Grippeähnliche Symptome

Coronavirus: Das Wichtigste im Überblick

Europa ist zum Epizentrum der Coronavirus-Pandemie geworden. An welchen Symptomen erkennt man die Erkrankung Covid-19? Wie schätzen Experten die Lage ein und wie kann man sich schützen?

Coronavirus
Experten forschen weltweit auf Hochtouren, um mehr über das Coronavirus zu erfahren.
© iStock.com/spawns

In Deutschland liegt die Zahl der offiziell bestätigten Fälle an Infektionen mit dem Coronavirus bei über 71.800. Mit mehr als 105.000 bestätigten Fällen und über 12.400 Toten ist Italien europaweit bislang am stärksten betroffen. Auch in Spanien, Frankreich und anderen europäischen Ländern herrscht der Ausnahmezustand (Stand: 01.04.2020).

Artikelinhalte im Überblick:

Welche Symptome können auf das Coronavirus hindeuten?

Live-Karte zeigt Verbreitung des Coronavirus

Am Abend des 30. Januar 2020 rief die Weltgesundheitsorganisation (WHO) aufgrund der schnellen Verbreitung des Coronavirus (SARS-CoV-2) offiziell die weltweite gesundheitliche Notlage aus, um schärfere Maßnahmen zur Bekämpfung der Virusverbreitung einzuleiten.

Am 11.03. stufte die WHO dann die Ausbreitung des Coronavirus offiziell als Pandemie ein. Der Begriff beschreibt eine weltweite Ausbreitung einer Krankheit beim Menschen über alle Kontinente hinweg.

Weltweit sind über 860.000 Fälle offiziell bekannt – von ihnen gelten mehr als 178.000 Personen als geheilt, es starben bisher über 42.000 Menschen an den Folgen von Covid-19, der Erkrankung die das Coronavirus auslöst (Stand: 01.04.2020).

Den aktuellen offiziellen Stand der Verbreitung des Virus zeigt eine Live-Karte der John Hopkins Universität Baltimore (Maryland, USA). Nahezu in Echtzeit gibt die Karte genaue Informationen über alle bisher bestätigten Fälle, Todesopfer sowie geheilte Personen.

Wie schnell die Zahl bestätigter Fälle in den einzelnen Ländern steigt, zeigt eine interaktive Karte der University of Washington.

Das Coronavirus breitete sich im Dezember 2019 ursprünglich in der chinesischen Stadt Wuhan aus. Dort wurde das Virus auf einem Markt von Wildtieren auf den Menschen übertragen.

Welche Symptome bei Coronavirus-Infektion?

Bei über 80 Prozent der Coronavirus-Infizierten treten keine oder nur milde Symptome wie Frösteln und Halsschmerzen auf. Im schlimmsten Fall kann das neuartige Virus aber auch lebensbedrohlich werden – etwa durch einen septischen Schock, Multiorganversagen oder Atemstillstand. Daher ist es wichtig, die typischen Symptome einer Infektion mit dem Coronavirus zu kennen.

Die Hauptsymptome bei Covid-19 sind hohes Fieber und Atemwegssymptomatiken wie trockener Husten bei einem allgemein starken Krankheitsgefühl. Weil die Infektion hauptsächlich die Atemwege angreift, sind für das Coronavirus unter anderem starke Atembeschwerden mit Kurzatmigkeit charakteristisch.

Sobald die genannten Symptome vorliegen, gilt vor allem ein direkter beziehungsweise indirekter Kontakt zu Regionen, in denen sich das Coronavirus bereits ausgebreitet hat, oder zu Infizierten Personen als Indiz für eine mögliche Coronavirus-Infektion. Kontaktpersonen sollten grippeähnliche Symptome deshalb frühzeitig abklären lassen.

Wichtig: Haben Sie den Verdacht, möglicherweise am Coronavirus erkrankt zu sein, melden Sie Ihren Besuch beim Arzt bitter vorher telefonisch an und erwähnen Sie dabei Ihre Vermutung.

Bei den bisherigen Coronavirus-Fällen in Deutschland wurden außerdem folgende Symptome beschrieben:

Die genannten Symptome haben aber in den meisten Fällen andere Ursachen als eine Infektion mit dem Coronavirus. Das Wichtigste bei einem Verdacht auf Covid-19 ist immer, Ruhe zu bewahren. Meist steckt eine Grippe, Erkältung oder andere Ursache hinter den Symptomen.

Wie unterscheiden sich die Symptome bei Coronavirus, Erkältung oder Grippe?

Die Symptome einer Coronavirus-Infektion ähneln weitestgehend denen eines grippalen Infektes oder einer Erkältung. Wie lässt sich aber eine Infektion mit dem Coronavirus von einem grippalen Infekt unterscheiden?

Infografik Symptome Coronavirus

Coronavirus in Deutschland und Europa

Erste Fälle im Januar

Am 27.01.2020 wurde der erste Coronavirus-Fall in Deutschland bestätigt. Der 33-jährige Coronavirus-Patient steckte sich bei einer Frau aus China, die in Deutschland zu Gast war, an. Das Robert Koch-Institut erklärt, dass dies der erste bekannte Fall einer Coronavirus-Übertragung von Mensch zu Mensch außerhalb Asiens sei. 16 weitere Fälle sind laut dem RKI auf dieses erste Infektionsgeschehen zurückzuführen.


Große Viruswelle in Deutschland startete Ende Februar

Ende Februar wurden weitere Fälle in Deutschland bekannt. Seitdem wird die Unruhe in der Bevölkerung mit der weiterhin steigenden Anzahl an Infizierten größer. Zunächst wurden lediglich Großveranstaltungen abgesagt, mittlerweile ist das öffentliche Leben insgesamt stark heruntergefahren. Die Fallzahlen nehmen rasant zu und die Quarantänemaßnahmen werden weiter ausgeweitet.

Christian Drosten, Virologe an der Charité Berlin, geht davon aus, dass sich der Großteil der Menschen in Deutschland früher oder später mit dem Coronavirus infizieren wird (60 bis 70 Prozent). Es sei lediglich unklar, innerhalb welchen Zeitraumes dies geschieht. Er erklärt außerdem, dass es sich in Deutschland um eine "absolut ernste Situation" handele und wir damit rechnen müssten, direkt in eine Epidemiewelle hineinzulaufen. (Stand: 09.03.2020).

Italien europaweit am stärksten vom Coronavirus betroffen

In Norditalien hat sich das Coronavirus im Februar 2020 unbemerkt überraschend schnell ausgebreitet. Es ist bis heute unklar, wo der Ursprung der Infektionen in Italien liegt, was die Kontrolle über die Ausbreitung des Virus von Anfang an erschwerte.

Die Zahl der Infizierten und die Todesfälle sind alrmierend. Vor allem Bergamo ist stark betroffen. Da die örtlichen Kapazitäten nicht ausreichen, werden Verstorbene vom Militär in andere Regionen abtransportiert.

Das öffentliche Leben ist im gesamten Land auf das Allernötigste heruntergefahren. Regierungschef Guiseppe Conte kündigte am 20.03. an, die vorerst bis zum 03. April geltende Ausgangsperre zu verlängern.

Wie gefährlich ist das Coronavirus?

Das RKI erklärt, dass es sich weltweit und in Deutschland um eine "sehr dynamische und ernst zu nehmende Situation" handele. Für Deutschland wird die Gesundheitsgefährdung durch das Coronavirus vom RKI insgesamt als "hoch" eingestuft (Stand: 17.03.2020).

Die EU-Gesundheitsagentur ECDC korrigierte am 02.03.2020 ihre Risikoeinschätzung für die europäische Bevölkerung von "moderat" auf "hoch". Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides erklärt, dass sich die Situation sehr schnell verändere, es aber keinen Grund zur Panik gebe.

Aufgrund der langen Inkubationszeit könnte die Dunkelziffer Infizierter überall auf der Welt entsprechend hoch sein. Um infizierte Personen ausfindig zu machen, werden in Laboren auf Hochtouren Diagnosetests durchgeführt.

Panik in Bevölkerung wegen Coronavirus

Experten machen sich bezüglich des Coronavirus vor allem auch Sorgen über die sich ausbreitende Panik in der Bevölkerung. Reißerische Schlagzeilen, Fehlinformationen und deren virale Verbreitung über sozialen Medienkanäle machen die Sache nicht besser. Nicht alle Menschen handeln verantwortungsbewusst und solidarisch, sondern reagieren panisch und unkontrolliert, was sich beispielsweise in Hamsterkäufen zeigt. Informieren Sie sich aus vertrauenswürdigen Quellen. Seriöse Meldungen zum Coronavirus finden Sie beispielsweise:

Auch ein Podcast mit dem Virologen Christian Drosten von der Charité Berlin gibt täglich detaillierte Einblicke in die aktuellen Entwicklungen sowie den Umgang mit dem Coronavirus.

Verbreitung wegen langer Inkubationszeit begünstigt

Das neuartige Coronavirus ist noch relativ unerforscht. Deshalb ist auch unklar, wie schnell es sich in verschiedenen Regionen der Welt verbreiten könnte. Zapf erklärt, dass beispielsweise auch die Wohnverhältnisse einen Einfluss haben. Bei besonders starkem Populationsdruck, wie dies etwa im chinesischen Wuhan der Fall ist, kann also das Risiko für die Verbreitung des Coronavirus höher sein.

Derzeit wird davon ausgegangen, dass eine infizierte Person etwa zwei bis drei weitere Menschen mittels Tröpfcheninfektion ansteckt. Dies liegt auch an der relativ langen Inkubationszeit, während der Betroffene bereits ansteckend sind. Bis erste Symptome nach einer Infizierung mit dem Coronavirus auftreten, kann es von einem bis zu maximal 14 Tage dauern. Unklar ist, wie lange infizierte Personen ansteckend sind.

Aber weil Coronavirus-Infektionen aufgrund leichter oder fehlender Symptomatik oft unerkannt bleibt, bedeutet das auch ein höheres Verbreitungsrisiko.

Die wichtigsten Verhaltensregeln zum Schutz gegen das Coronavirus auf einen Blick

Coronavirus Ansteckungsrisiko minimieren
Lifeline

Schutzmaßnahmen: Ansteckungsgefahr minimieren

Dr. Martin Hoch, Leiter der "Taskforce Infektiologie" des Landesamts für Gesundheit und des Robert Koch-Instituts und Bundesgesundheitsminister Spahn erklären folgende Schutzmaßnahmen für sinnvoll, um das Infektionsrisiko durch den Coronavirus zu minimieren:

  • regelmäßiges und gründliches Händewaschen

  • Kontakt mit offensichtlich kranken Personen und Personen, die mit Erkrankten persönlichen Kontakt hatten, meiden (etwa ein bis zwei Meter)

  • Händeschütteln wenn möglich einschränken

  • Vermeiden, mit den Fingern ins Gesicht, in Mund, Nase oder Augen zu fassen

  • Husten und Niesen in die Armbeuge oder in ein Taschentuch

  • Benutzen von Wegwerftaschentüchern, die nach dem einmaligen Gebrauch sofort entsorgt werden

  • keine Reisen in Regionen, die vom Virus betroffen sind

  • regelmäßig Lüften

  • sofern möglich von zu Hause aus arbeiten

  • Personen über 60 Jahre sollten sich gegen Pneumokokken impfen lassen, sofern kein Schutz besteht

  • wenn möglich Wege zu Fuß oder mit dem Fahrrad anstatt mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegen

Diese Maßnahmen schützen nicht nur den Einzelnen, sondern mindern auch die Gefahr einer weiteren Ausbreitung des Virus.

Was hilft wirklich gegen eine Ansteckung mit dem Coronavirus?

Mundschutz im Einsatz gegen das Coronavirus umstritten

Das Tragen eines Mundschutzes wird von Experten zum Schutz gegen das Coronavirus nicht generell empfohlen. Um hierfür eine grundsätzliche Empfehlung auszusprechen, fehle es an wissenschaftlicher Evidenz.

Laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung kann das Tragen eines herkömmlichen Mundschutzes aber für Menschen sinnvoll sein, die an einer Atemwegsinfektion leiden und sich im öffentlichen Raum bewegen. Und zwar um andere Personen zu schützen. Denn die Mundschutzmasken helfen in erster Linie dabei, dass Tröpfchen beim Husten oder Niesen zurückgehalten werden.

Wichtig ist dabei aber, dass der Mundschutz eng anliegt, beim Tragen nicht verschoben wird und ausgewechselt wird, sobald er durchfeuchtet ist.

Herkömmliche Masken können das Eindringen von Viren aber kaum abhalten. Für den Träger selbst kann ein Mund-Nasen-Schutz laut der WHO gar ein falsches Sicherheitsgefühl erzeugen, durch das Hygienemaßnahmen vernachlässigt werden.

Die wichtigsten Maßnahmen, um eine weitere Ausbreitung des Virus möglichst einzudämmen, sind weiterhin gründliches Händewaschen, die Beachtung der Husten- und Niesetikette sowie das Einhalten eines Mindestabstands von 1,5 Metern zu anderen Menschen.

Wie sollten Sie sich bei Verdacht auf Covid-19 verhalten?

Das Wichtigste ist immer: Ruhe bewahren. In den meisten Fällen ist es wahrscheinlicher, dass Ihre Symptome auf eine Grippe oder Erkältung zurückzuführen sind.

Grundsätzlich gilt: Bestehen Symptome und bestand zusätzlich ein persönlicher Kontakt zu einer oder mehreren erkrankten Personen, sollte das Gesundheitsamt oder der Hausarzt telefonisch kontaktiert werden.

Wichtig: Bitte gehen Sie keinesfalls ohne telefonische Voranmeldung eigenmächtig zum Arzt. Bei einem begründeten Verdacht ist es ratsam, dass Sie nicht nach draußen gehen und die Untersuchung durch medizinisches Personal bei Ihnen zu Hause stattfindet.

Im Falle von Atemnot oder Bewusstlosigkeit wählen Sie bitte immer sofort die 112!

Verhalten bei Verdacht auf Coronavirus_Test_COVID-19

Diagnose einer Coronavirus-Infektion

Um das Coronavirus nachzuweisen, werden Abstriche aus den oberen Atemwegen sowie Material aus den unteren Atemwegen mittels DNA-Sequenzierung (Polymerase-Kettenreaktion, kurz PCR) untersucht. Dank dieser neuen Untersuchungsmethode ist eine Diagnose bereits nach vier bis fünf Stunden möglich.

"Erst wenn sich Symptome zeigen, ist es sinnvoll, Menschen auf eine mögliche Infektion mit dem Coronavirus zu testen", so Dr. Martin Hoch, Leiter der "Taskforce Infektiologie" noch am Tag des ersten bestätigten Coronavirus-Falles in Deutschland. Er erklärt, dass das Virus erst nachgewiesen werden könne, wenn die Viruslast (Konzentration des Virus im Blut) hoch genug ist. Dies sei während der Inkubationszeit oft noch nicht der Fall. Der Test könne demnach bei symptomfreien Personen fälschlicherweise negativ ausfallen und Entwarnung geben, obwohl eigentlich eine Infektion besteht.

Mittlerweile werden allerdings auch symptomlose Verdachtsfälle überprüft, weil sich das Virus schneller als angenommen ausbreitet.

Nach und nach werden bundesweit spezialisierte Diagnosezentren eingerichtet, um Verdachtsfälle flächendeckender und schneller auf das Coronavirus zu überprüfen.

Behandlung bei Coronavirus-Infektion

Da bislang kein Impfstoff gegen das Coronavirus zur Verfügung steht, können vorerst nur die klassischen Mittel der Seuchenschutzbekämpfung Anwendung finden. Forscher aller Welt arbeiten mit Hochdruck daran, ein Mittel gegen das Coronavirus zu finden.

Weil keine spezifische Therapie gegen eine Infektion mit dem Coronavirus existiert, beschränkt sich die Behandlung von Covid-19 bisher auf die Linderung der Symptome in Abhängigkeit von deren Schwere. Gut zu behandeln ist vor allem möglicherweise auftretendes Fieber. Bei einer starken Beeinträchtigung der Lungenwege ist teilweise eine intensivmedizinische Überwachung notwendig.

Krankheitsverlauf und Prognose

Die Krankheit Covid-19 verläuft laut Prof. Dr. Wieler vom RKI in vier von fünf Fällen mild und kann vor allem bei jungen, gesunden Menschen auch symptomlos ausheilen. Bekannt ist aber auch, dass der Erreger in seltenen Fällen eine Lungenentzündung mit beidseitigen Lungeninfiltraten auslösen kann, die tödlich enden kann.

Besonders Menschen über 60 Jahren und Personen mit chronischen Erkrankungen, einem geschwächten Immunsystem oder bestehenden Vorerkrankungen der Lunge, zum Beispiel Asthma oder COPD, sind anfälliger für Infektionen mit dem Coronavirus und daraus resultierenden Komplikationen.

Telefon-Hotline bei Fragen zum Coronavirus

Wer verunsichert ist oder befürchtet, sich angesteckt zu haben, kann über die Coronavirus-Hotline des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) unter der Telefonnummer 09131/6808-5101 Fragen stellen.

Auch die Berliner Gesundheitsverwaltung ist zwischen 08:00 und 20:00 Uhr unter 030/90282828 für besorgte Bürgerinnen und Bürger erreichbar.

In dringenden Fällen wählen Sie bitte die Nummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes: 116117.

Weitere Informationen über das Coronavirus und dessen Verbreitung finden Sie außerdem auf der Internetseite des bayerischen Gesundheitsministeriums.

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