Grippeähnliche Symptome

Coronavirus: An welchen Symptomen erkennt man COVID-19?

Nach höchsten wissenschaftlichen Standards verfasst und von Experten geprüft

Könnten Ihre Symptome auf das Coronavirus hindeuten? So verhalten Sie sich bei einem Verdacht auf eine Ansteckung mit Sars-CoV-2 richtig! Alle wichtigen Informationen im Überblick!

Coronavirus Symptome Ansteckung Maskenpflicht
Seit dem 29.04. gilt in Deutschland bundesweit eine Maskenpflicht.
© iStock.com/Andrey Zhuravlev

In Deutschland liegt die Zahl der offiziell bestätigten Coronavirus-Infektionen bei über 180.300. Europaweit hat Spanien mit über 235.700 bislang die meisten Fälle, mehr als 28.700 infizierte Menschen starben dort. Noch mehr Todesopfer, die auch die Lungenkrankheit COVID-19 hatten, gab es in Italien (über 32.700, Stand: 25.05.2020).

Durch Ausgangsbeschränkungen, das Herunterfahren des öffentlichen Lebens sowie die Überlastung des Gesundheitssystems herrscht weiterhin der Ausnahmezustand. Die wichtigsten Fakten haben wir hier für Sie zusammengefasst.

Artikelinhalte im Überblick:

Welche Symptome können auf das Coronavirus hindeuten?

Live-Karte zeigt Verbreitung des Coronavirus

Das Coronavirus breitete sich im Dezember 2019 ursprünglich in der chinesischen Stadt Wuhan aus. Dort wurde das Virus höchstwahrscheinlich auf einem Markt von Wildtieren auf den Menschen übertragen.

Am Abend des 30. Januar 2020 rief die Weltgesundheitsorganisation (WHO) aufgrund der schnellen Verbreitung des Coronavirus (Sars-CoV-2) dann offiziell die weltweite gesundheitliche Notlage aus, um schärfere Maßnahmen zur Bekämpfung der Virusverbreitung einzuleiten.

Am 11.03.2020 stufte die WHO die Ausbreitung des Coronavirus offiziell als Pandemie ein. Der Begriff beschreibt eine weltweite Ausbreitung einer Krankheit beim Menschen über alle Kontinente hinweg.

Weltweit sind über 5.424.000 Fälle offiziell bekannt, es starben bisher über 345.200 Menschen (Stand: 25.05.2020).

Den aktuellen offiziellen Stand der Verbreitung des Virus zeigt eine Live-Karte der John Hopkins Universität Baltimore (Maryland, USA). Nahezu in Echtzeit gibt die Karte genaue Informationen über alle bisher bestätigten Fälle, Todesopfer sowie geheilte Personen.

Wie schnell die Zahl bestätigter Fälle in den einzelnen Ländern steigt, zeigt eine interaktive Karte der University of Washington.

Welche Symptome bei Coronavirus-Infektion?

Bei über 80 Prozent der Coronavirus-Infizierten treten keine oder nur milde Symptome wie Frösteln, leichter Husten und Halsschmerzen auf. Häufig berichten Erkrankte auch vom vorübergehenden Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns. Im schlimmsten Fall kann das neuartige Virus aber lebensbedrohlich werden – etwa durch einen septischen Schock, Multiorganversagen oder Atemstillstand. Daher ist es wichtig, die typischen Symptome einer Infektion mit dem Coronavirus zu kennen.

Die Hauptsymptome bei Covid-19 sind hohes Fieber und Atemwegssymptomatiken wie trockener Husten bei einem allgemein starken Krankheitsgefühl. Weil die Infektion hauptsächlich die Atemwege angreift, sind für das Coronavirus vor allem Atembeschwerden wie Kurzatmigkeit charakteristisch.

Wichtig: Haben Sie den Verdacht, möglicherweise am Coronavirus erkrankt zu sein, melden Sie Ihren Besuch beim Arzt vorher telefonisch an und erwähnen Sie dabei Ihre Vermutung.

Bei den bisherigen Coronavirus-Fällen in Deutschland wurden außerdem folgende Symptome beschrieben:

Einige Infizierte berichteten auch über einen beinahe vollständigen Verlust ihres Geruchs- und Geschmackssinnes.

Meist steckt eine Grippe, Erkältung oder andere Ursache hinter den Symptomen und keine Infektion mit Sars-CoV-2. Das Wichtigste bei einem Verdacht auf Covid-19 ist zunächst immer, Ruhe zu bewahren.

Wie unterscheiden sich die Symptome bei Coronavirus, Erkältung oder Grippe?

Die Symptome einer Coronavirus-Infektion ähneln weitestgehend denen eines grippalen Infektes oder einer Erkältung. Wie lässt sich aber eine Infektion mit dem Coronavirus von einem grippalen Infekt unterscheiden?


Infografik Symptome Coronavirus

Coronavirus in Deutschland und Europa

Es ist bis heute unklar, wo der Ursprung der Infektionen mit Sars-CoV-2 in Europa liegt, was die Kontrolle über die Ausbreitung des Coronavirus von Anfang an erschwerte.

Erste Coronavirus-Fälle in Deutschland Ende Januar

Am 27.01.2020 wurde der erste Coronavirus-Fall in Deutschland bestätigt. Der 33-jährige Coronavirus-Patient steckte sich bei einer Frau aus China an, die in Deutschland zu Gast war. Das Robert Koch-Institut erklärt, dass dies der erste bekannte Fall einer Coronavirus-Übertragung von Mensch zu Mensch außerhalb Asiens sei. 16 weitere Fälle sind laut dem RKI auf dieses erste Infektionsgeschehen zurückzuführen.

Große Viruswelle in Deutschland startete Ende Februar

Ende Februar wurden weitere Fälle in Deutschland bekannt. Zunächst wurden lediglich Großveranstaltungen abgesagt, mittlerweile ist das öffentliche Leben insgesamt stark heruntergefahren. Die Fallzahlen nehmen rasant zu und die Quarantänemaßnahmen werden weiter ausgeweitet.

Christian Drosten, Virologe an der Charité Berlin, geht davon aus, dass sich der Großteil der Menschen in Deutschland früher oder später mit dem Coronavirus infizieren wird (60 bis 70 Prozent). Es sei lediglich unklar, innerhalb welchen Zeitraumes dies geschieht. Er erklärt außerdem, dass es sich in Deutschland um eine "absolut ernste Situation" handele und wir damit rechnen müssten, direkt in eine Epidemiewelle hineinzulaufen. (Stand: 09.03.2020).

Italien und Spanien europaweit besonders stark betroffen

In Norditalien hat sich das Coronavirus im Februar 2020 unbemerkt überraschend schnell ausgebreitet.

Die Zahl der Infizierten und die Todesfälle sind alarmierend und im Vergleich zu Deutschland und anderen Ländern in Relation zur Anzahl der bestätigten Fälle extrem hoch. Vor allem Bergamo ist stark betroffen.

Das öffentliche Leben wurde wochenlang im gesamten Land auf das Allernötigste heruntergefahren. Seit Anfang Mai werden die Maßnahmen langsam gelockert.

In Spanien gibt es nach den USA bislang die höchste Anzahl bestätigter Fälle an Infizierten. Der erste wurde Ende Januar bekannt, es handelte sich um einen deutschen Touristen. Ende Februar wurden vermehrt Fälle bekannt, die mit Italien im Zusammenhang stehen: Unter anderem wurde ein italienischer Arzt aus der Lombardei, der in Spanien Urlaub machte, positiv auf Covid-19 getestet.

Wie gefährlich ist das Coronavirus?

Das RKI erklärt, dass es sich weltweit und in Deutschland um eine "sehr dynamische und ernst zu nehmende Situation" handelt. Für Deutschland wird die Gesundheitsgefährdung durch das Coronavirus insgesamt als "hoch" eingestuft, für Risikogruppen als "sehr hoch". Die Gefährdung variiert von Region zu Region und das Risiko für schwere Verläufe von Covid-19-Infektionen steigt mit hohem Lebensalter und wenn Vorerkrankungen existieren. Die Zahl neu übermittelter Infektionsfälle ist laut RKI rückläufig. (Stand: 25.05.2020)

Die EU-Gesundheitsagentur ECDC korrigierte am 02.03.2020 ihre Risikoeinschätzung für die europäische Bevölkerung von "moderat" auf "hoch". Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides erklärt, dass sich die Situation sehr schnell verändere, es aber keinen Grund zur Panik gebe.

Weil eine Covid-19-Erkrankung oft nicht zu Symptomen führt und nicht alle Menschen auf eine Infektion getestet werden, ist die Dunkelziffer Infizierter überall auf der Welt höchstwahrscheinlich sehr hoch. Um infizierte Personen ausfindig zu machen, werden in Laboren auf Hochtouren Diagnosetests durchgeführt.

Coronavirus: Diese Virenfallen sollten Sie jetzt reinigen

Panik in Bevölkerung wegen Coronavirus

Reißerische Schlagzeilen, Fehlinformationen und deren virale Verbreitung über soziale Medienkanäle machen es nicht einfach, in diesen Zeiten Ruhe zu bewahren. Nicht alle Menschen handeln deshalb verantwortungsbewusst und solidarisch, sondern reagieren unkontrolliert, was sich kurz vor den ersten Ausgangsbeschränkungen in Deutschland beispielsweise in Hamsterkäufen äußerte. Für Hamsterkäufe gibt es aber keinen Anlass, die Versorgung der Bevölkerung ist gesichert. Informieren Sie sich aus vertrauenswürdigen Quellen. Seriöse Meldungen zum Coronavirus finden Sie beispielsweise:

Verbreitung wegen langer Inkubationszeit begünstigt

Das neuartige Coronavirus ist noch relativ unerforscht. Zunächst wurde davon ausgegangen, dass eine infizierte Person etwa zwei bis drei weitere Menschen mittels Tröpfcheninfektion ansteckt.

Dies hohe Ansteckungsrate liegt auch an der relativ langen Inkubationszeit, während der Betroffene bereits ansteckend sind. Bis erste Symptome nach einer Infizierung mit dem Coronavirus auftreten, kann es von einem bis zu maximal 14 Tage dauern. Unklar ist nach wie vor, wie lange infizierte Personen ansteckend sind.

Auch, weil Coronavirus-Infektionen aufgrund oft nur leichter oder fehlender Symptomatik in vielen Fällen unerkannt bleiben, ist das Risiko für eine weitere Verbreitung erhöht.

Die Ausgangsbeschränkungen und anderen Regeln zur Eindämmung des Coronavirus haben ihre Wirkung bewiesen: Die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen ist nach Angaben des RKI weiterhin rückläufig (Stand: 25.05.2020). Damit das so bleibt, gelten trotz den schrittweisen, vorsichtigen Lockerungen der Beschränkungen weiterhin die Abstandsregel, die Maskenpflicht und andere Maßnahmen.

Die wichtigsten Verhaltensregeln zum Schutz gegen das Coronavirus auf einen Blick

Coronavirus Ansteckungsrisiko minimieren
Lifeline

Schutzmaßnahmen: Ansteckungsgefahr minimieren

Dr. Martin Hoch, Leiter der "Taskforce Infektiologie" des Landesamts für Gesundheit und des Robert Koch-Instituts und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn erklären folgende Schutzmaßnahmen für sinnvoll, um das Infektionsrisiko durch den Coronavirus zu minimieren:

  • regelmäßiges und gründliches Händewaschen

  • Kontakte generell auf ein Minimum reduzieren

  • Kontakt mit offensichtlich kranken Personen und Personen, die mit Erkrankten persönlichen Kontakt hatten, generell meiden (etwa ein bis zwei Meter Abstand)

  • Vermeiden, mit den Fingern ins Gesicht, in Mund, Nase oder Augen zu fassen

  • Husten und Niesen in die Armbeuge oder in ein Taschentuch

  • Benutzen von Wegwerftaschentüchern, die nach dem einmaligen Gebrauch sofort entsorgt werden

  • regelmäßig Lüften

  • sofern möglich von zu Hause aus arbeiten

  • Personen über 60 Jahre sollten sich gegen Pneumokokken impfen lassen, sofern kein Schutz besteht

  • wenn möglich Wege zu Fuß oder mit dem Fahrrad anstatt mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegen

Diese Maßnahmen schützen nicht nur den Einzelnen, sondern mindern auch die Gefahr einer weiteren Ausbreitung des Virus.

Was hilft wirklich gegen eine Ansteckung mit dem Coronavirus?

Mundschutz gegen Coronavirus bundesweit Pflicht

Nach wochenlangen Diskussionen über die Sinnhaftigkeit von Mundschutzmasken zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie gilt in Deutschland seit dem 29.04.2020 nun eine generelle Mundschutzpflicht. Bayern führte die Pflicht zum Tragen eines Mundschutzes als erstes Bundesland in Deutschland am 27.04.2020 ein.

Die Maske sollte Mund und Nase komplett bedecken und unter anderem in Supermärkten, Apotheken, Arztpraxen und öffentlichen Verkehrsmitteln getragen werden. Wer gegen die Maskenschutzpflicht verstößt, kann mit einem Bußgeld geahndet werden, die Regelungen diesbezüglich variieren je nach Bundesland.

Das Tragen eines Mundschutzes kann dabei helfen, andere Personen zu schützen. Die Mundschutzmasken sollen in erster Linie dabei helfen, dass Tröpfchen beim Husten oder Niesen zurückgehalten werden.

Wichtig ist dabei aber, dass der Mundschutz eng anliegt, beim Tragen nicht verschoben wird und ausgewechselt wird, sobald er durchfeuchtet ist.

Herkömmliche Masken können das Eindringen von Viren jedoch kaum abhalten. Für den Träger selbst kann ein Mund-Nasen-Schutz laut der WHO gar ein falsches Sicherheitsgefühl erzeugen, durch das Hygienemaßnahmen vernachlässigt werden.

Die wichtigsten Maßnahmen, um eine weitere Ausbreitung des Virus möglichst einzudämmen, sind weiterhin gründliches Händewaschen, die Beachtung der Husten- und Niesetikette sowie das Einhalten eines Mindestabstands von 1,5 Metern zu anderen Menschen.

13 Tipps zum Mundschutz tragen

Wie sollten Sie sich bei Verdacht auf Covid-19 verhalten?

Das Wichtigste ist immer: Ruhe bewahren. In den meisten Fällen ist es wahrscheinlicher, dass Ihre Symptome auf eine Grippe oder Erkältung zurückzuführen sind.

Grundsätzlich gilt: Bestehen Symptome und/oder bemerken Sie bei sich den Verlust von Geruchs- und Geschmackssinn sollte zunächst das Gesundheitsamt oder der Hausarzt telefonisch kontaktiert werden. Das gilt unabhängig davon, ob sie zu einer Risikogruppe gehören oder in den letzten 14 Tagen persönlichen Kontakt zu einem Infizierten hatten.

Wichtig: Bitte gehen Sie keinesfalls ohne telefonische Voranmeldung eigenmächtig zum Arzt. Bei einem begründeten Verdacht ist es ratsam, dass Sie nicht nach draußen gehen, um andere Personen nicht zu gefährden. Vermeiden Sie bitte insbesondere den Kontakt zu Risikogruppen, dazu gehören zum Beispiel alte Menschen oder Personen mit Vorerkrankungen.

Im Falle von Atemnot oder Bewusstlosigkeit wählen Sie bitte immer sofort die 112!

Verhalten bei Verdacht auf Coronavirus_Test_COVID-19

Diagnose von Coronavirus-Infektion mittels Test

Um das Coronavirus nachzuweisen, werden Abstriche aus den oberen Atemwegen sowie Material aus den unteren Atemwegen mittels DNA-Sequenzierung (Polymerase-Kettenreaktion, kurz PCR) untersucht. Dank dieser neuen Untersuchungsmethode ist eine Diagnose bereits nach vier bis fünf Stunden möglich.

"Erst wenn sich Symptome zeigen, ist es sinnvoll, Menschen auf eine mögliche Infektion mit dem Coronavirus zu testen", so Dr. Martin Hoch, Leiter der "Taskforce Infektiologie" noch am Tag des ersten bestätigten Coronavirus-Falles in Deutschland. Er erklärt, dass das Virus erst nachgewiesen werden könne, wenn die Viruslast (Konzentration des Virus im Blut) hoch genug ist. Dies sei während der Inkubationszeit oft noch nicht der Fall. Der Test könne demnach bei symptomfreien Personen fälschlicherweise negativ ausfallen und Entwarnung geben, obwohl eigentlich eine Infektion besteht.

Mittlerweile werden allerdings auch symptomlose Verdachtsfälle überprüft, weil sich das Virus schneller als angenommen ausbreitet. Die offiziellen Kriterien, wann es sich um einen Verdachtsfall handelt und ein Test sinnvoll erscheint, werden immer wieder überprüft und angepasst. Die Entscheidung liegt aber letztlich immer beim behandelnden Arzt.

Nach und nach werden bundesweit spezialisierte Diagnosezentren eingerichtet, um Verdachtsfälle flächendeckender und schneller auf das Coronavirus überprüfen zu können.

Quarantäne wegen Coronavirus: Fragen & Antworten

Am 06.04.2020 hat das Corona-Krisenkabinett beschlossen, dass sich Reiserückkehrer, die nach mehrtägigem Aufenthalt im Ausland in die Bundesrepublik Deutschland zurückkehren möchten, für zwei Wochen in Quarantäne begeben müssen.

Ziel dieser Maßnahme ist es, eine weitere Verbreitung des Coronavirus möglichst zu verhindern.

Was bedeutet Quarantäne?

Unter Quarantäne versteht man eine behördlich angeordnete, temporär örtliche Trennung von ansteckungsverdächtigen Personen zu anderen Menschen.

Wie lange dauert die Quarantäne beim Coronavirus?

Die Dauer der Quarantäne hängt von der Inkubationszeit ab. Beim Sars-CoV-2 beträgt diese 14 Tage. Offiziell endet eine angeordnete Quarantäne allerdings erst, wenn sie von der zuständigen Behörde, etwa dem örtlichen Gesundheitsamt, aufgehoben wurde.

Kann ich während einer angeordneten Quarantäne einkaufen gehen?

Nein, denn beim Einkaufen kommt man leicht mit anderen Menschen in direkten Kontakt. In den meisten Fällen können Nachbarn oder Freunde unter die Arme greifen und Besorgungen vor der Haustür abstellen. Meist gibt es auch die Möglichkeit, Lebensmittel von Supermärkten direkt nach Hause liefern zu lassen.

Was passiert, wenn ich die Quarantäne nicht einhalte?

Eine angeordnete Quarantäne sollte nicht nur aus Solidarität zur anderen Menschen, sondern auch aus eigenem Interesse eingehalten werden. Denn wer gegen die Regelungen einer geltenden Quarantäne verstößt, läuft Gefahr, mit Geld- und sogar Freiheitsstrafe geahndet zu werden.

Was ist, wenn ich in Quarantäne medizinische Versorgung benötige?

Wichtig: Bei Atemnot, Bewusstseinstrübung oder Bewusstlosigkeit sowie in anderen medizinischen Notfallsituationen zögern Sie bitte nie, sofort die 112 zu wählen.

Ansonsten ist die erste telefonische Anlaufstelle bei der Sicherstellung der medizinischen Versorgung während einer Quarantäne Ihr Haus- oder Facharzt. Dies kann etwa der Fall sein, wenn Sie Medikamente oder eine medizinische Untersuchung beziehungsweise Behandlung benötigen. Sollten Sie Beschwerden haben, die die Einhaltung der Quarantäne gefährden könnten, verständigen Sie bitte umgehend das örtliche Gesundheitsamt.

Behandlung bei Coronavirus-Infektion

Da bislang kein Impfstoff gegen das Coronavirus zur Verfügung steht, finden vorerst hauptsächlich nur die klassischen Mittel der Seuchenschutzbekämpfung Anwendung. Forscher aller Welt arbeiten mit Hochdruck daran, ein Mittel gegen das Coronavirus zu finden.

Medikamente zur antiviralen Therapie in der Forschung

Zudem werden mehrere Wirkstoffe als Möglichkeit zur antiviralen Therapie gegen eine Infektion mit Sars-CoV-2 diskutiert und teilweise bereits in klinischen Studien erforscht. Ärzte und Wissenschaftler sehen in mehreren Medikamenten ein Potential, die Vermehrung des Virus im Körper zu bremsen und so schweren Verläufen von Covid-19-Erkrankungen entgegenzuwirken.

Der größte Hoffnungsträger darunter ist bis dato das Medikament Remdesivir. Der Wirkstoff wurde ursprünglich zur Behandlung von Ebola entwickelt und ist bereits in den USA zur Behandlung von COVID-19 zugelassen. Auch in Europa könnte eine Zulassung innerhalb weniger Wochen erfolgen.

Da die übrigen zur Diskussion stehenden Wirkstoffe aber meist nicht frei von Nebenwirkungen sind, auch für andere Patienten benötigt werden und bislang nicht zur Behandlung von Covid-19 erprobt sind, ist es bislang lediglich erlaubt, sie in Einzelfällen bei besonders schweren Krankheitsverläufen einzusetzen.

Zu spät, sagen einige Wissenschaftler. Christian Drosten von der Charité für Virologie in Berlin beispielsweise erklärt, dass solche Medikamente eigentlich vor allem in der Anfangsphase einer Erkrankung Potential hätten, etwas zu bewirken – wenn überhaupt. Denn zu Beginn einer Infektion beginnt das Virus, sich im Körper zu vermehren, noch bevor es zu Schädigungen im Körper kommt. Und genau dem sollen die Wirkstoffe entgegenwirken: der Vermehrung des Virus Sars-CoV-2.

Weil es bislang keine spezifische Therapie gegen eine Infektion mit dem Coronavirus existiert, beschränkt sich die Behandlung von Covid-19 deshalb auf die Linderung der Symptome in Abhängigkeit von deren Schwere. Gut zu behandeln ist vor allem möglicherweise auftretendes Fieber. Mit der App "deine Apotheke" können Wege in die Apotheke gespart und Medikamente von zu Hause vorbestellt werden.

Bei einer starken Beeinträchtigung der Lungenwege ist teilweise eine intensivmedizinische Überwachung notwendig.

Krankheitsverlauf und Prognose

Die Krankheit Covid-19 verläuft laut Prof. Dr. Wieler vom RKI in vier von fünf Fällen mild und kann vor allem bei jungen, gesunden Menschen auch symptomlos ausheilen. Bekannt ist aber auch, dass der Erreger in seltenen Fällen eine Lungenentzündung mit beidseitigen Lungeninfiltraten auslösen kann, die tödlich enden kann.

Besonders Menschen über 60 Jahren und Personen mit chronischen Erkrankungen, einem geschwächten Immunsystem oder bestehenden Vorerkrankungen der Lunge, zum Beispiel Asthma oder COPD, sind anfälliger für Infektionen mit dem Coronavirus und daraus resultierenden Komplikationen.

Telefon-Hotline bei Fragen zum Coronavirus

Wer verunsichert ist oder befürchtet, sich angesteckt zu haben, kann über die Coronavirus-Hotline des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) unter der Telefonnummer 09131/6808-5101 Fragen stellen.

Auch die Berliner Gesundheitsverwaltung ist zwischen 08:00 und 20:00 Uhr unter 030/90282828 für besorgte Bürgerinnen und Bürger erreichbar.

In dringenden Fällen wählen Sie bitte die Nummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes: 116117.

Weitere Informationen über das Coronavirus und dessen Verbreitung finden Sie außerdem auf der Internetseite des bayerischen Gesundheitsministeriums.

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