Psychische Erkrankungen

Depression: Erkennen und behandeln

Eine Depression ist eine psychische Erkrankung, die gezielt behandelt werden kann. Eine frühe Diagnose und Behandlung ist wichtig. Was Anzeichen sind, wie Ärzte Depressionen erkennen und behandeln und wohin sich Betroffenen wenden können, erklären wir in diesem Artikel.

depression
Eine Depression hat nicht nur Einfluss auf die Stimmung, sondern erfasst Betroffene in ihrer psychischen und körperlichen Gesamtverfassung.
© iStockphoto.com/praetorianphoto

Der Begriff Depression kommt vom lateinischen Begriff deprimere, was „niederdrücken“ bedeutet. Auch wenn jeder Mensch Phasen mit psychischen Tiefs kennt, handelt es sich dabei nicht um Depressionen im medizinischen Sinne. Eine echte Depression verschwindet nicht von selbst und beeinträchtigt das Leben von Betroffenen sehr stark in fast allen Bereichen.

Im Überblick:

Die besten Tipps bei Depressionen

Häufigkeit und Verbreitung

Depressionen sind weltweit verbreitet. In Deutschland sind schätzungsweise etwa acht Prozent der erwachsenen Bevölkerung zwischen 18 und 79 Jahren betroffen – Tendenz steigend. Dazu kommen noch viele Menschen über 79 Jahre, die depressiv sind, in Statistiken aber nicht auftauchen. Auch Kinder können bereits betroffen sein.

Frauen sind mehr als doppelt so häufig betroffen wie Männer. Das Risiko, im Laufe seines Lebens einmal an einer Depression zu erkranken, liegt bei 16-20 Prozent. Sie kann grundsätzlich in jedem Alter auftreten. Die erste depressive Episode tritt jedoch am häufigsten in der Altersgruppe der 25-30-Jährigen auf.

Ursachen und Auslöser einer Depression

Nach Ansicht vieler Wissenschaftler liegen die Ursachen einer Depression in einer Stoffwechselstörung des Gehirns, durch die die Botenstoffe zwischen den Nervenzellen (Neurotransmitter) aus dem Gleichgewicht geraten sind. Wichtige Neurotransmitter sind Serotonin, Noradrenalin und Dopamin. Studien der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass diese bei der Entstehung von psychischen Erkrankungen eine wichtige Rolle spielen. Ist die Übertragung zwischen den Nervenzellen gestört oder besteht ein massives Ungleichgewicht zwischen den einzelnen Neurotransmittern, so schlägt sich das auch in den Gefühlen und Gedanken nieder: Grübeleien und gedrückte Stimmung sind die Folge. Unklar ist allerdings, wodurch dieser Mangel an Botenstoffen ausgelöst wird.

Selten gibt es einen konkreten Auslöser für eine Depression. Meist spielen mehrere Faktoren und Einflüsse eine Rolle. Einige Risikofaktoren begünstigen die Entwicklung einer Depression.

Dazu zählen unter anderem:

  • Psychosoziale und persönliche Faktoren: schwere Schicksalsschläge, Tod nahestehender Menschen, Scheidung, Auseinandersetzung mit der eigenen Rolle (zum Beispiel während des Älterwerdens oder beim Auszug der Kinder)
  • Traumatische Erlebnisse in der Kindheit (Missbrauch, Vernachlässigung)
  • Anhaltender beruflicher oder privater Stress, chronische Überlastung, Jobverlust
  • Drogen-, Alkohol- und Medikamentenmissbrauch
  • Einnahme bestimmter Medikamente: Betablocker, Antibabypille, Beruhigungs- und Schlafmittel

Hormonelle Ursachen für Depressionen bei Frauen

In Bezug auf Depressionen bei Frauen wird auch die Rolle der Hormone als Ursache diskutiert. Zu einer gravierenden Veränderung des Hormonhaushalts kommt es während der Schwangerschaft und nach der Geburt. Zusammen mit den neuen Lebensumständen und dem möglicherweise psychischen Druck können Frauen in diesen Lebenslagen eine Schwangerschaftsdepression, Babyblues oder eine Wochenbettdepression entwickeln.

Auch während der Wechseljahre ist das Risiko höher, an einer Depression zu erkranken. Neben der hormonellen Veränderungen spielen hier Faktoren wie die Auseinandersetzung mit dem Älterwerden eine Rolle.

Depression durch schwere Krankheiten

Daneben gelten schwere Krankheiten, die dauerhaft und tief ins Leben der Betroffenen einschneiden, als möglicher Auslöser von Depressionen. Bekannt ist, dass Patienten mit folgenden Erkrankungen ein erhöhtes Risiko für eine Depression haben:

  • Angststörungen
  • Essstörungen etwa Magersucht (Anorexia nervosa), Ess-Brech-Sucht (Bulimie) oder Binge-Eating-Disorder
  • Persönlichkeitsstörungen, zum Beispiel Schizophrenie
  • Krebserkrankungen wie Brustkrebs, Prostatakrebs, Darmkrebs oder Lungenkrebs
  • Infektionskrankheiten, etwa HIV/Aids
  • Diabetes
  • Erkrankungen des Nervensystems und Gehirns, zum Beispiel Multiple Sklerose, Parkinson oder Schlaganfall
  • Chronische Schmerzen (Rückenschmerzen, Kopfschmerzen)
  • Tinnitus 

Genetische Ursachen

Vermutlich gibt es mehrere Gene, die mit für die Entstehung einer Depression verantwortlich sind. Entdeckt wurde bisher lediglich eine Gen-Variante, die für den Transport der Nervenbotenstoffe Serotonin und Noradrenalin zuständig ist und bei Depressionen eine Rolle spielen könnte.

Bisher durchgeführte Familien-, Zwillings- und Adoptionsstudien belegen, dass Verwandte depressiver Patienten zu mindestens 20 Prozent ebenfalls depressiv sind. Damit tritt die Depression im Familienkreis öfter auf als in der Allgemeinbevölkerung (fünf bis zehn Prozent). Die Studien zeigen allerdings auch, dass der genetische Faktor allein nicht für die Entstehung und den Schweregrad einer Depression verantwortlich ist. Vielmehr spielen immer auch Umweltfaktoren eine Rolle, wie zum Beispiel familiäre und soziale Verhältnisse. Depression wird deshalb auch als multifaktorielle Erkrankung bezeichnet.

Frühe Symptome und Anzeichen einer Depression

  • zum Test

    Sie haben den Verdacht, an einer Depression zu leiden? Oder Sie machen sich Sorgen um einen Angehörigen? Der Selbsttest bringt mehr Klarheit.

Depressionen können sehr unterschiedlich in Erscheinung treten – die Symptome sind so individuell wie die Persönlichkeit des Betroffenen. Neben den Symptomen, die vor allem das Denken und Fühlen (Kognitionen) sowie das Verhalten betreffen, kann sich eine Depression auch hinter körperlichen Beschwerden verbergen. In diesem Fall spricht man von psychosomatischen Beschwerden.

Typische Anzeichen für eine Depression können sein:

  • Gedrückte Grundstimmung
  • Antriebsstörung
  • Unfähigkeit, Freude zu empfinden
  • Negative Bewertung der Zukunft, Hoffnungslosigkeit
  • Sozialer Rückzug
  • Innere Leere
  • Schuld- und Minderwertigkeitsgefühle
  • Schwierigkeiten, Entscheidungen zu treffen
  • Konzentrationsstörungen
  • Ängstlichkeit
  • Schlafstörungen
  • Appetitmangel, Gewichtsverlust oder Gewichtszunahme
  • Gedanken an Selbstmord
  • Körperliche Symptome: Magenschmerzen, Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Verdauungsbeschwerden

Wer länger als zwei Wochen lang unter gedrückter Stimmung und Niedergeschlagenheit oder anderen Symptomen leidet, sollte spätestens dann zum Arzt gehen. Je früher eine Depression erkannt wird, desto besser kann den Betroffenen geholfen werden.

Suizidalität

Eine schwerwiegende Gefahr bei einer Depression ist die Suizidalität. 50 Prozent aller Menschen, die Suizid begehen, sind depressiv. Nach einem Suizidversuch, der nicht mit dem Tod endet, wird in 15 bis 35 Prozent der Fälle innerhalb der nächsten zwei Jahre ein weiterer Suizidversuch unternommen. Deshalb ist es sehr wichtig, Warnzeichen ernst zu nehmen und Depressionen nicht zu verharmlosen.

Das Risiko für Suizid steigt bei depressiven Menschen mit folgenden Faktoren:

  • starke Angstzustände
  • dauerhafte Schlaflosigkeit
  • Unfähigkeit, Freude zu empfinden
  • Hilf- und Hoffnungslosigkeit
  • Impulsivität
  • Substanzmissbrauch (Alkohol, Tabletten, Drogen)
  • höheres Alter
  • frühere Suizidversuche
  • Häufung von Suizidversuchen in der Familie

Formen der Depression

Experten unterscheiden verschiedene Formen von Depressionen, die zu den affektiven Störungen zählen:

Unipolare Depressionen sind das, was üblicherweise als Depressionen bezeichnet wird. Die bipolare Depression wird auch als manisch depressiv bezeichnet. Hier wechseln sich Phasen der Depression mit Phasen der Manie ab.

Was ist eine schwere Depression?

Eine unipolare Depression, bei der es sich um eine schwere depressive Episode handelt, wird auch als Major Depression bezeichnet. Früher wurde diese als endogene Depression bezeichnet, diese Einteilung gilt jedoch als überholt. Bei einer schweren Depression liegen mindestens drei Hauptsymptome und mindestens vier weitere der folgenden Symptome vor:

  • Depressive Stimmung an fast allen Tagen für die meiste Zeit des Tages.
  • Deutlich vermindertes Interesse oder verminderte Freude an allen oder fast allen Aktivitäten an fast allen Tagen, für die meiste Zeit des Tages.
  • Deutlicher Gewichtsverlust ohne Diät oder Gewichtszunahme.
  • Schlaflosigkeit oder vermehrter Schlaf an fast allen Tagen.
  • Psychomotorische Unruhe oder Verlangsamung an fast allen Tagen.
  • Müdigkeit oder Energieverlust an fast allen Tagen.
  • Gefühle von Wertlosigkeit oder übermäßige oder unangemessene Schuldgefühle.
  • Verminderte Fähigkeit zu denken oder sich zu konzentrieren an fast jedem Tag.
  • Wiederkehrende Gedanken an den Tod, wiederkehrende Suizidvorstellungen ohne genauen Plan, tatsächlicher Suizidversuch oder genaue Planung eines Suizids.

Die depressiven Episoden werden gemäß ihrer Intensität eingeteilt in:

  • leicht, wenn vier bis fünf Symptome gleichzeitig vorliegen.
  • mittelschwer, wenn sechs bis sieben Symptome gleichzeitig vorliegen.
  • schwer, wenn acht und mehr Symptome gleichzeitig vorliegen.

Die Einteilung in die verschiedenen Formen ist mitunter schwierig. Bei einer depressiven Episode unterscheiden Experten nochmals verschiedene Subtypen:

  • Chronisch depressive Störung/Dysthymie: besteht mindestens zwei Jahre
  • Psychotische Depression
  • Melancholische Depression
  • Somatisierte Depression
  • Saisonal abhängige Depression (SaD, beispielsweise Winterdepression)
  • Postpartale/postnatale Depression
  • Sonderformen

Diagnose: So wird eine Depression festgestellt

Eine Depression ist für Ärzte nicht immer leicht zu erkennen. Es gibt keine Laborwerte, die eindeutige Hinweise auf diese psychische Erkrankung geben. Häufig gestehen sich Betroffene die psychischen Probleme nicht ein und haben Hemmungen, sich Hilfe zu suchen. Eine Depression ist jedoch eine Erkrankung, die ernst genommen und behandelt werden muss.

Häufig ist der Hausarzt der erste Anlaufpunkt für Betroffene. Patienten kommen oft wegen verschiedener unspezifischer Beschwerden. Sie klagen beispielsweise über erhöhte Müdigkeit, Schlafstörungen, Energieverlust, Verlust der Lebensfreude, Reizbarkeit, Hoffnungslosigkeit, Erschöpfung, Gedächtnisstörungen oder Libidoverlust. Auch körperliche Symptome wie Herzrasen, Verdauungsbeschwerden, Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, Schwindelanfälle, Sehstörungen, Muskelverspannungen oder Nervenschmerzen können auf eine Depression hinweisen.

Zwei-Fragen-Test

Mit einem einfachen Test kann der Arzt zunächst den Verdacht festigen, dass ein Mensch möglicherweise an einer Depression leidet. Dieser Zwei-Fragen-Test wird als erste, grobe Diagnosemethode empfohlen, weil er mit hoher Wahrscheinlichkeit depressive von nicht depressiven Menschen unterscheiden kann.

Die zwei Fragen des Tests lauten:

  1. Fühlten Sie sich im letzten Monat häufig niedergeschlagen, traurig bedrückt oder hoffnungslos?
  2. Hatten Sie im letzten Monat deutlich weniger Lust und Freude an Dingen, die Sie sonst gerne tun?

Wenn der Betroffene beide Fragen mit "Ja" beantwortet, so ist mit einer hohen Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass eine Depression vorliegt.

Im nächsten Schritt wird der Arzt Fragen entsprechend der aktuellen Leitlinie einer Depression stellen. Für die eindeutige Diagnose Depression müssen mindestens zwei Hauptsymptome und zwei Nebensymptome festgestellt werden. Unterschieden wird durch die Fragen auch, ob es sich um eine leichte, mittelschwere oder schwere Depression handelt.

Das Gespräch mit dem Arzt

Um eine Depression richtig zu diagnostizieren, nutzt der Arzt eine gezielte Gesprächs- beziehungsweise Fragetechnik und gibt dem Betroffenen ausreichend Zeit, sich zu öffnen. Der Arzt stellt gezielte Fragen zu Lebensumständen wie der familiären und partnerschaftlichen Situation, zu seelischen Erkrankungen in der Familie, zu Arbeit und sozialen Aktivitäten und der finanziellen Situation. Und: Er lässt den Betroffenen sprechen, um herauszufinden, was diesem – auch spontan – wichtig ist und was er zunächst verschweigt. In der Anamnese wird der Arzt zudem nach regelmäßig eingenommenen Medikamenten, Alkohol- und Drogenkonsum fragen.

Der Arzt wird auch nach einer Reihe konkreter psychischer Beschwerden fragen und wie stark sie ausgeprägt sind. Dafür nutzen Ärzte meistens standardisierte Fragebögen, wie beispielsweise den Gesundheitsfragebogen für Patienten (PHQ-D).

Andere Erkrankungen ausschließen

Auch, wenn die Auswertung der Antworten eine Reihe von Anzeichen für eine Depression ergeben hat, muss nicht zwangsläufig eine Depression vorliegen. Viele organische Erkrankungen können ähnliche Symptome hervorruhen oder depressive Störungen verursachen. Dazu gehören zum Beispiel:

Körperliche Untersuchung

Um organische Erkrankungen auszuschließen, sollten, vor allem bei erstmaliger Diagnose einer depressiven Störung, unter anderem die Blut-, Elektrolyt-, Nieren- und Leberwerte überprüft werden. Falls erforderlich, können darüber hinaus ein EKG, ein EEG, eine Computertomographie (CT) oder eine Kernspintomographie (MRT) durchgeführt werden.

Ausgeschlossen werden sollten zudem andere psychische Störungen und Erkrankungen – beispielsweise Angststörungen, Schizophrenie, posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS) oder Burnout sowie bei älteren Patienten Demenz.

Überweisung zum Facharzt

Die letztendliche Feststellung der Diagnose Depression erfolgt in der Regel durch einen Facharzt. Das kann ein Facharzt für Psychiatrie, ein ärztlicher Psychotherapeut oder ein psychologischer Psychotherapeut sein. Die Aufgaben des Facharztes bestehen darin, eine weiterführende körperliche und psychiatrische Diagnostik durchzuführen oder zu veranlassen, damit die Depression genauer eingeordnet werden kann. 

Behandlung der Depression

Wie die Behandlung einer Depression erfolgt, richtet sich meistens nach der Persönlichkeit, der zu Grunde liegenden neurobiologischen Störung, den seelischen Symptomen und den sozialen Belastungen, die die Erkrankung auslösen und aufrecht erhalten können. Die Wahl der geeigneten Behandlung orientiert sich dabei auch an der Schwere der Depression und auch an dem, was der Betroffene mitträgt. Die unterschiedlichen Verfahren können einzeln eingesetzt oder kombiniert werden. Als wichtige Kriterien zur Auswahl der Behandlungsverfahren gilt, dass sie

  • akute und schnelle Hilfe versprechen,
  • unmittelbar verfügbar sind,
  • in den kausalen Störungsprozess eingreifen,
  • durch ausreichende Therapiestudien in kurz- und langfristiger Wirksamkeit belegt sind,
  • nebenwirkungsarm sind und
  • die Risiken von Abhängigkeit und Gewöhnung für psychopharmakologische wie für psychotherapeutische Ansätze gering sind.

Als Grundpfeiler der Therapie bei Depression gelten die medikamentöse Therapie und die Psychotherapie. Während manchmal eine reine Psychotherapie ausreicht, ist häufig auch eine Kombination von Medikamenten und Psychotherapie notwendig.

Weitere Maßnahmen, die bei Depressionen mitunter ergänzend zum Einsatz kommen können, sind Lichttherapie, ausreichende Bewegung und Sport sowie Entspannungsverfahren.

Welche Medikamente bei Depression?

Zur Behandlung einer Depression können – je nach Schweregrad – synthetische und pflanzliche Antidepressiva zum Einsatz kommen. Die Einnahme erfolgt meist über einen längeren Zeitraum von mehreren Monaten bis Jahren. Häufig benötigt es eine gewisse Zeit, bis Antidepressiva ihren stimmungsaufhellenden Effekt entfalten. Bei der manisch-depressiven Form der Depression werden sogenannte Stimmungsstabilisatoren eingesetzt.

Zu den pflanzlichen Antidepressiva zählt vor allem Johanniskraut, das über eine nachgewiesene stimmungsaufhellende Wirkung verfügt und insbesondere bei leichteren Formen der Depression und bei depressiver Verstimmung zum Einsatz kommt.

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Tipps und hilfreiche Adressen für Betroffene

Menschen, die an einer Depression leiden, machen sich oft Vorwürfe und halten ihre Symptome für persönliches Versagen. Es ist wichtig, sich klarzumachen, dass eine Depression eine ernste Erkrankung ist, die behandelt werden kann. Offenheit gegenüber Vertrauenspersonen kann dabei sehr hilfreich sein. Manchen Menschen hilft auch der Austausch mit anderen Betroffenen.

Hilfreiche Adressen und Informationen für Betroffene:

Hier finden Sie Tipps für Angehörige oder Freunden von depressiven Menschen. 

Verlauf der Depression

So unterschiedlich wie die betroffenen Menschen ist auch der Verlauf einer Depressionen. Es ist lediglich eine grobe Unterteilung in drei Verlaufsarten möglich:

  • Einfacher Verlauf: Die Depression tritt einmalig im Leben eines Menschen auf und erstreckt sich über einen Zeitraum von mehreren Monaten.
  • Rezidivierender Verlauf: Es treten mehrere Episoden von Depressionen im Laufe des Lebens auf. Sie werden unterbrochen von teilweise langen, symptomfreien Zeiten.
  • Chronischer Verlauf: Einige Menschen leiden unter einer chronischen Depression (Dysthymie). Dabei handelt es sich um einen eher leichten, aber dafür dauerhaften depressiven Zustand.

Bei dem Versuch, den Verlauf einer Depression in verschiedene Phasen einzuteilen, geht es darum, eine spezifische Behandlung zu planen und Voraussagen über die Zukunft zu machen, wie zum Beispiel: Wie groß ist die Chance, wieder an einer depressiven Episode zu erkranken? Wie kann man sich selbst davor schützen? Je besser das gelingt, desto besser kann der Verlauf einer Depression positiv beeinflusst werden.

Depressionen: So können Sie vorbeugen

Einer Depression kann man nicht sicher vorbeugen. Doch wer sein Leben aktiv und positiv gestaltet und sich ein tragfähiges soziales Netz aufbaut, kann das Risiko, an einer Depression zu erkranken, verringern. Andere Risikofaktoren, wie traumatische Erlebnisse und eine genetische Disposition, können dagegen nicht beeinflusst werden.

Positiv auswirken können sich:

  • Ein gutes soziales Netzwerk aus Freunden und Bekannten
  • Ein Hobby, das Spaß macht
  • Sport: Vor allem regelmäßiger Ausdauersport (Laufen, Wandern oder Radfahren) hat einen antidepressiven Effekt
  • Frische Luft: Auch bei bewölktem Himmel ist ein Spaziergang eine natürliche Form der Lichttherapie.
  • Strategien, um mit negativen Gefühlen umzugehen, sich in Gesprächen mit Freunden öffnen
  • Regelmäßige Entspannung; Überlastung/Stress vermeiden
  • Gesunde Ernährung
  • Belastende Konflikte oder Situationen aus der Vergangenheit mithilfe einer Psychotherapie bearbeiten

Depressionen im Alter vorbeugen

Neben dem eigenverantwortlichen, kreativen Umgang mit Krisen, um Depressionen vorzubeugen, besteht eine weitere Vorbeugemaßnahme in einer sinnvollen Lebensplanung. Dies gilt insbesondere für Umbruchsituationen und einschneidende Veränderungen, zum Beispiel der Eintritt in den Ruhestand. Denn viele Menschen sind dafür schlecht gerüstet. Deshalb sollten Menschen sich rechtzeitig damit auseinander setzen, wie sie ihr Leben und Alter gestalten wollen und sich fragen, welche Anforderungen hiermit verbunden sind.

Rechtzeitig zum Arzt

Wer bereits einmal an einer Depression erkrankt war, sollte mit seinem Arzt über eine mögliche und Psychotherapie sprechen. In jedem Fall sind regelmäßige Arzttermine in größeren Zeitabständen sinnvoll. So kann der Arzt frühzeitig erkennen, wenn sich erneut eine depressive Episode ankündigt. Mit einer gezielten Behandlung lässt sich einer Depression teilweise vorbeugen oder ihr Verlauf zumindest begünstigen.

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