Bei Schmerzen und Fieber

Ibuprofen: Dosierung und Nebenwirkungen des Schmerzmittels

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Ibuprofen ist ein entzündungshemmender und schmerzstillender Wirkstoff, der sich zur Behandlung leichter bis mäßig starker Schmerzen sowie Fieber eignet. Worauf muss man bei der Dosierung achten und welche Nebenwirkungen beziehungsweise Wechselwirkungen sind möglich?

Ibuprofen
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In Deutschland ist das Medikament seit 1989 rezeptfrei in Apotheken erhältlich und wird vor allem zur Behandlung von Fieber und Schmerzen eingesetzt. Der Name des Präparats leitet sich aus der chemischen Struktur 2-(4-Isobutylphenyl)propionsäure ab.

Artikelinhalte im Überblick:

Pflanzliche Alternativen zur Schmerzbehandlung

Wirkung und Einsatzgebiete von Ibuprofen

Im Körper sind die Enzyme Cyclooxygenase I (COX-1) und II (COX-2) für die Bildung entzündungsvermittelnder Botenstoffe wie Prostaglandine verantwortlich. Diese Gewebshormone sind an der Entstehung von Schmerzen, Fieber und Entzündungen beteiligt. Ibuprofen hemmt ihre Bildung, dadurch wirkt der Arzneistoff schmerzstillend, entzündungshemmend und fiebersenkend.

Die Einsatzgebiete von Ibuprofen sind somit

  • leichte bis mäßige Kopf- und Zahnschmerzen,
  • Regelbeschwerden,
  • Schmerzen der Muskeln und des Bewegungsapparates,
  • akute Gicht,
  • rheumatoide Arthritis,
  • Fieber und
  • erkältungsbedingte Schmerzen.

Dosierung und Anwendung von Ibuprofen Filmtabletten

Es gibt das Schmerzmittel in unterschiedlicher Dosierung – von 200 bis 800 mg pro Einzeldosis. Da Ibuprofen 400 rezeptfrei in Deutschland erhältlich ist, sollten die Dosierungsrichtlinien der Packungsbeilage strikt befolgt werden. Bei abweichenden Darreichungsformen wie zum Beispiel Ibuprofen 600 und Ibuprofen 800 ist ein ärztliches Rezept notwendig und die genaue Dosierung wird von einer*einem Ärztin*Arzt festgelegt.

Erwachsene und Kinder ab sechs Jahren mit mindestens 20 Kilogramm Körpergewicht dürfen mit Ibuprofen behandelt werden.

Dosierungsempfehlung für Ibuprofen 400 mg:

  • Kinder zwischen sechs und neun Jahren mit einem Körpergewicht von 20 bis 29 Kilogramm dürfen als Einzeldosis eine halbe Filmtablette einnehmen. Das entspricht einer Dosierung von 200 mg Ibuprofen. Als maximale Tagesdosis gelten eineinhalb Tabletten, sprich 600 mg des Wirkstoffes.

  • Kinder zwischen zehn und zwölf Jahren mit einem Körpergewicht von 30 bis 39 Kilogramm dürfen ebenfalls als Einzeldosis eine halbe Filmtablette bekommen. Die maximale Tagesdosis ist bei ihnen 800 mg Ibuprofen, was zwei Filmtabletten entspricht.

  • Jugendliche ab 12 Jahren und Erwachsene mit einem Körpergewicht über 40 Kilogramm nehmen als Einzeldosis eine halbe bis eine ganze Filmtablette (200-400 mg Ibuprofen). Als maximale Tagesdosis gelten 1.200 mg Ibuprofen, was bedeutet, dass nicht mehr als drei Tabletten täglich eingenommen werden sollten.

Neben Tabletten gibt es das Arzneimittel auch als Weichkapseln, Zäpfchen, Säfte, Brausegranulat sowie Gel und Creme zur äußerlichen Anwendung.

Ibuprofen mit einer Mahlzeit einnehmen

Etwa zweieinhalb Stunden bleibt die Anfangsdosis im Blut und nimmt danach ab. Um eine Überdosierung zu vermeiden, wartet man nach der Einnahme einer Einzeldosis mindestens sechs Stunden bis zur nächsten Einnahme. Die Tablette sollte unzerkaut mit einem Glas Wasser während oder nach einer Mahlzeit geschluckt werden. Bei einem empfindlichen Magen empfiehlt sich das Schmerzmittel zum Essen einzunehmen. Während der Anwendung mit Ibuprofen sollte auf Alkohol verzichtet werden.

Wann doch ärztliche Hilfe holen?

Wenn Ibuprofen laut Packungsbeilage beziehungsweise nach ärztlicher Anweisung eingenommen wird und keine ausreichende Schmerzlinderung eintritt, sollte die Dosierung keinesfalls selbstständig erhöht werden. Dies muss mit einer*einem Ärztin*Arzt abgeklärt werden.

Gegenanzeigen: Wer darf Ibuprofen nicht einnehmen?

Menschen mit bestehenden oder vergangenen Problemen mit dem Verdauungstrakt (insbesondere Geschwüre des Magens und Zwölffingerdarms), mit Blutbildungsstörungen, Funktionsstörungen von Leber und Nieren, Herzschwäche und Frauen, die sich im letzten Drittel der Schwangerschaft befinden, dürfen Ibuprofen nicht einnehmen.

Besondere Vorsicht gilt bei Patient*innen, die Beschwerden mit dem Magen-Darm-Trakt oder dem Herz-Kreislauf-System haben. Der Wirkstoff kann möglicherweise das Risiko von Geschwüren, Herzinfarkten oder Blutungen erhöht. Des Weiteren ist eine sorgfältige ärztliche Überwachung bei einer Ibuprofen-Behandlung nach größeren chirurgischen Eingriffen und bei Allergiker*innen (Heuschnupfen, Asthma, Hautreaktionen auf andere Medikamente) notwendig.


Mögliche Nebenwirkungen von Ibuprofen

Das Auftreten unerwünschter Wirkungen ist in der Regel dosisabhängig. Die am häufigsten beobachteten Nebenwirkungen sind:

Gelegentlich können bei zentralnervösen Störungen wie Kopfschmerzen, Schwindel, Schlaflosigkeit auch Erregung, Reizbarkeit oder Müdigkeit hinzukommen. Auch Hautausschläge und Sehstörungen können auftreten. Selten entstehen Ohrgeräusche (Tinnitus), sehr selten Anämien, Entzündungen der Speiseröhre, schwere Hautreaktionen mit Blasenbildung, Leberfunktionsstörungen oder Depressionen.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln möglich

Wird Ibuprofen gemeinsam mit anderen Wirkstoffen eingenommen, kann deren Wirkung ungewollt verstärkt oder abgeschwächt werden. Dadurch können unerwünschte Nebenwirkungen auftreten.

Verstärkende Wechselwirkung möglich:

Dagegen kann Ibuprofen die Wirkung von Diuretika, ACE-Hemmern und Acetylsalicylsäure (ASS) abschwächen. Deshalb sollte das Schmerzmittel erst zwei Stunden nach der Einnahme von ASS angewendet werden.

Ibuprofen in der Schwangerschaft und in der Stillzeit

Wird während der Einnahme von Ibuprofen eine Schwangerschaft festgestellt, ist umgehend ein*e Arzt*Ärztin zu kontaktieren. In den ersten beiden Schwangerschaftsdritteln ist die Anwendung von Ibuprofen nur nach ärztlicher Rücksprache empfohlen. Im letzten Drittel darf Ibuprofen 400 mg nicht mehr eingenommen werden.

Der Wirkstoff Ibuprofen geht nur in geringen Mengen in die Muttermilch über und hat keine negativen Auswirkungen auf den Säugling – zumindest bei einer kurzfristigen Anwendung. Muss die Mutter über einen längeren Zeitraum mit Ibuprofen behandelt werden, sollte ein frühzeitiges Abstillen erwogen werden.

15 Tipps zur Selbsthilfe gegen den Schmerz
Zusammenfassung

Was ist Ibuprofen? Der Wirkstoff gehört zu den nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR), genauso wie Acetylsalicylsäure, Paracetamol oder Diclofenac.

Wirkung: Meistens drückt ein Gefäß auf den Nerv oder es liegt eine Grunderkrankung wie Gefäßfehlbildungen, Tumore, Schlaganfälle oder Multiple Sklerose vor.

Behandlung: Starke Schmerzmittel wie Antikonvulsiva oder Antiepileptika oder operative Zerstörung des betroffenen Nervs.

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