Mumps: Symptome und Behandlung bei Ziegenpeter

Bei Mumps (Parotitis epidemica) handelt es sich um eine meist harmlos verlaufende Viruserkrankung, die mit grippeähnlichen Symptomen einhergeht. Typisch für Mumps ist die ein- oder beidseitige schmerzhafte Schwellung der Ohrspeicheldrüse. Wer schweren Komplikationen vorbeugen möchte, setzt auf eine Impfung.

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Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Kombinationsimpfung gegen Mumps, Masern und Röteln.
© iStock.com/kunertus

Mumps – im Volksmund auch Ziegenpeter genannt – ist eine weitverbreitete, ansteckende Viruserkrankung. Sie kann im Prinzip jeden treffen. Am häufigsten kommt die Virusinfektion jedoch bei Kindern über zwei Jahre vor, weshalb sie als Kinderkrankheit gilt. Jungen erkranken doppelt so häufig wie Mädchen. In Deutschland ist die Häufigkeit von Mumps-Erkrankungen aufgrund der Schutzimpfung stark rückläufig. Trotzdem kommt es immer wieder zu Infektionen mit Mumps, insbesondere bei nicht geimpften Personen.

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So wird Mumps übertragen

Auslöser von Mumps ist ein Virus. Im Speichel des Erkrankten wird es per Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen, also zum Beispiel durch Niesen, Husten, Küssen oder auch Sprechen. Auch Gegenstände, die in Berührung mit dem Speichel eines Infizierten gelangen, etwa Geschirr, sind eine Ansteckungsquelle.

Selbst Infizierte, die noch gar keine Symptome haben, können die Krankheit weitergeben: Die Ansteckungszeit beginnt sieben Tage vor Ausbruch der Erkrankung und hält bis etwa neun Tage nach Krankheitsbeginn an. Am ansteckendsten sind Infizierte jedoch zwei Tage vor bis vier Tage nach Erkrankungsbeginn.

Die Inkubationszeit, also der Zeitraum zwischen dem Kontakt mit dem Virus und dem Ausbruch der Krankheit, beträgt in der Regel 16 bis 18 Tage. Sie kann auch etwas kürzer oder länger sein und bei manchem bleibt die Infektion symptomlos. Aber auch wer keine Symptome hat, kann andere anstecken.

Mumps hinterlässt meist eine lebenslange Immunität: Wer die Krankheit also einmal überstanden hat, bekommt sie in der Regel nicht wieder. Zweitinfektionen können vorkommen, sind aber selten.

Symptome: Wie erkenne ich Mumps?

Sobald Mumps ausgebrochen ist, kommt es zu Symptomen, die einer Grippe ähneln. Betroffene fühlen sich matt und kraftlos und leiden unter Fieber, Glieder- und Kopfschmerzen. In den ersten drei Tagen kommt es zudem typischerweise zur Entzündung der Ohrspeicheldrüse, der Glandula parotis. Zunächst ist meist nur eine Seite betroffen. Das Gewebe ringsherum schwillt an.

In den meisten Fällen schwillt nach drei bis vier Tagen auch die andere Seite des Halses an. Die Schwellung ist druckempfindlich bis schmerzhaft und erschwert das Kauen und Schlucken. Durch den Druck auf den Gehörgang kommt es zu Ohrenschmerzen, ein weites Öffnen des Mundes ist ebenfalls schmerzhaft. Der Hals ist trocken, weil die Speicheldrüsen keinen Speichel mehr produzieren.

In einigen Fällen sind Hoden oder Eierstöcke mitbetroffen – dies äußert sich in geschwollenen, schmerzhaften Hoden oder Schmerzen im Unterleib. Mindestens ein Drittel der Infektionen verläuft allerdings ohne oder nur mit geringfügigen Beschwerden. Vor allem bei Kindern unter fünf Jahren treten oft nur erkältungsähnliche Symptome auf. In vielen Fällen bleibt Mumps daher unerkannt.

So wird Mumps festgestellt

Wer bei seinem Kind oder sich selbst Anzeichen von Mumps feststellt, sollte die Diagnose durch einen Arzt absichern lassen. Gewissheit bringt der Nachweis von Mumps-Antikörpern im Blut. Bei Personen, die eine Mumps-Erkrankung entwickeln, obwohl sie geimpft sind, sind diese Antikörper oft nicht nachweisbar. In diesen Fällen werden Urin, Rachenabstrich oder Zahntaschenflüssigkeit auf das Virus selbst untersucht.

Da es sich bei Mumps um eine meldepflichtige Krankheit handelt, muss der Arzt bei jedem Krankheitsverdacht das zuständige Gesundheitsamt informieren. Personen, die an Mumps erkrankt sind oder bei denen der Verdacht darauf besteht, dürfen Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen oder Kindergärten vorübergehend nicht besuchen oder dort tätig sein. Das zuständige Gesundheitsamt oder der Arzt legen fest, wann dieses Verbot wieder aufgehoben wird.

Behandlung bei Mumps: Linderung der Symptome

Da es sich bei Mumps um eine Virus-Infektion handelt, helfen Antibiotika nicht weiter. Eine spezielle Therapie beziehungsweise ein gegen das Virus wirksames Medikament gibt es nicht. Die Behandlung beschränkt sich daher in der Regel darauf, die Symptome zu lindern. Folgende Maßnahmen und Hausmittel tragen zur Linderung bei:

  • fiebersenkende oder schmerzstillende Medikamente

  • überdurchschnittliche Flüssigkeitszufuhr

  • kalte oder warme Umschlägen auf Hals und Nacken

  • bei Schluckbeschwerden: flüssige oder breiförmige Kost

  • Gurgeln mit Salzwasser

  • bei Hodenschmerzen: Hoden abgepolstert hochlegen

  • Bettruhe (nur bei hohem Fieber)

Krankheitsverlauf und Prognose

In der Regel verläuft eine Mumpserkrankung ohne weitere Komplikationen. Gelegentlich kann sich die Erkrankung jedoch auf die Bauchspeicheldrüse ausdehnen. Betroffene weisen in diesem Fall Symptome wie Bauchschmerzen, Erbrechen und Übelkeit auf. Kommt es in sehr seltenen Fällen zu einer Hirnhautentzündung, so äußert sich diese in starken Kopfschmerzen, steifem Nacken, Übelkeit, Erbrechen und einer verstärkten Empfindsamkeit gegenüber Licht und Geräuschen.

Die Wahrscheinlichkeit für Komplikationen steigt, je älter die Betroffenen sind. Jugendliche oder erwachsene Männer entwickeln in zwanzig bis dreißig Prozent der Fälle eine schmerzhafte Hodenentzündung, die manchmal bis zur Unfruchtbarkeit führen kann. In seltenen Fällen hinterlässt eine Infektion mit Mumps eine lebenslange Taubheit.

Mumps vorbeugen: Impfungen schützen

Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut empfiehlt die Impfung gegen Mumps. Die Impfung erfolgt mit einem sogenannten MMR-Kombinationsimpfstoff, der gleichzeitig auch gegen Masern und Röteln immunisiert.

Für Kinder wird der Aufbau eines Impfschutzes in zwei Schritten empfohlen: Die erste Impfung sollte im Alter von 11 bis 14 Monaten und die zweite Impfung frühestens vier Wochen nach der ersten Impfung und spätestens gegen Ende des zweiten Lebensjahres erfolgen. Die erste MMR-Impfung kann praktischerweise im Rahmen der U6-Früherkennungsuntersuchung durchgeführt werden. Sie kann bereits ab einem Alter von neun Monaten erfolgen, wenn das Kind vor dem vollendeten 11. Lebensmonat in eine Gemeinschaftseinrichtung aufgenommen wird. Bei ungeimpften Kindern und Jugendlichen sollte die Impfung so schnell wie möglich mit zwei Impfdosen nachgeholt werden.


Für Mitarbeiter in der unmittelbaren Patientenversorgung, in Gemeinschaftseinrichtungen oder in Ausbildungseinrichtungen für junge Erwachsene wird ebenfalls eine einmalige Impfung gegen Mumps empfohlen, wenn diese nicht oder nur einmal in der Kindheit gegen Mumps geimpft wurden oder der Impfstatus unklar ist.

Wer mit Mumps-Patienten in Kontakt gekommen ist und keinen ausreichenden Impfschutz mehr hat, kann sich innerhalb von drei Tagen impfen lassen, um eine Infektion zu vermeiden. Dies ist vor allem für Jugendliche und Erwachsenen ratsam, da das Risiko für Komplikationen bei Mumps mit zunehmendem Alter steigt.

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