Häufiges Symptom mit vielen Ursachen

Bauchschmerzen

Bauchschmerzen kennt praktisch jeder, ganz unabhängig von Geschlecht und Alter. Wenn der Bauch weh tut, kann dies Ausdruck unterschiedlichster Erkrankungen sein – harmlose, aber auch ernsthafte Ursachen sind denkbar. Was man selbst gegen Bauchschmerzen tun kann und wann man unbedingt einen Arzt aufsuchen sollte.

Frau hat Schmerzen im Oberbauch
Heftige oder häufige Bauchschmerzen sollten Sie von einem Arzt abklären lassen.
© iStock.com/Eva-Katalin

Bauchschmerzen sind ein sehr häufiges Symptom. Dabei sind die Beschwerden im Bauch zunächst eine recht unspezifische Meldung des Körpers, dass etwas nicht stimmt. Nicht immer stecken Krankheiten hinter den Bauchschmerzen, in vielen Fällen treten sie nur vorübergehend auf und sind harmlos. Vielleicht hat der Betroffene einfach zu viel oder auch lange Zeit nichts gegessen. Mitunter schlagen Stress oder psychische Anspannung im wahrsten Sinne auf den Magen. Bei vielen Frauen äußert sich die Menstruation mit Bauchkrämpfen. Dauern Bauchschmerzen länger an oder ist der Schmerz besonders stark, kann eine ernsthafte Erkrankung die Ursache sein.

Das tut dem Magen gut – und das gar nicht

Unterschiedliche Arten von Bauchschmerzen

Bauchschmerzen können unterschiedlicher Art und Intensität sein. Je nach Ursache beschreiben Betroffene ihre Bauchschmerzen etwa als dumpf, ziehend, brennend oder auch stechend. Meist sind die Beschwerden in einer bestimmten Region des Bauchs angesiedelt, zum Beispiel im Oberbauch oder tief im Unterleib, nicht selten treten sie seitenbetont auf. Manchmal ist der Schmerz gar nicht lokalisierbar und der ganze Bauch schmerzt, ist verkrampft und verspannt. Auch in ihrer Qualität sind Bauchschmerzen sehr unterschiedlich: Sie können krampfartig, wellenartig, nur bei bestimmten Bewegungen oder auch als leichtes Unwohlsein permanent anhalten.

Bauchschmerzen oft von weiteren Symptomen begleitet

Bauchschmerzen können ohne sonstige Beschwerden auftreten, oft werden sie aber von zusätzlichen Symptomen begleitet:

Bauchschmerzen: Welche Ursachen sind verantwortlich?

Bei Bauchschmerzen kommen viele Ursachen infrage. Grundsätzlich können sie von praktisch jedem Bauchorgan ausgehen. Je nachdem, ob die Bauchschmerzen eher im Ober- oder Unterbauch auftreten oder ob sie links oder rechts lokalisierbar sind, kann das Hinweise auf die zugrundeliegende Ursache und das betroffene Organ geben. So können Schmerzen im rechten Oberbauch auf eine Entzündung der Gallenblase hindeuten. Liegen die Bauchschmerzen eher mittig, steckt vermutlich der Magen dahinter. Starke Schmerzen im rechten Unterbauch können ein klassisches Symptom einer Blinddarmentzündung (Appendizitis) sein.

Ort der Bauchschmerzen gibt Aufschluss über die Ursache

Eine Übersichtstabelle zeigt die Lage der Bauchorgane und hilft, Bauchschmerzen nach ihrer möglichen Ursache zu lokalisieren:

Rechts Mittig Links
Galle, Leber: Gallensteine, Gallenkolik Speiseröhre, Magen: Sodbrennen, Magenschmerzen, Herzinfarkt, Angina Pectoris Magen, Bauchspeicheldrüse: Gastritis, Pankreatitis, Herzinfarkt, Angina Pectoris
Niere, Dickdarm: Nierensteine, Morbus Crohn Magen, Zwölffingerdarm, Dünndarm: Darmgrippe, Magengeschwür Niere, Dickdarm, Grimmdarm: Nierensteine, Divertikulitis
Darm, Blinddarm, Eierstock: Appendizitis, Leistenbruch, Eileiterentzündung Blase, Gebärmutter, Prostata: Harnwegsinfekt, Endometriose, Prostataentzündung Darm, Enddarm, Eierstock: Leistenbruch, Verstopfung, Eileiterentzündung

Die häufigsten Ursachen: Was alles hinter Bauchschmerzen stecken kann

Je nach Art und Ort der Beschwerden lässt sich die Ursache der Bauchschmerzen oft eingrenzen. Begleitsymptome erleichtern dabei die Ursachenforschung.

Bauchschmerzen im Oberbauch – vielfältige Ursachen

  • Magenschleimhautentzündung (Gastritis): Typisch sind brennende, stechende oder drückende Magenschmerzen, die von Übelkeit, Erbrechen und Appetitlosigkeit begleitet werden.
  • Magengeschwür (Ulcus ventriculi): Magendruck oder stechende Schmerzen im Oberbauch, die direkt nach dem Essen auftreten, Völlegefühl, Übelkeit und Appetitlosigkeit können ein Hinweis sein.
  • Refluxkrankheit: Sodbrennen, saures Aufstoßen, ein Druckgefühl hinter dem Brustbein und Schluckbeschwerden können auf eine Entzündung der Speiseröhre (Ösophagitis) hindeuten.
  • Herzerkrankungen: Ein Engegefühl in der Brust (Angina Pectoris) kann auf Herzprobleme bis hin zum Herzinfarkt hindeuten. Weitere Warnzeichen sind Kurzatmigkeit und Atemnot. Vor allem bei Frauen kann sich ein Herzinfarkt manchmal mit Oberbauchschmerzen und Unwohlsein ankündigen.
  • Erkrankungen der Lunge: Durch die Nähe der Lungen kann auch eine Lungenentzündung Bauchschmerzen verursachen, insbesondere bei Kindern.
  • Erkrankungen der Leber (Hepatitis, Leberzirrhose): Die Leber selbst hat wenig Nerven. Selbst starke Entzündungen lösen deshalb kaum Schmerzen aus, sondern machen sich eher durch einen leichten Druckschmerz unter dem rechten Rippenbogen bemerkbar. Müdigkeit, Leistungsabfall und Gelbsucht können weitere Hinweise sein.
  • Erkrankungen der Gallenblase: Starke krampfartige Schmerzen, die in die rechte Schulter und den Rücken ausstrahlen und insbesondere nach fettreichen Mahlzeiten auftreten, deuten auf eine Entzündung der Gallenblase (Cholezystitis) hin. Oft sind Gallensteine die Ursache.
  • Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis): Eine akute Entzündung der Bauchspeicheldrüse verursacht sehr starke, plötzlich auftretende, gürtelförmig ausstrahlende Schmerzen im linken Oberbauch.
  • Ungünstige Ernährungsgewohnheiten wie hastiges, unregelmäßiges Essen können Magenschmerzen ebenso verursachen wie ungesunde, fettreiche Nahrung, die buchstäblich schwer im Magen liegt. Begleiterscheinungen sind Völlegefühl und Blähungen.

Bauchschmerzen vor oder nach dem Essen?

Bauchschmerzen direkt nach dem Essen können auf ein Magengeschwür hindeuten. Treten Sie hingegen auf nüchternen Magen auf und bessern sich durch die Nahrungsaufnahme, spricht das eher für ein Geschwür im Zwölffingerdarm. Außerdem kann eine Verschlechterung der Bauchschmerzen, vor allem durch fette Speisen, auf Probleme mit der Gallenblase oder der Bauchspeicheldrüse hinweisen, weil diese dann besonders viele Verdauungsenzyme ausschütten müssen.

Schmerzen im Unterbauch – häufig ist der Darm schuld

Zu den häufigsten Gründen für Bauchschmerzen zählen Infektionen des Magen-Darm-Trakts, die in der Regel durch Viren, häufig Noroviren, oder Bakterien wie E. Coli oder Salmonellen verursacht werden. Meist ist eine solche Magen-Darm-Grippe noch von weiteren Symptomen wie Fieber, Erbrechen und Durchfall begleitet. Die Bauchschmerzen entstehen, weil die Erreger zum einen eine Entzündung der Magen- und Darmschleimhaut verursachen. Zum anderen ist die Darmbewegung, die Peristaltik, oft krampfartig und beschleunigt – damit versucht der Körper, die Krankheitserreger rasch loszuwerden.

Neben dem klassischen Magen-Darm-Infekt gibt es viele verschiedene Erkrankungen des Darmes, die zu typischen Verdauungsstörungen wie Bauchschmerzen im Unterbauch, Bauchkrämpfen, Blähungen, Durchfall, Verstopfung – manchmal auch beides im Wechsel – führen können. In erster Linie sind dies:

  • Funktionelle Verdauungsstörungen wie Reizdarmsyndrom (Colon irritabile)
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten wie Fruktoseintoleranz, Laktoseintoleranz und Glutenunverträglichkeit
  • Autoimmunerkrankungen wie die Glutensensitive Enteropathie, besser bekannt als Zöliakie oder auch einheimische Sprue.
  • Chronische Darmentzündungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa, die beide mit starken und sehr häufigen Durchfällen einhergehen.
  • Verstopfung (Obstipation) kann ebenfalls zu starken Bauchschmerzen, häufig in Verbindung mit Blähungen, führen.
  • Darmverschluss (Ileus): Ein mechanischer Darmverschluss entsteht, wenn die Darmpassage verlegt ist und der Stuhl nicht weitertransportiert werden kann. Typisch sind heftige kolikartige Bauchschmerzen sowie metallisch-klingende Darmgeräusche.
  • Darmlähmung: Ein paralytischer Ileus kann durch heftige Schmerzen im Bauchraum ausgelöst werden. Der Darm verkrampft sich dabei so sehr, dass die Peristaltik vollkommen zum Erliegen kommt. Warnzeichen ist ein völliges Fehlen von Darmgeräuschen.
  • Divertikulitis: Bei Darmausstülpungen am Ende des Dickdarms, die sich entzünden, kommt es neben starken, linksseitigen Unterbauchschmerzen ("Links-Appendizitis") zu Verstopfung und Blähungen.
  • Blinddarmentzündung (Appendizitis): Der typische Schmerz im rechten Unterbauch kann, muss aber nicht, auftreten. Oft sind die Beschwerden unklar.

Wie erkennt man eine Blinddarmentzündung?

Eine gefürchtete Ursache von Bauchschmerzen ist nach wie vor die Blinddarmentzündung. Gefürchtet, da sie zum Blinddarmdurchbruch mit schlimmen Folgen führen kann. Weil eine Entzündung des Blinddarms mit sehr unterschiedlichen Symptomen einhergehen kann, wird sie oft sehr spät erkannt. An eine Blinddarmentzündung denken sollte man bei:

  • Bauchschmerzen, die zunächst rund um den Nabel auftreten und dann in den rechten Unterbauch wandern,
  • Bauchschmerzen, die beim Heben des rechten Beines auftreten,
  • Begleitsymptomen wie Übelkeit, Erbrechen und einem harten, aufgetriebenen Bauch,
  • mittelhohem Fieber, das typischerweise im Mund oder unter der Axel gemessen deutlich niedriger ist als im Rektum.
Blinddarmentzündung: Was im Akutfall zu tun ist

Blase, Prostata und Harnwege: Auslöser von Schmerzen im Unterbauch

Nicht immer werden Unterbauchschmerzen vom Darm verursacht. Weitere mögliche Ursachen sind:

  • Nierenkolik: Krampfartige Bauchschmerzen, die in den Rücken ausstrahlen, werden häufig von den Nieren verursacht. Auslöser können Nierensteine sein oder auch eine akute Entzündung im Nierenbecken (Pyelonephritis) oder in der Niere (Glomerulonephritis).
  • Harnwegsinfekt: Auch eine Blasenentzündung kann zu krampfartigen Schmerzen im Unterbauch führen. Brennen beim Wasserlassen und häufiger Harndrang sind weitere mögliche Symptome.
  • Gynäkologische Ursachen: Viele Frauen leiden unter Schmerzen vor oder während der Periode. Auch eine Eileiter- oder Eierstockentzündung, Gebärmutterentzündung, Eierstockzysten und sogar der Eisprung können Schmerzen und Krämpfe verursachen.
  • Prostataentzündung: Bei Männern kann ein Druckschmerz im Unterbauch – begleitet von Schmerzen beim Wasserlassen oder Harnverhalt – auf eine Entzündung der Prostata hindeuten.
  • Krebserkrankungen (zum Beispiel Magenkrebs, Darmkrebs, Leberkrebs) führen meist er in einem fortgeschrittenen Stadium zu Bauchschmerzen. Frühe Warnsymptome sind eher Übelkeit, Durchfall, ein schlechter Allgemeinzustand, unerklärliche Gewichtsabnahme, Nachtschweiß und Fieber über längere Zeit.
  • Darminfarkt (Mesenterialinfarkt): Durchblutungsstörungen im Darm können sehr gefährlich werden. Hauptsymptom ist ein sehr starker, regelrechter Vernichtungsschmerz, der typischerweise in Ruhe auftritt und mit Erbrechen und Durchfall einhergehen kann.
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Wenn Kummer und Stress auf den Magen schlagen

Viele Erwachsene, aber auch Kinder, reagieren auf seelischen Kummer, Zeitdruck und Stress mit Bauchschmerzen. In diesem Fall sind die Bauchorgane nicht selbst erkrankt, sondern das sogenannte vegetative Nervensystem reagiert überreizt. Dieses passt zahlreiche wichtige Körperfunktionen wie Atmung, Blutdruck, Herzschlag und Verdauung den jeweiligen Erfordernissen an und stimmt diese aufeinander ab. Gerät es aus dem Gleichgewicht, können Bauchschmerzen, Durchfall oder auch Verstopfung die Folge sein.

Bauchschmerzen bei Kindern

Kinder reagieren bei den verschiedensten Arten von Krankheiten mit Bauchschmerzen. Das liegt zum einen daran, dass sie den Ort der Schmerzen noch nicht eindeutig benennen können und zum anderen daran, dass bei starken Schmerzen immer das vegetative Nervensystem mitbetroffen ist. Eine Halsentzündung kann bei Kleinkindern dann tatsächlich zu Bauchschmerzen führen. Dennoch sollte man Bauchschmerzen bei Kindern immer ernst nehmen und ärztlich abklären lassen. Vor allem, wenn die Beschwerden von Fieber, Erbrechen oder Durchfall begleitet werden. Kinder können bei starkem Flüssigkeitsverlust sehr viel schneller austrocknen als Erwachsene und auch eine gefährliche Infektion wie ein akuter Blinddarm könnte dahinterstecken.

Wann zum Arzt mit Bauchschmerzen?

Ob die Ursache der Bauchschmerzen harmlos oder schwerwiegend ist, lässt sich ohne eingehende Untersuchung meist kaum beurteilen. Daher gilt: Bauchschmerzen, die andauern oder immer wiederkehren – unabhängig von ihrer Intensität – sowie plötzliche starke Schmerzen der Bauchregion sollten stets durch einen Arzt abgeklärt werden.

Es gibt einige Warnzeichen oder Begleitsymptome, die nahelegen, dass eine akute Erkrankung dahintersteckt. Folgende Beschwerden sollten immer zum Anlass genommen werden, möglichst schnell einen Arzt aufzusuchen oder gegebenenfalls sogar den Notarzt zu verständigen:

  • hohes Fieber
  • sehr starke Schmerzen, Vernichtungsschmerz
  • Abwehrspannung des Bauches mit steinharter, aufgetriebener Bauchdecke
  • schwallartiges Erbrechen
  • über mehrere Tage anhaltendes Erbrechen und/oder Durchfall. Es besteht die Gefahr des Austrocknens, insbesondere bei Kindern und älteren Menschen.
  • Erbrechen von Blut (hellrot oder dunkelrot)
  • Erbrechen von Stuhl
  • Blut im Urin
  • Blut im Stuhl
  • Harnverhalt
  • Stuhlverhalt
  • Fehlende Darmbewegung und Darmgeräusche oder totale Stille im Darm
  • Koliken und wellenartige Schmerzen
  • Schocksymptome wie kalter Schweiß, Kreislaufzusammenbruch, Ohnmacht
Bei diesen Symptomen zum Arzt!

Lifeline/Wochit

Bauchschmerzen: So läuft die ärztliche Diagnose ab

Um bei Bauchschmerzen die Diagnose zu stellen, sind neben einer gründlichen Befragung des Patienten oft auch spezielle Untersuchungen erforderlich. Dazu zählen unter anderem eine Blutuntersuchung, Ultraschalluntersuchung oder in manchen Fällen auch eine Magen- oder Darmspiegelung.

Anamnese gibt dem Arzt erste Orientierung

Bauchschmerzen sind ein recht unspezifisches Symptom. Für die Diagnose der zugrundeliegenden Erkrankung sind möglichst genaue Angaben des Patienten bei der Anamnese, der Befragung durch den Arzt, sehr hilfreich. Daher stellt er möglicherweise folgende Fragen:

  • Seit wann haben Sie Bauchschmerzen?

  • Bestehen die Bauchschmerzen ständig oder treten sie nur ab und zu auf?

  • Schmerzt der Bauch zu bestimmten Tageszeiten oder nach dem Essen?

  • Verstärken oder bessern sich die Bauchschmerzen in bestimmten Körperpositionen?

  • Gibt es weitere, zusätzliche Beschwerden oder Krankheitszeichen (zum Beispiel Fieber, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, starke Blähungen oder Blut im Stuhl oder Urin)?

  • Wo genau tut der Bauch weh?

  • Wie fühlt sich der Schmerz an (stechend, dumpf, wellenartig, krampfartig)?

Mit Abhören, Tasten und Klopfen Bauchschmerzen auf der Spur

Im Anschluss an diese Fragen erfolgt eine körperliche Untersuchung. Zunächst horcht der Arzt den Bauch des Patienten mit dem Stethoskop ab. Vermehrte oder verminderte Darmgeräusche geben Aufschluss über die Darmtätigkeit. Im Rahmen einer Tastuntersuchung des Bauches achtet er auf eventuelle Auffälligkeiten, zum Beispiel, ob sich der Bauch hart anfühlt oder sein Umfang vergrößert ist. Indem der Arzt mit den Fingern verschiedene Stellen des Bauches beklopft, kann er feststellen, ob sich vermehrt Luft in Magen oder Darm befindet.

Ultraschall macht Probleme an Bauchorganen sichtbar

Je nach individuellem Beschwerdebild erfolgen bei Bauchschmerzen weitere Untersuchungen. Das können bildgebende Verfahren wie eine Ultraschalluntersuchung (Sonografie) sein. Geschwulste, Flüssigkeitsansammlungen, Gallen- oder Nierensteine und weitere mögliche Veränderungen werden so meist sichtbar.

Besteht der Verdacht, dass eine Erkrankung des Magens oder Zwölffingerdarms die Bauchschmerzen verursacht, kann eine Magenspiegelung (Gastroskopie) Klarheit schaffen. Veränderungen des Mast- und Enddarms lassen sich im Rahmen einer Darmspiegelung (Koloskopie) aufdecken.

Was noch zur Diagnose-Palette bei Bauchschmerzen zählt

Bei Bauchschmerzen können weitere Untersuchungen für die Diagnose hilfreich sein:

  • Blutuntersuchung (zum Beispiel Entzündungswerte, Leber- und Nierenwerte, Blutbild)

  • Röntgenuntersuchung, Kernspintomografie/Magnet-Resonanz-Tomografie (MRT), Computertomografie (CT)

  • Stuhluntersuchung (Nachweis bestimmter Krankheitserreger oder Blut)

  • Urinuntersuchung

  • Tests auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten (Laktose-Toleranztest, Wasserstoff-Atemtest)

Natürlich sind nicht immer alle diese diagnostischen Verfahren nötig. Je nach Befund der vorangegangen Untersuchungen wird der Arzt gemeinsam mit dem Patienten entscheiden, welche weiteren Maßnahmen sinnvoll sind, um eine sichere Diagnose der Bauchschmerzen geben zu können.

Therapien: Was hilft am besten gegen Bauchschmerzen?

Bei Bauchschmerzen hängt die Therapie in erster Linie von der Ursache ab. Die Liste der Erkrankungen, die mit Bauchschmerzen einhergehen können, ist lang. Entsprechend umfangreich sind die Behandlungsmöglichkeiten, die von Hausmitteln bis hin zur OP reichen.

Schmerzt der Bauch etwa, weil Stress oder Hektik die Verdauung beeinträchtigen, hilft es oft schon, den Alltag etwas zu entschleunigen und sich bewusst Zeit für die Mahlzeiten zu nehmen.

Mit bewährten Hausmittel gegen Bauchschmerzen vorgehen

Bei unkomplizierten Magen-Darm-Infekten ("Magen-Darm-Grippe") ist nicht immer eine besondere Behandlung erforderlich. Die Bauchschmerzen lassen sich oft mit Kräutertee und einer Wärmflasche lindern. Wichtig ist in jedem Fall, ausreichend zu trinken. Nach einigen Tagen Bettruhe und einer leichten Schonkost (zum Beispiel Hühnerbrühe) klingen die Beschwerden normalerweise ab.

Wer Verdauungsprobleme mit Bauchschmerzen hat, ist auch gut beraten, auf besonders scharf gewürzte, sehr fettige Speisen sowie auf einen übermäßigen Genuss von Kaffee und Alkohol zu verzichten. Bei bestimmten Nahrungsmittelunverträglichkeiten bessern sich die Beschwerden normalerweise, sobald die Betroffenen die entsprechenden Lebensmittel meiden.

Was tun gegen Blähbauch und Völlegefühl?

  • Verschaffen Sie sich Entspannung, lockern Sie den Hosenbund und nehmen Sie die Position ein, die am angenehmsten ist.

  • Bei Bauchschmerzen, die mit Blähungen, Durchfall oder Erbrechen einhergehen, wirkt ein Kräutertee mit Fenchel, Anis und Kümmel beruhigend und entkrampfend. Kamille, Minze und Melisse wirken entzündungshemmend und helfen bei Übelkeit.

  • Auch Bauchwickel mit Kümmelöl oder eine Wärmflasche bringen oft Linderung bei Bauchschmerzen.

  • Halten Sie sich mit dem Essen zurück, solange Sie keinen großen Appetit haben. Ansonsten setzen Sie auf fettarme, leicht verdauliche Kost wie Hühnerbrühe mit Reis, Zwieback oder Kartoffel-Karotten-Püree.

  • Sind die Bauchschmerzen von Durchfall begleitet, können auch die Gerbstoffe aus schwarzem Tee helfen, den Sie lange ziehen lassen.

  • Bei Übelkeit versuchen Sie Akupressur: Dabei massieren Sie einen Punkt, der sich am Arm – drei Finger breit unter der Handgelenksfalte – befindet.

Medikamente gegen Menstruationsbeschwerden und Magenschmerzen

Viele Frauen haben während der Menstruation Bauchschmerzen. Diese lassen sich meist durch Schmerzmittel mit einem zusätzlichen krampflösenden Wirkstoff in den Griff bekommen.

In manchen Fällen liegen den Bauchschmerzen Krankheiten zugrunde, die eine angepasste Therapie erfordern. So können etwa eine Magenschleimhautentzündung (Gastritis) und Magengeschwüre durch eine Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori verursacht werden. Diese behandelt der Arzt mit einem Antibiotikum und eventuell mit einem Magensäure-Blocker.

Operation in manchen Fällen unumgänglich

Bei Bauchschmerzen aufgrund von bakteriellen Entzündungen bestimmter Bauchorgane kommen neben schmerzstillenden Medikamenten meist auch Antibiotika zum Einsatz. In bestimmten Fällen, etwa bei einer Blinddarmentzündung oder wenn Gallensteine den Gallengang blockieren, ist in der Regel einer Operation erforderlich.

Arzt sollte über Therapie der Bauchschmerzen entscheiden

Grundsätzlich gilt: Bauchschmerzen, die länger anhalten, immer wiederkehren oder besonders stark sind, sollten auf jeden Fall ärztlich abgeklärt werden. Was hinter den Bauchschmerzen steckt und welche Therapie notwendig ist, kann nur der Arzt entscheiden.

Komplikationen bei Bauchschmerzen: Bauchfellentzündung und akutes Abdomen

Werden die Schmerzen immer stärker, kann das ein Warnzeichen für eine sich entwickelnde Peritonitis sein oder auf eine ähnliche Komplikation hindeuten.

Die Organe unterhalb des Zwerchfells bis zum kleinen Becken sind größtenteils in eine Hülle eingebettet, das Bauchfell (Peritoneum). Kommt es zur Entzündung eines Organs, kann diese auf das Bauchfell und die umliegenden Organe übergreifen und zu einer lebensgefährlichen Bauchfellentzündung (Peritonitis) führen. Diese Komplikation droht unter anderem bei Blinddarmentzündung, Eierstockentzündung und Eileiterschwangerschaft und ist immer ein absoluter Notfall, der eine sofortige Klinikeinweisung nötig macht.

Bei einem schweren Verlauf können Erkrankungen im Bauchraum auch zu einem akuten Abdomen (= akuter Bauch) führen. Drei Symptome sprechen dafür:

  • eine aufgetriebene, aufgeblähte und verhärtete Bauchdecke mit spürbarer Abwehrspannung.
  • sehr starke Bauchschmerzen
  • Schocksymptome wie Kreislaufzusammenbruch

Ein akutes Abdomen ist immer ein absoluter Notfall und der Betroffene muss schnellstmöglich in einer Klinik versorgt werden.

Bauchschmerzen vorbeugen – ist das möglich?

Manche Ursachen und Auslöser für Bauchschmerzen hat man selber in der Hand und kann sie entsprechend vermeiden. Dazu gehören:

  • Zucker und fette, schwerverdauliche Speisen sollte man meiden und gesunde, vitamin- und

    ballaststoffreiche Nahrungsmittel
    in den Vordergrund stellen.

  • Sich Zeit und Muße zum Essen nehmen. Wer im Stehen oder sogar im Gehen zwischen zwei Terminen sein Essen herunterschlingt, provoziert damit früher oder später Verdauungsbeschwerden.

  • Magen-Darm-Infekte im Urlaub lassen sich durch den einfachen Tipp "koch es, schäl es oder vergiss es" vermeiden. Mit anderen Worten: Alle Nahrungsmittel, die nicht durchgegart sind oder die man nicht schälen kann (Obst), sollten Menschen mit empfindlichem Magen in exotischen, heißen Ländern meiden. Vorsicht ist auch beim Leitungswasser geboten, das krankmachende Darmkeime enthalten kann und deshalb abgekocht werden sollte.

  • Alkohol sollte man – auch aus Rücksicht auf die Leber – nur in Maßen genießen. Auch Rauchen kann den empfindlichen Schleimhäuten im Magen schaden und sollte deshalb reduziert oder besser ganz vermieden werden.

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