Akut oder chronisch

Nasennebenhöhlenentzündung: Was tun bei einer Sinusitis?

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Bei einer Sinusitis handelt es sich um eine Entzündung der Nasennebenhöhlen, die häufig Folge einer Erkältung ist. Wie lange dauert eine Nasennebenhöhlenentzündung und was hilft gegen das schmerzende Druckgefühl im Gesicht?

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© Getty Images/Cecilie_Arcurs

Eine Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) kann nicht nur lästig, sondern auch sehr schmerzhaft sein. Häufig entwickelt sich die Erkrankung als Folge einer Erkältung. Wie lässt sich der Entzündung vorbeugen?

Artikelinhalte im Überblick:

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Was ist eine Nasennebenhöhlenentzündung?

Bei einer Sinusitis sind die Schleimhäute in den Nasennebenhöhlen entzündet. Die Nasennebenhöhlen sind luftgefüllte Hohlräume im knöchernen Schädel. Zu ihnen gehören unter anderem die Stirnhöhlen und die Kieferhöhle. Eine Sinusitis wird meist durch Viren verursacht. Wenn die Schmerzen und das eitrige Nasensekret nur auf einer Seite auftreten, spricht das jedoch für Bakterien als Auslöser.

Da eine Sinusitis normalerweise mit einem Schnupfen (Rhinitis) einhergeht, sprechen Fachleute oft auch von einer Rhinosinusitis. Wenn sämtliche Nebenhöhlen inklusive Keilbeinhöhle und Siebbeinzellen von der Infektion betroffen sind, ist von einer Pansinusitis (griechisch pan: ganz) die Rede.

Symptome einer Nasennebenhöhlenentzündung

Eine akute Nasennebenhöhlenentzündung entwickelt sich meist aus einem Schnupfen im Rahmen einer Erkältung (grippaler Infekt). Das Hauptsymptom der Sinusitis ist ein Druckschmerz im Gesicht, der sich beim Bücken verstärkt.

Symptome der Nasennebenhöhlenentzündung im Überblick:

  • stark laufende und/oder verstopfte Nase
  • drückende Schmerzen in Bereich der Nase, den Wangen, Stirn oder um die Augen herum
  • eingeschränkter Geruchssinn und Geschmackssinn
  • eingeschränkte Nasenatmung
  • Kopfschmerzen
  • Abgeschlagenheit
  • geringere Leistungsfähigkeit

Manchmal können begleitend auch Fieber und Zahnschmerzen auftreten. Eventuell bemerken Betroffene auch einen ständigen Sekretfluss im Rachen. Wenn das Nasensekret gelb-grünlich verfärbt ist, weist das auf eine bakterielle Nasennebenhöhlenentzündung hin.

Rotz: Sollten Sie bei gelbem und grünem Nasensekret zum Arzt?

Wie lange dauert eine Nasennebenhöhlenentzündung?

Eine Sinusitis kann akut oder chronisch verlaufen. Bei einer akuten Nebenhöhlenentzündung halten die Beschwerden etwa acht bis 14 Tage an. Wird die akute Nasennebenhöhlenentzündung verschleppt, also nicht vollständig ausgeheilt, kann eine chronische Form entstehen. Fachleute sprechen von einer chronischen Sinusitis, wenn die Beschwerden länger als drei Monate andauern.

Die Sinusitis ist eine sehr häufige Erkrankung, an der viele Erwachsene mindestens einmal im Jahr erkranken. Säuglinge sind hingegen nur selten betroffen, da ihre Nasennebenhöhlen noch nicht vollständig ausgebildet sind. Erst etwa ab dem sechsten Lebensjahr kommt es auch bei Kindern öfter zu einer Nasennebenhöhlenentzündung.


Nasennebenhöhlenentzündung: Wann ärztliche Hilfe notwendig ist

Bei hohem Fieber (über 39 °C) und starkem Krankheitsgefühl sollten Betroffene mit Sinusitis ärztlichen Rat einholen. Außerdem sollte eine HNO-ärztliche Praxis aufgesucht werden, wenn

  • sich die akute Nasennebenhöhlenentzündung nach einer Woche trotz gezielter Behandlung nicht bessert,
  • sich die Beschwerden sogar weiter verschlimmern,
  • die Sinusitis mehrmals im Jahr auftritt oder
  • die Erkrankung chronisch geworden ist.

Bei Symptomen wie starken Schmerzen im Kopf, Lichtempfindlichkeit oder starker Müdigkeit sollte sofort ein*e Arzt*Ärztin aufgesucht werden. Diese Beschwerden können Hinweise auf mögliche Komplikationen einer Sinusitis wie einer bakteriellen Entzündung der Augenhöhle oder Gehirnentzündung sein.

Die Diagnose wird anhand einer Nasenspiegelung (Rhinoskopie) gestellt. Mithilfe eines Abstriches des Nasensekretes können zudem mögliche auslösende Bakterien festgestellt werden.

Mögliche Auslöser einer Nasennebenhöhlenentzündung

Eine akute Sinusitis entsteht meist, wenn Erkältungsviren von der Schleimhaut der Nase auf die Schleimhäute der Nasennebenhöhlen gelangen. In der Folge kommt es dort zu Entzündungen, die zu Schwellungen und zur vermehrten Produktion von Sekret führen. Gleichzeitig schwellen die Ostien (Engstellen zwischen Nasenhöhle und Nasennebenhöhlen) zu, wodurch Schleim aus den Nebenhöhlen nicht mehr abfließen kann. Gestautes Sekret führt in den Nebenhöhlen zu Druck und ist ein idealer Nährboden für Bakterien, die sich darin rasch vermehren, sodass es zu einer sogenannten bakteriellen Superinfektion kommen kann.

Die chronische Nasennebenhöhlenentzündung entsteht meist als Folge einer nicht ausgeheilten akuten Sinusitis. Sind virale Krankheitserreger die Auslöser, ist die Nasennebenhöhlenentzündung auch ansteckend.

Daneben kommen allerdings noch weitere Auslöser infrage:

  • Allergien: Neben Viren können auch allergische Reaktionen, zum Beispiel auf Pollen (Heuschnupfen), zu einer Entzündung der Nasenschleimhaut führen.

  • Anatomische Besonderheiten: Vor allem bei einer chronischen Sinusitis kommen beispielsweise auch eine gekrümmte Nasenscheidewand oder verengte Nebenhöhleneingänge als Ursachen infrage.

  • Nasenpolypen: Polypen sind gutartige Gewebewucherungen an der Schleimhaut. Sie können die Abflusswege für das Nasensekret ebenfalls verengen (polypöse Sinusitis).

Behandlung der Nasennebenhöhlenentzündung: Was hilft?

Zur Therapie der Sinusitis stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung.

  • Wärmeanwendungen: Als wohltuend wird beispielsweise das Bestrahlen des Gesichtes mit einer Rotlichtlampe empfunden. Die Wärme fördert das Abheilen der Entzündung in den Nasennebenhöhlen und beugt so einer chronischen Sinusitis vor.

  • Nasenspülungen und Inhalationen: Geeignet zur Behandlung einer Sinusitis sind außerdem Dampfinhalationen mit Zusätzen von ätherischen Ölen sowie Nasenspülungen oder Nasenduschen. Sie befreien die Atmung und helfen, zähflüssiges Sekret zu lösen. Viel trinken hilft ebenfalls beim Lösen von zähflüssigem Sekret.

  • Rezeptfreie Medikamente: Die Nasenatmung lässt sich durch abschwellende Nasensprays oder Nasentropfen verbessern. Diese tragen auch dazu bei, dass die verstopften Nasennebenhöhlen wieder frei werden und der Abfluss des Sekrets erleichtert wird. Abschwellende Nasensprays sollten jedoch nicht länger als sieben bis maximal zehn Tage angewendet werden – sonst setzt ein Gewöhnungseffekt ein und die Medikamente verlieren ihre Wirkung. Der Sekretabfluss wird durch die Einnahme schleimlösender Wirkstoffe unterstützt. Pflanzliche Schleimlöser, zum Beispiel mit Myrtol, können die Entzündungen der Schleimhäute und dadurch auch deren Schwellungen lindern.

  • Antibiotika: Ein Antibiotikum wird bei einer Sinusitis selten verordnet. Es kommt allerdings dann zum Einsatz, wenn sich äußerst hartnäckige Bakterien in den Nasennebenhöhlen festgesetzt haben (Superinfektion). Das Antibiotikum darf nicht eigenmächtig abgesetzt werden, auch dann nicht, wenn sich die Beschwerden unter der Behandlung rasch bessern. Ein zu frühes Absetzen des Antibiotikums kann zu Rückfällen führen und Resistenzen provozieren.

  • Richtig schnäuzen: Patient*innen mit Sinusitis sollten ihre Nase immer vorsichtig schnäuzen. Sonst besteht das Risiko, dass Nasensekret in die Nasennebenhöhlen gepresst wird. Sinnvoll ist es außerdem, beide Nasenlöcher nacheinander und nicht gleichzeitig zu schnäuzen. Dabei immer behutsam vorgehen, um den Verlauf der Sinusitis nicht zu verschlimmern.

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