Viruserkrankungen

Gürtelrose (Herpes zoster): Ursache, Symptome und Behandlung

Der Begriff Gürtelrose oder Herpes zoster bezeichnet eine Virusinfektion, die mit einem schmerzhaften, bläschenbildenden Hautausschlag entlang verschiedener Nervenbahnen einhergeht.

Gürtelrose (Herpes Zoster)
Schmerzhafte Bläschen auf der Haut sind typisch für eine Gürtelrose. Sie wird von den selben Viren verursacht wie die Windpocken.
© Getty Images / iStock.com / RosicaSabotanova

Die Gürtelrose, medizinisch Herpes zoster genannt, ist eine Infektionskrankheit, die durch Viren ausgelöst wird. Dabei bilden sich schmerzhafte Bläschen auf der Haut entlang verschiedener Nervenbahnen (Dermatome). Der Hautausschlag zeigt sich meist nur an einer Seite des Kopfes oder des Oberkörpers, gelegentlich sind auch eine Gesäßhälfte und ein Bein betroffen. Weil Herpes zoster besonders häufig halbringförmig um den Bauch herum auftritt, wird die Krankheit als Gürtelrose bezeichnet.

Hautkrankheiten erkennen und behandeln

Gürtelrose trifft meist ältere Menschen

Schätzungen zufolge erkrankt jeder Dritte einmal im Leben an Gürtelrose. Wenn mit zunehmenden Alter das Immunsystem nachlässt, steigt damit auch das Risiko, an Gürtelrose zu erkranken. Zwei Drittel der Betroffenen sind über 50 Jahre alt.

Die Viren, die eine Gürtelrose hervorrufen, sind Varizellen, die Auslöser der Windpocken. Wenn eine Infektion mit Windpocken überstanden ist, schlummern die Varizellen ein Leben lang in den Nervenzellen.

Bei Stresssituationen und schlechter Abwehrlage können die Krankheitserreger wieder aufwachen und Gürtelrose hervorrufen. Indem diese rechtzeitig erkannt und behandelt wird, kann man einen schweren Herpes-zoster-Verlauf mit Komplikationen verhindern.

Diese Symptome verraten die Gürtelrose

Die ersten Symptome von Herpes zoster ähneln denen einer Grippe. Es kommt zu Beschwerden wie Fieber und Schüttelfrost. Manchmal sind die frühen Anzeichen einer Gürtelrose nur allgemeines Schwächegefühl und Müdigkeit. Danach macht sich ein Kribbeln und Jucken an den Hautpartien entlang der betroffenen Nervenbahnen bemerkbar. An diesen Stellen bilden sich später gruppiert stehende Bläschen.

Typisch: Nervenschmerzen

Insgesamt rötet sich die Haut in den betroffenen Regionen und ist äußerst schmerzempfindlich bei Berührungen jeglicher Art: In rund zehn Prozent der Fälle kommt es zu mehr oder minder starken Schmerzen entlang der betroffenen Nerven (Zosterneuralgie). Unter den über 60-Jährigen stellt sich diese Folge sogar bei 20 bis 60 Prozent ein. Der Schmerz bei Gürtelrose ist drückend, stechend oder brennend, er schießt mitunter blitzartig ein. Nach etwa einer Woche beginnen die Bläschen zu verkrusten, bis sie nach weiteren ein bis zwei Wochen ausheilen.

Sehr häufig kommt es bei Gürtelrose  im schmerzenden Bereich auch zu Sensibilitätsstörungen in Form von Überempfindlichkeit gegenüber Reizen (Hyperpathie). Manchmal wird die Schmerzschwelle so weit herabgesetzt, dass jede Berührung der Haut im betroffenen Bereich schmerzt (Allodynie). Diese Folgen der Gürtelrose sind schwer zu therapieren.

Infektion mit Herpes zoster verursacht die Gürtelrose

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    Eine Gürtelrose kann schmerzhaft verlaufen. Wenn mit zunehmenden Alter das Immunsystem schwächer wird, kann es die Erreger nicht mehr in Schach halten. Daher ist Prävention durch eine Impfung sinnvoll.

Gürtelrose tritt bei einem geschwächten Immunsystem durch die Reaktivierung der Erreger der Windpocken, den sogenannten Varizellen (Varicella zoster), auf. Erkranken kann also nur derjenige, der bereits einmal die Windpocken ausgestanden hat. Nach einer solchen Infektion verbleiben die Viren als "Schläfer" im Körper und siedeln sich entlang der Nervenbahnen in den Nervenknoten der Wirbelsäule und/oder der Hirnnerven an. In diesem inaktiven Zustand sind sie für das Immunsystem unsichtbar, werden also nicht weiter bekämpft.

Abwehrschwäche führt zu Gürtelrose

Dort können sie in Verbindung mit einem geschwächten Abwehrsystem jederzeit wieder aktiv werden und Gürtelrose auslösen. Die genaue Ursache, warum es zu einem Ausbruch kommt, bleibt jedoch in den meisten Fällen unklar. Insbesondere HIV-Infizierte oder Leukämiekranke haben aufgrund ihres geschwächten Immunsystems ein deutlich erhöhtes Risiko, an einer Gürtelrose zu erkranken.

Selbsttest
Gürtelrose: Bin ich gefährdet?

Bei der Gürtelrose handelt es sich um eine Infektionskrankheit, die sich durch bläschenbildende Hautveränderungen zeigt und meist gürtelförmig auf einer Körperseite am Rumpf auftritt. Die Infektion wird durch das Herpes-zoster-Virus – das Windpocken-Virus – hervorgerufen. Bei jedem, der in seinem Leben schon einmal die juckenden Pocken hatte, schlummert der Erreger im Körper – bei einem Drittel der Menschen bricht das Virus im Laufe des Lebens wieder aus und zeigt sich durch eine Gürtelrose.

Vor allem ältere Menschen sind betroffen, da das Immunsystem mit zunehmendem Alter schwächer wird, aber auch andere Faktoren spielen eine Rolle. Meist verheilt eine Gürtelrose wieder von selbst, in schwerwiegenderen Fällen kann es zu einer sogenannten postzosterischen Neuralgie kommen, bei der das Virus Nervenzellen dauerhaft schädigt – tiefliegende Schmerzen sind die Folge. Dieser Test liefert Ihnen eine erste Einschätzung, wie hoch aktuell Ihr individuelles Risiko ist, eine Gürtelrose zu bekommen.

Dieser Test kann keine Diagnose oder ärztliche Beratung ersetzen. Zögern Sie daher im Zweifelsfall bitte nicht, sich bei einem entsprechenden Arzt vorzustellen!

Gürtelrose: So läuft die Diagnose ab

Um Gürtelrose zu diagnostizieren, wird Ihr Arzt Sie eingehend über die Beschwerden befragen (Anamnese). Ein wichtiger Hinweis sind meist schon die vor der Bläschenbildung auftretende Schmerzen entlang der betroffenen Nervenbahnen, die charakteristischerweise auf nur eine Körperhälfte begrenzt sind. Haben sich die Bläschen auf der Haut schon ausgebildet, verrät das typische Erscheinungsbild dieser Hautveränderungen die Erkrankung.

Allerdings darf die Gürtelrose nicht mit Lippenherpes (Herpes simplex) verwechselt werden, der sich nicht nur auf die Lippen, sondern auf angrenzende Hautbereiche ausdehnen kann – ähnlich wie Herpes zoster.

Verschiedene Blutuntersuchungen, bei denen der Erreger beziehungsweise spezifische Antikörper nachgewiesen werden, können die Diagnose sichern. Die Befunde liefern mitunter auch Hinweise auf andere Erkrankungen.

Behandlung der Gürtelrose: Diese Therapie-Bausteine gibt es

Eine spezifische Therapie bei der Gürtelrose ist bei Personen mit einem gesunden Immunsystem meist nicht nötig. Gürtelrose heilt ohne eine besondere medikamentöse Therapie von alleine wieder aus. Meist reichen in diesen Fällen eine austrocknende und antiseptische Behandlung der mit Bläschen bedeckten Hautpartien sowie eine ausreichende Schmerzbehandlung.

Herpes: Tipps und Infos

Antivirale Therapie gegen schweren Verlauf von Gürtelrose

Eine Therapie, die gezielt die Herpes-zoster-Viren bekämpft (antivirale Therapie), kann die Krankheit unter Umständen verkürzen oder mildern, und einen schweren Verlauf verhindern. Zur Verfügung stehen dafür beispielsweise die Wirkstoffe Aciclovir, Brivudin, Famciclovir oder Valaciclovir.

Dringend ratsam ist eine antivirale Behandlung bei:

  • Menschen ab dem 50. Lebensjahr

  • Herpes zoster im Bereich des Kopfes und/oder am Hals

  • schwerem Herpes zoster, etwa wenn mehr als ein Segment befallen ist, die Bläschenbildung ungewöhnlich ausgeprägt ist, oder wenn Schleimhaut (im Mund oder am Auge) betroffen ist

  • Menschen mit geschwächter Immunabwehr

  • Menschen mit schweren allergisch bedingten Hautläsionen (Dermatitis atopica)

  • Kindern und Jugendlichen, die dauerhaft mit Salizylaten oder Kortikosteroiden behandelt werden

Die Therapie der Gürtelrose richtet sich also immer nach den individuellen Gegebenheiten des Patienten.

Gürtelrose: Verlauf, Stadien und Komplikationen

Wer einen Herpes zoster bekommt, ist meist nach zwei bis drei Wochen wieder gesund, sofern das Immunsystem intakt ist. Allerdings kann es zu Komplikationen wie einer Hirnhautentzündung (Meningitis) beziehungsweise zu chronischen Verläufen mit immer wieder anfallsweise auftretenden Nervenschmerzen (postherpetische Neuralgie, Zosterneuralgie) kommen.

Weitere Komplikationen, die im akuten Stadium auftreten können, sind zusätzliche bakterielle Infektionen der betroffenen Hautpartien, Lähmungserscheinungen im Bereich betroffener Nerven, Bindehautentzündung sowie verschiedene Beschwerden an inneren Organe.

Erkranken Schwangerschaft & Geburt an einer Gürtelrose, besteht (anders als bei einer Windpockeninfektion) kaum Gefahr für das ungeborene Kind. Im Stadium der Bläschenbildung auf der Haut sollten werdende Mütter sich jedoch unbedingt von anderen Schwangeren fernhalten, da diese gegebenenfalls keinen eigenen Immunstatus gegen Varizellen haben und deshalb an Windpocken: Warum eine Impfung sinnvoll ist erkranken könnten.

Ansteckung mit Gürtelrose

Im Bläschenstadium ist eine Gürtelrose per Schmierinfektion hochinfektiös. Bei ungeschützten Personen, die weder gegen Windpocken geimpft sind, noch bereits eine Varizelleninfektion durchlaufen haben, führt eine Übertragung der Herpes-zoster-Viren mit großer Wahrscheinlichkeit zu einer Windpocken-Infektion. Neuere Studien weisen sogar darauf hin, dass Gürtelrose, Windpocken und Herpes auch im Anfangsstadium und während des Abklingens noch ansteckend sein können.

Gürtelrose mit Impfung vorbeugen?

Vor allem, wenn die Gürtelrose nicht nach zwei bis vier Wochen ausheilt und sich eine postzosterische Neuralgie anschließt, leiden die Betroffenen unter den Folgen teilweise sehr. Es stehen zwar Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung, mit diesen ist es jedoch oft nur eingeschränkt möglich, die Symptome einer Gürtelrose zu lindern und nachfolgende Komplikationen wie eine Postzosterische Neuralgie zu verhindern. Eine Behandlung sollte innerhalb von 72 Stunden nach Auftreten des Hautausschlages beginnen. Dies gelingt aber nicht immer, da die Symptome zunächst unspezifisch sein können, weshalb die Erkrankung häufig erst spät bemerkt wird. Deshalb ist es umso wichtiger, sich bereits vor dem Ausbruch des Virus gegen diesen zu schützen.

Für Personen ab 50 Jahren steht nun ein neuer Impfstoff zur Verfügung, der auch bei immungeschwächten Personen zur Vorbeugung von Gürtelrose sowie der Post-zoster-Neuralgie eingesetzt werden kann. Der Impfstoff enthält Teile der Oberflächenstruktur des Virus und ruft damit eine spezifische Immunantwort des Körpers hervor. Zudem hilft ein Wirkverstärker, diese Immunantwort zu erhöhen. Laut einer internationalen Studie namens ZOE-70, die 2016 im New England Journal of Medicine veröffentlicht wurde, senkt die Impfung das Risiko eines erneuten Ausbruchs des Herpes-zoster-Virus um 97,2 Prozent. Die Impfung besteht aus zwei Dosen, wobei zwischen den Einzelimpfungen nur zwei und höchstens sechs Monate liegen sollten. Bisher empfiehlt die Ständige Impfkommission STIKO die Impfung gegen das Herpes-zoster-Virus noch nicht. Dennoch erstatten einige Krankenkassen die Kosten bereits anteilig oder komplett.

50+ Lebensmittel mit Heilkraft

Gesunde Lebensweise unterstützt die Abwehr

Weil bekannt ist, dass Gürtelrose oft in Stresssituationen und bei geschwächtem Immunsystem auftritt, lässt sich mit einer gesunden Lebensweise bis zu einem gewissen Maß vorbeugen. Eine gesunde und vitaminreiche Ernährung sowie ausreichende körperliche Bewegung sind gute Grundlagen, um das eigene Immunsystem zu stärken.

Beitrag zum Thema aus der Community
  • Expertenrat Hautinfektionen (Herpes)
    Gürtelrose und Sonne?
    20.07.2013 | 01:21 Uhr

    Hallo. Leider hab ich zu meinen beiden oben genannten Stichworten keine Themen hierzu...   mehr...

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