Fehlende Energie

Müdigkeit: Ursachen und was tun?

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Müdigkeit ist ein nützlicher Hinweis darauf, dass der Körper eine Ruhepause benötigt. Ständige Müdigkeit kann aber auch ein Krankheitssymptom sein. Wann sollte Müdigkeit ärztlich abgeklärt werden und wie lässt sich kurzfristige Müdigkeit im Alltag überwinden?

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© Getty Images/Maskot

Artikelinhalte im Überblick:

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Was ist Müdigkeit?

Müdigkeit ist ein natürliches und sehr sinnvolles Signal des Körpers. Es zeigt, dass die Energiereserven bald aufgebraucht sind und der Körper Ruhe und Erholung braucht, zum Beispiel nach körperlicher Anstrengung, einem stressigen Tag im Job oder nach anhaltendem Schlafmangel.

Müdigkeit: Normal oder krankhaft?

Als krankhaft wird Müdigkeit erst angesehen, wenn sich die Erschöpfung trotz genügend Schlaf- und Erholungsphasen nicht ausgleichen lässt oder Schlafstörungen eine ausreichende Regeneration unmöglich machen. In diesem Fall ist eine gezielte Therapie hilfreich, um die meist unausweichliche Tagesmüdigkeit in den Griff zu bekommen.

In folgenden Fällen sollte bei Müdigkeit eine ärztliche Praxis aufgesucht werden:

  • Es ist kein offensichtlicher Grund für die Beschwerden auszumachen.

  • Die Müdigkeit hält trotz ausreichend Schlaf länger als zwei bis drei Wochen an.

  • Das Symptom tritt viel schneller oder heftiger auf als gewohnt.

Eine exakte Diagnose der Ursache ist wichtig, denn Müdigkeit kann ein Beschwerdebild vieler Erkrankungen oder Mangelzuständen sein und die Lebensqualität stark beeinträchtigen.

Was kann man selbst gegen Müdigkeit tun?

Kommt es zu ständiger Müdigkeit durch harmlose Gründe können folgende Tipps kurzfristig helfen:

  • Bewegung: Körperliche Aktivitäten etwa in Form von RadfahrenSchwimmenGymnastik oder Spaziergängen fördern die Durchblutung und machen munter.

  • Frische Luft: Wer müde am Schreibtisch sitzt, sollte ab und zu die Fenster weit öffnen und lüften. Dadurch wird der Sauerstoffgehalt im Raum erhöht. Bei kühleren Temperaturen wirkt zudem der Kältereiz belebend. Ein kurzer Spaziergang hat durch die Bewegung einen zusätzlich vitalisierenden Effekt. Zudem kann bei schönem Wetter Sonne getankt werden, wodurch der Wachmacher Serotonin ausgeschüttet wird.

  • Viel trinken: Häufig führt auch ein Flüssigkeitsmangel zu Ermüdung. Daher ist es wichtig, etwa 1,5 bis 2 Liter am Tag zu trinken.

  • Richtige Schlafhygiene: Um den Schlaf zu fördern, empfiehlt es sich, einen geregelten Schlafrhythmus einzuhalten, kein schweres Essen direkt vor dem Zubettgehen einzunehmen und Laptops und Smartphones aus dem Bett zu verbannen. Die Temperatur im Schlafzimmer sollte idealerweise zwischen 16 und 18 Grad Celsius liegen.

  • Powernap: Ein kurzes Nickerchen in der Mittagszeit kann ebenfalls dabei helfen, die Energiereserven wieder aufzufüllen. Dieses sollte jedoch maximal 15 bis 30 Minuten dauern, um nicht in die Tiefschlafphase zu kommen.

  • Gezielt entspannen: Bei längerem konzentrierten Arbeiten benötigt das Gehirn viel Energie. Umso wichtiger ist es, kurze Erholungspausen einzulegen. Hierfür eignen sich entspannungsfördernde Rituale wie Meditation.

  • Kalt duschen: Auch Wechselduschen, die mit kühlen Temperaturen abschließen, machen wach. Alternativ wirkt kaltes Wasser im Gesicht oder auf den Armen erfrischend und belebend.

  • Koffeinhaltige Getränke: Kaffee, Guarana oder grüner Tee sind kurzfristige Wachmacher. Allerdings sollte nicht zu viel von ihnen getrunken werden, da ansonsten ein Gewöhnungseffekt eintritt und die Koffeinmenge immer weiter erhöht werden muss.

Mögliche Ursachen von Müdigkeit

Müdigkeit kann viele Ursachen haben und vorübergehend oder langfristig (chronisch) bestehen. Die Auslöser reichen von Schlafdefizit und Bewegungsmangel bis hin zu psychischen Leiden oder körperlichen Krankheiten.

Müdigkeit durch Erkrankungen

Allgemeine Erschöpfung oder Müdigkeit ist eine Begleiterscheinung von vielen Krankheiten. Dazu gehören beispielsweise:

Weitere Ursachen für Müdigkeit

  • Mangel an wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen (zum Beispiel Vitamin B12, Eisen oder Folsäure)
  • Nebenwirkung von Medikamenten, etwa Antidepressiva, antiallergisch wirksame Mittel (Antihistaminika), blutdrucksenkende Arzneimittel (Antihypertensiva), Opiate, Parkinsonmittel
  • Umweltgifte und Umwelteinflüsse, zum Beispiel Blei, Amalgam, Kohlenmonoxid, Kohlenwasserstoff, Schimmelpilze
  • Bewegungsmangel
  • Suchtmittel wie Alkohol, Koffein, Drogen
  • Ernährung (fettes, kalorienreiches Essen)
  • Über- oder Untergewicht
  • Lebensstilfaktoren, die den Schlaf-Wach-Rhythmus begativ beeinflussen (zum Beispiel Schichtarbeit)
  • Schwangerschaft

Symptome und Folgen von ständiger Müdigkeit

Müdigkeit wird sehr unterschiedlich erlebt, das Beschwerdebild ist individuell verschieden. Betroffene beschreiben beispielsweise, dass sie sich schlapp, erschöpft und/oder schnell am Ende ihrer Kräfte fühlen. Häufig ist Müdigkeit verbunden mit Symptomen wie:

Nicht selten besteht tagsüber eine Neigung zum Einschlafen. Auch die Wahrnehmung müder Menschen kann sich verändern, was vor allem im Straßenverkehr gefährliche Folgen haben kann.

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Diagnose von Müdigkeit: Welche Untersuchungsmöglichkeiten gibt es?

Wer dauernd müde ist, sollte seine Lebens- und Schlafgewohnheiten hinterfragen und ärztlichen Rat einholen.

Wichtige Hinweise zieht die*der Ärztin*Arzt zu Beginn aus einem ausführlichen Gespräch mit Betroffenen. Von Interesse sind zum Beispiel:

  • die Schlafqualität,
  • die aktuelle Lebenssituation (Arbeitspensum, Freizeitaktivitäten
  • bestehende Erkrankungen oder
  • die Einnahme von Medikamenten.

Weiteren Aufschluss gibt eine körperliche Untersuchung. Dabei hört die*der Ärztin*Arzt Herz und Atemwege ab, betrachtet die Schleimhäute und tastet Leber, Milz und Lymphknoten ab. Ebenso wird geprüft, ob möglicherweise eine Erkrankung des Nervensystems in Zusammenhang mit der Müdigkeit steht. Dazu werden unter anderem der Spannungszustand der Muskulatur und die Muskelreflexe untersucht. Im Schlaflabor kann die Schlafqualität mittels Elektroden genau gemessen werden.

Weitere diagnostische Verfahren

Ebenso können Blutuntersuchungen nötig sein, um zum Beispiel

zu bestimmen. Bei einem Blutbild kann beispielsweise auch ein Eisenmangel festgestellt werden, der häufig zu anhaltender Müdigkeit und allgemeinem Schwächegefühl führt.

Des Weiteren können sich Untersuchungen im Schlaflabor anschließen. Hier lassen sich unter anderem kurzzeitige Atemstillstände während des Schlafs (Schlafapnoe) und damit zusammenhängende Schlafstörungen als Gründe für Müdigkeit feststellen.

Behandlungsmöglichkeiten bei krankhafter Müdigkeit

Die ärztliche Behandlung der Müdigkeit erfolgt in Abhängigkeit von der Ursache. Wurde eine psychische oder körperliche Erkrankung als Ursache für die Müdigkeit festgestellt, geht es in erster Linie darum, die Erkrankung mit einer entsprechenden Therapie zielgerichtet zu behandeln.  

Medikamentöse Therapie der Müdigkeit

Mitunter kann die vorübergehende Einnahme von Schlaftabletten oder beruhigenden Mitteln aus der Naturheilkunde (zum Beispiel auf Basis von Baldrian) helfen, wieder zu einem gesunden Schlaf zu finden.

Darüber hinaus stehen Präparate zur Verfügung, die bei Müdigkeit und Erschöpfung als Folge von Stress oder nervlicher Belastung helfen können, mehr innere Stabilität zu erlangen und mit mehr Energie durch den Alltag zu gehen. Die Einnahme sollte jedoch nur nach ärztlicher Rücksprache erfolgen.

Weitere Maßnahmen bei ständiger Müdigkeit

Auch Verhaltenstherapien, das Erlernen von Verhaltensstrategien und Entspannungstechniken können neben weiteren Maßnahmen wesentliche Bestandteile des Therapieplans sein.

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Zusammenfassung


Was ist Müdigkeit? Hierbei handelt es sich um ein Signal des Körpers, das auf Erschöpfung (beispielsweise infolge von Schlafmangel) hinweist.

Normal oder krankhaft? Normalerweise vergeht Müdigkeit mit ausreichend Schlaf wieder. Hält die Erschöpfung aber über einen längeren Zeitraum an, ist eine ärztliche Untersuchung ratsam.

Ursachen: Schlafstörungen, Medikamente, Mangel an wichtigen Vitaminen und Mineralien, Schwangerschaft, Erkrankungen (Infekte, Schlafapnoe, Herz-Kreislauf-Erkrankungen etc.)

Behandlung: Je nach Ursache zum Beispiel Schlaftabletten, Ernährungsumstellung, Verhaltenstherapie, Schlafmaske (bei Schlafapnoe), Medikamente (bei Eisenmangel oder Schildrüsenunterfunktion)

Tipps im Alltag: Regelmäßiger Schlaf-Wach-Rhythmus, ausgewogene, vitaminreiche Ernährung, Bewegung, Wechselduschen, Stressabbau, Powernapping

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