Darmkrebs (Kolonkarzinom): Risiko, Heilungschancen und Therapie

Darmkrebs ist in Deutschland eine der häufigsten Krebserkrankungen. Mit zunehmendem Alter und familiärer Vorbelastung steigt das Risiko für ein Kolonkarzinom. Was Sie vorbeugend tun können, welche Symptome typisch sind und welche Therapie infrage kommt.

polypen-entfernung polypektomie
Die Darmspiegelung entdeckt Darmkrebs meist schon in einem so frühen Stadium, dass er noch heilbar ist.
© iStock.com/Eraxion

In Deutschland ist Darmkrebs bei Frauen nach Brustkrebs die zweithäufigste, bei Männern die dritthäufigste Krebsart. Unter Darmkrebs fassen Ärzte Krebserkrankungen im Dickdarm, im Mastdarm und des Afters zusammen. Häufig entwickelt sich Darmkrebs langsam aus Vorstufen, medizinisch Polyp oder Adenom (gutartiger Tumor) genannt. Im Laufe von mehreren Jahren kann sich daraus ein bösartiges Karzinom entwickeln, das unbehandelt tödlich ist.

Mit steigendem Alter nimmt das Risiko für Darmkrebs zu, das mittlere Erkrankungsalter liegt bei über 70 Jahren. In den letzten Jahren hat die Zahl der Neuerkrankungen zugenommen, dazu tragen vermutlich auch die heutigen Ess- und Lebensgewohnheiten bei. Gleichzeitig sinkt die Sterberate, sodass Patienten zunehmend langfristig mit Darmkrebs leben können und ihre Lebenserwartung steigt.

Artikelinhalte im Überblick:

Zwölf Fakten zum Darmkrebs

Ursachen: Wie entsteht Darmkrebs?

Es gibt verschiedene Faktoren, die mit Darmkrebs in Verbindung gebracht werden und das Risiko für eine Erkrankung erhöhen. In den meisten Fällen wirken diese zusammen.

Risikofaktoren für Darmkrebs:

Veranlagung: Darmkrebs-Risiko liegt auch in den Genen

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Etwa ein Drittel der Patienten mit Darmkrebs haben ihre Krankheit geerbt, das heißt in der Familie gibt es eine Neigung für diese Krebsart. Direkt verwandte Menschen von Betroffenen (Kinder, Geschwister, Eltern) haben ein erhöhtes Risiko, ebenfalls an Darmkrebs zu erkranken. Je mehr Familienmitglieder bereits an der Krebsart oder einer Vorstufe leiden, desto höher ist das Risiko für die übrigen Angehörigen. Ein ebenfalls deutlich erhöhtes Darmkrebsrisiko haben Menschen, deren direkte Verwandte Polypen hatten.

Wer um die familiäre Belastung weiß, kann Darmkrebs trotzdem gut vorbeugen. Voraussetzungen sind eine rechtzeitige Darmkrebsvorsorge und die regelmäßige Durchführung von Darmspiegelungen, um Veränderungen im Darm möglichst frühzeitig zu erkennen. Das Risiko für Angehörige ist umso größer, je jünger das erkrankte Familienmitglied bei seiner Diagnose war.

Bestimmte Symptome können Warnzeichen sein

Im Anfangsstadium verursacht Darmkrebs kaum Beschwerden und macht sich auch später oft nur durch unspezifische Symptome bemerkbar. Doch es gibt eine Reihe von Warnzeichen, die auf Darmkrebs hinweisen können, wobei viele dieser Symptome auch harmlosere Ursachen haben können. So werden Verdauungsbeschwerden häufig durch eine ungesunde Ernährung, verdorbene Nahrungsmittel oder Lebensmittelunverträglichkeiten hervorgerufen. Bei vergrößerten oder entzündeten Hämorrhoiden kann dagegen Blut in den Stuhl gelangen. Dennoch sollte bei Unsicherheiten oder anhaltenden Beschwerden ein Arzt aufgesucht werden.

Diagnose von Darmkrebs durch den Arzt

Der erste Schritt zur Diagnose von Darmkrebs ist ein ausführliches Gespräch mit dem Arzt (Anamnese). Dabei klärt er ab, welche Beschwerden vorhanden sind und ob in der Familie bereits Fälle von Darmkrebs aufgetreten sind. Danach folgen eine Tastuntersuchung des Enddarms, eine Laboruntersuchung auf Blut im Stuhl, eine Darmspiegelung und bei Bedarf weitere bildgebende Untersuchungen.

Tastuntersuchung

Liegt der Tumor im Bereich des Enddarms, kann er über eine Tastuntersuchung (digital-rektale Untersuchung) entdeckt werden. Dabei tastet der Arzt mit dem Finger den Enddarm über den After ab und kann so Polypen oder Tumoren erfühlen. Ist der Beckenboden entspannt, bereitet die Untersuchung normalerweise keine Schmerzen.

Auch die Bauchdecke wird abgetastet, um mögliche Tumoren im vorderen Bauchbereich zu identifizieren. Mithilfe des Stethoskops stellt der Arzt zudem fest, ob die Darmgeräusche normal klingen oder Hinweis auf eine Erkrankung geben.

Test auf Blut im Stuhl

Tumoren im Darm bluten häufiger als die Darmschleimhaut, weshalb Blut im Stuhl ein Warnzeichen für Darmkrebs sein kann. Das Blut kann dabei sichtbar oder für das bloße Auge nicht erkennbar im Stuhl enthalten sein. In zweiterem Fall kann ein Stuhltest aufdecken, ob okkultes (verstecktes) Blut im Stuhl ist. Mittels Blutuntersuchung wird auch nach bestimmten Tumormarkern gesucht. Das sind spezielle Substanzen, die von einigen Krebsarten gebildet und vermehrt ins Blut abgegeben werden.

Darmspiegelung mit Biopsie

Die aussagekräftigste Untersuchung und das Standardverfahren bei Verdacht auf Darmkrebs ist die komplette Darmspiegelung (Koloskopie). Dazu führt der Arzt einen biegsamen, etwa 1,5 Meter langen Schlauch (Endoskop) über den After in den Darm ein. An der Spitze des Endoskops befindet sich eine kleine Kamera, mit der die Schleimhaut des gesamten Dickdarms beurteilt werden kann. Zuvor muss der Darm jedoch mithilfe eines Abführmittels vollständig entleert werden, damit der Arzt den Darm ungestört betrachten kann.

Werden dabei Darmpolypen entdeckt, kann der Arzt sie mit einem zusätzlichen Instrument direkt entfernen und aus verdächtigen Veränderungen Gewebeproben entnehmen. In der Regel sind Darmspiegelung, Abtragung der Polypen und Biopsie schmerzlos. Häufig erhalten Patienten vor der Koloskopie dennoch ein Beruhigungsmittel oder bei Bedarf eine leichte Narkose. Nach der Untersuchung sollten sich Patienten sicherheitshalber von der Praxis abholen lassen, denn Autofahren ist tabu.

Eine Alternative für Patienten, bei denen eine herkömmliche Darmspiegelung nicht durchgeführt werden kann, ist die Kapselkoloskopie. Dazu schluckt der Patient eine kleine Kapsel, die mit Video- und Sendetechnik ausgestattet ist.

Virtuelle Koloskopie als Alternative zur Endoskopie

Die virtuelle Koloskopie (CT- oder MRT-Kolonografie) eignet sich für Patienten, bei denen eine herkömmliche Darmspiegelung nicht möglich ist. Sie ist jedoch weniger zuverlässig als die klassische Darmspiegelung per Endoskop, da durch die Darm-CT oder -MRT entzündliche Bereiche und kleine Polypen übersehen werden können. Entdeckt der Arzt während der Untersuchung Polypen, müssen diese in einem separaten Eingriff entfernt werden. Auch bei der virtuellen Darmspiegelung ist eine vorherige Darmreinigung notwendig, um eine bestmögliche Sicht auf den Darm zu ermöglichen.

Weitere Untersuchungen nach Darmkrebs-Befund

Liegt nach den ersten Befunden tatsächlich eine bösartige Geschwulst vor, so klärt der Arzt durch zusätzliche Untersuchungen, ob diese bereits die Lymphknoten in ihrer Umgebung befallen hat oder Metastasen in anderen Organen bildet:

  • Ultraschall: Mit der Ultraschalluntersuchung lassen sich Metastasen in der Leber und Lymphknotenvergrößerungen in der Bauchhöhle nachweisen.

  • CT: Computertomographische Aufnahmen der Bauchhöhle

  • Röntgen-Thorax: Zum Nachweis oder Ausschluss von Metastasen in der Lunge wird der Brustkorb geröntgt.

Stadien von Darmkrebs

Darmkrebs entwickelt sich in mehreren Stufen: Zunächst kommt es zu gutartigen Neubildungen der Darmschleimhaut, den Polypen oder Adenomen. In den meisten Fällen bleiben diese Vorstufen gutartig und können vom Arzt im Rahmen einer Koloskopie entfernt werden. Die Polypen können sich jedoch auch innerhalb von fünf bis zehn Jahren zu Darmkrebs entwickeln.

Liegt eine Krebserkrankung vor, klärt der Arzt, in welchem Stadium sich der Tumor befindet. Diese Frage ist zentral für die Beurteilung der Heilungschancen und die Auswahl der geeigneten Therapie. Dazu entnimmt der Arzt während einer Darmspiegelung eine Gewebeprobe (Biopsie) und lässt sie vom Pathologen mikroskopisch untersuchen. Mediziner unterscheiden sechs verschiedene Darmkrebs-Stadien:

  • Stadium 0 (Carcinoma in situ): In diesem Frühstadium ist der Darmkrebs auf die innerste Schicht der Darmschleimhaut begrenzt.

  • Stadium 1: Der Krebs hat sich in die äußere Schicht der Darmwand sowie die umgebende Muskelschicht des Darms ausgebreitet. Allerdings sind keine Krebszellen in der zum Bauchraum gelegenen Wand oder außerhalb des Dickdarms festzustellen.

  • Stadium 2: Der Krebs breitet sich auf das umliegende Gewebe aus, hat allerdings noch keine Lymphknoten befallen.

  • Stadium 3: Infiltration der benachbarten Lymphknoten, jedoch keine weitere Ausbreitung auf andere Körperregionen.

  • Stadium 4: Metastasen sind in anderen Körperregionen und Organen nachweisbar.

  • Rezidiv: Nach Abschluss einer Behandlung tritt der Darmkrebs wieder auf oder erscheint als Metastasen in einem anderen Organ, oft in Leber oder Lunge.

Behandlung: Wie wird Darmkrebs behandelt?

Für welche Art und welchen Umfang der Therapie sich der Arzt entscheidet, ist abhängig von der Lage des Tumors, dem Stadium der Erkrankung, der Aggressivität der vorhandenen Krebszellen sowie vom Lebensalter und der körperliche Belastbarkeit des Patienten. Unbehandelt verläuft Darmkrebs tödlich.

Chirurgische Entfernung des Krebses

Bei Darmkrebs der Stadien eins bis drei empfiehlt die aktuelle Leitlinie zunächst eine Operation, bei der versucht wird, den Tumor vollständig zu entfernen (R0-Resektion). Neben dem Tumor werden auch umliegende Darmabschnitte und Lymphknoten entfernt. Damit soll verhindert werden, dass eventuelle, bereits abgesiedelte, Krebszellen später zu Metastasen heranwachsen. Je früher der Darmkrebs erkannt wird, desto leichter kann er komplett entfernt werden und umso besser sind die Heilungschancen des Patienten.

Nach Resektion des betroffenen Darmabschnitts, werden die Enden des Organs wieder miteinander vernäht. In den meisten Fällen ist der verbleibende Darm in der Lage, die Verdauungsfunktion komplett zu übernehmen, sodass auch der natürliche Darmausgang erhalten bleibt. Liegt der Tumor jedoch zu nah am Schließmuskel, muss dieser ebenfalls entfernt und ein künstlicher Darmausgang (Stoma) gelegt werden. Dafür wird auf der Bauchdecke eine kleine Öffnung angelegt, über die der Darminhalt in spezielle Beutel oder durch regelmäßige, kontrollierte Spülungen entleert werden kann.

Operationen bei Metastasen

In den meisten Fällen findet die Bildung von Tochtergeschwüren beim Darmkrebs zunächst in der Leber statt. Finden sich einzelne Lebermetastasen, so können diese in günstigen Fällen mittels Operation entfernt werden. Fast immer werden operative Maßnahmen von einer Chemotherapie begleitet. Auch eine gezielte Therapie mit Laser-, Hitze- oder Kältesonden sowie Zytostatika (Medikamente, die das Tumorwachstum stoppen) wird in Einzelfällen angewendet.

Chemotherapie bei Darmkrebs

Beim Darmkrebs wird eine Chemotherapie begleitend zur Operation (adjuvant) durchgeführt. Damit können Krebszellen behandelt werden, die bereits gestreut haben, aber noch nicht sichtbar und dadurch operativ entfernt werden können. Eine vor einer Operation erfolgte Chemotherapie kann zur Verkleinerung des Tumors führen, sodass dieser anschließend besser chirurgisch behandelt werden kann. Auch die Heilungschancen werden durch die Medikamentengabe deutlich verbessert. In den meisten Fällen kann die Chemotherapie ambulant durchgeführt werden.

Chemotherapie bei Metastasen

Beim Kolonkarzinom bilden sich häufig Lebermetastasen. Hier besteht die Möglichkeit, die Zytostatika gezielt und in hoher Dosis in das Organ einzubringen (lokale Chemotherapie). Dazu wird in einem kleinen Eingriff ein dünner Katheter direkt in das Blutgefäß geführt, das die Leber versorgt. Dieser Katheter wird mit einem kleinen Reservoir verbunden, welches unter der Haut angelegt wird. Durch Punktion dieses Ports durch die Haut mit einer Kanüle können dann die Medikamente in die Leber gebracht werden.

Bestrahlung

Auch eine Strahlentherapie kommt bei der Behandlung des Darmkrebses infrage. In vielen Fällen wird die Strahlentherapie mit einer Chemotherapie kombiniert. Beim Krebs des unteren Mastdarms wird eine Bestrahlung vor der Operation durchgeführt, um den Tumor zu verkleinern. Außerdem soll so die natürliche Funktion des Mastdarms nach Möglichkeit erhalten bleiben. Kann bei der Operation nicht sichergestellt werden, dass der Tumor vollständig entfernt wurde, wird bestrahlt. Dadurch kann das Risiko des Weiterwachsens verbliebener Tumorreste deutlich gemindert werden.

Immuntherapie als innovative Option

Ein Verfahren, das in der Krebsbehandlung in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen hat, ist die Immuntherapie. Dabei machen sich Ärzte die Möglichkeiten des Körpers zunutze, fremde Zellen oder Substanzen durch die Bildung spezieller Antikörper gezielt zu zerstören. Für Lungenkrebs und Hautkrebs wurden bereits entsprechende Medikamente zugelassen – beim fortgeschrittenen Darmkrebs werden Substanzen der Immuntherapie noch in klinischen Studien untersucht.

Palliative Maßnahmen bei fortgeschrittenem Darmkrebs

Unter Palliativmedizin versteht man solche Behandlungen, bei der zwar keine Heilung, aber eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität des Patienten erzielt werden kann. Palliative Maßnahmen werden in sehr weit fortgeschrittenen Stadien des Darmkrebses durchgeführt, die als nicht mehr heilbar gelten. Zu ihnen gehören:

  • Die Operation des Tumors, um einen Darmverschluss zu vermeiden. Auch kann palliativ eine Umgehung um einen vom Krebs verschlossenen Darmabschnitt angelegt werden.

  • Die Bestrahlung von Darmtumoren oder Metastasen zur Verringerung von Schmerzzuständen.

  • Die Chemotherapie beim fortgeschrittenen Krebsleiden. Hier kann eine Behandlung mit relativ gut verträglichen Medikamenten gewählt werden.

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Heilungschancen

Wird Darmkrebs frühzeitig erkannt und behandelt, stehen die Heilungschancen für den Patienten sehr gut. In frühen Stadien hat der Tumor meist noch keine Metastasen in anderen Organen gebildet und ist deshalb in der Regel gut behandelbar. Die Überlebenszeit von Betroffenen hat sich in den vergangen zehn Jahren stark erhöht. Grund für die verbesserte Prognose sind neu entwickelte Therapiemöglichkeiten und Vorsorgeuntersuchungen, die immer mehr Deutsche nutzen.

Bei sehr aggressiven Karzinomen stehen die Heilungschancen dagegen weniger gut – diese Krebstypen streuen bereits in einem sehr frühen Stadium und breiten sich in anderen Organen aus.

Vorsorge: Darmkrebs-Screening zur Früherkennung

Die gesetzlichen Krankenkassen bieten ihren Versicherten mit dem Eintritt ins 50. Lebensjahr deshalb ein Darmkrebs-Screening. Dazu gehören zunächst jährliche Tastuntersuchungen des Darms sowie eine Untersuchung des Stuhls auf Blut. Ab dem 55. Lebensjahr gibt es dann die Möglichkeit zur Vorsorge- Darmspiegelung.

Ab 50: Jährliche Tast- und Stuhluntersuchung

Ab dem 50. Lebensjahr steht gesetzlich Krankenversicherten eine jährliche Tast- und Stuhluntersuchung beim Gastroenterologen zu. Bei der digital rektalen Untersuchung tastet der Arzt vom After aus die unteren Abschnitte des Darms auf Verhärtungen oder anderweitige Veränderungen ab. Ergibt sich dabei ein auffälliger Befund, leitet er weitere Untersuchungen ein.

Des Weiteren wird ein immunologischer Test (iFOBT) auf nicht sichtbares (okkultes) Blut im Stuhl durchgeführt. Dickdarmkrebs neigt zu Blutungen, wobei die Blutmengen mitunter so gering sind, dass sie mit dem bloßen Auge nicht sichtbar sind. Der iFOBT weist Blut im Stuhl mit Hilfe von Antikörpern nach und ist dadurch weniger störanfällig. Zudem ist der immunologische Stuhltest empfindlicher und erkennt Darmkrebs und dessen Vorstufen zuverlässiger als den zuvor angewandten Gujaktest (biochemischer Test auf okkultes Blut im Stuhl).

Ab 55: Darmspiegelung als Vorsorge

Ab dem 55. Lebensjahr können die Versicherten zwischen zwei Angeboten wählen: Einem Stuhltest alle zwei Jahre oder Darmspiegelungen (Koloskopie) im Abstand von zehn Jahren bei unauffälligem Befund. Während mithilfe der Stuhlprobe in der Regel bereits ausgebildete Tumoren entdeckt werden, lassen sich bei der Darmspiegelung auch Krebsvorstufen erkennen. Ein weiterer Vorteil der Koloskopie besteht darin, dass sie auch Tumoren sichtbar macht, die keine Blutungen verursachen und deshalb beim Stuhltest nicht entdeckt würden.

Früherkennung bei Risikogruppen

Für Risikopatienten übernehmen gesetzliche Krankenkassen die Kosten für ein individuell zugeschnittenes Untersuchungsprogramm.

  • Familiäre Häufung: Ist ein direkter Verwandter (Eltern, Geschwister, Kinder) an Darmkrebs erkrankt oder wurde bei ihm ein Darmpolyp oder Adenom nachgewiesen, sollten Angehörige zehn Jahre vor dem Alter, an dem das Ereignis aufgetreten ist, eine Koloskopie machen lassen, spätestens mit 50 Jahren.

  • Genetische Vorbelastung: Sind mindestens drei direkte Verwandte an Magen-, Darm- oder Gebärmutterkrebs erkrankt, sind bei Familienmitgliedern ab 25 Jahren Darmspiegelungen in regelmäßigen Abständen angezeigt. Auch eine humangenetische Beratung kann infrage kommen.

  • Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen: Gemäß den Leitlinien übernehmen die Krankenkassen bei Pancolitis (Entzündung des gesamten Dickdarms) über acht Jahre oder linksseitig ausgedehnter Colitis ulcerosa seit mehr als 15 Jahren jedes Jahr eine komplette Darmspiegelung mit Stufenbiopsie.

Prävention - Risiko durch gesunde Lebensweise senken

Neben Vorsorgeuntersuchungen gibt es weitere Möglichkeiten, das Risiko für eine Darmkrebserkrankung zu senken. Anhand der Datenlage aus klinischen Studien und Beobachtungsstudien lassen sich laut der Deutschen Krebsgesellschaft drei Grundsätze zur Risikosenkung ableiten:

  1. Ausreichend Bewegung: Körperliche Aktivität tut der Verdauung und dem gesamten Körper gut. Von Schwimmen über Radfahren bis hin zum Fitnessstudio: Die Art der Bewegung spielt dabei keine Rolle. Auch Bewegung im Alltag zählt zu den Sporteinheiten, zum Beispiel Treppen steigen statt Fahrstuhl fahren oder zum Bäcker laufen statt mit dem Auto fahren.

  2. Gesunde, ausgewogene Ernährung: Ideal ist eine leichte Vollkost mit vielen Ballaststoffen (30 g pro Tag) sowie frisches Gemüse und Obst. Auf fett- und zuckerhaltige Lebensmittel besser verzichten und nur in Maßen genießen. Insbesondere rotes Fleisch (Rind, Schwein, Lamm, Wild) und Wurstwaren gelten als Risikofaktoren für Darmkrebs und sollten nicht täglich auf dem Speiseplan stehen. Auch Alkohol sollte besser nur in geringen Mengen und nicht jeden Tag konsumiert werden.

  3. Nicht Rauchen: Wer raucht, erhöht sein Risiko für viele Krankheiten, darunter Darmkrebs oder Herz-Kreislauferkrankungen.

Immer wieder werden bestimmten Lebensmitteln eine risikoerhöhende oder -reduzierende Wirkung zugesprochen. Oftmals sind die zugrundeliegenden Daten jedoch von schlechter Qualität oder werden durch weitere Studien widerlegt. Demnach sprechen Experten keine gesicherten Empfehlungen für oder gegen bestimmte Nahrungsmittel aus. Auch für Nahrungsergänzungsmittel konnten bisher keine gesicherten protektiven Effekte nachgewiesen werden.

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