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Hautausschlag

Pusteln, Knötchen, Quaddeln oder einfach nur eine Rötung - Hautausschlag kann unterschiedliche Formen annehmen und als Symptom verschiedener Erkrankungen auftreten.

creme gegen psoriasis
Dieser Hautausschlag ist typisch für eine Schuppenflechte (Psoriasis).
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Unter dem Begriff "Hautausschlag" wird eine Vielzahl unterschiedlicher, vorübergehender Hautveränderungen zusammengefasst. Dauerhaft bestehende Hautveränderungen, wie etwa Leberflecken , werden nicht als Hautausschlag bezeichnet.

Anzeichen des Ausschlags: Flecken und Hauterhebungen

Häufig sind Hauterhebungen wie Knötchen, Pusteln oder Quaddeln. Ein Exanthem, wie der Hautausschlag im Medizinerjargon heißt, kann aber auch in Form von Flecken auf gleichem Höhenniveau mit der umgebenden Haut auftreten. Mögliche Formen des Hautausschlags sind des Weiteren Hautvertiefungen wie beispielsweise Risse oder Hautauflagerungen wie Schuppen oder Krusten.

Hautkrankheiten erkennen und behandeln

Hautausschlag: Viele Ursachen, ein Symptom

Je nach Art und Ursache des Hautausschlags kann nur ein kleines Hautareal betroffen sein oder eine größere Hautfläche  bis hin zumganzen Körper. Und so verschieden Ausmaß und Erscheinungsbild von Exanthemen sind, so unterschiedlich sind auch die Ursachen. So kann ein Hautausschlag beispielsweise Symptom einer Infektionskrankheit, einer allergischen Reaktion  oder einer parasitären Hauterkrankung sein. Auch als Nebenwirkung bestimmter Medikamente kann es zu vorübergehende Veränderungen des Erscheinungsbildes der Haut kommen.

Aussehen und Begleitsymptome liefern Hinweise auf die Ursache

Die Verteilung und das Aussehen der Hautveränderungen sind oft so typisch, dass Hautärzte (Dermatologen) die Ursache eines Ausschlags in vielen Fällen allein aus dessen Erscheinungsbild sowie anhand typischer Begleitsymptome ableiten können. Während beispielsweise Infektionskrankheiten wie die Kinderkrankheit Masern charakteristischer Weise mit Hautausschlag und Fieber einhergeht, tritt bei Neurodermitis ein juckender Hautausschlag ohne Fieber auf. Auch ein Kontaktekzem kann im Rahmen einer Allergie zu Hautausschlag führen, bei dem eine Erhöhung der Körpertemperatur nicht typisch ist. Sehr häufig tritt ein Hautausschlag zudem mit Juckreiz als Begleitsymptom auf.

Angesichts der Tatsache, dass der Hautausschlag so viele unterschiedliche Ursachen haben kann, ist die Häufigkeit von Exanthemen nicht überraschend. Schätzungen zufolge liegt allein der Anteil der Patienten, die aufgrund eines Hautausschlags eine Hausarztpraxis aufsuchen, bei fünf bis zehn Prozent. 

Unterschiedliche Hautveränderungen im Überblick

Beim Hautausschlag werden verschiedene Grundformen unterschieden mit jeweils unterschiedlichen Erscheinungsformen.

Auf gleichen Höhenniveau der umgebenden Haut:

  • Fleck (Makel) – umschriebene Farbveränderung

Hauterhebungen:

  • Knötchen (Papel) – Hauterhebung mit einem Durchmesser von weniger als 5 mm
  • Knoten (Nodus) – Hauterhebung mit einem Durchmesser von mehr als 5 mm
  • Plaque – flächige Hauterhebung mit bis zu 10 cm Durchmesser
  • Bläschen (Vesikel) – flüssigkeitsgefüllte Erhebung mit einem Durchmesser von weniger als 5 mm
  • Blase (Bulla) – flüssigkeitsgefüllte Erhebung mit einem Durchmesser von mehr als 5 mm
  • Pustel (Pustula) – mit Eiter gefüllte Hauterhebung
  • Quaddel (Urtica) – beetartige Erhebung mit Flüssigkeitseinlagerung im Gewebe (Ödem) und einem Durchmesser zwischen 0,2 und 10 cm
  • Schwellung

Hautvertiefungen:

  • Erosion – oberflächliche Verletzung der Haut
  • Exkoriation – tief reichende Verletzung der Haut
  • Geschwür (Ulkus) – chronische tief reichende Verletzung der Haut
  • Riss (Rhagade)

Hautauflagerungen:

  • Schuppe (Squama) – zusammenhänge Bereiche sich ablösender Oberhaut
  • Kruste (Crusta) – eingetrocknete Flüssigkeit
  • Flüssigkeit

Daneben kann der Hautausschlag weiter charakterisiert werden anhand von folgenden Kriterien:

  • Hautrötung (Erythem)
  • Hautvergröberung (Lichenifikation) – die normale feine Felderung der Haut ist aufgehoben
  • Anordnung der Hautveränderungen – zum Beispiel gruppiert, verstreut oder zusammenfließend
  • Form der Anordnung – beispielsweise linear oder kreisförmig (anular)

Hautausschlag: Welche Ursachen dahinterstecken können

Von psychosomatischen Auslösern über Allergien und Unverträglichkeitsreaktionen bis hin zu Infektionskrankheiten und inneren Erkrankungen gibt es eine breite Palette von Ursachen für einen Hautausschlag.

Es gibt eine ganze Reihe von Erkrankungen, bei denen es sich nicht in erster Linie um eine Hautinfektion handelt, zu deren Symptomen ein Hautausschlag gehört, die also als Ursache hinter einem Hautausschlag stecken. Das sind vor allem Infektionen mit Viren oder Bakterien. Dazu zählen typische Kinderkrankheiten wie Masern, Röteln und Windpocken oder Scharlach, gegen die Erwachsenen nicht gefeit sind, gehören ebenso dazu wie bestimmte Geschlechtskrankheiten, zum Beispiel Syphilis, oder Tropenerkrankungen wie das Dengue-Fieber. Etwa 50 Prozent Auch das gefürchtete Ebola geht mit Hautveränderungen einher.

Arznei kann Hautausschlag auslösen

Hautausschlag: Ursachen
Häufig sind Infektionskrankheiten wie beispielsweise Windpocken Ursache eines Hautausschlags.
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Allergien und Unverträglichkeitsreaktionen sind neben diesen Infektionskrankheiten eine weitere häufige Ursache für einen Hautausschlag beziehungsweise ein Exanthem, wie die vorübergehenden Hautveränderungen von Medizinern genannt werden. Häufige Formen sind allergische Reaktionen nach Insektenstichen und Kontaktallergien.  Eine wachsende Bedeutung gewinnen zudem Arzneimittelunverträglichkeiten: Etwa drei Prozent aller Krankenhausaufnahmen haben unerwünschte Arzneimittelreaktionen in Form eines Hautausschlags als Ursache. Meistens, in 30 Prozent der Fälle, handelt es sich dabei um eine Form der Nesselsucht.

Einige Autoimmunerkrankungen können sich ebenfalls als Hautausschlag äußern, wie beispielsweise der systemischen Lupus erythematodes, der schmetterlingsförmige, rote Hautausschläge im Gesicht und schuppende Ausschläge vor allem an den Händen hervorrufen kann.

Parasiten, die unter die Haut gehen

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    Fieber, Schmerzen, Atemnot: Suchen Sie gezielt nach Symptomen und deren möglichen Auslösern

Nicht immer ist der Hautausschlag Zeichen einer inneren Erkrankung. Auch eine Infektion der Haut, beispielsweise mit einem Hautpilz, kommt als Ursache eines Hautausschlags in Frage. In die Haut eingedrungene Parasiten können ebenfalls Ursache eines Hautausschlags sein. Ein Beispiel dafür eine solche parasitäre Hautinfektion die sogenannte "Badedermatitis", die im Sommer den Spaß am Schwimmen in einem See oder Fluß verderben kann. Dabei dringen Zerkarien in die Haut ein. Das sind Larven von Saugwürmern, die im Darm von Wasservögeln vorkommen. Nach dem Kontakt mit Zerkarien kommt es zu juckenden roten Stellen und Quaddeln auf der Haut. Zerkarien können in der menschlichen Haut nicht lange überleben. Wenn sie absterben, verschwindet auch der Hautausschlag wieder, dessen Ursache sie waren.

Nicht so leicht los zu bekommen ist die Scabies oder Krätze, eine weitere parasitäre Hautinfektion. Auslöser sind Krätzmilben, die ebenfalls in die Haut eindringen und stark juckende, stecknadelkopfgroße Bläschen (Vesikel) sowie kleine Knötchen (Papeln) hervorrufen. Selbst nachdem die Ursache des Hautausschlags, die Krätzmilben, abgetötet wurden, kann das Exanthem noch Wochen fortbestehen.

Ursachenformen eines Hautausschlags

Auslöser eines Hautausschlags können sein:

von Viren ausgelöste Infektionskrankheiten, beispielsweise

von Bakterien ausgelöste Infektionskrankheiten, beispielsweise

Allergien und Unverträglichkeitsreaktionen wie beispielsweise

Rheumatische Erkrankungen und Autoimmunerkrankungen wie beispielsweise

Infektionen der Haut wie beispielsweise

Hautausschlag: So läuft die Diagnose ab

Hautausschlag wird hauptsächlich aufgrund seines oft charakteristischen Aussehens diagnostiziert (Blickdiagnose). Das Arztgespräch liefert darüber hinaus wichtige Informationen zum zeitlichen Verlauf des Ausschlags und begleitender Beschwerden wie Brennen, Jucken oder Fieber. Letzten Aufschluss über die Ursache des Ausschlags können die feingewebliche Untersuchung des betroffenen Hautareals, Allergietests sowie Blutuntersuchungen geben.

Im Arzt-Patienten-Gespräch stehen zunächst die zeitliche Entwicklung des Hautausschlags (seit wann liegt der Ausschlag vor? Besteht er durchgehend oder verschlechtert er sich in bestimmten Situationen?) und der begleitenden Symptome im Vordergrund. Außerdem wird der Arzt Vorerkrankungen, Auslandreisen, Allergien sowie Medikamenteneinnahmen erfragen und sich nach ähnlichen Erkrankungen im Umfeld des Patienten erkundigen.

Bei der körperlichen Untersuchung werden allgemeine Krankheitszeichen wie z.B. Fieber oder Mattigkeit erfasst. Außerdem wird der Zustand der inneren Organe überprüft. Bei der Untersuchung der Haut kommen oft beleuchtete Lupen und Glasspatel zum Einsatz, die es erlauben, die Hautveränderungen präzise zu beurteilen und zu beschreiben. Dabei wird in der Regel die gesamt Körperoberfläche inklusive der Augen sowie ggf. die Schleimhäute von Nase, Mund und Genitalien untersucht.

Blutuntersuchung und Biopsie bei Hautausschlag

Blutuntersuchungen liefern Hinweise auf Entzündungsprozesse und eine Beteiligung des körpereigenen Abwehrsystems an der Entstehung des Ausschlags. Wird eine Allergie als Ursache des Ausschlags vermutet, kann der Auslöser durch einen Hauttest oder Bestimmung von bestimmten Blutbestandteilen eingegrenzt und identifiziert werden.

Die feingewebliche Untersuchung einer Gewebeprobe (Biopsie) gibt Aufschluss darüber, welche Veränderungen auf Zellebene zu dem Ausschlag geführt haben.

Hautausschlag: Therapie und Behandlungsmöglichkeiten

Die Therapie eines Hautausschlags richtet sich nach dessen Ursache. Zugrunde liegende Infektionen gilt es soweit möglich mit geeigneten Mitteln zu therapieren, bei einer vorliegenden Allergie hat die Vermeidung des Kontakts zum jeweiligen Allergen höchste Priorität.

Die Therapie des Hautausschlags besteht in erster Linie in der Behandlung der auslösenden Erkrankung. Denn das Exanthem, so der medizinische Fachbegriff für vorübergehende Hautveränderungen, ist fast immer Symptom einer Erkrankung. Nur selten lässt sich die Ursache des Hautausschlags nicht klären, Mediziner sprechen in diesem Fall vom "Idiopathischen Hautausschlag".

Mit Medikamenten gegen die Grunderkrankung

Hautausschlag: Therapie
Spezielle Cremes und Salben können die Therapie des Hautausschlags unterstützen und Begleitsymptome wie Juckreiz zu lindern.

Ein Hautausschlag geht in vielen Fällen auf Infektionen mit Viren oder Bakterien zurück. Während Bakterieninfektionen mit Antibiotika meist wirksam bekämpft werden können, ist die Therapie eines Hautausschlages, der durch Viren verursacht wurde, schwieriger. Bisher existiert nur für einige dieser Erkrankungen die Möglichkeit, die auslösenden Viren gezielt mit Medikamenten zu bekämpfen, beispielsweise bei und Windpocken. Bei anderen Viruserkrankungen muss sich die Behandlung auf die Linderung der Beschwerden beschränken, ohne dass die Krankheitsursache direkt therapiert werden könnte.

Therapie von Pilzinfektionen mit Antimykotika

Ist der Hautausschlag durch eine Pilzinfektion ausgelöst, stehen Antimykotika zur Verfügung. Das sind Arzneimittel, die Pilz direkt bekämpfen.

Auch für die Therapie des Hautausschlags aufgrund einer Allergiekönnen Medikamenten eingesetzt werden. Grundsätzlich spielt die Allergenkarenz, die Vermeidung des Kontakts zum jeweiligen Allergen also, bei der Behandlung von Allergien eine wichtige Rolle.

Arzneireaktionen: Alternativen mit dem Arzt besprechen

Bei Hautreaktionen auf eine Medikamentengabe sollte das betreffende Medikament in Rücksprache mit dem Arzt abgesetzt und durch ein besser verträgliches Präparat ersetzt werden.

Die Therapie des Hautausschlags, der eine Erkrankung des rheumatischen Formenkreises oder des Immunsystems zugrunde liegt, erfolgt mit Arzneimitteln, die Einfluss auf die Aktivität der Körperabwehr nehmen.

Cremes zur Behandlung des Hautausschlags

Unabhängig von der Ursache gehören zur Therapie des Hautausschlages meist spezielle Salben und Cremes, die Linderung verschaffen, in dem sie den Juckreiz schwächen, oder das Abheilen des Ausschlags vorantreiben wie beispielsweise bei der Therapie von Windpocken. Je nach Form können auch Pflegecremes zur Regulierung des Feuchtigkeitshaushalts der Haut die Therapie des Hautausschlags unterstützen.

Autor: Jan Groh / Ruth Sharp
Letzte Aktualisierung: 03. September 2014
Durch: / Lifeline
Quellen: Ely JW, Stone MS. The Generalized Rash: Part I. Differential Diagnosis. Am Fam Physician. 2010; 81: 726-34. URL: http://www.aafp.org/afp/2010/0315/p726.pdf Ely JW, Stone MS. The generalized rash: part II. Diagnostic approach. Am Fam Physician. 2010; 81: 735-9. URL: http://www.aafp.org/afp/2010/0315/p735.pdf Altmeyer P. Enzyklopädie der Dermatologie, Venerologie, Allergologie, Umweltmedizin. Stand: 30.09.2011. URL: http://enzyklopaedie-dermatologie.de/ Sterry W, Merk H: Checkliste Dermatologie und Venerologie. Thieme; Stuttgart, New York 1992; Burkhard Kleuser, Nebenwirkungen an der Haut: Häufigkeit und Vielfalt gestiegen, in: Pharmazeutische Zeitung, Ausgabe 22/2014, Mai 2014

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