Tropenkrankheit "Knochenfieber" in Thailand und auf Bali

Dengue-Fieber: Symptome und Verbreitung

Das Dengue-Fieber ist eine Virusinfektion, die von einer Stechmückenart übertragen wird. Die Infektion verläuft häufig mild, kann aber manchmal lebensgefährlich werden. Immer häufiger sind auch Fernreisende betroffen. Wie sich das Dengue-Fieber äußert, wie es behandelt und wie vorgebeugt werden kann.

Dengue Fieber
Die Tigermücke mit ihren typischen Streifen überträgt mitunter das Virus, das das Dengue-Fieber auslöst.
© iStock.com/WebSubstance

Das Dengue-Fieber ist eine Infektionskrankheit, die vor allem in den Tropen und Subtropen auftritt. Überträger des Virus sind verschiedene Mückenarten, unter anderem Aedes aegypti (Gelbfiebermücke oder ägyptische Tigermücke), gelegentlich auch Aedes albopictus (asiatische Tigermücke). Jährlich treten in Deutschland 600 bis 800 Fälle von Dengue-Fieber nach Fernreisen auf. Die Hauptinfektions­länder sind Länder in Süd- und Südostasien sowie Süd- und Mittelamerika. 2019 gab es besonders viele Fälle von Dengue-Fieber auf den Philippinen, in Vietnam, Malaysia und Bangladesch, außerdem in Thailand und Nicaragua.

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Wie äußert sich das Dengue-Fieber?

Die Zeit von der Ansteckung, also dem Stich der Mücke, bis zu den ersten Symptomen (Inkubationszeit) beträgt beim Dengue-Fieber meist vier bis fünf Tage, kann aber auch bis zu zwölf Tage dauern. Allerdings entwickeln nur etwa 25 Prozent der Infizierten Symptome, bei den restlichen Menschen verläuft die Erkrankung symptomlos. Das Dengue-Fieber tritt in zwei Formen auf:

  • klassisches Dengue-Fieber
  • Dengue-Hämorrhagisches Fieber (DHF) mit der Gefahr eines Dengue-Schocksyndroms (DSS)

Beim klassischen Dengue-Fieber entwickeln sich typische Symptome:

Die akuten Symptome bilden sich meist nach etwa fünf bis sieben Tagen zurück. Bis die Erkrankung ausgeheilt ist, kann es aber noch Wochen dauern. In dieser Zeit fühlen sich Betroffene oft schwach und müde.

Das Dengue-Fieber heilt in der Regel folgenlos aus und die Betroffenen sind dann immun gegen das auslösende Virus. Da es jedoch durch vier verschiedene Viren ausgelöst wird, können sich Betroffene erneut infizieren und sind dann gefährdet, an der schwereren Form zu erkranken.

Dengue-Hämorrhagisches Fieber (DHF)

Bei einem kleinen Teil der Erkrankten tritt die schwere Verlaufsform des Dengue-Hämorrhagischen Fiebers (DHF) auf. Oft sind Menschen betroffen, die zuvor bereits einmal an Dengue-Fieber erkrankt sind, allerdings durch ein anderes Virus ausgelöst. Dabei kommt es drei bis sieben Tage nach den ersten Symptomen zu starken Bauchschmerzen, anhaltendem Erbrechen, schneller Atmung, blutenden Schleimhäuten, Bluterbrechen, Erschöpfung oder Unruhe. In besonders schweren Fällen kann es zu einem Dengue-Schocksyndrom (DSS) kommen. Infolge dessen versterben Menschen in Regionen mit schlechter medizinischer Versorgung häufig.

Dengue-Fieber wird durch Virus verursacht

Das Dengue-Fieber wird von vier unterschiedlichen Viren ausgelöst. Sie sind verwandt mit Erregern des West-Nil-Fiebers, FSME und Gelbfieber. Die Weibchen von Aedes aegypti und Aedes albopictus können Dengue-Viren übertragen. Anders als Anophelesmücken, die Malaria übertragen und nachtaktiv sind, sind die Dengue-Mücken auch tagsüber aktiv. Beim Stechen gelangen die Erreger über den Speichel der Mücke ins Blutsystem.

Zweitinfektion mit Dengue-Viren gefährlich

Die meisten Erstinfektionen mit Dengue-Viren verlaufen stumm, also ohne oder nur mit schwachen Symptomen. Dann hat das Abwehrsystem Antikörper gegen das Dengue-Virus gebildet. In Zukunft ist der Betroffene immun gegen den Dengue-Virus-Typ, der die Krankheit ausgelöst hatte. Wird der Organismus nach diesem ersten, überstandenen Dengue-Fieber jedoch nochmals mit Dengue-Viren infiziert und handelt es sich dabei um ein anderes Virus als bei der ersten Infektion, verläuft die Tropeninfektion bei der Zweitinfektion schwerer. Die bei der Erstinfektion gebildeten Antikörper heften sich an die Oberfläche der Dengue-Viren, können sie jedoch nicht besiegen. Diese Belagerung oder Maskierung macht die Viren jedoch für das Immunsystem als Feind unkenntlich. Die Krankheitserreger können sich dadurch ungehindert vermehren. Diese große Virenlast führt dann zu den ausgeprägten Beschwerden und oft schweren Krankheitsverläufen.

Diagnose des Dengue-Fiebers schwierig

Wer von einer Fernreise zurückkehrt und sich krank fühlt, sollte sich am besten an eine Tropenmedizinische Praxis oder Klinik wenden. Der Arzt bekommt Hinweise auf das Dengue-Fieber aufgrund der kürzlichen Reise, den Beschwerden und den Ergebnissen eines Blutbildes.

Bluttests zeigen, ob tatsächlich Dengue-Fieber vorliegt, oder eine andere, ähnliche Tropenkrankheit. Die Ergebnisse sind oft nicht eindeutig, da der Erregernachweis nur in der frühen Krankheitsphase erfolgen kann. Eine Differentialdiagnose ist wichtig, um andere, ähnliche Tropenkrankheiten wie Malaria oder Gelbfieber auszuschließen.

Auch die Art der Symptome gibt Hinweise auf eine mögliche Diagnose von Dengue-Fieber. Wenn hohes Fieber um die 40 °C und mindestens zwei der folgenden Symptome auftreten, ist bei entsprechender vorangegangener Reise in ein Risikoland Dengue-Fieber möglich:

  • starke Kopfschmerzen
  • Augenschmerzen
  • Muskel- und Gelenkschmerzen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • geschwollene Lymphdrüsen
  • Hautausschlag

Behandlung des Dengue-Fiebers

Gegen das Dengue-Fieber gibt es keine direkte Behandlung. Die Therapie von Dengue-Fieber ist also rein symptomatisch, wie bei einer Grippe:

  • Bettruhe
  • Fieber senken
  • Schmerzen lindern
  • Flüssigkeits- und Elektrolyausgleich

Schmerz- und Fiebermedikamente wie Acetylsalicylsäure und Ibuprofen sind bei Dengue-Fieber ungeeignet. Diese Wirkstoffe verdünnen das Blut. Bei Dengue-Fieber ist die Thrombozytenzahl sowieso schon sehr niedrig und die Blutungsneigung dadurch hoch. Andere Substanzen, wie Paracetamol, sind deshalb sinnvoller.

Ein Krankenhausaufenthalt wird nötig, wenn zu wenig Flüssigkeit aufgenommen wird, sich der Allgemeinzustand deutlich verschlechtert oder die Thrombozytenzahl sehr niedrig ist beziehungsweise Blutungen auftreten.

Intravenöse Flüssigkeitszufuhr bei DHF

Beim schweren Verlauf der Erkrankung, dem Dengue-Hämorrhagischen Fieber (DHF), ist ein Aufenthalt im Krankenhaus unbedingt notwendig. Je nach Ausprägung der Symptome ist eine intensivmedizinische Behandlung nötig. Am wichtigsten ist dann der Flüssigkeitsausgleich, der intravenös erfolgt.

Milde Formen von Dengue-Fieber sind oft schon nach einer Woche überstanden. Die schweren Verläufe machen häufig einen wochenlangen Krankenhausaufenthalt nötig. Oft dauert es Monate, bis sich der Betroffene vom Dengue-Fieber wieder völlig erholt hat. Folgeschäden durch das Dengue-Fieber sind jedoch im Allgemeinen keine zu erwarten.


Dengue-Fieber vorbeugen: Mückenschutz ist das A und O

Intensiver Mückenschutz – vor allem tagsüber – ist die beste Vorbeugung gegen Dengue-Fieber. Dazu gehören:

  • Tragen von langärmeliger Kleidung und lange Hosen

  • Verwendung von Repellents: Das sind insektenabweisende Hautlotionen und -sprays. Dabei sollten speziell für die Tropen entwickelte Repellents (etwa mit Diethyltoluamid – DEET – oder Icaridin) verwendet werden, auch zum Einsprühen der Kleidung.

  • Verwendung von Insektiziden: Diese Insektengifte gibt es als Verstäuber, Verdampfer oder Spray. Die Wirkstoffe machen Räume sozusagen mückenfrei.

  • Schlafen unter einem Moskitonetz

  • Bei einer Reise in gefährdete Gebiete diese Ratschläge Ernst nehmen. Nach einer Erstinfektion ist jeder weitere Aufenthalt in Thailand, Florida oder Indien äußerst riskant.

Impfung gegen Dengue-Fieber

Seit Oktober 2018 gibt es in Europa einen zugelassenen Impfstoff gegen alle vier Viren des Dengue-Fiebers. Allerdings ist der Impfstoff nur für Menschen zwischen neun und 45 Jahren zugelassen, die in einem Endemiegebiet leben und zuvor eine Infektion mit Dengue-Fieber durchgemacht haben. Es kann also keine Impfung aufgrund einer Reise in ein Risikogebiet erfolgen. Weitere Impfstoffe befinden sich in der Entwicklung und werden derzeit in Zulassungsstudien überprüft.

Sicherheit auf Reisen: Hier lauert Infektionsgefahr.
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