Alarmzeichen

Blut im Urin: Hämaturie ist ernstzunehmendes Symptom

Blut im Urin ist ein typisches Zeichen für eine Infektion des Harnleiters, der Blase oder der Nieren. Aber es gibt auch andere Erkrankungen, die einen rötlich oder bräunlich verfärbten Urin verursachen.

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Finden Sie Blut im Urin, sollten Sie schnell einen Arzt die Ursache abklären lassen.
© iStock.com/Rolphus

Sie haben rote Bete gegessen und der Urin verfärbt sich rot? Dieser Klassiker ist absolut harmlos, denn es handelt sich hier lediglich um den Farbstoff Betanin, der dem Urin eine rote Färbung gibt. Nach zwei oder drei Toilettengängen ist sie wieder verschwunden. Ernster wird es, wenn sich dagegen Blut im Urin befindet. Das ist immer ein Warnzeichen, Ärzte sprechen dann von einer Hämaturie. Auch ein klarer Urin enthält möglicherweise rote Blutkörperchen, geringe Mengen von Erythrozyten sind durchaus normal. Allerdings gilt eine gewisse Menge Blut auch beim äußerlich unauffälligen Urin als Anzeichen für eine vorliegende Erkrankung.

Artikelinhalte im Überblick:

Zehn Warnsignale im Urin

Blut im Urin: Es gibt zwei Formen der Hämaturie

  • Bei der Makrohämaturie ist das Blut im Urin mit bloßem Auge sichtbar. Der Urin ist rötlich-bräunlich gefärbt. Dies ist meist das Symptom einer zugrundeliegenden Erkrankung.

  • Eine Mikrohämaturie färbt das Blut nicht. Nach Schätzungen hat jeder zweite gesunde Mensch einige rote Blutkörperchen im Urin. Sie können ein Hinweis auf eine Erkrankung sein und werden meist bei einer Routineuntersuchung des Urins entdeckt. Liegt kein Harnwegsinfekt vor, wird Ihr Arzt gegebenenfalls nach einer anderen Blutungsquelle suchen beziehungsweise Sie zur weiteren Abklärung an einen Spezialisten überweisen.

Zudem ist für Mediziner entscheidend, ob der Blutabgang im Urin mit Schmerzen verbunden ist oder schmerzlos verläuft:

  • Brennen beim Wasserlassen, Unterleibsschmerzen, Fieber –  diese Beschwerden deuten auf einen Harnwegsinfekt, beziehungsweise eine Blasenentzündung hin.

  • Unterleibsschmerzen oder Flankenschmerzen deuten auf Steine im Harnleiter sowie auf Verletzungen hin. Bei Steinen kommt es zu starken wellen- oder kolikartigen Schmerzen, da der Harnleiter versucht, die Steine loszuwerden.

  • Hämaturie ohne Schmerzen – hier wird der Arzt noch genauer hinschauen, da Blut im Urin ein erstes Anzeichen eines anfangs beschwerdefrei verlaufenden Krebsgeschehens sein kann. Dazu zählen Tumoren von Harnblase, Harnwegen und Nieren. Da diese aber sehr selten sind, ist auch eine Hämaturie ohne Schmerzen zunächst kein Grund zur Panik.

Hilfe bei häufigem und nächtlichem Harndrang

Mögliche Ursachen für Blut im Urin

Die Nieren spülen unser Blut gut durch, aber normalerweise bleiben die roten Blutkörperchen im Blut und gelangen nicht in den Urin. Ein Blutfluss in den Urin kann allerdings erfolgen, wenn Blut durch eine Verletzung der Harnblase und des Harnleiters in die Harnwege gelangt. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn sich Schleimhaut entzündet hat und blutet. Auch innere Verletzungen – etwa durch Geschlechtsverkehr oder das Legen eines Katheters – können rote Blutkörperchen in den Urin strömen lassen.

Diese Erkrankungen stehen im ursächlichen Zusammenhang mit Blut im Urin:

  • Zystitis (Blasenentzündung) – Entzündungen der Schleimhaut führen zu einer Gefäßweitstellung sowie einer erhöhten Gefäßdurchlässigkeit. Blutkörperchen können so in die Harnwege passieren. Bei manchen Frauen mit akuter Blasenentzündung verfärbt sich der Urin blutig.

  • Harnsteine – Verletzungen und entzündliche Reaktionen durch Harnsteine führen zu einer mechanischen Reizung der Schleimhaut – es kommt zu Blutungen.

  • Tumoren, insbesondere bösartige, haben eine eigene Gefäßversorgung. Der Aufbau dieser Gefäße ist sehr einfach und es kommt relativ schnell zu Gefäßwanddefekten mit Blutungen. Das Einwachsen bösartiger Tumoren in die Schleimhaut des Harntrakts kann ebenfalls zum Symptom Blut im Urin führen. Aber auch gutartige Tumoren wie Papillome können zu dem Symptom führen.

  • Verletzungen von Organen des Harntrakts gehen oft mit Blutungen einher, die im Urin sichtbar sind.

Blut im Urin – so untersucht der Arzt

Wenn Sie einen blutig verfärbten Urin oder Schmerzen beim Wasserlassen haben, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen. Am besten einen Urologen. Um eine Diagnose zu erstellen, wird er Ihnen einige Fragen zum Krankheitsverlauf stellen, aber auch Untersuchungen vorschlagen, die nötig sind, um die Ursache Ihrer Beschwerden herauszufinden. Er geht vermutlich in folgenden Schritten vor:

  • Anamnese: Im Zentrum Ihrer Krankengeschichte wird die Beschaffenheit des Urins sowie die Dauer Ihrer Beschwerden stehen, zu denen auch Schmerzen gehören. Die ärztliche Befragung im Fall einer Hämaturie umfasst Ihre Vorerkrankungen, die Medikamente, die Sie einnehmen, Ihr Alter, die Art der Blutungen und ob diese wiederholt aufgetreten sind (Rezidivblutungen). Außerdem müssen Sie die Art und Lokalisation Ihrer Schmerzen (Dysurie) beschreiben.

  • Körperliche Untersuchung: Der Arzt wird nach Lymphknotenschwellungen, Wasseransammlungen im Gewebe (Ödemen), Verletzungen oder Vorwölbungen der Bauchdecke suchen.

  • Blut- und Urinuntersuchung: Die mikroskopische Analyse des Urins gibt Auskunft über die Menge der roten Blutkörperchen im Urin. Die Untersuchung verschiedener Blutparameter (zum Beispiel die Anzahl der Blutplättchen und die sogenannte Thrombinzeit) erlaubt dem Arzt, die Gerinnungsfähigkeit des Blutes zu beurteilen. Weiterhin ist die Blutzusammensetzung (Anzahl der roten und weißen Blutkörperchen) wichtig.

  • Ultraschalluntersuchung: Mit diesem nebenwirkungsfreien und jederzeit wiederholbaren Untersuchungsverfahren lassen sich Veränderungen an den Nieren als Ursache der Hämaturie zuverlässig beschreiben. Die Ultraschalluntersuchung (Sonographie) hilft dem Arzt, Tumoren im Nierenbereich sowie Harnsteine ausfindig zu machen.

  • Röntgenuntersuchung: Sie dient der zusätzlichen Abklärung des Harnleiterbereiches. Durch die Gabe eines Kontrastmittels im Rahmen der sogenannten intravenösen Urographie erkennt der Arzt krankhafte Veränderungen des Harnleiters. Tumoren werden durch Kontrastmittelaussparungen sichtbar, Steine erscheinen als Schatten auf dem Röntgenfilm.

  • Blasenspiegelung: Die Blase selbst kann der Arzt nur mittels einer Blasenspiegelung (Zystoskopie) sicher beurteilen. Er entdeckt mit Hilfe dieser Technik mögliche Tumoren, Steine oder eine schwere chronische Entzündung. Aber auch Gefäßauflagerungen im Prostatabereich (bei Männern) – krampfaderähnliche Gefäßerweiterungen – erkennt der Arzt dank einer Spiegelung der Blase.

  • Spiegelung des Harnleiters: Manchmal sind weitere Untersuchungen wie die Spiegelung des Harnleiters (Ureteroskopie) notwendig. Dabei führt der Arzt ein langes dünnes Endoskop über die Blase in den Harnleiter. So kann er die Schleimhaut des Harnleiters exakt beurteilen – und auch Tumoren und kleine Steine, die sich im Harnleiter befinden.

Kann man einer Hämaturie vorbeugen?

Blut im Urin ist ein Symptom für unterschiedliche Krankheiten. Harnsteinen können Sie möglicherweise vorbeugen, indem Sie genug trinken – mindestens eineinhalb Liter Flüssigkeit am Tag. Darüber hinaus ist es gut, das Immunsystem zu stärken, um etwa Blasenentzündungen zu verhindern. Das funktioniert vor allem durch eine ausgewogene Ernährung, ausreichende Flüssigkeitszufuhr sowie regelmäßige Bewegung.

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