Häufiges Symptom mit vielen Ursachen

Bauchschmerzen

Bauchschmerzen kennt praktisch jeder Mensch, ganz unabhängig von Geschlecht und Alter. Wenn der Bauch weh tut, kann dies Ausdruck unterschiedlichster – teils harmloser, teils ernsthafter – Erkrankungen sein.

Bauchschmerzen
Heftige oder häufige Bauchschmerzen sollten Sie von einem Arzt abklären lassen.
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Bauchschmerzen sind ein sehr häufiges Symptom. Dabei sind die Beschwerden im Bauch zunächst eine recht unspezifische Meldung des Körpers, dass etwas nicht stimmt. Nicht immer stecken Krankheiten hinter den Bauchschmerzen, in vielen Fällen treten sie nur vorübergehend auf und sind harmloser Natur.

Das tut dem Magen gut – und das gar nicht

Unterschiedliche Arten von Bauchschmerzen

Dauern Bauchschmerzen jedoch länger an oder ist der Schmerz besonders stark, kann aber auch eine ernsthafte Erkrankung der Grund sein. Bauchschmerzen können ganz unterschiedlicher Art und Intensität sein.

Je nach Ursache beschreiben Betroffene ihre Bauchschmerzen etwa als dumpf, ziehend, krampfartig oder auch stechend. Meist sind die Schmerzen in einer bestimmten Region des Bauchs angesiedelt, zum Beispiel im Oberbauch oder tief im Unterleib, nicht selten treten sie dabei auch seitenbetont auf.

Bauchschmerzen oft von weiteren Symptomen begleitet

Bauchschmerzen können ohne sonstige Beschwerden auftreten, oft sind sie aber von folgenden, zusätzlichen Symptomen begleitet:

Bei wiederkehrenden oder starken Bauchschmerzen zum Arzt

Ob die Ursache der Bauchschmerzen harmlos oder schwerwiegend ist, lässt sich ohne Untersuchung meist kaum beurteilen. Daher gilt: Bauchschmerzen, die andauern oder immer wiederkehren – unabhängig von ihrer Intensität – sowie plötzliche starke Schmerzen der Bauchregion, sollten stets durch einen Arzt abgeklärt werden.

Bei diesen Symptomen zum Arzt!

Lifeline/Wochit

Bauchschmerzen: Welche Ursachen sind verantwortlich?

Bauchschmerzen können sehr zahlreiche Ursachen haben und sind ein recht allgemeines Symptom. In vielen Fällen verursachen organische Störungen Bauchweh, aber auch Stress und seelische Belastungen können manchen Menschen buchstäblich auf den Magen schlagen.

Bei Bauchschmerzen kommen viele Ursachen in Frage. Zu den häufigsten Gründen für Bauchschmerzen zählen Infektionen des Magen-Darmtrakts, die in der Regel durch Viren oder Bakterien verursacht werden. Meist ist eine solche Magen-Darm-Grippe noch von weiteren Symptomen, wie Fieber, Erbrechen und Durchfall, begleitet.

Die Bauchschmerzen entstehen, weil die Erreger zum einen eine Entzündung der Magen- und Darmschleimhaut verursachen, zum anderen ist die Magen- und Darmbewegung oft krampfartig und beschleunigt – damit versucht der Körper, die Krankheitserreger rasch loszuwerden.

Bauchschmerzen können von jedem Bauchorgan ausgehen

Grundsätzlich können Bauchschmerzen von praktisch jedem Bauchorgan ausgehen. So können zum Beispiel Schmerzen im rechten Oberbauch auf eine Entzündung der Gallenblase hindeuten, Schmerzen im rechten Unterbauch können ein klassisches Symptom einer Blinddarmentzündung (Appendizitis) sein.

Zu den häufigen Ursachen für Bauchschmerzen zählen auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Oft stehen die Bauchschmerzen dabei in einem zeitlichen Zusammenhang mit dem Essen, es kann zu Bauchkrämpfen, Blähungen und Durchfall kommen.

Durch die anatomische Nähe zu Herz und Lunge können Bauchschmerzen ferner auf Herzinfarkt oder Lungenentzündung hindeuten.

Wenn Kummer und Stress auf den Magen schlagen

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Viele Erwachsene, aber auch Kinder reagieren auf seelischen Kummer, Zeitdruck und Stress mit Bauchschmerzen. In diesem Fall sind die Bauchorgane nicht selbst erkrankt, sondern das sogenannte vegetative Nervensystem reagiert überreizt. Dieses passt zahlreiche wichtige Körperfunktionen, wie Atmung, Blutdruck, Herzschlag und Verdauung, den jeweiligen Erfordernissen an und stimmt diese aufeinander ab. Gerät es aus dem Gleichgewicht, können Bauchschmerzen, Durchfall oder auch Verstopfung die Folge sein.

Was alles hinter Bauchschmerzen stecken kann

Bei Bauchschmerzen kommen folgende, weitere Ursachen in Frage:

Ursache von Bauschmerzen abklären

Die Übersicht zeigt, dass die Ursache für Bauchschmerzen auch eine ernsthafte Erkrankung sein kann, die behandelt werden muss. Deshalb ist es wichtig, der Ursache wiederkehrender oder besonders heftiger Bauchschmerzen auf den Grund zu gehen.

Bauchschmerzen: So läuft die ärztliche Diagnose ab

Um bei Bauchschmerzen die Diagnose zu stellen, sind neben einer gründlichen Befragung des Patienten oft auch spezielle Untersuchungen erforderlich. Dazu zählen unter anderem Blutuntersuchung, Ultraschalluntersuchung oder in manchen Fällen auch eine Magen- oder Darmspiegelung.

Bauchschmerzen sind ein recht unspezifisches Symptom. Für die Diagnose der zugrundeliegenden Erkrankung sind möglichst genaue Angaben des Patienten bei der Anamnese, der Befragung durch den Arzt,  sehr hilfreich.

Anamnese gibt dem Arzt erste Orientierung

Daher stellt er möglicherweise folgende Fragen:

  • Seit wann haben Sie Bauchschmerzen?

  • Bestehen die Bauchschmerzen ständig oder treten sie nur ab und zu auf?

  • Schmerzt der Bauch zu bestimmten Tageszeiten oder nach dem Essen?

  • Verstärken oder bessern sich die Bauchschmerzen in bestimmten Körperpositionen?

  • Gibt es weitere, zusätzliche Beschwerden oder Krankheitszeichen (zum Beispiel Fieber, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, starke Blähungen oder Blut im Stuhl oder Urin)?

  • Wo genau tut der Bauch weh?

  • Wie fühlt sich der Schmerz an (stechend, dumpf, wellenartig, krampfartig)?

Mit Abhören, Tasten und Klopfen Bauchschmerzen auf der Spur

Im Anschluss an diese Fragen erfolgt eine körperliche Untersuchung. Zunächst horcht der Arzt den Bauch des Patienten mit dem Stethoskop ab. Vermehrte oder verminderte Darmgeräusche geben Aufschluss über die Darmtätigkeit. Im Rahmen einer Tastuntersuchung des Bauches achtet er anschließend auf eventuelle Auffälligkeiten, zum Beispiel, ob sich der Bauch hart anfühlt oder sein Umfang vergrößert ist. Indem der Arzt mit den Fingern verschiedene Stellen des Bauches beklopft, kann er feststellen, ob sich vermehrt Luft in Magen oder Darm befindet.

Ultraschall macht Probleme an Bauchorganen sichtbar

Je nach individuellem Beschwerdebild erfolgen bei Bauchschmerzen zur Diagnose weitere Untersuchungen. Das können bildgebende Verfahren sein wie eine Ultraschalluntersuchung (Sonografie), die Bauchorgane gut bildhaft darstellt. Geschwulste, Flüssigkeitsansammlung, Gallen- oder Nierensteine, aber auch viele weitere Veränderungen werden so meist sichtbar.

Besteht der Verdacht, dass eine Erkrankung des Magens- oder Zwölffingerdarms die Bauchschmerzen verursacht, kann eine Magenspiegelung (Gastroskopie) Klarheit schaffen. Veränderungen des Mast- und Enddarms lassen sich im Rahmen einer Darmspiegelung (Koloskopie) aufdecken.

Was noch zur Diagnose-Palette bei Bauchschmerzen zählt

Weitere Untersuchungen können bei Bauchschmerzen für die Diagnose hilfreich sein:

  • Blutuntersuchung (zum Beispiel Entzündungswerte, Leber- und Nierenwerte, Blutbild)

  • Röntgenuntersuchung, Kernspintomografie/Magnet-Resonanz-Tomografie (MRT), Computertomografie (CT)

  • Stuhluntersuchung (Nachweis bestimmter Krankheitserreger oder Blut)

  • Urinuntersuchung

  • Tests auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten (zum Beispiel Laktose-Toleranztest, Wasserstoff-Atemtest

Natürlich sind nicht immer all diese diagnostischen Verfahren nötig. Je nach Befund der vorangegangen Untersuchungen wird der Arzt gemeinsam mit dem Patienten entscheiden, welche weiteren Maßnahmen sinnvoll sind, um eine sichere Diagnose der Bauchschmerzen geben zu können.

Behandlung von Bauchschmerzen: Diese Therapien stehen zur Auswahl

Bei Bauchschmerzen hängt die Therapie in erster Linie von der Ursache ab. Die Liste der Erkrankungen, die mit Bauchschmerzen einhergehen, ist lang. Entsprechend umfangreich sind die Behandlungsmöglichkeiten, die von Hausmitteln bis hin zur OP reichen.

Die Gründe für Bauchschmerzen sind individuell sehr unterschiedlich, daher gibt es auch keine einheitliche Therapie. Schmerzt der Bauch etwa, weil Stress oder Hektik die Verdauung beeinträchtigen, hilft es oft schon, den Alltag etwas zu entschleunigen und sich bewusst Zeit für die Mahlzeiten zu nehmen.

Wer Verdauungsprobleme mit Bauchschmerzen hat, ist meist auch gut beraten, auf besonders scharf gewürzte, sehr fettige Speisen, sowie auf einen übermäßigen Genuss von Kaffee und Alkohol zu verzichten.

Oft helfen einfache Hausmittel!

Bei unkomplizierten Magen-Darm-Infekten ("Magen-Darm Grippe") ist nicht immer eine besondere Behandlung erforderlich. Die Bauchschmerzen lassen sich oft schon durch Kräutertee und mit einer Wärmflasche auf dem Bauch lindern. Wichtig ist es in jedem Fall ausreichend zu trinken. Nach einigen Tagen Bettruhe und einer leichten Schonkost (zum Beispiel Hühnerbrühe) klingen die Beschwerden normalerweise ab.

Bei Menschen mit bestimmten Nahrungsmittelunverträglichkeiten bessern sich die Beschwerden normalerweise, sobald sie die lebensmittel meiden, die Bauchschmerzen bei ihnen auslösen.

Bewährte Hausmittel im Überblick:

  • Verschaffen Sie sich Entspannung, lockern Sie den Hosenbund und legen sich in eine Position, die Sie am angenehmsten finden.

  • Bei Bauchschmerzen, die mit Blähungen, Durchfall oder Erbrechen einhergehen, wirkt ein Kräutertee mit Fenchel, Anis und Kümmel beruhigend und entkrampfend. Kamille, Minze und Melisse wirken entzündungshemmend und helfen bei Übelkeit.

  • Auch Bauchwickel mit Kümmelöl oder eine Wärmflasche bringen oft Linderung bei Bauchschmerzen.

  • Halten Sie sich mit dem Essen zurück, solange Sie keinen großen Appetit haben. Ansonsten setzen Sie auf fettarme, leicht verdauliche Kost wie Hühnerbrühe mit Reis, Zwieback oder Kartoffel-Karotten-Püree.

  • Sind die Bauchschmerzen von Durchfall begleitet, können auch die Gerbstoffe aus schwarzem Tee helfen, den Sie lange ziehen lassen.

  • Bei Übelkeit versuchen Sie Akupressur: Dabei massieren Sie einen Punkt, der sich am Arm – drei Finger breit unter der Handgelenksfalte – befindet.

Krampflöser gegen Menstruationsbeschwerden

Viele Frauen haben während der Menstruation Bauchschmerzen. Diese lassen sich meist durch Schmerzmittel mit einem zusätzlichen krampflösenden Wirkstoff in den Griff bekommen.

Beruhen die Bauchschmerzen auf einer funktionellen Verdauungsstörung wie Reizdarm oder -magen, können Heilpflanzen-Extrakte, etwa aus Pfefferminze und Kümmel, Linderung bringen. 

In manchen Fällen liegen den Bauchschmerzen Krankheiten zugrunde, die eine angepasste Therapie erfordern. So können etwa eine Magenschleimhautentzündung (Gastritis) und Magengeschwüre durch eine Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori verursacht werden. Diese behandelt der Arzt mit einem Antibiotikum.

Operation in manchen Fällen unumgänglich

Bei Bauchschmerzen aufgrund von bakteriellen Entzündungen bestimmter Bauchorgane kommen neben schmerzstillenden Medikamenten meist auch Antibiotika zum Einsatz. In bestimmten Fällen, etwa bei einer Blinddarmentzündung oder wenn Gallensteine den Gallengang blockieren, ist in der Regel einer Operation erforderlich.

Arzt sollte über Therapie der Bauchschmerzen entscheiden

Grundsätzlich gilt: Bauchschmerzen, die anhalten, immer wiederkehren oder besonders stark sind, sollten auf jeden Fall ärztlich abgeklärt werden. Denn was hinter den Bauchschmerzen steckt, und welche Therapie notwendig ist, kann nur der Arzt entscheiden!

Autor:
Letzte Aktualisierung:18. Dezember 2015
Letzte Änderung durch: sw

Quellen: Leitlinie der Gesellschaft für Pädiatrische Radiologie (GPR) und der Deutschen Röntgengesellschaft: Bauchschmerz - Bildgebende Diagnostik. AWMF-Leitlinien-Register Nr.064/016 (Stand: 03/2013); Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) und der Deutschen Gesellschaft für Neurogastroenterologie und Motilität (DGNM): Reizdarmsyndrom: Definition, Pathophysiologie, Diagnostik und Therapie. AWMF-Leitlinien-Register: 021/016 (Stand: 10/2010); Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) und der Deutschen Gesellschaft für Neurogastroenterologie und Motilität (DGNM): Definition, Pathophysiologie, Diagnostik und Therapie intestinaler Motilitätsstörungen. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 021/018 (Stand: 09/2010); Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) und der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV): Divertikelkrankheit/Divertikulitis. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 021/20 (Stand: 12/2013); Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2014; Haag, P. et al.: Gynäkologie und Urologie. Medizinische Verlags- und Informationsdienste, Breisach 2014

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