Bauchkrämpfe: Ursachen und Behandlung

Bauchkrämpfe sind ein schmerzhaftes Zusammenziehen der Muskeln des Bauchraums. In ihrer schwersten Ausprägung werden sie als Koliken bezeichnet. Meist steckt eine harmlose Ursache – wie Regelschmerzen oder ein Magen-Darm-Infekt – dahinter, manchmal ist aber auch eine lebensbedrohliche Erkrankung die Ursache.

bauchkrämpfe
Zur Linderung akuter, aber eher harmloser Bauchkrämpfe eignet sich zum Beispiel Wärme.
©iStock.com/studiovespa

Bauchkrämpfe gehen von den inneren Organen des Bauchraums aus. Die hier liegenden Muskeln sind in der Regel für Transportvorgänge innerhalb dieser Organe zuständig und unterliegen nicht der Willenskontrolle.

Die häufigste Ursache für Bauchkrämpfe ist Durchfall, zum Beispiel durch eine Infektion des Magen-Darm-Trakts. Aber auch Regelschmerzen sowie eine Schwangerschaft zählen zahlenmäßig zu den gängigen Auslösern.

Artikelinhalte im Überblick:

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Wo und wie äußern sich Bauchkrämpfe?

Oft wird der Schmerz bei Bauchkrämpfen von weiteren Symptomen begleitet. Dazu gehören zum Beispiel Übelkeit, Erbrechen, Durchfall (Diarrhö), Blähungen, Schwächegefühl, Blässe, Schweißausbruch, Kälte- oder Hitzewallungen und körperliche Unruhe. Dumpfe, stechende oder brennende Schmerzen, deren Ausgangspunkt exakt angegeben werden kann, sprechen aber eher gegen eine Verkrampfung im Bauchraum als Ursache der Beschwerden.

Die wichtigsten Bauchorgane, die über eine eigene, nicht durch den Willen steuerbare Muskulatur verfügen und deshalb Ausgangsort von Bauchkrämpfen sein können, sind:

  • der Magen-Darm-Trakt

  • die Gallenblase und Gallenwege

  • der Harnleiter, der den Harn von der Niere zur Blase transportiert

  • die Harnblase

  • bei Frauen die Eileiter und die Gebärmutter

Bauchkrämpfe: Diese Ursachen können dahinterstecken

Bauchkrämpfe treten bei einer großen Zahl von Erkrankungen als Symptom auf. Die Lage der Beschwerden im Bauchraum kann einen Hinweis auf das betroffene Organ geben, sodass auch ohne weiterführende Untersuchungen in begrenztem Umfang Vermutungen über die Ursache der Bauchkrämpfe angestellt werden können.

Auslöser der Schmerzen bei Bauchkrämpfen sind Kontraktionen der Muskulatur von inneren Organen. Diese Muskelanspannungen führen in vielen Fällen zu erhöhtem Druck in den betroffenen Organen, der als Schmerz empfunden wird. Je nach betroffenem Organ gibt es eine Vielzahl von Ursachen für Bauchkrämpfe, zum Beispiel:

Magen-Darm-Trakt

Gallenblase und Gallenwege

Hier äußern die Beschwerden sich – oft kurz nach dem Essen – gürtelförmig im rechten Oberbauch, eventuell mit Ausstrahlung in die rechte Schulter.

Nieren und ableitende Harnwege

Typisch sind hier einseitige Rückenbeschwerden im Bereich der untersten Rippen, in den Leisten oder im Genitalbereich.

Eileiter und Gebärmutter

Liegen die Ursachen für die Bauchkrämpfe in diesem Bereich, zeigen die Beschwerden sich vorrangig im Unterbauch.

Diagnose: Das macht der Arzt bei Bauchkrämpfen

Kommt es zu einer Zunahme der Beschwerden oder halten diese über mehrere Tage unverändert an, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Das gilt insbesondere für jüngere Kinder, deren Stoffwechsel und Wasserhaushalt schon innerhalb weniger Stunden deutlich aus dem Gleichgewicht geraten kann. Bauchkrämpfe mit Erbrechen und Durchfall müssen deshalb bei kleinen Kindern stets sehr ernst genommen und von einem Arzt entsprechend behandelt werden.

Aufgrund der zahlreichen infrage kommenden Ursachen von Bauchkrämpfen kann es mitunter schwierig sein, die korrekte Diagnose zu stellen. Am Anfang der Diagnose durch den Arzt stehen das Gespräch mit dem Betroffenen und die körperliche Untersuchung. Der Arzt wird dabei den genauen Charakter der Beschwerden (beispielsweise bohrend, nagend, dumpf), ihren zeitlichen Verlauf (zum Beispiel in Schüben, an- und abschwellend) und ihre Lokalisation im Bauch erfragen und durch die Untersuchung überprüfen. Dabei ergeben sich oft bereits entscheidende Hinweise auf die Ursache.

Laboruntersuchungen von Blut, Urin, Stuhl oder Abstrichen engen die infrage kommenden Erkrankungen weiter ein, etwa indem Entzündungszeichen, Nierenwerte, Stoffwechselprodukte, Hormone oder Infektionen bestimmt beziehungsweise nachgewiesen werden.

Bei den bildgebenden Verfahren kommt insbesondere dem Ultraschall eine herausragende Rolle zu. Dieses nebenwirkungsfreie Verfahren kann die inneren Organe und oft auch deren krankhafte Veränderungen sichtbar machen. So lassen sich beispielsweise oft Gallen- und Nierensteine, entzündliche Veränderungen, Darmbewegungen, Lufteinlagerungen im Darm, die Durchblutung der Organe und vieles mehr erkennen.

Ergänzend werden je nach Ergebnis der Voruntersuchungen Spiegelungen (direkte Organbetrachtung mittels Spezialinstrumenten) des oberen (Magen und Zwölffingerdarm) beziehungsweise unteren Abschnitts (Dickdarm, Ende des Dünndarms) des Magen-Darm-Trakts, der Gallengänge, der Harnblase und der Scheide vorgenommen. Ebenso ist es möglich, Röntgen-, Computertomografie- oder Magnetresonanztomografiebilder anzufertigen. Hinzu kommen unter Umständen weitere, spezielle Untersuchungen, die stark von der jeweiligen Vermutung des Arztes über die Erkrankungsursache abhängen.

Was tun bei Bauchkrämpfen?

Zur Linderung akuter, aber eher harmloser Bauchkrämpfe – zum Beispiel als Symptom von Regelbeschwerden – genügen meist Hausmittel wie zum Beispiel Ruhe, Wärme oder entsprechende Tees.

Steckt hinter den Krämpfen zum Beispiel das Reizdarmsyndrom, können auch Heilpflanzen-Extrakte (Pfefferminze, Kümmel) hilfreich sein.

Auch spezielle Medikamente wie Buscopan können helfen, den Schmerz zu lindern und die Muskulatur zu entkrampfen (Spasmolytika). Schmerzmittel sollten bei der Behandlung von Bauchkrämpfen unbekannter Ursache nicht über einen längeren Zeitraum eigenmächtig eingenommen werden. Sie verschleiern unter Umständen das tatsächliche Ausmaß der Erkrankung und können gefährliche Komplikationen überdecken und die notwendige Behandlung entscheidend verzögern. Starke oder anhaltende Beschwerden sollten daher immer Anlass sein, einen Arzt aufzusuchen.

Die ärztliche Therapie richtet sich nach der Ursache der Bauchkrämpfe. Störungen im Magen-Darm-Trakt werden anders behandelt als Erkrankungen der Gallenwege, der Harnwege oder der weiblichen Genitalien.

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