Wichtiger Schutzreflex

Übelkeit (Nausea): Was hilft gegen das flaue Gefühl im Magen?

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Lebensmittelvergiftung, Magen-Darm-Infekt, eine Schwangerschaft, zu viel Alkohol oder die Reise auf schwankender See sind häufige Ursachen für Übelkeit und das flaue Gefühl im Magen. Diese Hausmittel und Medikamente können helfen, plötzliche Übelkeit zu lindern.

Frau leidet unter Übelkeit
© Getty Images/urbazon

Im Überblick:

Hausmittel gegen Übelkeit: Das beruhigt den flauen Magen

Was ist Übelkeit?

Übelkeit (Nausea) ist ein äußerst unangenehmes Gefühl. Man hat ein flaues Gefühl im Magen und befürchtet ständig, sich übergeben zu müssen. Das Erbrechen kann, muss aber nicht zwangsläufig stattfinden. Bei Übelkeit können neben dem Brechreiz weitere Begleitsymptome auftreten wie

An sich ist plötzliche Übelkeit ein lebenswichtiger Schutzreflex des Körpers, der signalisiert, dass etwas nicht stimmt. Durch Erbrechen versucht der Organismus, Gift- und Schadstoffe wieder loszuwerden, die zum Beispiel über verdorbene Lebensmittel aufgenommen wurden. Verantwortlich für Übelkeit und Erbrechen ist das Brechzentrum im Gehirn, das den Brechreiz auslöst.

Was hilft gegen Übelkeit?

Übelkeit und Erbrechen sind meist harmloser Natur. Mit geeigneten Behandlungen und Hausmitteln lassen sich die Symptome gut in den Griff bekommen. Welche Behandlung gegen das Symptom eingesetzt wird, hängt von der Ursache ab. So wird eine Schwangerschaftsübelkeit anders behandelt als die Reiseübelkeit oder das Unwohlsein aufgrund einer Magenschleimhautentzündung. Sind Krankheiten die Ursache, wird diese zunächst behandelt. Damit klingt meist auch die Übelkeit ab.

Folgende Therapien sind wirksam:

  • Schonkost: Bei flauem Gefühl im Magen besser leicht verdauliche Nahrungsmittel wie Zwieback oder Haferschleim zu sich nehmen. Betroffene sollten Speisen vermeiden, die schwer verdaulich sind und den Magen noch mehr belasten.

  • Nahrungsverzicht: Bei einer Magenschleimhautentzündung hilft es zum Beispiel, einige Tage auf Essen zu verzichten. Die Nahrungskarenz sorgt dafür, dass der Magen nicht weiter strapaziert wird und sich erholen kann.

  • Ruhe: Für Ruhe und Entspannung sorgen und Aufregung und Stress vermeiden – beide schlagen meist noch mehr auf den Magen.

  • Anti-Brech-Mittel (Antiemetika): Die Medikamente setzen direkt im Brechzentrum des Gehirns an. Sie werden zum Beispiel bei Schwangerschaftsübelkeit, Reiseübelkeit oder Übelkeit infolge von Chemotherapie oder Bestrahlung eingesetzt. Bekannte Wirkstoffe sind beispielsweise Dimenhydrinat, Dimeticon oder Domperidon. Bei Lebensmittelvergiftungen sind Antiemetika, die das Erbrechen unterdrücken, jedoch nicht sinnvoll.

  • Prokinetika: Die Medikamente beschleunigen den Transport des Nahrungsbreis im Magen-Darm-Trakt und mildern die Übelkeit. Es gibt auch pflanzliche Präparate, beispielsweise mit Ingwer.

  • Medikamentenwechsel: Ist die Übelkeit eine Nebenwirkung von Medikamenten, kann gegebenfalls nach ärztlicher Absprache auf ein alternatives Präparat umgestiegen werden.

  • Übelkeit in der Schwangerschaft: Manchen Frauen hilft es, bereits vor dem Aufstehen eine Kleinigkeit zu essen. Geeignet sind zum Beispiel trockene Haferflocken oder einen Zwieback.

Hausmittel und Tipps gegen plötzliche Übelkeit

Um das Unwohlsein zu lindern oder zu beseitigen, gibt es einige bewährte Hausmittel, die helfen können.

  • Tee trinken: Bewährt haben sich zum Beispiel Tee aus Kamille, Pfefferminze, Melisse, Fenchel oder Ingwer.

  • Ingwer kauen: Gegen Übelkeit kann es helfen, ein Stück frischen Ingwer zu kauen. Die pflanzlichen Inhaltsstoffe beruhigen den gereizten Magen und lindern die Übelkeit.

  • geriebener Apfel: Einen Apfel reiben und kurz stehen lassen, bis er anbräunt. Das freigesetzte Pektin im Apfel beruhigt die Verdauungsorgane.

  • Kompressen: Legen Sie eine feucht-warme Kompresse mit unverdünntem Obstessig oder verdünntem Zitronensaft auf Ihren Oberbauch. Die Kompresse wirkt krampflösend und schmerzstillend.

  • ätherische Öle: Das Riechen an ätherischen Ölen wie Pfefferminze, Melisse oder Lavendel kann den flauen Magen beruhigen.

  • frische Luft tanken: Kurz an der frischen Luft spazieren gehen oder das Fenster öffnen und ausreichend lüften kann die Übelkeit lindern.

  • Kleidung: Lockere Kleidung anziehen, die den Bauchbereich nicht einschnürt. Eine enge Hose oder ein straffer Gürtel verstärkt oftmals die Übelkeit.

Grundsätzlich gilt: Wer unter ständiger Übelkeit leidet oder diese länger anhält, sollte immer eine*n Ärztin*Arzt aufsuchen, um die genaue Ursache abklären zu lassen. Wichtig ist auch, dass der Körper durch häufiges Erbrechen viel Flüssigkeit und Mineralstoffe verliert. In diesem Fall sollten Betroffene darauf achten, ihren Flüssigkeits- und Elektrolytverlust wieder auszugleichen. Manchmal helfen spezielle Elektrolytlösungen (Rehydratationslösungen) aus der Apotheke.


Ursachen für plötzliche Übelkeit

Übelkeit ist ein Symptom, das äußerst vielfältige Ursachen hat. So wird es Menschen übel, wenn sie sich einen Magen-Darm-Infekt eingefangen, verdorbene Lebensmittel gegessen, zu viel Alkohol getrunken oder bestimmte Medikamente eingenommen haben. Diese Form des Unwohlseins spielt zudem bei vielen Krankheiten eine Rolle, kann aber auch das erste Anzeichen für eine bestehende Schwangerschaft sein.

Ursachen für Übelkeit durch Störung von Gehirn, Nerven, Gleichgewicht, Kreislauf

Ursachen für Übelkeit durch Erkrankungen im Magen-Darm-Trakt

Ursachen für Übelkeit durch Veränderungen des Stoffwechsels und Hormonhaushalts

Weitere Ursachen für plötzliche Übelkeit

  • Übelkeit als Nebenwirkung vieler Medikamente, vor allem Medikamente zur Krebsbehandlung (Zytostatika, Chemotherapie)
  • Nachwirkungen einer Narkose nach einem operativen Eingriff
  • Drogenmissbrauch, zum Beispiel Alkohol, Halluzinogene oder Ecstasy
  • Bestrahlung in der Krebstherapie oder Verstrahlung durch Unfall
  • Schwermetallvergiftung
  • Ekel vor bestimmten Speisen, Gerüchen oder Anblicken
  • Stress oder Aufregung
  • Angst
  • Depressionen

Diagnosemöglichkeiten bei Übelkeit

Es gibt zahlreiche Ursachen, denen der*die Arzt*Ärztin zunächst in einem Gespräch auf die Spur kommt. Dabei werden Fragen zu den Beschwerden und dem Krankheitsbild (Anamnese) gestellt. Konkret geht es zum Beispiel um die Dauer der Übelkeit, ob sie mit Erbrechen oder anderen Beschwerden einhergeht und ob es Auslöser gibt, die mit dem Einsetzen der Übelkeit in Verbindung stehen.

Anhand der Krankengeschichte, dem zeitlichen Verlauf der Übelkeit und den Begleitsymptomen entscheidet der*die Arzt*Ärztin, ob eine harmlose Ursache zugrunde liegt oder eine weiterführende Diagnostik nötig ist.

Dazu gehören beispielsweise:

Magen-Darm-Grippe: Was tun, wenn es mich erwischt hat?
Zusammenfassung


Was ist Übelkeit? Das flaue Gefühl in der Magengegend geht oft mit Erbrechen einher, muss aber nicht. Übelkeit ist ein Schutzreflex des Körpers. Neben dem Brechreiz treten bei Übelkeit (Nausea) oft weitere Symptome wie Schwindel, Schmerzen, Appetitlosigkeit, Durchfall, Fieber oder Schweißausbrüche auf.

Behandlung: Die Therapie von Übelkeit richtet sich nach der auslösenden Ursache. In leichten Fällen helfen Schonkost und Ruhe, in schwereren Fällen sind Medikamente wie Antiemetika gegen den Brechreiz oder Prokinetika, die den Transport des Nahrungsbreis beschleunigen, angezeigt.

Ursachen: Die Auslöser für Übelkeit und Erbrechen sind vielfältig. Von Erkrankungen der Verdauungsorgane über Nebenwirkungen von Medikamenten bis hin zur Magen-Darm-Grippe sind viele Ursachen bekannt.

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