Wenn Abnehmen ungewollt ist

Gewichtsabnahme: Gründe für plötzlichen Gewichtsverlust

Der Begriff Gewichtsabnahme bezeichnet zunächst einmal eine gewollte oder ungewollte Verminderung des Körpergewichts. Während einer Diät ist Abnehmen ein erwünschter Effekt. Unbeabsichtiger starker und plötzlicher Gewichtsverlust ist dagegen ein Warnsignal und kann auf Erkrankungen oder Parasiten hindeuten.

Frau hat Fuß auf der Waage
Eine unbeabsichtigte Gewichtsabnahme kann Folge einer Erkrankung oder eines Parasitenbefalls sein.
(c) Photodisc

Das eigene Körpergewicht beschäftigt die meisten Menschen in westlichen Ländern vor allem, wenn Übergewicht vorliegt und überzählige Pfunde an Bauch und Schenkeln reduziert werden sollen. Zahlreiche Diäten, Bewegungs- und Lebensstilempfehlungen beschäftigen sich mit der Frage, wie überschüssiges Körperfett erfolgreich und dauerhaft vermindert werden kann.

Eine unbeabsichtigte Gewichtsabnahme hingegen kann auch Folge einer zugrunde liegenden Erkrankung sein. Das gilt besonders dann, wenn die Verringerung des Körpergewichts schnell und ohne erkennbaren Anlass, wie etwa eine Ernährungsumstellung oder vermehrte körperliche Aktivität, erfolgt. Bei einem unerklärlichen Gewichtsverlust sollte also zur Abklärung der Ursachen immer ein Arzt konsultiert werden. Gegebenenfalls ist es aber auch schon hilfreich, die eigene Ernährungsweise im Alltag zu hinterfragen.

Hinweis: Im vorliegenden Artikel wird auf den unbeabsichtigten Gewichtsverlust eingegangen. Alle Informationen zum erwünschten Abnehmen infolge von Diäten oder einer Umstellung der Ernährungsgewohnheiten erhalten Sie dagegen hier.

Ursachen für ungewollten Gewichtsverlust

In den meisten Fällen ist eine Gewichtsabnahme ein angestrebter Effekt auf Basis veränderter Ernährungs- und Lebensgewohnheiten, etwa einer Diät oder vermehrter körperlicher Aktivität. Unbeabsichtigte Verminderungen des Körpergewichts sind hingegen ein mögliches Zeichen für körperliche oder seelische Erkrankungen und sollten von einem Arzt untersucht werden.

Der Gewichtsverlust kann zurückgehen auf:

Mangelhafte Ernährung

  • Hungern
  • einseitige oder ungeeignete Ernährung, die zu Mangelzuständen führt (etwa bei ungeeigneten Diäten)

Magen-Darm-Erkrankungen und Verdauungsstörungen

Probleme im Mund-/ Zahn-Bereich

Krebserkrankungen

  • Krebs im Bereich des Magen-Darm-Traktes (Mundhöhle, Kehlkopf, Speiseröhre, Magen, Dünndarm, Dickdarm), der die Nahrungsaufnahme, den Nahrungstransport oder die Nahrungsverwertung beeinträchtigt
  • Leber-, Gallengangs- oder Bauchspeicheldrüsenkrebs
  • fortgeschrittene Stadien auch jeder anderen Krebsart

Hormonstörungen

Psychische und psychosomatische Erkrankungen, Nervenerkrankungen

Starke Gewichtsabnahme: Wann man zum Arzt sollte

Eine erhebliche Gewichtsabnahme ohne ersichtlichen Grund sollte immer durch einen Arzt untersucht werden. Dabei müssen die möglichen körperlichen Ursachen des Gewichtsverlusts ebenso erfasst werden wie psychische Erkrankungen oder ungeeignete Ernährungsgewohnheiten.

Zur Diagnose einer Gewichtsabnahme führt der Arzt zunächst ein Patientengespräch durch, in dem die Krankengeschichte und speziell die genaue Veränderung des Körpergewichts erfasst wird. Wichtig sind dabei insbesondere Vorerkrankungen oder Ereignisse, die im Zusammenhang mit dem aktuellen Gewichtsverlust stehen könnten. Das können

  • veränderte Lebensgewohnheiten,
  • frühere Operationen im Bauchraum,
  • Leber- oder Nierenerkrankungen,
  • Stoffwechselstörungen,
  • psychische Erkrankungen,
  • die Einnahme von Medikamenten oder auch
  • Reisen in exotische Länder (Parasitenbefall) sein.
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Außerdem wird oft ein Gewichtsprotokoll angelegt, in das laufend die Entwicklung des Körpergewichts eingetragen wird. Die körperliche Untersuchung erfasst anschließend das genaue Ausmaß der Gewichtsabnahme, deren mögliche körperliche Ursachen sowie andere bestehende Erkrankungen.

Oft ergibt sich aus Gespräch und Untersuchung bereits ein Anfangsverdacht für die Ursache des Gewichtsverlusts.

Blutuntersuchungen zum allgemeinen Gesundheitszustand, Zucker- und Fettstoffwechsel sowie zu Hormonspiegeln, Leber- und Nierenfunktion liefern weitere Hinweise auf mögliche Ursachen der Gewichtsabnahme.

Auf dieser Grundlage werden dann gezielt weitere bildgebende oder auf die Funktion einzelner Organe abzielende Untersuchungen vorgenommen. So kann beispielsweise durch einen Glukosebelastungstest geklärt werden, ob Diabetes vorliegt. Ultraschall, Organspiegelungen (zum Beispiel von Magen oder Darm) und dreidimensionale Röntgen- oder Magnetfeldaufnahmen helfen bei der Suche nach Entzündungsprozessen und ggf. Krebsgeschwülsten.

Nicht zuletzt können auch psychische Aspekte eine Rolle spielen. Gespräche oder auch spezielle Tests können Hinweise auf eine Depression und psychosomatische Erkrankungen geben.

Ursache für Gewichtsverlust sollte behandelt werden

Die Therapie einer ungewollten Gewichtsabnahme richtet sich nach Möglichkeit gegen deren Ursache. Ernährungsfehler sollten korrigiert, Mangelzustände behoben und zugrunde liegende Erkrankungen behandelt werden, damit keine dauerhaften Folgeschäden entstehen.

Bei unzureichender oder einseitiger Ernährung muss das Nahrungsangebot angepasst und auf die körperliche Belastung abgestimmt werden. Rat und Informationen bieten hier der Arzt, Ernährungsberater sowie ergänzende Literatur zu einer gesunden und ausgewogenen Ernährung.

Ernährungsregeln: So essen Sie sich gesund und fit

Liegen Grunderkrankungen wie Stoffwechsel- oder Hormonstörungen vor, dann gilt es, diese gezielt mit einer entsprechenden Therapie zu behandeln, um somit auch den Auslöser für die Gewichtsabnahme in den Griff zu bekommen. In manchen Fällen sind spezielle Diäten (etwa mit hohem Kaloriengehalt) oder Speziallebensmittel (beispielsweise sogenannte Astronautenkost) sinnvoll. Ist eine Nahrungszufuhr auf normalem Weg nicht mehr möglich, können eine Magensonde oder Infusionen eine ausreichende Ernährung sicherstellen.

Eine besondere Herausforderung ist häufig die Ernährung bei fortgeschrittenen Krebserkrankungen. In diesen Fällen sind oft nicht die Zufuhr und Resorption von Nahrungsmitteln das eigentliche Problem, sondern krebsbedingte Stoffwechselverschiebungen, die den Nahrungsbedarf im Organismus extrem ansteigen lassen können.

Psychische und psychosomatisch bedingte Ernährungsstörungen werden mit Medikamenten und Psychotherapie behandelt.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 11. Mai 2017
Durch: sist
Quellen: Alibhai SMH, et al. An approach to the management of unintentional weight loss in elderly people. CMAJ 2005; 172: 773-80. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC552892/pdf/20050315s00031p773.pdf Huffman GB. Evaluating and Treating Unintentional Weight Loss in the Elderly. Am Fam Physician 2002; 65: 640-50. http://www.aafp.org/afp/2002/0215/p640.pdf Siegenthaler W (Hrsg.), et al. Differentialdiagnose innerer Krankheiten. 16. Auflage, Stuttgart, New York 1988.

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