Schmerzhafte Wassereinlagerungen

Ödeme: Wenn der Körper zu viel Wasser einlagert

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Ödeme (Wassereinlagerungen) sind Schwellungen, die entstehen, wenn sich Lymphflüssigkeit außerhalb der Zellen im Gewebe ansammelt und die umgebende Haut oder Schleimhaut anschwillt. Typisch sind Ödeme in den Beinen, sie können jedoch in fast allen Körperteilen und auch in der Lunge, der Bauchhöhle oder dem Gehirn auftreten. Ursachen für Ödeme, Behandlung und Hausmittel erfahren Sie hier.

ödeme
© Getty Images/Albina Gavrilovic

Ödeme sind in der Regel weiche Schwellungen. Drückt man mit dem Finger hinein, bleibt typischerweise eine sichtbare Delle in der Haut zurück. In Abhängigkeit von der Ursache können sie begrenzt auf nur eine Körperstelle sein (lokale Ödeme), eine ganze Körperregion betreffen oder auch am ganzen Körper (generalisiertes Ödem) auftreten. Typisch für bestimmte Erkrankungen sind Ödeme in den Beinen, Armen, Füßen, Händen oder im Gesicht. Es kann aber auch zur Flüssigkeitsansammlung in der freien Bauchhöhle kommen (Aszites). Darüber hinaus können auch die Genitalien und innere Organe betroffen sein.

Auch bei gesunden Menschen treten mitunter leichte Ödeme auf, beispielsweise nach langem Stehen in den Beinen. Bei Frauen lagert der Körper hormonell bedingt in den Tagen der zweiten Zyklushälfte vermehrt Wasser ein. Diese Wassereinlagerungen bilden sich jedoch jeweils recht schnell wieder zurück. Bei Ödemen in den Beinen ist die häufigste Ursache bei Menschen über 50 Jahren eine venöse Insuffizienz.

Im Überblick:

Wasser in den Beinen: 16 Tipps gegen geschwollene Füße

Symptome und Anzeichen für Ödeme

Von Ödemen sind meist Beine und Arme betroffen. In der Medizin spricht man dann von einem peripheren Ödem. Betroffene merken oft nicht sofort, dass sie zu viel Wasser eingelagert haben. Folgende Anzeichen geben Hinweise auf vermehrte Wassereinlagerungen:

  • Die Beine fühlen sich schwer an und können dumpf schmerzen
  • Bei Druck auf die Haut entstehen Dellen
  • Socken, die sonst nicht einschnüren, oder Schmuck an den Fingern/Handgelenken bilden Abdrücke
  • Die Haut ist warm und spannt
  • Füße/Hände können schlechter bewegt werden
  • Die Haut an Armen/Beinen kann sich dunkler färben (Hyperpigmentierung)

Was verursacht Ödeme?

Ödeme können ganz unterschiedliche Ursachen haben. Häufig stehen sie mit bestimmten Grunderkrankungen in Zusammenhang. Dies können Erkrankungen der Venen, der Lymphgefäße oder des Herzens sein. Dabei kann sich Blut oder Lymphflüssigkeit in den Gefäßen stauen, sodass es zur Druckerhöhung und schließlich zum Übertritt der Körperflüssigkeit in das umliegende Gewebe kommt.

Aber auch viele andere Ursachen kommen für die vermehrte Ansammlung von Körperwasser im Gewebe in Betracht. Einige Erkrankungen oder Einflüsse können die Gefäßwände durchlässiger machen oder bewirken, dass zu viel Gewebsflüssigkeit gebildet wird.

Ursache für Ödeme können sein:

  • Nierenerkrankungen, beispielsweise Niereninsuffizienz, Entzündung der Nierenkörperchen (Glomerulonephritis), Nephrotisches Syndrom

  • Herzerkrankungen, beispielsweise Herzschwäche (Herzinsuffizienz)

  • Schrumpfleber (Leberzirrhose)

  • Blutgerinnselbildung mit Gefäßverengung/-verschluss, (Thrombose)

  • Veränderungen der Venenklappen infolge einer Thrombose (postthrombotisches Syndrom)

  • Venenschwäche (chronisch-venöse Insuffizienz), die sich beispielsweise durch die Bildung von Krampfadern (Varikose) äußert

  • Eiweißmangel (Hypoproteinämie)

  • Allergien

  • Brüche, Prellungen, Verletzungen

  • Entzündungen und Infektionen

  • Medikamente, beispielsweise Mittel gegen Bluthochdruck (Kalziumantagonisten), Schmerzmittel (nichtsteroidale Antirheumatika = NSAR), Kortison (Glukokortikosteroide), Antidepressiva, hormonelle, östrogenhaltige Verhütungsmittel, Mittel gegen Diabetes

  • Hormonelle Ursachen, beispielsweise Schwangerschaft, prämenstruelles Syndrom (PMS)

  • Erblich bedingte Fehlbildung der Lymphgefäße (= primäres Lymphödem)

  • Störungen des Lymphabflusses infolge von beispielsweise Tumoren, Operationen, Infektionen (= sekundäres Lymphödem)

  • starkes Übergewicht

In einigen Fällen bleibt die Ursache der Ödembildung auch unbekannt. Man spricht dann von idiopathischen Ödemen. Idiopathische Ödeme kommen vor allem bei Frauen vor.

Diagnose bei Ödemen

Ärztlicher Rat sollte bei Ödemen unbedingt gesucht werden, wenn:

  • einseitig plötzlich ein Bein geschwollen ist
  • beide Beine längere Zeit (mehrere Tage oder gar Wochen) geschwollen sind

Eine genaue Diagnose ist bei Ödemen wichtig, damit Erkrankungen ausgeschlossen beziehungsweise erkannt und rechtzeitig behandelt werden können. Zudem lassen sich bei Kenntnis der Ursache gezielt Maßnahmen treffen, um die Ödeme zu behandeln und die Lebensqualität zu verbessern.

Die Diagnose beginnt mit einem ausführlichen Gespräch (Anamnese). Dabei wird die*der Ärztin*Arzt fragen, wann und in welchem Zusammenhang die Beschwerden erstmals aufgetreten sind, ob die Ödeme immer bestehen oder vermehrt bei bestimmten Tätigkeiten oder zu bestimmten Tageszeiten hervortreten. Dies kann bereits wichtige Hinweise auf die mögliche Ursache geben.

Darüber hinaus sollte die*der Ärztin*Arzt auch über die Einnahme von Medikamenten informiert werden, da bestimmte Arzneien die Entstehung von Ödemen fördern können. Die Frage nach Grunderkrankungen und Faktoren, die zu Ödemen führen oder mit Ödemen einhergehen können spielt beim Gespräch ebenfalls eine wichtige Rolle.

Im Rahmen der körperlichen Untersuchung wird gezielt danach geschaut, an welchen Stellen sich Schwellungen befinden und welche Bereiche (beispielsweise Beine, Zehen, Knöchel, Augenlider, Hände, Schleimhäute) genau betroffen sind. Daran erkennt man bereits oft, ob den Ödemen ein Venenleiden, eine Beteiligung des Lymphsystems oder andere Ursachen zugrunde liegen.

Auch die speziellen Verteilungsmuster der Ödeme (beispielsweise einseitig oder symmetrisch an beiden Beinen) sind interessant. Ebenso wird der Körper im Hinblick auf weitere Symptome, wie Hautverfärbungen, Krampfadern sowie nach Anzeichen für Herz-, Leber- und weitere Krankheiten, die Ödeme auslösen können, untersucht. Darüber hinaus werden die geschwollenen Bereiche gründlich abgetastet und Herz und Lunge abgehört.

Je nach Ausgangsbefund können weitere Untersuchungen in einer Fachpraxis für innere Medizin oder Gefäßchirurgie folgen.


Ödeme richtig behandeln

Die Therapie bei Ödemen erfolgt in Abhängigkeit von der Ursache. Werden die Ödeme durch eine Erkrankung verursacht, steht deren Behandlung an erster Stelle. Bei schweren Herzproblemen als Ursache für die Ödeme ist es sinnvoll, die tägliche Flüssigkeitsaufnahme zu vermindern und/oder durch eine salzarme Ernährung sowie durch die Einnahme von entwässernden Medikamenten (Diuretika) den Wasser- und Mineralstoffhaushalt zu kontrollieren.

Bei Beinödemen hat sich auch eine Kompressionstherapie mit Kompressionsstrümpfen und speziellen Bandagen bewährt. Kompressionsstrümpfe sind in verschiedenen Klassen erhältlich. Es gibt vier Kompressionsklassen (I, II, III, IV), die entsprechende Kompressionsstärke ist leicht (I) bis sehr kräftig (IV). Bei Ödemen in den Beinen reicht in vielen Fällen die Kompressionsklasse II.

Daneben eignen sich oft weitere Maßnahmen, um Ödeme in den Griff zu bekommen. Mitunter kann schon das regelmäßige Hochlagern der Beine, beispielsweise durch ein erhöhtes Beinteil im Bett, oder Wechselduschen einen gewissen Effekt bei Ödemen haben.

Ebenso kann bei Ödemen an den Extremitäten eine sogenannte manuelle Lymphdrainage – das ist eine spezielle Technik, die in der Regel der*die Physiotherapeut*in durchführt – sowie eine Kompressionstherapie mit medizinischen Druckbandagen angezeigt sein, um den Lymphabfluss zu verbessern.

Mitunter können auch Operationen, wie zur Beseitigung von Krampfadern oder zur Verbesserung des Lymphabflusses, erforderlich sein.

Auch eine gezielte medizinische Trainingstherapie sowie eine regelmäßige Ausübung bestimmter Sportarten wie Nordic Walking, Radfahren (oder Hometrainer) oder Schwimmen, können den Lymphabfluss fördern und damit der Bildung von Ödemen entgegenwirken.

Sollten die Ödeme im zeitlichen Zusammenhang mit der Einnahme von Medikamenten stehen, die die Wassereinlagerung im Gewebe fördern können, ist unter Umständen das Absetzen des Präparats oder der Wechsel auf ein anderes Medikament der entscheidende Schritt. Hier ist allerdings unbedingt ärztliche Rücksprache erforderlich.

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