mehr Kraft aufgebracht werden, der Ausatemzyklus wird verlängert und es kommt zum typischen Atemgeräusch. So verbleibt nach jedem Atemzug etwas mehr Luft in der Lunge als normal und in der Folge blähen sich die Lungen mit jedem Atemzug ein wenig mehr auf. Dies wiederum erschwert zusätzlich das Einatmen, da weniger der verbrauchten Luft, die eigentlich wieder ausgeatmet werden müsste, aus der Lunge herausströmen kann. Es bleibt weniger Platz in der Lunge, um frische, sauerstoffreiche Luft einzuatmen.

Grafik Atemwege normal und bei Asthma
Blutgefäße bei gesunden Menschen und Patienten mit Asthma
© iStock.com/maclifethai

Asthmatiker haben nicht ständig Beschwerden. Asthma tritt in Schüben auf, dazwischen bessern sich die Symptome oder verschwinden ganz, spontan oder durch Medikamente. Als medizinischer Notfall gilt der akut auftretende Asthmaanfall.

Symptome: Was sind Anzeichen von Asthma?

Die Anzeichen von Asthma schwanken in ihrer Ausprägung sowie in ihrem Schweregrad erheblich und treten meist nur in Krankheitsepisoden auf. Kennzeichnend für Asthma ist, dass Atemnot und weitere Beschwerden durch bestimmte Asthma-Medikamente behoben werden können. Dies unterscheidet Asthma von anderen, die Atemwege verengenden Lungen-Krankheiten. 

Zu Beginn eines Asthmaanfalls treten oft Brustenge, Schmerzen hinter dem Brustbein und Reizhusten auf. Dann kommen Atembeschwerden, Geräusche beim Ausatmen sowie ein Ansteigen von Atem- und Herzfrequenz hinzu. Diese Kurzatmigkeit wird dadurch verschlimmert, dass vor allem die Ausatmung erschwert ist und länger als normal dauert. Durch den anhaltenden Reizhusten lässt sich der glasig-zähe Schleim nur sehr spärlich abhusten.

Man unterscheidet folgende Ausprägungen von Asthma bronchiale:

  • Asthmaanfall: Hier nehmen die Beschwerden innerhalb weniger Stunden zu. Dabei können sie rasch oder allmählich zu einer schweren Beeinträchtigung und unbehandelt auch zum Tod führen.

  • Status asthmaticus: Darunter versteht man einen Asthmaanfall, der sich trotz Einsatz aller verfügbaren Medikamente fortsetzt und länger als 24 Stunden dauert.

  • Dauerasthma: Die Betroffenen leiden unter Wochen bis Jahre anhaltenden Beschwerden in wechselnder Ausprägung und Schwere.

Um den Schweregrad von Asthma bronchiale objektiv abschätzen zu können, unterscheiden Ärzte vier Krankheitsstufen. Diese sind von der Art und Ausprägung der Asthmasymptome abhängig. 

Stufe 1: Leichtes, gelegentlich auftretendes Asthma 

  • Beschwerden: kurzdauernd, maximal 1x pro Woche
  • Nächtliche Beschwerden: weniger als 2x im Monat 

Stufe 2: Leichtes, anhaltendes Asthma

  • Beschwerden: öfter als 1x pro Woche, aber nicht täglich
  • Nächtliche Beschwerden: öfter als 2x pro Monat
  • Die Beschwerden beeinträchtigen den Schlaf und schränken die Leistung ein 

Stufe 3: Mittelschweres, anhaltendes Asthma

  • Beschwerden: täglich
  • Nächtliche Beschwerden: öfter als 1x pro Woche
  • Die Beschwerden beeinträchtigen die körperliche Aktivität und den Schlaf

Stufe 4: Schweres, anhaltendes Asthma

  • Beschwerden: bestehen ständig, d.h. tagsüber und nachts Dauersymptome wechselnder Intensität.
  • Verschlechterungen und nächtliche Beschwerden sind häufig
  • Körperliche Aktivitäten sind deutlich eingeschränkt

Verschiedene Asthma-Formen 

Einige Asthma-Formen werden speziell nach ihrer auslösenden Ursache benannt, ansonsten gilt hauptsächlich die Unterscheidung in allergisches, nicht-allergisches und gemischtförmiges Asthma.

Allergisches Asthma (extrinsisches Asthma)

Diese Form wird durch Allergene ausgelöst und führt zur allergischen Frühreaktion mit einer vermehrten Bildung von Immunglobulin E. Auch eine eventuell nachfolgende Spätreaktion des Immunsystems kann asthmatypische Beschwerden auslösen. Allergisches Asthma beginnt oft in Kindheit oder Jugend und ist kann genetisch bedingt sein.

Typische Auslöser:

  • Pollen (saisonales Asthma)
  • Hausstaub und Hausstaubmilben
  • Tierhaare
  • Nahrungsmittel
  • Schimmelpilze

Nicht-allergisches Asthma (intrinsisches Asthma)

Hier laufen zwar ebenfalls Abwehrreaktionen im Körper ab, diese werden aber nicht durch ein Allergen, sondern einen anderen Auslöser hervorgerufen. Deshalb kommt es seltener zum Anstieg von Immunglobulin E und die allergische Frühreaktion findet nicht statt. Es kommt stattdessen zur asthmatischen Spätreaktion mit Immunglobulinen vom Typ G, welche die Entzündungszellen ebenfalls langanhaltend in Abwehrbereitschaft versetzen und so zu den asthmatypischen Beschwerden führen. Typischerweise sind beim nicht-allergischen Asthma nahezu immer die Nasennebenhöhlen chronisch mit entzündet. 

Bei etwa 30 bis 50 Prozent der erwachsenen Asthmatiker ist keine Allergie nachweisbar. Das nicht-allergische Asthma beginnt oft erst spät im 4. Lebensjahrzehnt und zwar typischerweise nach einer Virusinfektion der Atemwege. Schwankungen im Schweregrad der Erkrankung sind geringer ausgeprägt als beim allergischen Asthma, dafür verläuft das intrinsische Asthma häufig von Beginn an deutlich schwerer.

Typische Auslöser:

  • Kälte
  • Tabakrauch
  • Parfüm
  • Luftschadstoffe wie Ozon oder Stickstoffdioxid
  • Stess

Gemischtförmiges Asthma

Häufig liegen Mischformen zwischen der allergischen und der nicht-allergischen Form der Erkrankung vor. Meistens entwickelt sich das gemischtförmige Asthma aus einem ursprünglich allergischen Asthma. Wiederholte Atemwegsinfekte können dazu führen, dass im Lauf der Zeit nicht-allergische Ursachen die Oberhand gewinnen. 

Berufsbedingtes Asthma

In manchen Berufen kommt es zum täglichen Kontakt mit potenziellen Allergenen. Diese Berufe sind mit einem erhöhten Asthmarisiko verbunden, insbesondere wenn sie von Allergikern ausgeübt werden. Beispiele hierfür sind Bäcker (Mehlstauballergie), Frisöre (Nickel- und Pflegemittelallergie), Schreiner (Holzstauballergie) und Druckereiarbeiter (Farb- und Lösungsmittel). Daneben können bestimmte chemische Stoffe können das Bronchialsystem so stark reizen, dass Asthma entsteht, ohne dass eine allergische Reaktion zugrunde liegt. Beispiele hierfür sind das Einatmen von Chlorgas bei chemischen Unfällen oder von Isozyanaten bei der Herstellung von Kunststoffen, Lacken und Klebstoffen.

Erste Krankheitsanzeichen treten oft erst nach jahrelangem Kontakt mit dem Auslöser auf. Typisch für berufsbedingtes Asthma ist, dass sich die Beschwerden am Arbeitsplatz verstärken, während sie sich an den Wochenenden und im Urlaub bessern.

Infekt-Asthma

Asthma kann durch Infekte der Atemwege ausgelöst werden. Durch Virusinfektionen kommt es zu Entzündungen der Atemwege, was die typischen Asthma-Beschwerden auslösen oder sogar zu einem Asthmaanfall führen kann. 

Durch Arzneimittel ausgelöstes Asthma

Etwa zehn bis 20 Prozent der Asthmatiker reagieren auf bestimmte Medikamente überempfindlich. Dies gilt insbesondere für Asthmatiker mit der nicht-allergischen Form sowie für Frauen mittleren Alters. In besonders schweren Fällen kann die Einnahme des Medikaments einen Asthmaanfall auslösen.

Typische Auslöser:

  • Schmerzmittel mit dem Wirkstoff Acetylsalicylsäure
  • Nnicht-steroidale Entzündungshemmer
  • Antirheumatika
  • Betablocker

Belastungsasthma (Anstrengungsasthma)

Diese Form tritt vor allem zu Beginn und nach körperlicher Anstrengung auf. Belastungsasthma zeigt sich bei den meisten von Asthma betroffenen Kindern und bei etwa jedem dritten asthmakranken Erwachsenen. Auslöser sind Auskühlung und Austrocknung der Bronchialschleimhäute infolge der gesteigerten Atmung bei körperlicher Belastung. Deshalb treten die Asthmasymptome besonders bei Belastung in kalter Luft auf.

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Risikofaktoren von Asthma

Wie Asthma bronchiale genau entsteht, ist noch nicht sicher geklärt. Besonders für das allergische Asthma gibt es aber bestimmte Umstände und Voraussetzungen, die als Risikofaktor für Asthma gelten. Einige Faktoren beeinflussen alle Asthmaformen: 

  • Familiäre Belastung: leiden Familienangehörige unter Asthma, Allergien oder Neurodermitis, ist die Erkrankungswahrscheinlichkeit erhöht 

  • Untergewicht bei der Geburt: Kinder, die mit Untergewicht auf die Welt kommen, erkranken etwas häufiger an Asthma als Kinder, die bei der Geburt Normalgewicht haben 

  • Erkrankungen als Kind: Kinder die unter Allergien, Neurodermitis, Milchschorf oder Ekzemen leiden, entwickeln häufiger Asthma, als Kinder ohne diese Erkrankungen 

  • Rauchende Eltern: Kinder die von Geburt an Zigarettenrauch ausgesetzt sind, leiden wesentlich häufiger bereits als Kleinkinder unter Atemproblemen und entwickeln häufiger eine Asthmaerkrankung als Kinder, die nicht passiv rauchen. Manche Untersuchungen gehen sogar davon aus, dass das Rauchen der Mutter während der Schwangerschaft, die Asthmagefahr für das Kind erhöht 

  • Übertriebene Hygiene: hierdurch kann das Auftreten von Allergien gefördert werden 

  • Häufige virale Atemwegsinfekte: diese können Asthma auslösen oder verschlimmern 

  • Frühes Abstillen: durch Stillen mit Muttermilch können Asthmatikerinnen das Erkrankungsrisiko für ihr Kind reduzieren

Diagnose: Diese Untersuchungen werden gemacht

Besteht der Verdacht auf Asthma bronchiale, müssen verschiedene Untersuchungen durchgeführt werden. So wird geklärt, ob es sich tatsächlich um Asthma handelt oder ob eine andere Erkrankung die Beschwerden verursacht. Folgende Untersuchungen und Asthma-Tests führen zur Diagnose und entscheiden über Prognose und Therapie.

Ausführliche Krankenbefragung (Anamnese)

Informationen, die bei der Anamnese gewonnen werden können, lassen viele Rückschlüsse auf Art und Schweregrad der Erkrankung zu. So können Verhaltensregeln und Behandlungen erarbeitet werden, die für den einzelnen Betroffenen erfolgversprechend sind.  

Körperliche Untersuchung

Es wird besonders auf die Form des Brustkorbes, die Atemfrequenz und Zeichen für einen Sauerstoffmangel im Blut geachtet. Mit dem Stethoskop wird die Lunge abgehört und nach veränderten Atemgeräuschen gesucht. Mit dem Abklopfen des Brustkorbes können Verdichtungen des Lungengewebes und Überblähungen erkannt werden.

Lungenfunktionsprüfung

Durch unterschiedliche Lungenfunktionstests lässt sich feststellen, ob der Atemfluss durch eine Verengung der Bronchien gestört ist und welche Art der Atemeinschränkung genau vorliegt. Bei Asthma ist vor allem das Ausatmen behindert. Deshalb ist die Luftmenge, die der Patient mit aller Kraft und möglichst schnell ausatmen kann (Ausatemkapazität) besonders aussagekräftig. Außerdem ist die Menge der Luft, die in der Lunge nach dem Ausatmen zurückbleibt (Residualvolumen) von besonderem Interesse. Für diese Messungen eignen sich zwei Methoden: die Peak-Flow-Messung und die Spirometrie.

Bei der Peak-Flow-Messung pustet der Betroffene mit voller Kraft in ein Gerät, das die höchstmögliche Strömungsgeschwindigkeit der Ausatemluft misst,  den so genannten Spitzenfluss. Asthmatiker können diese Messung auch regelmäßig zu Hause mit mobilen Messgeräten durchführen und so einen Überblick über die Veränderungen ihres Spitzenflusses in einem Protokoll aufzeichnen.

Bei der Spirometrie wird über ein Messgerät die Menge der geatmeten Luft gemessen. Hier interessiert vor allem der Wert der so genannten Einsekundenkapazität oder Sekundenluft. Dies ist die Menge an Luft, die pro Sekunde maximal ausgeatmet werden kann. Je stärker die Bronchien verengt sind, umso niedriger ist der Messwert. Auch hier wird nur eine Momentaufnahme der Lungenfunktion abgebildet. In beschwerdefreien Zeiten sind die Spirometriemessungen meist unauffällig.

Provokationstest

Durch das Einatmen von Metacholin oder Histamin wird künstlich eine Verengung der Bronchien provoziert. Beide Substanzen kommen natürlich im Körper vor, provozieren aber bei Asthmatikern mit übererregbarem Bronchialsystem schnell eine Reaktion der Bronchien, die dann bei der Lungenfunktionsmessung auffällig werden. Bei empfindlichen Personen kann so auch ein leichter Asthmaanfall ausgelöst werden.

Bronchospasmolysetest: Werden bei der Lungenfunktionsmessung erhöhte Werte gemessen oder wurde die Verengung der Bronchien künstlich durch einen Provokationstest herbeigeführt, wird ein bronchienerweiterndes Medikament (Bronchodilatoren wie zum Beispiel Salbutamol oder Fenoterol) inhaliert. Bei Asthmatikern kann durch dieses Medikament eine Erweiterung der Bronchien erreicht werden, die sich dann wiederum bei der Spirometrie messen lässt. 

Belastungstest und Allergietest

Durch die Messung der Atmung unter körperlicher Anstrengung lassen sich Rückschlüsse darüber ziehen, ob ein Belastungsasthma vorliegt. Um den Verdacht auf allergisches Asthma zu bestätigen, wird zusätzlich zur gründlichen Befragung über eine mögliche Allergieneigung, im Blut die Menge an Antikörpern vom Typ Immunglobulin E (IgE) bestimmt. Ein erhöhter Wert weist auf eine Allergie hin.

Um die allergieauslösende Substanz zu finden werden Hauttests oder Blutuntersuchungen (Antikörper-Suchtests, RAST) durchgeführt. Besteht weiterhin Unklarheit, können verdächtige Substanzen auch über die Nase oder den Mund eingeatmet werden.

Weitere Untersuchungen wie Röntgenaufnahme der Lungen, Blutgasuntersuchung oder Sputum-Analyse (Untersuchung von Auswurf) werden nach Bedarf durchgeführt. Sie dienen eher der Abgrenzung zu anderen Erkrankungen der Atemwege. Hier kommen folgende Differentialdiagnosen in Betracht:

  • chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD)
  • Sarkoidose oder exogene allergische Alveolitis
  • Reizung der Bronchien durch versehentlich eingeatmeten Magensaft (Refluxkrankheit)
  • Herzschwäche (Herzinsuffizienz)
  • Entzündung oder Vernarbung der Atemwege nach Infektionen
  • Tuberkulose
  • Cystische Fibrose (Mukoviszidose)
  • Entzündungen durch eingedrungene Flüssigkeit oder Fremdkörper in den Atemwegen
  • Lungenentzündung

Therapie: Wie kann Asthma behandelt werden?

Asthma bronchiale ist in den meisten Fällen gut behandelbar und ermöglicht den Betroffenen ein beschwerdefreies oder beschwerdearmes Leben. Man unterschiedet zwischen einer Basistherapie, welche die aktuellen Symptome behandelt und verhindert, dass die Erkrankung weiter voranschreitet, sowie der Therapie im akuten Asthmaanfall und vorbeugenden Maßnahmen. 

Viele Medikamente werden inhaliert, wodurch der Wirkstoff direkt in die Atemwege gelangt. So ist er bereits in niedriger Dosierung wirksam. Es gibt verschiedene Inhalationssysteme, die zum Inhalieren der Asthma-Medikamente geeignet sind. Treibgas getriebene Systeme und Pulversysteme enthalten bereits den Arznei-Wirkstoff, während Vernebler ausschließlich ohne Wirkstoff angeboten werden – das heißt der Wirkstoff muss für Vernebler separat verordnet werden.

Reliever: Bedarfs- oder Notfallmedikamente

Reliever bekämpfen akut die Beschwerden von Asthma. Auf die Ursache haben sie keinen Einfluss, denn sie haben keine entzündungshemmende Wirkung. Angewendet werden sogenannte Beta-2-Sympathomimetika (auch Beta-2-Agonisten genannt), welche die Atmung erleichtern, indem sie die verkrampfte Bronchialmuskulatur entspannen und den Abtransport von Bronchialschleim verbessern.

Man unterteilt die Reliever in zwei Gruppen:

  • kurzwirksame Beta-2-Sympathomimetika wie beispielsweise die Wirkstoffe Fenoterol, Salbutamol und Terbutalin. Es gibt sie als Asthmaspray zum Inhalieren, deren Wirkung sofort eintritt. Die Wirkung hält aber nur etwa drei bis fünf Stunden an. Vor körperlicher Belastung kann ein kurzwirksames Beta-2-Sympathomimetikum (meist Salbutamol) inhaliert werden, um einem Belastungs-Asthmaanfall kurzfristig vorzubeugen.

  • Langwirksame Beta-2-Sympathomimetika wie zum Beispiel die Wirkstoffe Formoterol, Bambuterol oder Salmeterol bewirken ebenfalls eine Erweiterung der Bronchien. Ihre Wirkung setzt nach drei bis zehn Minuten ein, ihre Wirkung hält aber bis zu zwölf Stunden an. Langwirksame Sympatomimetika sind für fortgeschrittenere Stadien der Asthma-Erkrankung geeignet. Diese Medikamente können als Spray oder als Tabletten eingesetzt werden.

Controller – Dauermedikamente zur Langzeitbehandlung

Die Medikamente unterdrücken die ständige Entzündungsbereitschaft der Atemwege und wirken damit gegen die Ursache der Asthma-Erkrankung. Sie bewirken, dass die Schwellung, die Schleimbildung und die chronische Entzündung in den Bronchien zurückgehen. Durch Controller soll auf lange Sicht erreicht werden, dass Beschwerden insgesamt seltener und weniger heftig auftreten. Auch Controller werden meist inhalativ über ein Asthma-Spray verabreicht. Auch wenn keine akuten Symptome vorliegen, müssen Controller täglich eingenommen werden. Nur so kann der therapeutische Erfolg gewährleistet werden.

  • Cortison: Nach dem heutigen Stand der Forschung sind Cortisonpräparate die wirksamsten Langzeitmedikamente in der Asthmabehandlung. Cortisonsprays bewirken ein Abschwellen der Bronchialschleimhaut, verringern die Schleimproduktion, hemmen die allergische Reaktion und vermindern die Überempfindlichkeit der Bronchien. Somit schwächen sie die ständige Entzündungsbereitschaft in den Atemwegen ab. Bis zum vollen Wirkeintritt dauert es mehrere Tage bis Wochen, die Wirkung von Cortison hält nach dem Abklingen der Entzündung allerdings lange an. 

  • Anti-IgE oder Anti-IL5: Die Therapie mit Anti-IgE oder Anti-IL5 sind Behandlungsmöglichkeiten, die in bestimmten Fällen des schweren Asthmas Anwendung finden. Voraussetzung für diese Therapien ist, dass trotz Einsatz der verfügbaren Asthma-Medikamente keine ausreichende Kontrolle oder Verbesserung der Asthmasymptome erreicht werden konnte.

Neben der medikamentösen Behandlung, können Patienten durch bestimmte Verhaltensweisen und einem angepassten Lebensstil dazu beitragen, das Asthma in Schach zu halten.

  • vermeiden von Asthma-Auslösern (Schadstoffe, Allergene) 

  • Verzicht auf Rauchen 

  • Asthma-Patientenschulung 

  • regelmäßige Kontrollen des Behandlungsverlaufs 

  • regelmäßige Bewegung und Sport 

  • Atemtherapie 

  • Entspannung, zum Beispiel Meditation oder Yoga 

  • Austausch von Erfahrungen in Selbsthilfegruppen 

Der (akute) Asthmaanfall 

Ein Asthmaanfall beginnt meistens mit Husten, pfeifender Atmung und Kurzatmigkeit. Aus der Kurzatmigkeit wird Atemnot, welche unterschiedlich stark sein kann. Besonders das Ausatmen fällt schwer. Bei starker Atemnot kann zusätzlich ein Engegefühl in der Brust auftreten. Ein akuter Asthmaanfall ist für die Betroffenen meist eine beängstigende Situation.

Welche Prognose haben Asthmatiker? 

Asthma bronchiale ist eine chronische Erkrankung, die oft lebenslang in unterschiedlicher Ausprägung bestehen bleibt. Obwohl Asthma nicht heilbar ist, kann es so weit unter Kontrolle gebracht werden, dass bei den meisten Asthmatikern volle körperliche Leistungsfähigkeit besteht. Dabei kann der Patient auch selbst einiges für einen günstigen Krankheitsverlauf tun. Frühzeitiges Erkennen der Erkrankung ist wichtig, um keine bleibenden Schäden durch die anhaltenden Entzündungen zu riskieren.

Besonders die Prognose von kindlichem Asthma ist sehr gut. In 30 bis 50 Prozent der Fälle verschwindet das Asthma in der Pubertät, kann aber im Erwachsenenalter wiederauftauchen. Je schwerer das Asthma in der Kindheit, desto wahrscheinlicher ist, dass die Betroffenen auch als Erwachsene darunter leiden. Aber auch leichtes kindliches Asthma führt in fünf bis zehn Prozent der Fälle später zu asthmatischen Beschwerden. Die Lungenfunktion eines Erwachsenen, der als Kind Asthma hatte, ist oft mäßig eingeschränkt. Man geht davon aus, dass bei rund 20 Prozent der Erwachsenen Asthma ausheilen kann, 40 Prozent der erwachsenen Asthmatiker erleben im Laufe der Erkrankung immerhin einen deutlichen Rückgang der Symptome.

Die Lebenserwartung eines gut behandelten Asthmatikers entspricht derjenigen eines Gesunden. Bleibende Schäden des Lungengewebes sind in solch einem Fall eher selten. Unbehandeltes Asthma kann dagegen mit zunehmender Krankheitsdauer die Atemwege der Betroffenen so stark schädigen, dass dauerhafte Beschwerden auftreten. Ohne eine geeignete Behandlung kann Asthma bronchiale auch zum Tode führen.

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