Teils schwere Virusinfektion

Grippe: Symptome und Impfung gegen Influenza

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Die Grippe (Influenza) ist eine Viruserkrankung, die hauptsächlich in den Herbst- und Wintermonaten auftritt. In den meisten Fällen verläuft sie unkompliziert. Welche Symptome typisch sind und wie man der Grippe mit einer Impfung vorbeugen kann.

Frau liegt mit Grippe auf dem Sofa
© Getty Images/Westend61

Die Grippe (Influenza) ist eine weitverbreitete Viruserkrankung, die gehäuft als Grippewelle während der Wintermonate aufkommt. Diese saisonale Grippe wird meist von bestimmten Viren verursacht. Daneben kann es auch zu einer Pandemie kommen, zuletzt während der Schweinegrippe im Jahr 2009.

Artikelinhalte im Überblick:

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Grippe zeigt sich oft an diesen Symptomen

Die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch (Inkubationszeit) beträgt zwischen 18 Stunden und drei Tagen. Bereits in dieser Zeit besteht Ansteckungsgefahr, auch wenn sich noch keine Symptome einer Grippe zeigen. Bis zu einer Woche nach der Ansteckung lassen sich bei Erwachsenen – bei Kindern bis zu zwei Wochen – noch Viren im Auswurf (Sekret) nachweisen. Selbst bei einem günstigen Krankheitsverlauf und wenn die Beschwerden bereits abgeklungen sind, können Betroffene noch andere Menschen anstecken.

Typische Symptome sind:

Während die Grippe eher plötzlich auftritt und fast immer mit hohem Fieber verbunden ist, beginnt eine Erkältung langsam und das Fieber ist, wenn überhaupt, nicht besonders hoch. Auch die Abgrenzung zu COVID-19 ist nicht leicht. Bei Corona treten meist folgende Symptome auf: Halsschmerzen und Schluckbeschwerden, Müdigkeit, nur leichtes Fieber sowie Appetitlosigkeit.

Lesen Sie hier, wie sich Grippe, Corona und Erkältung unterscheiden!

Symptome bei kompliziertem Verlauf

Die Grippe verläuft in der Regel unkompliziert und dauert bis zu zwei Wochen. Selten kann es im Verlauf zu Komplikationen kommen, meist sind das Herz und die Atemwege betroffen. Menschen mit einer Grunderkrankung oder einem schwachen Immunsystem, ältere Menschen oder Schwangere sind häufiger von Komplikationen betroffen. Vor allem ein zusätzlicher Infekt mit Bakterien (Superinfektion) verursacht teils schwere Verläufe.

Zu folgenden Komplikationen kann es kommen:

Keine Immunität nach überstandener Grippe

Grippeerreger verändern ihre Genetik und mutieren immer wieder, weshalb eine völlige Immunität durch eine bereits durchgestandene Infektion nicht möglich ist. Dabei bleiben die Erreger sich aber recht ähnlich, weshalb bei erwachsenen Menschen aufgrund des immunologischen Gedächtnisses die Grippe oft weniger heftig verläuft als bei jungen Menschen oder Kindern.

Risiko für Grippe mit Impfung senken

Zur Vorbeugung der Grippe gibt es die Möglichkeit, sich impfen zu lassen. Als Zeitpunkt eignet sich der Herbst für die Durchführung der Grippeimpfung, um einen bestmöglichen Schutz während der Grippesaison (meist Januar bis März) zu haben. Sie muss jedes Jahr wiederholt werden. Sie schützt gegen die jeweils gängigsten Erregertypen, kann aber keinen Rundum-Schutz gewähren. Eine Grippeerkrankung ist trotz Impfung möglich, aber sehr viel unwahrscheinlicher als ohne. Zudem verläuft die Grippe nach Aufbau des vollständigen Impfschutzes oftmals eher leicht.

Die ständige Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts rät folgenden Risikogruppen zur Impfung gegen Influenza:

  • Menschen, die 60 Jahre und älter sind
  • Schwangeren ab dem 2. Schwangerschaftsdrittel, bei Vorerkrankungen auch im 1. Trimester
  • Personen mit chronischen Erkrankungen
  • Bewohnern von Alten- oder Pflegeheimen
  • Personen mit stark erhöhtem Risiko, zum Beispiel Krankenhauspersonal
  • Personen mit direktem Kontakt zu Geflügel und Wildvögeln

Je nach Reiseziel und Gesundheitszustand kann eine Impfung unter Umständen generell vor dem Urlaub sinnvoll sein. Nicht gegen Grippe geimpft werden sollten Menschen mit einer Hühnereiweißallergie, da der Impfstoff in Hühnereiern hergestellt wird.

Von der STIKO empfohlene Impfungen

Ursachen und Risikofaktoren

Ursache der Grippe ist eine Infektion mit Influenzaviren. Es werden drei Gruppen von Viren unterschieden: Influenza A, B und C. Influenzaviren der Gruppe C bedingen nur eine milde Infektion, die häufig eher als Erkältung wahrgenommen wird. Viren der Gruppe B sind hingegen für die jährliche, saisonale Grippe in den nasskalten Jahreszeiten verantwortlich. Influenza-A-Viren bedingen schwere Erkrankungen, die sich zu Grippewellen oder Pandemien ausweiten können.

Direkte und indirekte Ansteckung mit Grippe

Die Ansteckung mit Grippeerregern erfolgt sehr häufig durch Tröpfcheninfektion beim Niesen oder Husten (direkte Ansteckung). Auch über indirekten Kontakt ist eine Ansteckung möglich, denn die Viren können auch außerhalb des Körpers noch einige Tage infektiös sein. Über Handinnenflächen (nach dem Hineinniesen in die Hand) werden Grippeviren beispielsweise oft verbreitet. Über Türgriffe, Tische, Haltestangen in öffentlichen Verkehrsmitteln und alle Gegenstände, die von vielen Menschen berührt werden, kann man sich deshalb anstecken.

Es ist sinnvoll, beim Niesen oder Husten den Arm vor den Mund zu halten. So vermeidet man, dass sich andere Menschen direkt anstecken. Außerdem vermindert man das Risiko für eine Tröpfcheninfektion, indem man nicht in den Raum hustet, sondern in die Armbeuge.

Die Rolle des Immunsystems

Kontakt mit Influenzaviren muss nicht zwangsläufig zu einer Grippe führen. Schwere und Verlauf sind von Mensch zu Mensch verschieden, auch wenn die Grippe durch das gleiche Virus verursacht wurde. Dabei spielt auch das Immunsystem eine große Rolle: Häufig ist es in stressigen Situationen, bei länger anhaltender, nährstoffarmer Ernährung, in der Schwangerschaft oder bei Erkrankungen geschwächt.

Mit zunehmendem Alter und Zahl der durchgemachten Influenzaerkrankungen werden Menschen in der Regel widerstandsfähiger. Die Immunsysteme von Babys und Kleinkindern haben noch keine oder sehr wenige Grippe-Erkrankungen durchgemacht. Deshalb stecken sie sich auch besonders schnell an. Im hohen Alter nimmt der im Laufe des Lebens aufgebaute Immunschutz wieder etwas ab, sodass die Grippe bei älteren Menschen schwerer verlaufen kann.


Diagnose: Andere Erkrankungen ausschließen

Wer mit den typischen grippalen Krankheitszeichen in die Arztpraxis geht, wird häufig schon nach einem ausführlichen Gespräch (Anamnese) und gegebenenfalls einer körperlichen Untersuchung die Diagnose Grippe erhalten. Um sie zweifelsfrei zu diagnostizieren, kann ein Nasen- oder Rachenabstrich mit einem langen Wattestäbchen genommen werden. Dies ist zum Beispiel bei Schwangeren oder Menschen mit einer Grunderkrankung nötig, oder um den Virustyp eindeutig festzustellen. Das Entnehmen des Abstrichs ist etwas unangenehm, in der Regel aber nicht schmerzhaft.

Für Grippe besteht Meldepflicht

In Deutschland ist die Krankheit meldepflichtig. Deshalb wird der*die Arzt*Ärztin das Gesundheitsamt darüber informieren, dass in der Praxis ein Grippefall diagnostiziert wurde. Das Melden dient vor allem der Kontrolle von Grippewellen oder Pandemien.

Behandlung der Grippe zielt auf Symptome

Die beste Therapie ist Bettruhe, diese sollte vor allem bei Fieber eingehalten werden. Gegen Schmerzen eignen sich schmerzlindernde Medikamente – bestimmte Wirkstoffe wie Ibuprofen senken zusätzlich Fieber. Kinder und Jugendliche sollten nur nach ärztlicher Rücksprache Schmerzmittel bekommen.

Medikamente mit dem Wirkstoff Acetylsalicylsäure dürfen von Kindern und Jugendlichen während einer Grippe keinesfalls eingenommen werden. In diesem Fall kann die Einnahme von Acetylsalicylsäure bei jungen Menschen zum Reye-Syndrom führen: Die sehr schwere Erkrankung schädigt Leber und Gehirn und führt in etwa der Hälfte aller Fälle zum Tode. Anzeichen für das Reye-Syndrom sind Krämpfe, starkes Erbrechen, Körperstarre und bald einsetzendes Koma.

Gegen anhaltenden Husten bei Grippe können Mittel mit dem Wirkstoff Kodein verschrieben werden. Auch schleimlösende Medikamente helfen dabei, die Atemwegsbeschwerden etwas zu mindern. Betroffene sollten während der Infektion auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten. Eine gute Versorgung mit Mineralstoffen, vor allem Vitaminen, unterstützen Körper und Immunsystem zusätzlich.

Superinfektion mit Bakterien

Gelegentlich kommt es zu einer zusätzlichen Infektion mit Bakterien. Bei der sogenannten Superinfektion werden deshalb als Therapie zudem Antibiotika gegeben. Sie stellt eine Komplikation der Grippe dar und sollte frühzeitig behandelt werden, da der Körper durch die Viren bereits geschwächt ist.

Hände waschen: Bester Schutz vor Bakterien und Viren

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Wie man sich vor Influenzaviren schützen kann

Um eine Ansteckung durch Tröpfcheninfektion zu verhindern, sollte man während der Grippesaison hustenden Menschen am besten aus dem Weg gehen und die Hände gründlich mit Wasser und Seife waschen. In den Wintermonaten schadet es auch nicht, sich möglichst nicht ins Gesicht zu fassen. Auch das Tragen eines Mund-Nasenschutzes, vor allem in geschlossenen Räumen und öffentlichen Nahverkehr, kann vorbeugend wirken. Wer selbst erkrankt ist, sollte zuhause bleiben, um andere nicht anzustecken.

Ein intaktes Immunsystem ist außerdem ein wichtiger Faktor zum Vorbeugen einer Grippe. Das Immunsystem kann man stärken, indem man

  • Stress abbaut (zum Beispiel mithilfe von Entspannungstechniken wie Yoga),

  • sich gesund und vitaminreich ernährt

  • und sich regelmäßig an der frischen Luft bewegt.

Der Aufenthalt in trockenen, beheizten Räumen trocknet dagegen die Schleimhäute aus und macht den Körper anfälliger für Viren.

Erkältung vorbeugen: Tipps für eine starke Abwehr
Zusammenfassung

Symptome: hohes Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen, Husten und Halsschmerzen.

Ursachen: Infektion mit Virus, es gibt verschiedene Influenzaviren

Behandlung: Symptome lindern, bei Bedarf schmerzsstillende und fiebersenkende Medikamente einnehmen, Bettruhe einhalten.

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