Lymphdrüsenkrebs

Non-Hodgkin-Lymphom: Symptome und Lebenserwartung

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Non-Hodgkin-Lymphome (NHL) sind unterschiedliche Formen von bösartigen (malignen) Tumoren, die sich im Lymphgewebe ausbreiten. Welche Stellen des Körpers befallen sind, welche Therapiemöglichkeiten es gibt und wie hoch die Lebenserwartung ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Non-Hodgkin-Lymphom
Es gibt mehr als 30 verschiedene Non-Hodgkin-Lymphome. Das Bild zeigt das Burkitt-Lymphom.
© Getty Images/KATERYNA KON/SCIENCE PHOTO LIBRARY

Im Vergleich zu anderen Krebserkrankungen, etwa Brustkrebs oder Prostatakrebs, sind Non-Hogkin-Lymphome eher selten. Im Jahr 2016 wurde in Deutschland bei über 9.000 Männern und mehr als 8.000 Frauen ein Non-Hodgkin-Lymphom neu diagnostiziert. Vor allem ältere Menschen sind betroffen, Erkrankte sind bei der Diagnose durchschnittlich um die 70 Jahre alt.

Artikelinhalte im Überblick:

Mögliche Ursachen für geschwollene Lymphknoten

Was ist ein Non-Hodgkin-Lymphom?

Unter dem Begriff "Non-Hodgkin-Lymphome" fassen Mediziner mehr als 30 unterschiedliche Krebserkrankungen des lymphatischen Systems zusammen, die kein Morbus Hodgkin sind.

Bei Non-Hodgkin-Lymphomen handelt es sich um entartete Lymphzellen, die sich durch die Veränderung des Erbguts ungebremst vermehren. Lymphzellen sind weiße Blutkörperchen (Leukozyten), die eine wichtige Rolle bei der Immunabwehr haben. Sie haben die Aufgabe, schädliche Eindringline wie Krankheitserreger zu erkennen und zu bekämpfen.

Meist sind bei Non-Hodgkin-Lymphomen die Lymphknoten betroffen. Aber auch in anderen Bereichen des Körpers befindet sich lymphatisches Gewebe, welches befallen sein kann. Darunter:

Non-Hodgkin-Lymphome werden auch von der ausgehenden Zellart unterteilt in:

  1. B-Zell-Non-Hodgkin-Lymphome
  2. T-Zell-Non-Hodgkin-Lymphome

Diese beiden Arten werden weiterhin bezüglich ihrer Bösartigkeit (Malignität) und Wachstumsgeschwindigkeit unterschieden in:

  • indolente, niedrig-maligne (langsam wachsende, weniger bösartige) Formen: Sie sind mit 70 Prozent am häufigsten. Sie wachsen eher langsam und verursachen im frühen Krankheitsverlauf oft noch keine Symptome.

  • aggressive, hoch-malignen (bösartigeren) Lymphome: Diese Art der Non-Hodgkin-Lymphome ist seltener, aber bösartiger. Sie sprechen aber besser auf Therapieversuche an als weniger bösartige Lymphome.

Die häufigsten Arten von Non-Hodgkin-Lymphomen sind:

  • multiples Myelom
  • diffuses, großzelliges B-Zell-Lymphom (DLBCL) 
  • chronische lymphatische Leukämie
  • follikuläres Lymphom (FL)

Symptome: Wie erkennt man ein Non-Hodgkin-Lymphom?

Die Symptome, die durch Non-Hodgkin-Lymphome verursacht werden, sind teilweise unspezifisch. Das bedeutet, dass die Beschwerden auch bei anderen Krankheitsbildern auftreten können.

Typisch sind bei einem Non-Hodgkin-Lymphom vor allem geschwollene Lymphknoten, insbesondere in der Halsregion, oft auch an mehreren Körperregionen gleichzeitig. Bei Non-Hodgkin-Lymphomen sind die betroffenen Lymphknoten dauerhaft vergrößert und schwellen im weiteren Krankheitsverlauf immer weiter an. Sie lassen sich unter der Haut nur schlecht verschieben und schmerzen nicht, selbst bei Berührung.

Das sind wichtige Kriterien zur Abgrenzung von Infektionskrankheiten. Denn auch bei diesen sind geschwollene Lymphknoten typisch, allerdings schmerzen diese im Falle eines Infekts leicht bis stark. Zudem nimmt die Schwellung bei einer Infektion für gewöhnlich schon nach ein paar Tagen ab, im Unterschied zu geschwollenen Lymphknoten bei Krebserkrankungen.

Außerdem sind folgende Symptome bei Non-Hodgkin-Lymphomen möglich:

Ist das Knochenmark betroffen, kann dies zudem zu einer Störung der Blutbildung führen. Werden zu wenig rote Blutkörperchen gebildet, äußert sich das durch eine Anämie. Werden hingegen zu wenig Blutplättchen gebildet, kann es im Zuge des Mangels zu punktförmigen Hauteinblutungen, sogenannten Petechien, kommen.

Je nach Lokalisation der Lymphknotenschwellung berichten Betroffene außerdem oft über folgende Beschwerden:

  • Lymphknotenschwellung in Leber/Milz: Schmerzen im Bauch
  • geschwollene Lymphknoten hinter dem Brustbein: Reizhusten und Druckgefühl in der Brust
  • Lymphknotenvergrößerung im hinteren Bauchraum: Rückenschmerzen

Die Symptomatik bei Non-Hodgkin-Lymphomen unterscheidet sich zudem typischerweise im Verlauf der Erkrankung.

Ursachen und Risikofaktoren für Non-Hodgkin

Was für die Entstehung eines Non-Hodgkin-Lymphoms ursächlich ist, kann in den meisten Fällen nicht klar gesagt werden. Mediziner gehen davon aus, dass mehrere Faktoren bei Non-Hodgkin-Lymphomen zusammenwirken.

Es gibt einige Risikofaktoren, die die Ausbildung einzelner Lymphome begünstigen. Darunter zum Beispiel:

  • Immunschwäche
  • Chemotherapie-Behandlung
  • einzelne Autoimmunerkrankungen
  • radioaktive Strahlung
  • Viren: Das Epstein-Barr-Virus etwa begünstigt das Burkitt-Lymphom
  • Bakterien: Helicobacter pylori zum Beispiel stehen im Zusammenhang mit dem MALT-Lymphoms des Magens
  • Benzol und verwandte Stoffe

Daneben stehen auch Lebensstilfaktoren und weitere Giftstoffe aus der Umwelt in Verdacht, Non-Hodgkin-Lymphome zu fördern. Auch eine familiäre Vorbelastung kann eine Rolle spieleln.

Diagnose: So wird Non-Hodgkin festgestellt

Bei einem Verdacht auf ein Non-Hodgkin-Lymphom sollte ein Facharzt für Innere Medizin oder Onkologie zurate gezogen werden. Der Mediziner wird sich nach den Symptomen erkundigen und den Patienten zu seiner Krankengeschichte befragen (Anamnese).

Bei der anschließenden körperlichen Untersuchung tastet der Arzt bei Verdacht auf ein Non-Hodgkin-Lymphom die Lymphknoten ab.

Anschließend können weitere Diagnoseverfahren folgen:

  • Untersuchung des Blutes: Mittels Blutentnahme können einfach und unkompliziert eine Blutarmut (Anämie) sowie ein für spätere Krankheitsverläufe typischer Mangel an Blutplättchen (Thrombozytopenie) und weißen Blutkörperchen festgestellt werden.

  • Gewebeproben-Untersuchung: Dabei wird bei einem Verdacht auf Non-Hodgkin ein Lymphknoten vollständig entnommen und unter dem Mikroskop untersucht. In einigen Fällen können Gewebeproben aus anderen möglicherweise erkrankten Geweben für die Diagnostik sinnvoll sein.

  • Bildgebende Verfahren: Falls die Gewebeuntersuchung den Verdacht auf ein Lymphom erhärtet, kommen Röntgen, Ultraschall oder eine Computertomographie (CT) infrage. Diese bildgebenden Diagnoseverfahren geben auch Aufschluss über das Stadium der Krankheit.

Therapie bei Non-Hodgkin-Lymphomen

Die Therapiemöglichkeiten hängen zunächst von der Art des Lymphoms ab. Erst, wenn dieses bekannt ist, kann eine geeignete Behandlung definiert werden. Zudem spielen das Krankheitsstadium, das Alter sowie der allgemeine Gesundheitszustand des Patienten eine wichtige Rolle bei der Wahl des richtigen Behandlungskonzeptes. Auch der richtige Zeitpunkt für den Beginn einer Therapie wird durch diese Faktoren mitbeeinflusst.

Bestrahlung und Chemotherapie bei Non-Hodgkin-Lymphom

Bestrahlungstherapie: Bei niedrig malignen Lymphomen reicht in vielen Fällen eine Bestrahlungstherapie aus. Voraussetzung ist hierbei, dass sich das Non-Hodgkin-Lymphom in einem frühen Stadium befindet, also nicht weit fortgeschritten ist.

Chemotherapie: Im späteren Krankheitsverlauf niedrig maligner Lymphome kommt dagegen meist nur eine Chemotherapie infrage. Auch bei aggressiven, hochmalignen Formen von Non-Hodgkin ist in der Regel eine Chemotherapie angezeigt. Dabei werden den Betroffenen sogenannten Zytostatika verabreicht, die das Zellwachstum und -teilung einbremsen.

Antikörper-Therapie bei Non-Hodgkin-Lymphom

Ein relativ neues Therapieverfahren ist die Behandlung mit Antikörpern, die zusätzlich zu einer Chemotherapie erfolgt. Die auch unter dem Begriff Immun-Chemotherapie bekannte Behandlungsmethode ist bisher nur bei bestimmten Formen von B-Zell-Non-Hodgkin-Lymphomen möglich. Die verabreichten Antikörper erkennen dabei bestimmte Proteine auf der Oberfläche der entarteten Zellen und zerstören diese.

Verlauf und Lebenserwartung: Ist Non-Hodgkin heilbar?

Wie eine Non-Hodgkin-Erkrankung verläuft, ist individuell sehr unterschiedlich. Bei der Frage nach den Heilungschancen und der Lebenserwartung bei Non-Hodgkin-Lymphomen sind viele Faktoren entscheidend. Dabei vor allem, wie gut die Therapie wirkt und in welchen Krankheitsstadium diese begonnen wird.

Zudem spielen das Alter des Erkrankten, sein allgemeiner Gesundheitszustand sowie die Art des Lymphoms eine tragende Rolle.

Schnell wachsende, also hochmaligne Non-Hodgkin-Lymphome sind meist besser therapierbar. Bei ansonsten guter Gesundheit können hochmaligne Non-Hodgkin-Lymphome meist auch im fortgeschrittenen Krankheitsstadium geheilt werden.

Bei indolenten, niedrig-malignigen Lymphonen hingegen ist eine vollständige Heilung oft nur möglich, wenn eine entsprechende Behandlung bereits im frühen Krankheitsverlauf aufgenommen wird.

Durchschnittlich liegt die relative Fünf-Jahres-Überlebensrate bei Non-Hodgkin-Lymphomen nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) für Frauen bei 70 Prozent, für Männer bei 68 Prozent.

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