Magenschleimhautentzündung

Gastritis: Symptome und Dauer der Magenschleimhautentzündung

Die Gastritis, zu deutsch Magenschleimhautentzündung, ist eine häufige, entzündliche Erkrankung der Magenschleimhaut. Sie ruft starke, stechende Schmerzen hervor und hat verschiedenste Ursachen. Immer ist mit der Gastritis Vorsicht geboten: Jegliche akute Form davon kann chronisch werden, dem Patienten also auf Dauer zusetzen.

Mann hält Bauch
Schmerzen in der Magengegend können Anzeichen einer akuten Gastritis sein.
© 2008 Ron Sumners

Eine Gastritis kann akut oder chronisch verlaufen: Während sich die akute Entzündung in Symptomen wie Druck- oder Völlegefühl im Magen oder Oberbauchschmerzen äußern kann, bleibt die chronische Gastritis häufig unerkannt, weil sie bisweilen überhaupt keine Schmerzen verursacht.

Der häufigste Gastritis-Auslöser heißt Helicobacter pylori

Entzündungen der Magenschleimhaut sind häufig – Schätzungen zufolge leidet über die Hälfte der über 50-Jährigen in den Industrieländern an einer chronischen Gastritis. Etwa 80 bis 90 Prozent hiervon werden durch das Bakterium Helicobacter pylori hervorgerufen. Den Grad des Befalls mit dem korkenzieherförmigen Erreger können Ärzte seit einigen Jahren leicht in der Atemluft testen.

Eine Gastritis sollte niemand auf die leichte Schulter nehmen: Alle akuten Formen können sich zu einer chronischen Magenschleimhautentzündung auswachsen. Solche Fälle, die auf Helicobacter pylori zurückgehen, können außerdem zu Magengeschwüren führen und damit die Entstehung von Magenkrebs begünstigen.

Schwere Schäden durch Gastritis

Bisweilen kommt es in schweren Gastritis-Fällen sogar zu lebensbedrohlichen Blutungen durch starke Schäden an der Magenschleimhaut, die zu oben genanntem Blut-Erbrechen führen.

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Ursachen, Auslöser und Risikofaktoren der Gastritis

Fachleute unterscheiden anhand der Ursache einer Gastritis fünf Formen der Magenschleimhautentzündung: Typ-A, B, C, D sowie R. Während es sich bei der Typ-A-Gastritis um eine Autoimmunerkrankung handelt, werden die anderen Formen durch verschiedene Ursachen und Risikofaktoren hervorgerufen.

Lebensmittel, Medikamente, Stress, Leistungssport

Eine akute Gastritis kann durch zu viel Magensäure hervorgerufen werden. Bestimmte Lebensmittel fördern die Übersäuerung des Magens, wie beispielsweise Kaffee, Alkohol, säurehaltige Säfte oder stark gewürzte und scharfe Speisen.

Stress sowie bestimmte Medikamente erhöhen die Bildung von Magensäure oder vermindern die Bildung der schützenden Schleimschicht der inneren Magenwand. Zu den Risikofaktoren für eine Magenschleimhautentzündung zählen bestimmte Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure, Ibuprofen und Diclofenac, genau wie übertriebener Leistungssport.

Magenschleimhautentzündung als Autoimmun-Erkrankung

Ist die Schleimschicht vermindert, kann die Magensäure die Magenschleimhaut reizen und zur Entzündung führen. Für einen großen Teil, nämlich rund 85 Prozent der chronischen Magenschleimhautentzündungen, zeichnen aber Bakterien der Art Helicobacter pylori verantwortlich, korkenzieherförmige Keime.

Bei etwa fünf Prozent tritt die Magenschleimhautentzündung als sogenannte Autoimmungastritis auf. Der Körper selbst bildet hierbei Stoffe, welche die Schleimhaut angreifen, sodass es zur Entzündung kommt.

Symptome: Daran erkennt man die Magenschleimhautentzündung

Eine chronische Gastritis ruft häufig über lange Zeit keine Symptome hervor. Bei akuten Formen der Magenschleimhautentzündung sind jedoch typische Anzeichen festzustellen. Dazu gehören:

  • brenndende oder stechende Schmerzen, typischerweise unter dem Brustbein in der Magengrube,
  • Sodbrennen und saures Aufstoßen
  • Schmerzen auch an der Speiseröhre

Diese Symptome können sich nach einer Mahlzeit verschlimmern.

Magenschmerzen können bis zum Herzen ausstrahlen

Die Magenschleimhautentzündung führt zu einer Reihe  weiterer, oft unspezifischer Symptomen wie Übelkeit, Völlegefühl, dunklem oder wässrigem Durchfall und gelegentlich auch zu Erbrechen. Manche Patienten mit Magenschleimhautentzündung erbrechen sogar Blut. Beim sogenannten Teerstuhl färbt Blut die festen Ausscheidungen von Gastritis-Geplagten beinahe schwarz. 

Wenn die Gastritis-Schmerzen im Oberbauch auftreten, besteht die Gefahr einer Fehldeutung, etwa als Erkrankung des Herzens. Sogar bis in den Rücken können die Symptome einer Magenschleimhautentzündung ausstrahlen. Druck mit der Hand von außen verstärkt die Magenschmerzen bisweilen noch.

Diagnose: So untersucht der Arzt bei Gastritis

Bei Verdacht auf eine Magenschleimhautentzündung klärt der Arzt im Gespräch ab, ob typische Symptome vorliegen. Auch die Magenspiegelung und Entnahme einer Gewebeprobe sind gängige Diagnose-Instrumente.

Erster Schritt zur Diagnose einer Gastritis ist immer ein ausführliches Gespräch des Arztes mit dem Betroffenen, der meist über Symptome wie Druckgefühl und Magenschmerzen nach dem Essen klagt. Nach dieser Anamnese kann eine Blutuntersuchung andere mögliche Ursachen der Bauchschmerzen ausschließen. Ebenso bietet sich eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie) der Bauchorgane an.

Magenspiegelung zeigt Entzündung der Schleimhaut

Ist die Verdachtsdiagnose einer Magenschleimhautentzündung gestellt, sollte sie durch eine Magenspiegelung (Gastroskopie) bestätigt werden. Dazu wird zunächst der Rachen mithilfe eines Sprays betäubt. Dann wird ein flexibler Schlauch, das Endoskop, durch die Speiseröhre in den Magen und Zwölffingerdarm vorgeschoben. Der Schlauch ist an der Spitze mit einer Lichtquelle und einer kleinen Kamera ausgestattet. So kann die Magenschleimhaut und die eventuell vorliegende Gastritis direkt beurteilt werden.

Sodbrennen: Die Auslöser im Überblick

Mit einem Zusatzinstrument entnimmt der Arzt Gewebeproben aus der Schleimhaut (Biopsie). Anhand solcher Proben kann festgestellt werden, ob es sich tatsächlich um eine Entzündung handelt und ob die Gastritis durch Helicobacter-pylori-Bakterien hervorgerufen wurde.

So wird eine Gastritis behandelt

Die Behandlung einer Gastritis richtet sich nach deren Ursache und danach, ob es sich um eine akute oder chronische Magenschleimhautentzündung handelt.

Ziel der Behandlung ist es immer, die Entzündung zu stoppen, das Zuviel an Magensäure zu reduzieren und der Magenschleimhaut die Möglichkeit zu geben, sich wieder zu regenerieren.

Tipps bei akuter Gastritis: Verzichten, ruhen, wenig essen

Bei einer akuten Magenschleimhautentzündung reichen oft nichtmedikamentöse Maßnahmen aus, die darauf abzielen, die Auslöser der Entzündung abzustellen. Dazu gehören:

  • Verzicht auf Kaffee, Nikotin, Alkohol und andere den Magen reizende Lebens-/Genussmittel. Hierzu zählen zum Beispiel auch stark säurehaltige Fruchtsäfte und Limonaden, Essig, Salz, übermäßig viel Zucker und schwere Kost, die schwer und lang im Magen liegt.

  • Absetzen von Medikamenten mit Wirkstoffen wie Diclofenac, Ibuprofen oder Acetylsalicylsäure oder Wechsel auf magenschonendere Präparate.

  • Ernährung: Für ein bis zwei Tage sollten Betroffene komplett auf Nahrung verzichten oder nur milde Brühe zu sich nehmen. Anschließend kann mit Schonkost (zum Beispiel Haferschleim, Zwieback, Kamillentee) der Magen langsam wieder die Arbeit aufnehmen. Mehrere kleine, über den Tag verteilte Mahlzeiten sind besser als drei große. Sobald es feste Nahrung gibt, sollte diese gut durchgekaut werden, um dem Magen die Verdauung der Speisen zu erleichtern. Achten Sie darauf, dass  Essen und Trinken eine angenehme Temperatur hat, das heißt, nicht zu heiß, aber auch nicht zu kalt ist.

  • Ruhe und Schonung: Da es Patienten mit akuter Gastritis sowieso schlecht geht, verbringen sie die ersten Tage am besten im Bett. So wird auch das Stresslevel heruntergefahren – der Magen kann sich beruhigen. Warme Umschläge oder Wärmflaschen, pflanzliche Magenmittel und Magentees sowie frei verkäufliche Arzneimittel zur Neutralisation von Magensäure unterstützen die Heilung. 

Medikamente gegen Gastritis: Antibiotika und Protonenpumpenhemmer

Bei einer hartnäckigen Gastritis oder wenn die Erkrankung bereits chronisch geworden ist, reichen diese Maßnahmen jedoch oft nicht aus, um die Entzündung der Magenschleimhaut zum Abklingen zu bringen. Dann sind zusätzliche Medikamente sinnvoll.

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Gegen Gastritis gibt es entkrampfende Medikamente oder Protonenpumpenhemmer.
Digital Vision

Ist eine Infektion mit Helicobacter pylori Ursache der Magenschleimhautentzündung, müssen die Krankheitserreger vollkommen beseitigt werden, um ein Wiederaufflammen zu vermeiden. In der Regel werden dafür über einen Zeitraum von sieben Tagen ein Protonenpumpenhemmer sowie zwei verschiedene Antibiotika gegen die Bakterien eingenommen.

Protonenpumpenhemmer (häufige Abkürzung: PPI) sind Arzneimittel-Wirkstoffe, die die Bildung von Magensäure unterdrücken und die Schleimhaut vorübergehend schützen, damit diese sich erholen und wieder aufbauen kann. Alternativ zu dieser sogenannten Triple-Therapie gibt es eine Quadruple-Behandlungsmöglichkeit, bei der zusätzlich noch Bismutsalz zum Einsatz kommt.

Bei der Autoimmungastritis werden bestimmte Zellen der Magenschleimhaut zerstört, so dass der Betroffene kein über die Nahrung zugeführtes Vitamin B12 mehr aufnehmen kann. Dieses lebenswichtige Vitamin muss dann etwa einmal monatlich gespritzt werden, um Mangelerscheinungen vorzubeugen.

Ansonsten gelten bei der Behandlung einer chronischen Magenschleimhautentzündung die gleichen Verhaltensregeln wie bei der akuten Form: Schonkost, Ruhe, Verzicht auf Kaffee, Alkohol, Nikotin sowie andere magenreizende Stoffe und Medikamente.

Gastritis: Dauer und Folgen

Bleibt eine Gastritis über lange Zeit unbehandelt, steigt das Risiko eines Magentumors. Neben der Krebsgefahr kann es zu Blutungen und Magengeschwüren kommen.

Eine Magenschleimhautentzündung ist in den allermeisten Fällen gut heilbar. Die Dauer der Erkrankung ist abhängig von der Schwere der Entzündung – und wie lange diese bereits "verschleppt" wurde.

Eine akute Gastritis kann – wenn der Betroffene sich und seinen Magen schont, in wenigen Tagen abgeheilt sein  oder aber  über Wochen andauern.

Wird die Entzündung nicht rechtzeitig behandelt, kann es zu Blutungen und der Bildung von Magengeschwüren kommen, dem sogenannten Ulcus ventriculi oder duodeni. Diese Geschwüre können so tief reichen, dass die Magenwand durchbrochen wird (Perforation).

Bleibt eine chronische Gastritis über einen langen Zeitraum unbehandelt, steigt zudem das Risiko einer Magenkrebs-Erkrankung. Um ernsthafte Komplikationen der Magenschleimhautentzündung zu vermeiden, sind die frühzeitige Diagnose und Behandlung von großer Bedeutung. Starke Bauchschmerzen sollten deshalb nie auf die leichte Schulter genommen werden – es können neben einer Gastritis Probleme mit Bauchspeicheldrüse oder Gallenblase dahinterstecken.

Magenschleimhautentzündung vorbeugen

Ist der Auslöser einer Gastritis bekannt, sollten Patienten mit Magenschleimhautentzündung ihre persönlichen Risikofaktoren meiden. Helicobacter pylori lässt sich mit Antibiotika in den Griff bekommen.

Ist der Auslöser einer Gastritis oder Magenschleimhautentzündung schon dingfest gemacht – das kann etwa die regelmäßige Einnahme bestimmter Schmerzmedikamente sein – sollten Patienten diese meiden, um einer erneuten Erkrankung vorzubeugen.

Zu den Risikofaktoren für Gastritis zählen auch Stress, Alkohol, saure oder scharf gewürzte Speisen und übermäßiger Sport.

Helicobacter mit Antibiotika den Garaus machen

Im Fall einer Infektion mit Helicobater pylori muss die Antibiotikatherapie konsequent durchgezogen werden, um die Bakterien abzutöten und Komplikationen sowie schwerwiegende Spätfolgen einer Gastritis zu vermeiden.

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