Meldepflichtige Infektion

Typhus: Impfung schützt vor ansteckender Krankheit

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Typhus ist eine schwere, durch Bakterien ausgelöste Infektionskrankheit, die in Deutschland meldepflichtig ist. Paratyphus löst zwar ähnliche Symptome aus, verläuft aber meist milder. Mehr über Ansteckungsrisiko und Behandlung der Krankheiten.

Typhus
Vor allem bei Auslandsreisen oder Aufenthalten in gefährdeten Gebieten schützt eine Impfung vor Typhus.
© iStock.com/steffiiiii

Jährlich erkranken weltweit schätzungsweise 22 Millionen Menschen an Typhus. Besonders hohe Erkrankungszahlen gibt es in Afrika, Südostasien und Südamerika. Beim Paratyphus handelt es sich um eine abgeschwächte, milder verlaufende Form des Typhus, weltweit gibt es zirka 5,5 Millionen Fälle pro Jahr. In Deutschland sind die Fälle von Typhus und Paratyphus seit den 1950er Jahren stark zurückgegangen. Die Krankheit ist meldepflichtig.

Artikelinhalte im Überblick:

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Typhus mit Impfung vorbeugen

Erreger von Typhus ist das Bakterium Salmonella typhi. Zum Schutz vor Typhus gibt es eine Impfung, die möglichst vor Reisen in betroffene Länder in Asien, Nordafrika und Südamerika durchgeführt werden sollte. Die Typhus-Impfung kann oral oder per Injektion verabreicht werden. Bei der Schluckimpfung mit Lebendimpfstoff beträgt die Schutzdauer etwa ein Jahr, beim injizierten Totimpfstoff rund drei Jahre.

Neben der Typhus-Impfung gilt es bei Auslandsreisen weitere Maßnahmen zu ergreifen, um eine Erkrankung an Typhus oder Paratyphus zu vermeiden. Dazu gehört, dass Leitungswasser und daraus hergestellte Eiswürfel in Endemiegebieten vermieden werden sollten. Auch Nahrungsmittel sollten vor dem Verzehr gründlich gereinigt, geschält oder nur gut durchgegart werden.

Impfung schwächt typische Symptome ab

Bei geimpften Personen kann es zu einer leichten Form der Erkrankung, Typhus levissimus, kommen, bei welcher einige Symptome fehlen beziehungsweise nur in schwacher Form auftreten.

Impfreaktion: Nebenwirkungen nach Impfung?

Symptome von Typhus und Paratyphus

Die ersten Anzeichen bei Typhus oder Paratyphus ähneln zunächst einem grippalen Infekt. Es kommt zu Mattigkeit, Kopfschmerzen und Gliederschmerzen und erhöhter Temperatur. Ohne Behandlung steigt das Fieber in zwei bis drei Tagen auf 39-41 Grad Celsius an und kann dann in eine sogenannte Kontinua übergehen. Das bedeutet, dass das Fieber bis zu drei Wochen lang so hoch bleibt.

Weitere Symptome können Durchfall (bei Typhus sogenannter Erbsenbreistuhl) im Wechsel mit Verstopfung, niedriger Puls sowie ein allgemeines Krankheitsgefühl und selten ein rötlich fleckiger Hautausschlag mit stecknadelkopfgroßen Schwellungen auf der Bauchhaut und Haarausfall sein.

Mögliche Komplikationen von Typhus:

  • Darmblutungen
  • Darmperforationen
  • Bauchfellentzündung (Peritonitis)
  • Infektionen der Gallenblase (Cholezystitis)
  • Thrombosen
  • Knochenmarkentzündung (Osteomyelitis)
  • Herzinnenhautentzündung (Endokarditis)
  • Hirnhautentzündung (Meningitis)

Der Paratyphus verläuft leichter als eine Typhuserkrankung und äußert sich vorwiegend durch Symptome wie Erbrechen, Übelkeit, Bauchschmerzen und Verdauungsstörungen. Das Fieber steigt meist nur bis 39 Grad Celsius an.

Salmonellen als Ursache der Infektionskrankheit

Typhus wird durch ein Bakterium der Gattung Salmonellen ausgelöst. Die Übertragung des Erregers erfolgt in der Regel über die Nahrungsaufnahme, beispielsweise über Wasser und Nahrungsmittel, die mit dem Erreger belastet sind. Faktoren wie Alter, mögliche Erkrankungen und Zustand des Immunsystems spielen bei einer möglichen Infektion eine wichtige Rolle. Ein Betroffener ist etwa eine Woche nach Erkrankungsbeginn ansteckend und scheidet Keime mit dem Stuhl aus. In zwei bis fünf Prozent der Fälle werden infektiöse Keime lebenslang mit dem Stuhl ausgeschieden, ohne dass der Betroffene Symptome zeigt oder erneut erkrankt.

In manchen Fällen 60 Tage symptomfrei

Bei einer Infektion mit dem Erreger Salmonella typhi dauert es in den meisten Fällen acht bis 14 Tage, ehe es zu Symptomen kommt, mitunter beträgt die Inkubationszeit aber auch bis zu 60 Tagen.

Der Paratyphus wird durch den Erreger Salmonella paratyphi verursacht. Zwischen Infektion und dem Auftreten von ersten Symptomen (Inkubationszeit) liegen etwa ein bis zehn Tage.


Sicherheit auf Reisen: Hier lauert Infektionsgefahr

Diagnose von Typhus und Paratyphus

Bei Typhus oder Paratyphus kommt es aufgrund der unklaren Symptome häufig zunächst zu Fehldiagnosen, da die Erkrankung für einen grippalen Infekt oder Malaria gehalten wird. Eine detaillierte ärztliche Anamnese zu Symptomen, der Krankheitsgeschichte und eventuellen Auslandsaufenthalten liefert oft erste Hinweise auf Typhus oder Paratyphus.

Außerdem kann der Erreger in einer Blutprobe nachgewiesen werden. Werden im Blut folgende Befunde festgestellt, liegt womöglich Typhus oder Paratyphus vor:

  • Mangel an weißen Blutkörperchen (Leukopenie)
  • Erhöhte Anzahl unreifer weißer Blutkörperchen
  • leicht erhöhte Leberenzymwerte
  • erhöhter Wert des C-reaktiven Proteins
  • Erhöhte Blutsenkungsgeschwindigkeit

Der Nachweis ist ebenfalls durch die Laboruntersuchung einer Stuhlprobe möglich oder per Nachweis im Knochenmark, Harn oder Sekret des Zwölffingerdarms.

Typhus behandeln mit Antibiotika

Typhus oder Paratyphus werden mit Antibiotika behandelt, geeignet sind der Gyrasehemmer Ciprofloxacin oder ein Breitspektrum-Cephalosporin. Das Antibiotikum wird über einen Zeitraum von zwei Wochen verabreicht. Je eher die Krankheit erkannt wird, desto besser schlägt die Therapie an und Komplikationen können vermieden werden. Wird Typhus im frühen Stadium behandelt, verläuft die Erkrankung nur in einem Prozent der Fälle tödlich.

Bei einigen Betroffenen kann der Erreger noch Wochen nach der Heilung im Stuhl nachgewiesen werden. In solchen Fällen kommt es nicht zu Symptomen, die Betroffenen werden zu sogenannten Dauerausscheidern, die den Erreger in sich tragen und andere infizieren können. Die Betroffenen werden dann vier Wochen lang mit einem Antibiotikum (Ciprofloxacin) behandelt, um den Erreger endgültig zu beseitigen. Alternativ kommt eine zweiwöchige Behandlung mit Ceftriaxon infrage.

Für Personal in Krankhäusern gelten strenge Hygienevorschriften in der Pflege und Versorgung von Betroffenen mit Typhus, um eine Verbreitung der Erkrankung zu vermeiden.

Möglicher Verlauf bei Typhus

Werden Typhus oder Paratyphus frühzeitig behandelt, verläuft eine Erkrankung meist ohne Symptome. Nach der Phase mit hohem Fieber sinkt die Temperatur stufenweise wieder auf eine normale Körpertemperatur. Je später die Therapie begonnen wird, desto häufiger kann es zu Komplikationen wie beispielsweise Darmblutungen oder Thrombosen kommen. Bei einem besonders schweren Krankheitsverlauf kann die Bettlägerigkeit bei Betroffenen zu Geschwüren durch Wundliegen (Dekubitus) führen.

Außerdem haben trotz antibiotischer Therapie etwa zwölf bis 20 Prozent der Betroffenen einen Rückfall. Dabei treten die Symptome jedoch in abgeschwächter Form auf – eine erneute Antibiotika-Therapie schlägt in der Regel gut an.

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