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Übelkeit (Nausea)

Übelkeit (Nausea) ist eine Form des Unwohlseins, die mit dem Gefühl einhergeht, sich erbrechen zu müssen, ohne dass es jedoch notwendigerweise zu einem Erbrechen kommt.

Schiff schwankt
Schwankende Bewegungen auf einem Schiff können bei manchen Menschen Übelkeit und Seekrankheit auslösen.
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Ausgelöst wird Übelkeit unter anderem durch schwankende Bewegungen (z.B. Seekrankheit), Infektionen des Magen-Darm-Trakts (z.B. Virusinfekte), verdorbene oder unverträgliche Nahrungsmittel (z.B. Laktoseintoleranz), Hormonveränderungen und Stoffwechselstörungen (z.B. Schwangerschaft, Über- oder Unterzuckerung), Nervenerkrankungen (z.B. Migräne), Medikamente (z.B. Narkosemittel) oder psychische Faktoren (z.B. Ekel).

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Übelkeit ist ein sehr häufiges Krankheitszeichen, das je nach Ausprägung und Begleitsymptomen auf unterschiedliche Ursachen zurückzuführen ist.

Ausgangspunkt des Übelkeitsgefühls ebenso wie eines Erbrechens ist das so genannte Brechzentrum im Gehirn. Dabei bilden Übelkeit, Brechreiz und Erbrechen eng zusammenhängende Symptome, die häufig gemeinsam auftreten. Je nach Ursache können aber auch andere, charakteristische Beschwerden in Zusammenhang mit Übelkeit einsetzen. So steht beispielsweise bei der Migräne der Kopfschmerz im Vordergrund. Bleibt die Menstruation aus, ist an eine Schwangerschaft zu denken.

Welche Ausprägung bei einem Betroffenen im Vordergrund steht, hängt beispielsweise bei der Seekrankheit stark von der aktuellen psychischen und körperlichen Verfassung sowie der individuellen Veranlagung ab. Zwar gibt es Menschen, die für Seekrankheit extrem anfällig sind, und andere, die beinahe nie erkranken. Bei der Mehrzahl der Betroffenen bestimmen jedoch die aktuelle Verfassung und die letzte Nahrungsaufnahme, ob es auf einer Schiffsreise bei Übelkeit bleibt oder zum Erbrechen kommt.

Grundsätzlich gilt: Hält Übelkeit länger an, ist sie sehr heftig oder werden weitere, ungewöhnliche Begleitsymptome beobachtet, sollte zur Abklärung der Ursachen ein Arzt aufgesucht werden.

Diese Ursachen stecken hinter Übelkeit

Übelkeit ist ein Symptom, das bei vielen Grunderkrankungen eine Rolle spielt. Doch auch verdorbene Lebensmittel oder bestimmte Medikamente können zu Übelkeit führen. Darüber hinaus gilt Übelkeit als typisches Symptom in den ersten Monaten einer Schwangerschaft.

Übelkeit als Folge von Störungen der Hirn-, Nerven- und Sinnesfunktion:

Übelkeit als Folge von Erkrankungen/Störungen im Bereich des Magen-Darm-Trakts:

Übelkeit als Folge von Veränderungen des Stoffwechsels und/oder des Hormonhaushalts:

Übelkeit als Nebenwirkung von Medikamenten/Drogen, sowie als Folge von Umwelteinwirkungen:

  • Narkose (z.B. bei einem operativen Eingriff)
  • bestimmte Medikamente für die Krebsbehandlung (Zytostatika)
  • Übelkeit als Nebenwirkung einer großen Zahl weiterer Medikamente (vgl. Beipackzettel)
  • Drogenmissbrauch (Alkohol, einige Halluzinogene, Ecstasy u.a.)
  • Bestrahlung in der Krebstherapie oder Verstrahlung durch Unfall
  • Schwermetallvergiftung

Psychische Faktoren, die Übelkeit begünstigen können:

Diagnosemöglichkeiten bei Übelkeit

Die diagnostischen Maßnahmen bei Übelkeit müssen die zahlreichen möglichen Ursachen des Symptoms berücksichtigen. Im Arztgespräch und bei der körperlichen Untersuchung kann die Übelkeit in Beziehung zu weiteren bestehenden Krankheitszeichen gesetzt werden. Dadurch ist es dem Arzt möglich, gezielt vertiefende Untersuchungen vorzunehmen, die Aufschluss über Ursache der Übelkeit geben.

Übelkeit ist in der Mehrzahl der Fälle ein eher harmloses Symptom, das zum Beispiel nach dem übermäßigen Verzehr von Nahrungsmitteln oder im Rahmen einer Magen-Darm-Infektion auftritt. Die Krankengeschichte, der zeitliche Verlauf der Übelkeit sowie begleitende Symptome geben Aufschluss über die Frage, ob eine weiterführende Diagnostik vorgenommen werden muss oder nicht. Vorsicht ist immer dann geboten, wenn sich Hinweise auf Grunderkrankungen ergeben.

So sollte beispielsweise bei Zuckerkranken (Diabetikern) bei Übelkeit immer der aktuelle Blutzuckerspiegel bestimmt werden. Einerseits können so Abweichungen des Zuckerspiegels als Ursache der Übelkeit festgestellt oder ausgeschlossen werden. Andererseits wird durch die Messung der Blutzuckerspiegel auch überwacht. Das ist wichtig, da beispielsweise Infektionserkrankungen die Zuckerwerte beeinflussen und im Extremfall so stark entgleisen lassen können, dass eine Behandlung erforderlich ist.

Insbesondere bei anhaltender oder wiederkehrender Übelkeit sowie auffälligen Begleitsymptomen sollte ein Arzt aufgesucht werden, um die genaue Ursache der Beschwerden zu bestimmen. Die weiterführende Diagnostik umfasst dann vor allem Untersuchungen, die im Zusammenhang mit der vermuteten Ursache der Übelkeit stehen. Dazu gehören beispielsweise die Bestimmung spezieller Blutwerte (z.B. Schilddrüsenhormon, Nierenwerte), bildgebende Untersuchungen mittels Ultraschall, Röntgenstrahlen oder Magnetfeldern sowie Spiegelungen des Magens und/oder des Darms.

Was hilft gegen Übelkeit? Therapie

Übelkeit sollte nach Möglichkeit gezielt im Hinblick auf ihre Ursache behandelt werden. Zur rein symptomatischen Behandlung sowie zur Therapie funktioneller Beschwerden haben sich Hausmittel (Schonkost, Tees, Nahrungsverzicht) ebenso bewährt wie spezielle Medikamente gegen Übelkeit, die kurzfristig eingesetzt werden können.

Um Übelkeit zu behandeln, gilt es in erster Linie, die Ursache der Übelkeit zu erkennen und diese falls möglich gezielt anzugehen. Entsprechend individuell muss die Behandlung von Grunderkrankungen wie einer Magenschleimhautentzündung, einer Bauchspeicheldrüsenentzündung oder auch einer Stoffwechselentgleisung eingeleitet werden. Hier wird der behandelnde Arzt die notwendigen Maßnahmen treffen. Sollte die Übelkeit als Nebenwirkung von Medikamenten auftreten, ist es häufig möglich, alternative Präparate einzusetzen.

Zur symptomatischen Behandlung von Übelkeit z.B. im Rahmen einer funktionellen Magen-Darm-Störung (also ohne erkennbare, organische Ursache) haben sich mitunter einfache Hausmittel und Verhaltensregeln bewährt. Ruhe,  Nahrungsverzicht, Schonkost und beruhigenden Teemischungen (z.B. Kamille) können hier helfen, das Allgemeinbefinden zu bessern.

Zur medikamentösen, symptomatischen Behandlung stehen z.B. Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen (Antiemetika) zur Verfügung, die eingesetzt werden, wenn auch das Erbrechen unterdrückt werden soll (nicht sinnvoll bei Vergiftungen). Hier haben sich unterschiedliche Wirkstoffgruppen (z.B. Antihistaminika) bewährt.

Auch Mittel, die den Transport des Nahrungsbreis im Magen-Darm-Trakt beschleunigen (Prokinetika) können bei Übelkeit eingesetzt werden. Hier stehen auch pflanzliche Wirkstoffe zur Verfügung.

Bei der Schwangerschaftsübelkeit ist es häufig hilfreich, bereits vor dem Aufstehen eine Kleinigkeit (trockene Haferflocken, ein Stück Brot o.ä.) zu essen. Auch homöopathische Mittel können mitunter Linderung verschaffen. 

Grundsätzlich gilt: Bei häufigem Erbrechen ist der Flüssigkeitsverlust und der Verlust der Elektrolyte durch ausreichend Flüssigkeitszufuhr auszugleichen. Gegebenenfalls können auch spezielle Elektrolytlösungen eingesetzt werden.

Bekannte Hausmittel gegen Übelkeit

Bei häufig auftretender oder lang anhaltender Übelkeit sollten Sie einen Arzt aufsuchen, um die genaue Ursache abklären zu lassen.

Wenn Sie unter Übelkeit leiden, können Sie zunächst einige bekannte Hausmittel ausprobieren, um die Beschwerden zu beseitigen oder zu lindern. 

  • Legen Sie eine warme und feuchte Bauchkompresse mit unverdünntem Obstessig oder verdünntem Zitronensaft auf Ihren Magen. Das wirkt durchwärmend und somit krampflösend und schmerzstillend.

  • Bei Übelkeit durch unzureichende Verdauung helfen Pfefferminz- oder Ingwer-Tee. Diese steigern die Magensaft-Produktion und können Übelkeit oder Erbrechen verhindern.

  • Nehmen Sie ein Lavendelbad. Das beruhigt und entspannt Sie und Ihren Magen.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 25. Oktober 2011
Quellen: Scorza K, et al. Evaluation of nausea and vomiting. Am Fam Physician. 2007; 76: 76-84. URL: http://www.aafp.org/afp/2007/0701/p76.pdf; Singleton G. Integrative management of nausea and vomiting. Aust Fam Physician. 2007; 36: 733-4. URL: http://www.racgp.org.au/afp/200709/200709singleton.pdf; Siegenthaler W (Hrsg.), et al. Differentialdiagnose innerer Krankheiten. 16. Auflage, Stuttgart, New York 1988.

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