Infektionskrankheit

Mumps: Symptome und Behandlung bei "Ziegenpeter"

Bei Mumps oder Parotitis epidemica, wie Krankheit in der medizinischen Fachsprache heißt, handelt es sich um eine meist harmlos verlaufende Viruserkrankung, die mit teils grippeähnlichen Symptomen einher geht. Sie kann aber auch zu schweren Komplikationen führen. Schutz bietet eine Impfung.

mmr impfung impfpass
Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Kombinationsimpfung gegen Mumps, Masern und Röteln.
iStock

Im Volksmund wird (der oder die) Mumps gerne Ziegenpeter genannt. Diesen Namen verdankt die Parotitis epidemica, so der medizinische Fachbegriff, einer Flüssigkeitsansammlung im Gewebe seitlich der Ohrläppchen, so dass diese abstehen und die gesamte Erscheinung des Kranken einfältig wirkt. Die Benennung Mumps kommt vom englischen mump, das so viel wie "verdrießlich sein" bedeutet.

An Mumps erkranken hauptsächlich Kinder ab zwei Jahren

Mumps ist eine weitverbreitete, ansteckende Viruserkrankung. Sie kann im Prinzip jeden treffen. Am häufigsten kommt die Virusinfektion bei Kindern über zwei Jahre vor, weshalb sie als Kinderkrankheit gilt. Sie äußert sich in einer Entzündung der Ohrspeicheldrüse, meist sind aber auch noch Tränendrüsen, Schilddrüse, Thymus, Bauchspeicheldrüse und besonders Hoden und Eierstöcke mitbetroffen. Mumps hinterlässt meist eine lebenslange Immunität: Wer die Krankheit also einmal überstanden hat, bekommt sie in der Regel nicht wieder. Zweitinfektionen können vorkommen, sind aber selten.

Sobald Mumps (Parotitis epidemica) ausgebrochen ist, kommt es zu Symptomen, die einer Grippe ähneln. Betroffene fühlen sich matt und kraftlos und leiden unter Gliederschmerzen und Fieber. In den ersten drei Tagen kommt es zur Entzündung der Ohrspeicheldrüse, der Glandula parotis. Zunächst ist meist nur eine Seite betroffen. Das Gewebe ringsherum schwillt an.

In den meisten Fällen schwillt nach drei bis vier Tagen auch die andere Seite des Halses an. Die Schwellung ist druckempfindlich bis schmerzhaft und erschwert das Kauen und Schlucken. Durch den Druck auf den Gehörgang kommt es zu Ohrenschmerzen, ein weites Öffnen des Mundes ist ebenfalls schmerzhaft. Der Hals ist trocken, weil die Speicheldrüsen keinen Speichel mehr produzieren.

Woran Sie Kinderkrankheiten erkennen

 

Symptome der Mumps im Überblick

Mit Krankheitsgefühl, Schluckbeschwerden,  Fieber und Kopfschmerzen lassen die Symptome der Mumps zunächst an eine Grippe denken, typisch sind jedoch vor allem die geschwollenen Ohrspeicheldrüsen. Die Ziegenpeter-Symptome im Überblick:

  • Krankheitsgefühl
  • Fieber
  • Kopfschmerzen
  • geschwollene Ohrspeicheldrüsen auf einer oder beiden Seiten
  • Ohrenschmerzen
  • abstehende Ohrläppchen
  • trockener Mund
  • starke Schmerzen beim Schlucken
  • bei Jungen: geschwollene, schmerzhafte Hoden
  • bei Mädchen: Schmerzen im Unterleib

Übertragung: Ansteckendes Mumps-Virus wandert per Tröpfcheninfektion

Auslöser der Mumps ist ein Virus. Im Speichel des Erkrankten wird es per Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen, also zum Beispiel durch Niesen, Husten, Küssen oder auch Sprechen. Auch Gegenstände, die in Berührung mit dem Speichel eines Infizierten gelangen, etwa Geschirr, sind eine Infektionsquelle.

Selbst Infizierte, die noch gar keine Symptome haben, können die Krankheit weitergeben: Die Ansteckungszeit beginnt drei bis sieben Tage vor Ausbruch der Erkrankung und hält bis etwa neun Tage nach Krankheitsbeginn an. Am ansteckendsten sind Infizierte jedoch zwei Tage vor bis vier Tage nach Erkrankungsbeginn.

Die Inkubationszeit, also der Zeitraum zwischen dem Kontakt mit dem Virus und dem Ausbruch der Krankheit, beträgt 16 bis 18 Tage. Sie kann auch etwas kürzer oder länger sein, und bei manchem bleibt die Infektion symptomlos. Aber auch, wer keine Symptome hat, kann die Erkrankung weitergeben.

Mumps-Virus kann in Blut und Urin nachgewiesen werden

Wenn Sie bei Ihrem Kind oder sich selbst Anzeichen einer Mumps feststellen, sollten Sie die Diagnose durch einen Arzt absichern lassen. Besonders gilt dies, wenn Ihr Sohn Hodenschmerzen, Ihre Tochter Unterleibsschmerzen hat. Gewissheit bringt der Nachweis der Mumps-Viren in Blut oder Urin. Zusätzlich kann eine Ultraschall-Untersuchung der Speicheldrüsen die Diagnose absichern.

Behandlung bei Mumps: Symptomlinderung im Vordergrund

Da es sich bei der Mumps um eine Virus-Infektion handelt, helfen Antibiotika nicht weiter. Eine spezielle Therapie beziehungsweise ein gegen das Virus wirksames Medikament gibt es nicht. Die Behandlung beschränkt sich in der Regel darauf, die Symptome zu lindern durch fiebersenkende oder schmerzstillende Medikamente. Auch einfache Maßnahmen tragen zur Linderung bei:

  • Ihr Kind soll häufig und reichlich trinken. Gegen die Mundtrockenheit helfen Mundspülungen, die auch für die Mundhygiene gut sind.
  • Die geschwollenen Speicheldrüsen mit feuchten und warmen Umschlägen/Wickeln behandeln.
  • Bettruhe ist nur bei hohem Fieber notwendig.
  • Bei Hodenschmerzen: Die Hoden abgepolstert hochlegen.
  • Ihr Kind wird lieber flüssige Nahrung zu sich nehmen wollen: Milchshakes mit Ei oder Suppen, Joghurt. Die kann es dann mit einem Strohhalm aufnehmen.

Verlauf: Spätfolgen durch den "Ziegenpeter" sind möglich

In der Regel verläuft eine Mumpserkrankung ohne weitere Komplikationen. Gelegentlich kann sich die Erkrankung jedoch auf die Bauchspeicheldrüse ausdehnen. Betroffene weisen in dem Fall Symptome wie Bauchschmerzen, Erbrechen und Übelkeit auf. Kommt es in sehr seltenen Fällen zu einer Hirnhautentzündung, so äußert sich diese in starken Kopfschmerzen, steifem Nacken, Übelkeit, Erbrechen und einer verstärkten Empfindsamkeit gegenüber Licht und Geräuschen.

Bei Personen, die nach der Pubertät an Mumps erkranken, kann es in wenigen Fällen zu einem Hodenhochstand, einer Hoden- oder Eierstockentzündung kommen. Diese können zu lebenslanger Sterilität führen, wenn sie nicht behandelt werden. Im Falle einer solchen Komplikation sollte dringend ein Arzt aufgesucht werden.

Mumps-Impfung schützt vor Komplikationen

Eine echte Prophylaxe bietet die Impfung, die mit abgeschwächten Lebendviren erfolgt. Die  Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut in Berlin empfiehlt die erste Mumps-Impfung zwischen dem vollendeten 11. und  14. Lebensmonat und eine Folgeimpfung zwischen dem vollendeten 15. und 23. Monat. Ratsam ist, die zweite Impfung vor dem Kindergartenbesuch, spätestens aber vor der Einschulung vornehmen zu lassen.

Meist wird bei beiden Impfungen ein Kombinationsimpfstoff verwendet, der gleichzeitig auch gegen Masern  und Röteln  (MMR) immunisiert. Die Impfung wird vor allem für Jungen empfohlen, denn auch eine spätere Mumpserkrankung kann bei auftretender Hoden- und Nebenhodenentzündung zu Unfruchtbarkeit führen.

Wer mit Mumps-Patienten in Kontakt gekommen ist und keinen ausreichenden Impfschutz mehr hat, kann sich innerhalb von drei Tagen impfen lassen, um eine Infektion zu vermeiden. Dies ist vor allem für Jugendliche und Erwachsenen ratsam, da das Risiko für Komplikationen mit zunehmendem Alter steigt.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 20. November 2016
Durch:

Newsletter-Leser wissen mehr

Der kostenlose Gesundheits-Newsletter

Hier bestellen...
Fragen Sie unsere Experten!

Kostenlos. 24 Stunden täglich. Unsere Gesundheitsexperten beantworten Ihre Fragen.

mehr lesen...

Zum Seitenanfang