Magendrücken und Schmerzen

Völlegefühl: Hausmittel gegen das Drücken im Oberbauch

Völlegefühl und Magendrücken ist ein häufiges Symptom, das nach dem übermäßigen Verzehr von Lebensmitteln, aber auch krankheitsbedingt auftreten kann. Erfahren Sie hier alles über Ursachen und Hausmittel!

Völlegefühl bauchweh
Völlegefühl tritt auf, wenn der Bauch überfüllt ist. Manchmal täuscht die Empfindung aber auch oder weist auf Krankheiten hin.
Stockbyte

Völlegefühl ist eine Missempfindung im Bauch, die als übermäßige Füllung, Gespanntheit, Trägheit der Verdauung und häufig in Kombination mit Bauchschmerzen oder auch Blähungen wahrgenommen wird. Ausgelöst wird Völlegefühl unter anderem durch besonders üppige Mahlzeiten, verschiedene Magen-Darm-Erkrankungen sowie Störungen der Gallensäurebildung.

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Der genaue Entstehungsmechanismus von Völlegefühl ist bislang nicht abschließend geklärt. Unzweifelhaft ist jedoch ein Zusammenhang mit der Fettverdauung. Fettreiche Nahrung begünstigt die Entstehung von Völlegefühl. Entsprechend wird Völlegefühl durch Erkrankungen des Gallensystems gefördert, das maßgeblich an der Fettverdauung beteiligt und für diese unverzichtbar ist.

Veränderte Darmbewegungen bei Völlegefühl

Darüber hinaus wurde ein enger Zusammenhang zwischen Völlegefühl und der Reaktion des Darms auf Gase festgestellt. Obwohl Völlegefühl unter Umständen mit einer ausgeprägten Zunahme des Bauchumfangs einhergeht, scheinen die Beschwerden nicht aufgrund der schieren Menge an Darmgasen zu entstehen. Experimente weisen stattdessen darauf hin, dass die durch Empfindungsnerven vermittelte Darmreaktion auf Gasbildung Auslöser von Völlegefühl ist, unabhängig vom tatsächlichen Gasvolumen.

Aufgefallen sind bei der Untersuchung des Symptoms weiterhin veränderte Eigenbewegungen des Darms und eine veränderte Anpassung  der Bauchwandmuskulatur an eine vermehrte Darmfüllung bei Menschen, die zu Völlegefühl neigen. Gleiches gilt auch für die Kohlenhydratverdauung (Verdauung von Zucker, Stärke etc.).

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Völlegefühl gilt als typisches Symptom des sogenannten Reizdarm-Syndrom, das als funktionelle Erkrankung einzustufen ist. Organische Ursachen liegen hier nicht zugrunde, vielmehr scheint hier die Lebens- und Ernährungsweise Symptome wie Völlegefühl, Blähungen, Verstopfung und/oder Durchfall zu begünstigen.

Völlegefühl: Diese Ursachen kommen infrage

Die häufigste Ursache von Völlegefühl sind überreichliche Mahlzeiten. Insbesondere ein hoher Fettanteil kann Beschwerden auslösen. Tritt Völlegefühl im Verlauf von Erkrankungen auf, betreffen diese meistens den Magen-Darm-Trakt oder gehen von der Leber beziehungsweise der Galle aus. Außerdem kann Völlegefühl bei Frauen im Rahmen des so genannten prämenstruellen Syndroms einige Tage vor der Regelblutung auftreten. Ursache sind in diesem Fall Hormonverschiebungen.

Als Auslöser für Völlegefühl spielen insbesondere folgende Faktoren und Grunderkrankungen eine Rolle:

1. Nahrungsaufnahme:

  • überreichliche Mahlzeiten
  • fettreiches Essen
  • schlecht gekaute Nahrung

2. Funktionelle Erkrankungen im Magen-Darm-Bereich:

3. Weitere Faktoren/Erkrankungen, die Völlegefühl auslösen können:

  • Magenausstülpung oberhalb des Zwerchfells (Paraösophagealhernie)
  • Blutungen im Magen-Darm-Trakt (zum Beispiel bei Magengeschwür, Zwölffingerdarmgeschwür)
  • Magenkrebs
  • Hefepilzinfektion des Darms (zum Beispiel durch Candida albicans)
  • Fettleber (zum Beispiel bei Alkoholabhängigkeit)
  • Leberzirrhose
  • Gallenerkrankungen
  • chronische
  • Störungen der Bakterienflora im Darm (zum Beispiel nach Antibiotikagabe)
  • (zum Beispiel gegen Laktose)
  • Prämenstruelles Syndrom (PMS) (vielfältige Beschwerden wenige Tage vor der Monatsblutung)

Völlegefühl: So läuft die Diagnose beim Arzt ab

Um die Ursache für Völlegefühl ausfindig zu machen, spielen beim Arztbesuch die Krankengeschichte und die körperliche Untersuchung eine entscheidende Rolle.

Insbesondere die zeitliche Entwicklung der Beschwerden und die Abhängigkeit von auslösenden Faktoren wie der Nahrungsaufnahme sind zu beachten. Blutanalysen, Ultraschalluntersuchungen und bildgebende Verfahren sowie die Spiegelung von Magen und Darm helfen, die Ursache von Völlegefühl im Detail zu bestimmen.

Für die Diagnosestellung bei Völlegefühl ist es entscheidend, Zusammenhänge zwischen den Beschwerden und bestimmten Verhaltensweisen oder Ernährungsgewohnheiten aufzudecken. So können etwa fettreiche Mahlzeiten, hastiges Essen oder bestimmte Nahrungsmittel Völlegefühl begünstigen. Wegweisend können auch begleitende Symptome sein, wie Schmerzen, Durchfall, Erbrechen oder Blut im Stuhl. Tritt Völlegefühl zum Beispiel in Kombination mit Blähungen, Bauchkrämpfen, Verstopfung und Durchfall (Diarrhö) auf, könnte dies auf ein Reizdarm-Syndrom hindeuten.

Weitere Möglichkeiten: Magenspiegelung und Ultraschall

Blutuntersuchungen geben Aufschluss über den allgemeinen Gesundheitszustand, Entzündungen im Körper, Hormonwerte und Störungen der Leber-, Gallen- oder Nierenfunktion.

Mittels Ultraschall, Röntgenaufnahmen, Computertomografie oder Magnetresonanztomografie kann der Zustand der inneren Organe beurteilt werden. Außerdem können Verletzungen, Blutungen und Geschwülste nachgewiesen werden.

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Von besonderer Bedeutung ist die Spiegelung des Magens, des Zwölffingerdarms und eventuell der Gallenwege (so genannt ERCP) mittels eines Endoskops. Bei dieser Untersuchung kann nicht nur das Aussehen der Organe beurteilt werden. Zusätzlich ist es möglich, Gewebeproben (Biopsien) aus verdächtigen Bereichen zu entnehmen und im Labor untersuchen zu lassen. 

Behandlung: Was tun bei Völlegefühl?

Die Behandlung eines Völlegefühls orientiert sich primär an der Ursache der Beschwerden und auslösenden Faktoren.

Wurde eine Grunderkrankung als Ursache des Völlegefühls identifiziert, sollte diese  gezielt behandelt werden. Handelt es sich um Völlegefühl ohne zugrundeliegende, krankhafte Veränderung (zum Beispiel beim Reizdarmsyndrom), gilt es vor allem, Ernährungsgewohnheiten zu überdenken. Zusätzlich können spezielle Medikamente oder auch Hausmittel bei akut auftretendem Völlegefühl Linderung verschaffen.

Wurde als Ursache für Völlegefühl eine Grunderkrankung diagnostiziert, sollte diese mittels der geeigneten Therapie behandelt werden.

Medikamente und Hausmittel gegen Völlegefühl im Magen

Zur Linderung von Völlegefühl als Folge einer funktionellen Dyspepsie (Verdauungsbeschwerden ohne organische Ursache) können beispielsweise pflanzliche Arzneimittel (etwa mit Kümmel- und Pfefferminzöl oder Artischockenextrakt) eingesetzt werden. Darüber hinaus haben sich bei Völlegefühl, das im Rahmen des Reizdarmsyndroms auftritt, auch krampflösende Wirkstoffe bewährt.

Zu den bewährten Hausmitteln bei Völlegefühl zählen zum Beispiel Teezubereitungen mit Kümmel, Pfefferminze oder Anis sowie Wärme (Wärmflasche, Kirschkernkissen).

Grundsätzlich gilt: Wer zu Völlegefühl neigt, sollte auf fettreiche und besonders üppige Mahlzeiten verzichten. Darüber hinaus kann auch mehr Ruhe bei den Mahlzeiten hilfreich sein. Kauen Sie ausreichend und sorgen Sie auch für eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Auf Nikotin und Alkohol sollte verzichtet werden.

Durch Schnaps bleibt der Festschmaus im Magen liegen

Schnaps nein, Likör vielleicht, Minztee ja: Wer sich diese Regel merkt, kann nach einem üppigen Essen etwa an Weihnachten schnell sein Völlegefühl lindern. Die Ernährungsexpertin Michaela Bänsch von der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement in Saarbrücken erklärt die Zusammenhänge.

Nach einem üppigen Essen kann ein Schnaps dazu beitragen, das Völlegefühl zu mindern. Denn der Alkohol entspannt die Magenmuskulatur. Trotzdem ist Schnaps Bänsch zufolge keine gute Wahl, weil der Alkohol zugleich dazu führt, dass die Magenmuskulatur weniger kräftig als sonst pumpt. Der Mageninhalt erreicht dadurch den Darm langsamer. Das heißt, das Essen bleibt im Endeffekt länger im Magen: Je hochprozentiger, desto langsamer wird verdaut und desto länger bleibt das lähmende Völlegefühl.

Likör mit Pflanzenstoffen dämpft Völlegefühl

Kräuterliköre: Sie enthalten zwar auch Alkohol, bieten aber einen entscheidenden Vorteil gegenüber Schnaps – in ihnen stecken ätherische Öle aus pflanzlichen Inhaltsstoffen wie Ingwer, Anis, Artischocke, Kümmel Kümmel und Kamille. Die Öle schützten vor Blähungen, Völlegefühl, Bauchkrämpfen und anderen Verdauungsbeschwerden, sagt Bänsch. Damit die Öle wirken können, bedürfen sie eines sogenannten Trägermediums – in diesem Fall Alkohol. Mit Wasser alleine, zum Beispiel als Kräutertee, würde es nicht funktionieren. Eine Ausnahme hiervon ist Pfefferminze.

Minztee lindert Bauchdrücken ohne Alkohol oder Kalorien

Bei Pfefferminztee in Form von Teeblättern verbinden sich die ätherischen Öle der Minze schnell mit dem (Tee-)Wasser. Ein Pfefferminztee könne so zum gewünschten Erfolg führen und das Völlegefühl ganz ohne Alkohol reduzieren, sagt Bänsch. Denn der Tee stört die Verdauung nicht, außerdem kommt er ungesüßt beinahe ohne Kalorien aus. Die Ernährungsexpertin empfiehlt darüber hinaus einen Verdauungsspaziergang. Der hat außerdem den Vorteil, dass sich ein paar der zuvor angefutterten Kalorien gleich wieder abbauen lassen.

Gewürze mit Heilwirkung

Autor:
Letzte Aktualisierung: 31. August 2016
Durch:
Quellen: Agrawal A, Whorwell PJ. Review article: abdominal bloating and distension in functional gastrointestinal disorders – epidemiology and exploration of possible mechanisms. Aliment Pharmacol Ther 2008; 27: 2–10. URL: http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1365-2036.2007.03549.x/pdf Classen M, Diehl V, Kochsiek K: Innere Medizin (2. Auflage). Urban & Schwarzenberg. München, Wien, Baltimore 1993

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