Wichtiger Schutzreflex

Übelkeit (Nausea): Was hilft gegen das flaue Gefühl im Magen?

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Lebensmittelvergiftung, Magen-Darm-Infekt, eine Schwangerschaft, der Kater nach zu viel Alkohol oder die Reise auf schwankender See sind häufige Ursachen für Übelkeit. Verantwortlich für das flaue Gefühl im Magen ist das Brechzentrum im Gehirn. Plötzliche Übelkeit ist ein Symptom, das sich gut mit Hausmitteln und Medikamenten in den Griff bekommen lässt.

Frau Übelkeit
Übelkeit ist eine wichtige Schutzfunktion des Körpers. Ständige Übelkeit sollte aber ärztlich abgeklärt werden.
© iStock.com/Nikodash

Übelkeit (Nausea) ist ein äußerst unangenehmes Gefühl, das vermutlich jeder kennt. Man hat ein flaues Gefühl im Magen und befürchtet ständig, sich übergeben zu müssen. Das Erbrechen kann, muss aber nicht zwangsläufig stattfinden. Bei Übelkeit können gleichzeitig weitere Begleitsymptome auftreten wie zum Beispiel Schwindel, Bauchschmerzen, Magenschmerzen, Appetitlosigkeit, Druck im Oberbauch, Völlegefühl, Durchfall, Sehstörungen oder Kopfschmerzen.

An sich ist plötzliche Übelkeit ein lebenswichtiger Schutzreflex des Körpers, der signalisiert, dass etwas nicht stimmt. Durch Erbrechen versucht der Organismus, Gift- und Schadstoffe wieder loszuwerden, die zum Beispiel über verdorbene Lebensmittel aufgenommen wurden. Verantwortlich für Übelkeit und Erbrechen ist das Brechzentrum im Gehirn.

Im Überblick:

Hausmittel gegen Übelkeit: Das beruhigt den flauen Magen

Ursachen für plötzliche Übelkeit

Übelkeit ist ein Symptom, das äußerst vielfältige Ursachen hat. So wird es Menschen übel, wenn sie sich einen Magen-Darm-Infekt eingefangen, verdorbene Lebensmittel gegessen, zu viel Alkohol getrunken oder bestimmte Medikamente eingenommen haben. Diese Form des Unwohlseins spielt zudem bei vielen Krankheiten eine Rolle, kann aber auch das erste Anzeichen für eine bestehende Schwangerschaft sein.

Ursachen für Übelkeit durch Störung von Gehirn, Nerven, Gleichgewicht, Kreislauf

Ursachen für Übelkeit durch Störungen im Magen-Darm-Trakt

Ursachen für Übelkeit durch Veränderungen des Stoffwechsels und/oder des Hormonhaushalts

Ursachen für plötzliche Übelkeit durch Medikamente, Drogen, Umweltgifte

  • Übelkeit als Nebenwirkung vieler Medikamente (vgl. Beipackzettel)
  • vor allem Medikamente zur Krebsbehandlung (Zytostatika, Chemotherapie)
  • Nachwirkungen einer Narkose nach einem operativen Eingriff
  • Drogenmissbrauch, zum Beispiel Alkohol, einige Halluzinogene oder Ecstasy
  • Bestrahlung in der Krebstherapie oder Verstrahlung durch Unfall
  • Schwermetallvergiftung

Psychische Faktoren, die Übelkeit begünstigen können:

  • Ekel vor bestimmten Speisen, Gerüchen oder Anblicken
  • Stress oder Aufregung
  • Angst
  • Depressionen

Diagnosemöglichkeiten bei Übelkeit

Es gibt zahlreiche Ursachen, denen der*die Arzt*Ärztin zunächst in einem Gespräch mit Ihnen auf die Spur kommt. Dabei werden Fragen zu Ihren Beschwerden und dem Krankheitsbild (Anamnese) gestellt:

  • zum Symptom-Check

    Fieber, Schmerzen, Atemnot: Suchen Sie gezielt nach Symptomen und deren möglichen Auslösern

  • Seit wann leiden Sie unter Übelkeit? Seit Tagen, Wochen, Monaten?

  • Wie häufig ist Ihnen übel – täglich, mehrmals am Tag?

  • Gibt es Auslöser, die mit dem Einsetzen der Übelkeit in Verbindung stehen?

  • Geht die Übelkeit mit Erbrechen einher?

  • Besteht die Möglichkeit einer Schwangerschaft?

  • Haben Sie eventuell verdorbene Lebensmittel verzehrt, zum Beispiel rohe Eier, Austern, Fleisch oder Fisch?

  • Sind Krankheiten bei Ihnen bekannt, zum Beispiel eine Magen-Darm-Grippe, Reizdarm, Nahrungsmittelallergien, Nahrungsmittelunverträglichkeiten (Laktoseintoleranz, Fruktoseintoleranz), Glutenunverträglichkeit, Migräne, Morbus Meniére oder Krebs?

  • Leiden Sie unter Stress, Ängsten oder einer Depression?

  • Haben Sie weitere Symptome festgestellt, zum Beispiel Bauchkrämpfe, Magenschmerzen, Durchfall, Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Fieber, Kopfschmerzen?

Diese und weitere Fragen geben schon erste Hinweise auf mögliche Ursachen. Anhand Ihrer Krankengeschichte, dem zeitlichen Verlauf der Übelkeit und den Begleitsymptomen entscheidet der*die Arzt*Ärztin, ob eine harmlose Ursache zugrunde liegt oder eine weiterführende Diagnostik nötig ist.

Weitere Untersuchungen bei plötzlicher Übelkeit

Die weitere Diagnostik umfasst Untersuchungen, die im Zusammenhang mit dem vermuteten Grund für die Übelkeit stehen.

Dazu gehören beispielsweise:

Übelkeit und Erbrechen sind meist harmloser Natur. Mit geeigneten Behandlungen und Hausmitteln lassen sich die Symptome gut in den Griff bekommen.

Was hilft gegen Übelkeit? Behandlungen und Hausmittel

Welche ärztliche Behandlung gegen das Symptom eingesetzt wird, hängt von der Ursache ab. So wird eine Schwangerschaftsübelkeit anders behandelt als die Reiseübelkeit oder das Unwohlsein aufgrund einer Magenschleimhautentzündung. Sind Krankheiten die Ursache, wird diese zunächst behandelt. Damit klingt meist auch die Übelkeit ab.

Magen-Darm-Grippe: Symptome und Hausmittel

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Folgende Therapien sind wirksam:

  • Schonkost: Nehmen Sie leichtverdauliche Nahrungsmittel wie Zwieback oder Haferschleim zu sich. Meiden Sie Speisen, die schwer verdaulich sind und den Magen noch mehr belasten.

  • Nahrungsverzicht: Bei einer Magenschleimhautentzündung hilft es zum Beispiel, einige Tage auf das Essen zu verzichten. Die Nahrungskarenz sorgt dafür, dass der Magen nicht weiter strapaziert wird und sich erholen kann.

  • Sorgen Sie für Ruhe und Entspannung und vermeiden Sie Aufregung und Stress – beide schlagen meist noch mehr auf den Magen.

  • Anti-Brech-Mittel (Antiemetika): Die Medikamente setzen direkt im Brechzentrum des Gehirns an; sie werden zum Beispiel bei Schwangerschaftsübelkeit, Reiseübelkeit oder Übelkeit infolge von Chemotherapie oder Bestrahlung eingesetzt. Bekannte Wirkstoffe sind beispielsweise Dimenhydrinat, Dimeticon oder Domperidon. Bei Lebensmittelvergiftungen sind Antiemetika, die das Erbrechen unterdrücken, nicht sinnvoll.

  • Ist die Übelkeit eine Nebenwirkung von Medikamenten, versuchen Sie in ärztlicher Absprache, auf ein alternatives Präparat umzusteigen.

  • Übelkeit in der Schwangerschaft: Essen Sie schon vor dem Aufstehen eine Kleinigkeit. Geeignet sind zum Beispiel trockene Haferflocken oder ein Stück Brot.

  • Prokinetika: Das sind Medikamente, die den Transport des Nahrungsbreis im Magen-Darm-Trakt beschleunigen und die Übelkeit mildern; es gibt auch pflanzliche Präparate.

Hausmittel gegen plötzliche Übelkeit

Probieren Sie auch einige bewährte Hausmittel, um das Unwohlsein zu lindern oder zu beseitigen.


  • Tee trinken: Bewährt haben sich zum Beispiel Kamillen-, Pfefferminz-, Melisse-, Fenchel- oder Ingwertee. Sie können auch ein Stück frischen Ingwer kauen. Die pflanzlichen Inhaltsstoffe beruhigen den gereizten Magen und lindern die Übelkeit.

  • Frische Luft tanken: Gehen Sie kurz an der frischen Luft spazieren oder öffnen Sie das Fenster und lüften Sie ausreichend - das vertreibt die Übelkeit.

  • Ziehen Sie lockere Kleidung an, die den Bauchbereich nicht einschnürt. Eine enge Hose oder ein straffer Gürtel verstärkt die Übelkeit.

  • Legen Sie eine feucht-warme Kompresse mit unverdünntem Obstessig oder verdünntem Zitronensaft auf Ihren Oberbauch. Die Wärme wirkt krampflösend und schmerzstillend.

  • Das Riechen an ätherischen Ölen wie Pfefferminze, Melisse oder Lanvendel kann den Magen beruhigen.

Grundsätzlich gilt: Falls Sie unter ständiger Übelkeit leiden oder diese länger anhält, suchen Sie immer eine*n Ärztin*Arzt auf, um die genaue Ursache abklären zu lassen. Zu beachten ist, dass Sie durch häufiges Erbrechen viel Flüssigkeit und Mineralien verlieren. Achten Sie darauf, Ihren Flüssigkeits- und Elektrolytverlust wieder auszugleichen. Manchmal helfen spezielle Elektrolytlösungen (Rehydratationslösungen) aus der Apotheke oder dem Internetversandhandel.

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