Grippeähnliche Symptome

Coronavirus: An welchen Symptomen erkennt man COVID-19?

Nach höchsten wissenschaftlichen Standards verfasst und von Experten geprüft

Könnten Ihre Symptome auf das Coronavirus hindeuten? So verhalten Sie sich bei einem Verdacht auf eine Ansteckung mit Sars-CoV-2 richtig! Alle wichtigen Informationen im Überblick!

Coronavirus Symptome Ansteckung Maskenpflicht
Seit dem 29.04. gilt in Deutschland bundesweit eine Maskenpflicht.
© iStock.com/Andrey Zhuravlev

In Deutschland liegt die Zahl der offiziell bestätigten Coronavirus-Infektionen bei über 199.000. Europaweit hat Russland mit über 712.000 bislang die meisten Fälle, mehr als 11.000 infizierte Menschen starben dort. Noch mehr Todesopfer gab es europaweit nur in Italien (über 34.000, Stand: 10.07.2020).

Die wichtigsten Fakten zu den Symptomen von COVID-19, der Verbreitung des Virus und wie man sich gegen eine Infektion mit dem Coronavirus schützen kann, lesen Sie hier.

Artikelinhalte im Überblick:

Welche Symptome können auf das Coronavirus hindeuten?

Live-Karte zeigt Verbreitung des Coronavirus

Das Coronavirus breitete sich im Dezember 2019 ursprünglich in der chinesischen Stadt Wuhan aus. Dort wurde das Virus höchstwahrscheinlich auf einem Markt von Wildtieren auf den Menschen übertragen.

Am Abend des 30. Januar 2020 rief die Weltgesundheitsorganisation (WHO) aufgrund der schnellen Verbreitung des Coronavirus (Sars-CoV-2) dann offiziell die weltweite gesundheitliche Notlage aus, um schärfere Maßnahmen zur Bekämpfung der Virusverbreitung einzuleiten.

Am 11.03.2020 stufte die WHO die Ausbreitung des Coronavirus offiziell als Pandemie ein. Der Begriff beschreibt eine weltweite Ausbreitung einer Krankheit beim Menschen über alle Kontinente hinweg.

Weltweit sind über 12.294.000 Fälle offiziell bekannt, es starben bisher über 555.000 Menschen (Stand: 10.07.2020).

 

Welche Symptome bei Coronavirus-Infektion?

Bei über 80 Prozent der Coronavirus-Infizierten treten keine oder nur milde Symptome wie Frösteln, leichter Husten und Halsschmerzen auf. Häufig berichten Erkrankte auch vom vorübergehenden Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns. Im schlimmsten Fall kann das neuartige Virus aber lebensbedrohlich werden – etwa durch einen septischen Schock, Multiorganversagen oder Atemstillstand. Daher ist es wichtig, die typischen Symptome einer Infektion mit dem Coronavirus zu kennen.

Die Hauptsymptome bei Covid-19 sind hohes Fieber und Atemwegssymptomatiken wie trockener Husten bei einem allgemein starken Krankheitsgefühl. Weil die Infektion hauptsächlich die Atemwege angreift, sind für das Coronavirus vor allem Atembeschwerden wie Kurzatmigkeit charakteristisch.

Wichtig: Haben Sie den Verdacht, möglicherweise am Coronavirus erkrankt zu sein, melden Sie Ihren Besuch beim Arzt vorher telefonisch an und erwähnen Sie dabei Ihre Vermutung.

Außerdem wurden bei einigen Coronavirus-Patienten folgende Symptome beobachtet:

Verlust von Geruchs- und Geschmackssinn häufiges Coronavirus-Symptom

Viele Infizierte berichten auch über einen Verlust ihres Geruchs- und Geschmackssinns. Im Rahmen einer Studie, die im Fachjournal Nature veröffentlicht wurde, bestätigten 65 Prozent der befragten Coronavirus-Infizierten dieses Symptom.

Coronavirus oder Allergie?

© Bild der Frau

Wie unterscheiden sich die Symptome bei Coronavirus, Erkältung oder Grippe?

Meist steckt eine Grippe, Erkältung oder andere Ursache hinter Atemwegssymptomen und keine Infektion mit Sars-CoV-2. Das Wichtigste bei einem Verdacht auf Covid-19 ist zunächst immer, Ruhe zu bewahren.

Die Symptome einer Coronavirus-Infektion ähneln weitestgehend denen eines grippalen Infektes oder einer Erkältung. Wie lässt sich aber eine Infektion mit dem Coronavirus von einem grippalen Infekt unterscheiden?

Infografik Symptome Coronavirus

Coronavirus in Deutschland und Europa

Es ist bis heute unklar, wo der Ursprung der Infektionen mit Sars-CoV-2 in Europa liegt. Das erschwerte die Kontrolle über die Ausbreitung des Coronavirus von Anfang an.

Januar 2020: Erste Coronavirus-Fälle in Deutschland

Am 27.01.2020 wurde der erste Fall in Deutschland bestätigt. Der 33-jährige Coronavirus-Patient steckte sich bei einer Frau aus China an, die in Deutschland zu Gast war. Das Robert Koch-Institut erklärt, dass dies der erste bekannte Fall einer Coronavirus-Übertragung von Mensch zu Mensch außerhalb Asiens sei. 16 weitere Fälle sind laut dem RKI auf dieses erste Infektionsgeschehen zurückzuführen.


Februar 2020: Große Viruswelle in Deutschland

Ende Februar wurden weitere Fälle in Deutschland bekannt. Zunächst wurden lediglich Großveranstaltungen abgesagt, dann wurde das öffentliche Leben insgesamt stark heruntergefahren. Die Fallzahlen nahmen rasant zu und die Quarantänemaßnahmen wurden weiter ausgeweitet.

Christian Drosten, Virologe an der Charité Berlin erklärte Anfang März 2020, er gehe davon aus, dass sich der Großteil der Menschen in Deutschland früher oder später mit dem Coronavirus infizieren werde (60 bis 70 Prozent). Es sei lediglich unklar, innerhalb welchen Zeitraumes dies geschieht. Er erklärte außerdem, dass es sich in Deutschland um eine "absolut ernste Situation" handele und wir damit rechnen müssten, direkt in eine Epidemiewelle hineinzulaufen. (Stand: 09.03.2020).

Juni 2020: Infektionszahlen in Deutschland sinken weiterhin

Weil eine Infektion mit dem Coronavirus häufig symptomlos verläuft, ist nicht bekannt, wie viele Menschen sich bisher insgesamt infiziert haben. Damit weiß ebenfalls niemand, wie viele eine Infektion bereits überstanden haben. Alles beruht auf Schätzungen, auch die Zahl der Neuinfektionen.

Die Zahl der neu übermittelten Fälle ist laut RKI in Deutschland Anfang Juli 2020 weiterhin rückläufig. Gemessen wird das anhand der Reproduktionszahl (kurz: R-Wert). Der R-Wert beschreibt jeweils das Infektionsgeschehen vor circa einer bis zwei Wochen und reagiert auf kurzfristige Entwicklungen wie neue Ausbruchsherde sehr empfindlich. Die Reproduktionszahlen unterscheiden sich zudem je nach Infektionsgeschehen von Region zu Region sehr stark.

Am 04.07.2020 lag die Reproduktionszahl in Deutschland insgesamt bei 0,93.

Das bedeutet, dass 100 Infizierte etwa ein bis zwei Wochen vor dem 04. Juli im Schnitt 93 Personen angesteckt haben.

Seit Mitte Mai informiert das RKI deshalb außerdem über einen konstanteren Wert, den sogenannten "Sieben-Tage-R". Dieser bezieht sich auf einen größeren Zeitraum und wird damit weniger von temporären Schwankungen beeinflusst. Er beschreibt das Infektionsgeschehen vor etwa acht bis 16 Tagen.

Am 07.07.2020 wurde der Sieben-Tage-R auf 0,84 geschätzt.

Coronavirus: So schützen Sie sich in Bus und Bahn

Wie gefährlich ist das Coronavirus?

Das RKI erklärt, dass es sich weltweit und in Deutschland um eine "sehr dynamische und ernst zu nehmende Situation" handelt. Für Deutschland wird die Gesundheitsgefährdung durch das Coronavirus insgesamt weiterhin als "hoch" eingestuft, für Risikogruppen als "sehr hoch".

Die Gefährdung variiert von Region zu Region stark und das Risiko für schwere Verläufe von Covid-19-Infektionen steigt mit hohem Lebensalter und wenn Vorerkrankungen existieren. Die Zahl neu übermittelter Infektionsfälle ist laut RKI in Deutschland seit etwa Mitte März rückläufig (Stand: 02.07.2020).

Coronavirus: Diese Virenfallen sollten Sie jetzt reinigen

Panik in Bevölkerung wegen Coronavirus

Reißerische Schlagzeilen, Fehlinformationen und deren virale Verbreitung über soziale Medienkanäle machen es seit Beginn der Pandemie nicht einfach, in diesen Zeiten Ruhe zu bewahren. Nicht alle Menschen handeln deshalb verantwortungsbewusst und solidarisch, sondern reagieren unkontrolliert, was sich kurz vor den ersten Ausgangsbeschränkungen in Deutschland beispielsweise in Hamsterkäufen zeigte. Informieren Sie sich aus vertrauenswürdigen Quellen. Seriöse Meldungen zum Coronavirus finden Sie beispielsweise:

Verbreitung wegen langer Inkubationszeit begünstigt

Das neuartige Coronavirus ist noch relativ unerforscht. Zunächst wurde davon ausgegangen, dass eine infizierte Person etwa zwei bis drei weitere Menschen mittels Tröpfcheninfektion ansteckt.

Dies hohe Ansteckungsrate liegt auch an der relativ langen Inkubationszeit, während der Betroffene bereits ansteckend sind. Bis erste Symptome nach einer Infizierung mit dem Coronavirus auftreten, kann es von einem bis zu maximal 14 Tage dauern. Unklar ist nach wie vor, wie lange infizierte Personen ansteckend sind.

Auch, weil Coronavirus-Infektionen aufgrund oft nur leichter oder fehlender Symptomatik in vielen Fällen unerkannt bleiben, ist das Risiko für eine weitere Verbreitung erhöht.

Die Ausgangsbeschränkungen und anderen Regeln zur Eindämmung des Coronavirus haben ihre Wirkung bewiesen: Die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen ist nach Angaben des RKI weiterhin rückläufig (Stand: 02.07.2020). Damit das so bleibt, gelten trotz den schrittweisen, vorsichtigen Lockerungen der Beschränkungen weiterhin die Abstandsregel, die Maskenpflicht und andere Maßnahmen.

Das Auswärtige Amt rät weltweit nach wie vor von nicht notwendigen Reisen ins Ausland ab (Stand: 10.07.2020).

Wichtige Verhaltensregeln gegen das Coronavirus

Coronavirus Ansteckungsrisiko minimieren
Lifeline

Schutzmaßnahmen: Ansteckungsgefahr minimieren

Dr. Martin Hoch, Leiter der "Taskforce Infektiologie" des Landesamts für Gesundheit und des Robert Koch-Instituts und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn erklären folgende Schutzmaßnahmen für sinnvoll, um das Infektionsrisiko durch den Coronavirus zu minimieren:

  • regelmäßiges und gründliches Händewaschen

  • Kontakte generell auf ein Minimum reduzieren

  • Kontakt mit offensichtlich kranken Personen und Personen, die mit Erkrankten persönlichen Kontakt hatten, generell meiden (etwa ein bis zwei Meter Abstand)

  • Vermeiden, mit den Fingern ins Gesicht, in Mund, Nase oder Augen zu fassen

  • Husten und Niesen in die Armbeuge oder in ein Taschentuch

  • Benutzen von Wegwerftaschentüchern, die nach dem einmaligen Gebrauch sofort entsorgt werden

  • regelmäßig Lüften

  • sofern möglich von zu Hause aus arbeiten

  • Personen über 60 Jahre sollten sich gegen Pneumokokken impfen lassen, sofern kein Schutz besteht

  • wenn möglich Wege zu Fuß oder mit dem Fahrrad anstatt mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegen

Diese Maßnahmen schützen nicht nur den Einzelnen, sondern mindern auch die Gefahr einer weiteren Ausbreitung des Virus.

Was hilft wirklich gegen eine Ansteckung mit dem Coronavirus?

Mundschutz gegen Coronavirus bundesweit Pflicht

Nach wochenlangen Diskussionen über die Sinnhaftigkeit von Mundschutzmasken zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie gilt in Deutschland seit dem 29.04.2020 nun eine generelle Mundschutzpflicht. Bayern führte die Pflicht zum Tragen eines Mundschutzes als erstes Bundesland in Deutschland am 27.04.2020 ein.

Die Maske sollte Mund und Nase komplett bedecken und unter anderem in Supermärkten, Apotheken, Arztpraxen und öffentlichen Verkehrsmitteln getragen werden. Wer gegen die Maskenschutzpflicht verstößt, kann mit einem Bußgeld geahndet werden, die Regelungen diesbezüglich variieren je nach Bundesland.

Das Tragen eines Mundschutzes kann dabei helfen, andere Personen zu schützen. Die Mundschutzmasken sollen in erster Linie dabei helfen, dass Tröpfchen beim Husten oder Niesen zurückgehalten werden.

Wichtig ist dabei aber, dass der Mundschutz eng anliegt, beim Tragen nicht verschoben wird und ausgewechselt wird, sobald er durchfeuchtet ist.

Herkömmliche Masken können das Eindringen von Viren jedoch kaum abhalten. Für den Träger selbst kann ein Mund-Nasen-Schutz laut der WHO gar ein falsches Sicherheitsgefühl erzeugen, durch das Hygienemaßnahmen vernachlässigt werden.

Die wichtigsten Maßnahmen, um eine weitere Ausbreitung des Virus möglichst einzudämmen, sind weiterhin gründliches Händewaschen, die Beachtung der Husten- und Niesetikette sowie das Einhalten eines Mindestabstands von 1,5 Metern zu anderen Menschen.

13 Tipps zum Mundschutz tragen

Wie sollten Sie sich bei Verdacht auf Covid-19 verhalten?

Das Wichtigste ist immer: Ruhe bewahren. In den meisten Fällen ist es sehr viel wahrscheinlicher, dass Ihre Symptome auf eine Grippe, Erkältung oder andere Beschwerden zurückzuführen sind.

Grundsätzlich gilt: Bestehen Symptome und/oder bemerken Sie bei sich den Verlust von Geruchs- und Geschmackssinn sollte zunächst das Gesundheitsamt oder der Hausarzt telefonisch kontaktiert werden. Das gilt unabhängig davon, ob sie zu einer Risikogruppe gehören oder in den letzten 14 Tagen persönlichen Kontakt zu einem Infizierten hatten.

Wichtig: Bitte gehen Sie keinesfalls ohne telefonische Voranmeldung eigenmächtig zum Arzt. Bei einem begründeten Verdacht ist es ratsam, dass Sie nicht nach draußen gehen, um andere Personen nicht zu gefährden. Vermeiden Sie bitte insbesondere den Kontakt zu Risikogruppen, dazu gehören zum Beispiel alte Menschen oder Personen mit Vorerkrankungen.

Im Falle von Atemnot oder Bewusstlosigkeit wählen Sie bitte immer sofort die 112!

Verhalten bei Verdacht auf Coronavirus_Test_COVID-19

Diagnose von Coronavirus-Infektion mittels Test

Um das Coronavirus nachzuweisen, werden Abstriche aus den oberen Atemwegen sowie Material aus den unteren Atemwegen mittels DNA-Sequenzierung (Polymerase-Kettenreaktion, kurz PCR) untersucht. Dank dieser neuen Untersuchungsmethode ist eine Diagnose bereits nach vier bis fünf Stunden möglich.

"Erst wenn sich Symptome zeigen, ist es sinnvoll, Menschen auf eine mögliche Infektion mit dem Coronavirus zu testen", so Dr. Martin Hoch, Leiter der "Taskforce Infektiologie" noch Ende Januar 2020 am Tag des ersten bestätigten Coronavirus-Falles in Deutschland. Er erklärte, dass das Virus erst nachgewiesen werden könne, wenn die Viruslast (Konzentration des Virus im Blut) hoch genug ist. Dies sei während der Inkubationszeit oft noch nicht der Fall. Der Test könne demnach bei symptomfreien Personen fälschlicherweise negativ ausfallen und Entwarnung geben, obwohl eigentlich eine Infektion besteht.

Mittlerweile werden allerdings auch symptomlose Verdachtsfälle überprüft, weil sich das Virus schneller als angenommen ausbreitet. Die offiziellen Kriterien, wann es sich um einen Verdachtsfall handelt und ein Test sinnvoll erscheint, werden immer wieder überprüft und angepasst. Die Entscheidung liegt aber letztlich immer beim behandelnden Arzt.

Bundesweit wurden zahlreiche spezialisierte Diagnosezentren eingerichtet, um Verdachtsfälle flächendeckender und schneller auf das Coronavirus überprüfen zu können.

Quarantäne wegen Coronavirus: Fragen & Antworten

Am 06.04.2020 hat das Corona-Krisenkabinett beschlossen, dass sich Reiserückkehrer, die nach mehrtägigem Aufenthalt im Ausland in die Bundesrepublik Deutschland zurückkehren möchten, für zwei Wochen in Quarantäne begeben müssen. Diese Regelung wurde Mitte Mai fast vollständig wieder aufgehoben. In einigen Fällen müssen Einreisende in Deutschland dennoch nach wie vor in häusliche Quarantäne.

Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Quarantäne während der Coronavirus-Pandemie:

Was bedeutet Quarantäne?

Unter Quarantäne versteht man eine behördlich angeordnete, temporär örtliche Trennung von ansteckungsverdächtigen Personen zu anderen Menschen.

Wie lange dauert die Quarantäne beim Coronavirus?

Die Dauer der Quarantäne hängt von der Inkubationszeit ab. Beim Sars-CoV-2 beträgt diese 14 Tage. Offiziell endet eine angeordnete Quarantäne allerdings erst, wenn sie von der zuständigen Behörde, etwa dem örtlichen Gesundheitsamt, aufgehoben wurde.

Kann ich während einer angeordneten Quarantäne einkaufen gehen?

Nein, denn beim Einkaufen kommt man leicht mit anderen Menschen in direkten Kontakt. In den meisten Fällen können Nachbarn oder Freunde unter die Arme greifen und Besorgungen vor der Haustür abstellen. Meist gibt es auch die Möglichkeit, Lebensmittel von Supermärkten direkt nach Hause liefern zu lassen.

Was passiert, wenn ich die Quarantäne nicht einhalte?

Eine angeordnete Quarantäne sollte nicht nur aus Solidarität zur anderen Menschen, sondern auch aus eigenem Interesse eingehalten werden. Denn wer gegen die Regelungen einer geltenden Quarantäne verstößt, läuft Gefahr, mit Geld- und sogar Freiheitsstrafe geahndet zu werden.

Was ist, wenn ich in Quarantäne medizinische Versorgung benötige?

Wichtig: Bei Atemnot, Bewusstseinstrübung oder Bewusstlosigkeit sowie in anderen medizinischen Notfallsituationen zögern Sie bitte nie, sofort die 112 zu wählen.

Ansonsten ist die erste telefonische Anlaufstelle bei der Sicherstellung der medizinischen Versorgung während einer Quarantäne Ihr Haus- oder Facharzt. Dies kann etwa der Fall sein, wenn Sie Medikamente oder eine medizinische Untersuchung beziehungsweise Behandlung benötigen. Sollten Sie Beschwerden haben, die die Einhaltung der Quarantäne gefährden könnten, verständigen Sie bitte umgehend das örtliche Gesundheitsamt.

Behandlung bei Coronavirus-Infektion

Da bislang kein Impfstoff gegen das Coronavirus zur Verfügung steht, finden vorerst hauptsächlich nur die klassischen Mittel der Seuchenschutzbekämpfung Anwendung. Forscher aller Welt arbeiten mit Hochdruck daran, ein Mittel gegen das Coronavirus zu finden.

Medikamente zur antiviralen Therapie in der Forschung

Zudem werden mehrere Wirkstoffe als Möglichkeit zur antiviralen Therapie gegen eine Infektion mit Sars-CoV-2 diskutiert und teilweise bereits in klinischen Studien erforscht. Ärzte und Wissenschaftler sehen in mehreren Medikamenten ein Potential, die Vermehrung des Virus im Körper zu bremsen und so schweren Verläufen von Covid-19-Erkrankungen entgegenzuwirken.

Der größte Hoffnungsträger darunter ist bis dato das Medikament Remdesivir. Der Wirkstoff wurde ursprünglich zur Behandlung von Ebola entwickelt und ist bereits in den USA zur Behandlung von COVID-19 zugelassen. Auch in Europa könnte eine Zulassung innerhalb weniger Wochen erfolgen.

Da die übrigen zur Diskussion stehenden Wirkstoffe aber meist nicht frei von Nebenwirkungen sind, auch für andere Patienten benötigt werden und bislang nicht zur Behandlung von Covid-19 erprobt sind, ist es bislang lediglich erlaubt, sie in Einzelfällen bei besonders schweren Krankheitsverläufen einzusetzen.

Zu spät, sagen einige Wissenschaftler. Christian Drosten von der Charité für Virologie in Berlin beispielsweise erklärt, dass solche Medikamente eigentlich vor allem in der Anfangsphase einer Erkrankung Potential hätten, etwas zu bewirken – wenn überhaupt. Denn zu Beginn einer Infektion beginnt das Virus, sich im Körper zu vermehren, noch bevor es zu Schädigungen im Körper kommt. Und genau dem sollen die Wirkstoffe entgegenwirken: der Vermehrung des Virus Sars-CoV-2.

Weil es bislang keine spezifische Therapie gegen eine Infektion mit dem Coronavirus existiert, beschränkt sich die Behandlung von Covid-19 deshalb auf die Linderung der Symptome in Abhängigkeit von deren Schwere. Gut zu behandeln ist vor allem möglicherweise auftretendes Fieber. Mit der App "deine Apotheke" können Wege in die Apotheke gespart und Medikamente von zu Hause vorbestellt werden.

Bei einer starken Beeinträchtigung der Lungenwege ist teilweise eine intensivmedizinische Überwachung notwendig.

Krankheitsverlauf und Prognose

Die Krankheit Covid-19 verläuft laut Prof. Dr. Wieler vom RKI in vier von fünf Fällen mild und kann vor allem bei jungen, gesunden Menschen auch symptomlos ausheilen. Bekannt ist aber auch, dass der Erreger in seltenen Fällen eine Lungenentzündung mit beidseitigen Lungeninfiltraten auslösen kann, die tödlich enden kann.

Besonders Menschen über 60 Jahren und Personen mit chronischen Erkrankungen, einem geschwächten Immunsystem oder bestehenden Vorerkrankungen der Lunge, zum Beispiel Asthma oder COPD, sind anfälliger für Infektionen mit dem Coronavirus und daraus resultierenden Komplikationen.

Telefon-Hotline bei Fragen zum Coronavirus

Wer verunsichert ist oder befürchtet, sich angesteckt zu haben, kann über die Coronavirus-Hotline des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) unter der Telefonnummer 09131/6808-5101 Fragen stellen.

In dringenden Fällen wählen Sie bitte die Nummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes: 116117.

Weitere Informationen über das Coronavirus und dessen Verbreitung finden Sie außerdem auf der Internetseite des bayerischen Gesundheitsministeriums.

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