Teils schwere Virusinfektion

Grippe: Symptome und Impfung gegen Influenza

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Die Grippe (Influenza) ist eine Viruserkrankung, die hauptsächlich in den Herbst- und Wintermonaten auftritt. In den meisten Fällen verläuft sie unkompliziert. Welche Symptome typisch sind und wie man der Grippe mit einer Impfung vorbeugen kann.

Frau liegt mit Grippe auf dem Sofa
Starker Schnupfen ist ein typisches Grippe-Symptom.
© Getty Images/Westend61

Die Grippe (Influenza) ist eine weitverbreitete Viruserkrankung, die als sogenannte Grippewelle während der Wintermonate aufkommt. Diese saisonale Grippe wird meist von Grippeviren aus der Gruppe B verursacht. Neben gehäuften Grippefällen kann es auch zu einer Pandemie kommen, zuletzt während der „Neuen Grippe“, der sogenannten Schweinegrippe.

Artikelinhalte im Überblick:

Von der STIKO empfohlene Impfungen

Grippe zeigt sich oft an diesen Symptomen

Die Inkubationszeit, also die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Grippe, beträgt zwischen 18 Stunden und drei Tagen. Bereits in dieser Zeit besteht Ansteckungsgefahr, auch wenn sich noch keine Symptome einer Grippe zeigen. Bis zu einer Woche nach der Ansteckung lassen sich bei Erwachsenen – bei Kindern bis zu zwei Wochen – noch Viren im Auswurf (Sekret) nachweisen. Selbst bei einem günstigen Verlauf und wenn die Grippebeschwerden bereits abgeklungen sind, können Betroffene noch andere Menschen mit Grippe anstecken.

Typische Grippe-Symptome sind:

Während die Grippe eher plötzlich auftritt und fast immer mit hohem Fieber verbunden ist, beginnt die Erkältung langsam und das Fieber ist, wenn überhaupt, nicht besonders hoch.

Symptome bei kompliziertem Verlauf

Die Grippe verläuft in der Regel unkompliziert. Selten kann es im Verlauf zu Komplikationen kommen. Menschen mit einer Grunderkrankung oder einem schwachen Immunsystem, ältere Menschen oder Schwangere sind etwas häufiger von Komplikationen während einer Grippe betroffen. Vor allem die zusätzliche Infektion mit Bakterien (Superinfektion) verursacht teils heftige Verläufe.

Zu folgenden Grippe-Komplikationen kann es kommen:

Keine Immunität nach überstandener Grippe

Grippeerreger verändern ihre Genetik und mutieren immer wieder, weshalb eine völlige Immunität durch eine bereits durchgestandene Grippe nicht möglich ist. Dabei bleiben die Erreger sich aber recht ähnlich, weshalb bei erwachsenen Menschen aufgrund des immunologischen Gedächtnisses die Grippe oft weniger heftig verläuft als bei jungen Menschen oder Kindern.

Grippe: Ursachen und Risikofaktoren

Ursache der Grippe ist eine Infektion mit Influenzaviren. Es werden drei Gruppen von Grippeviren unterschieden: Influenza A, B und C. Influenzaviren der Gruppe C bedingen nur eine milde Grippe, die häufig gar nicht als Grippe, sondern eher als Erkältung wahrgenommen wird. Viren der Gruppe B sind hingegen für die jährliche, saisonale Grippe in den nasskalten Jahreszeiten verantwortlich. Influenza-A-Viren bedingen schwere Grippeerkrankungen, die sich zu Grippewellen oder Pandemien ausweiten können.

Direkte und indirekte Ansteckung mit Grippe

Die Ansteckung mit Grippeerregern erfolgt sehr häufig durch Tröpfcheninfektion beim Niesen oder Husten (direkte Ansteckung). Auch über indirekten Kontakt ist eine Ansteckung mit Grippe möglich. Der Grund: Grippeviren können auch außerhalb des Körpers noch einige Tage infektiös sein. Über Handinnenflächen (nach dem Hineinniesen in die Hand) werden Grippeviren beispielsweise oft verbreitet. Über Türgriffe, Tische, Haltestangen in öffentlichen Verkehrsmitteln und alle Gegenstände, die von vielen Menschen berührt werden, kann man sich deshalb mit Grippe anstecken.

Es ist sinnvoll, beim Niesen oder Husten den Arm vor den Mund zu halten. So vermeidet man, dass sich andere Menschen direkt mit Grippe anstecken. Außerdem vermindert man das Risiko für eine Tröpfcheninfektion, indem man nicht in den Raum hustet, sondern in die Armbeuge.

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© Funke Mediengruppe

Die Rolle des Immunsystems

Kontakt mit Influenzaviren muss nicht zwangsläufig zu einer Grippe führen. Schwere und Verlauf der Grippe sind von Mensch zu Mensch verschieden, auch wenn die Grippe durch den gleichen Erregertyp verursacht wurde. Dabei spielt auch das Immunsystem eine große Rolle. Häufig ist das Immunsystem in Stresssituationen, bei länger anhaltender, nährstoffarmer Ernährung, in der Schwangerschaft oder bei Erkrankungen geschwächt.


Mit zunehmendem Alter und durchgemachten Influenza-Erkrankungen werden Menschen in der Regel widerstandsfähiger gegen eine Grippe. Die Immunsysteme von Babys und Kleinkindern haben noch keine oder sehr wenige Grippe-Erkrankungen durchgemacht. Deshalb stecken sie sich auch besonders schnell mit Grippe an. Im hohen Alter nimmt der im Laufe des Lebens aufgebaute Immunschutz wieder etwas ab, sodass die Grippe bei älteren Menschen schwerer verlaufen kann.

Influenza-Diagnose: Andere Erkrankungen ausschließen

Wer mit den typischen Symptomen einer Virusgrippe zum*zur Arzt*Ärztin geht, wird häufig schon nach einem ausführlichen Gespräch (Anamnese) und gegebenenfalls einer körperlichen Untersuchung die Diagnose Grippe erhalten.

Um die Grippe zweifelsfrei zu diagnostizieren, kann ein Nasen- oder Rachenabstrich mit einem langen Wattestäbchen genommen werden. Der Abstrich wird durchgeführt, wenn eine eindeutige Diagnose nötig ist, zum Beispiel bei Schwangeren oder Menschen mit einer Grunderkrankung, oder um den Virustyp eindeutig festzustellen. Das Entnehmen des Abstrichs ist etwas unangenehm, in der Regel aber nicht schmerzhaft.

Für Grippe besteht Meldepflicht

Die Grippe ist in Deutschland eine meldepflichtige Erkrankung. Deshalb wird der*die Arzt*Ärztin das Gesundheitsamt darüber informieren, dass in der Praxis ein Grippefall diagnostiziert wurde. Das Melden der Grippe dient vor allem der Kontrolle von Grippewellen oder Grippepandemien.

So wird Grippe behandelt

Die beste Therapie gegen Grippe ist Bettruhe, diese sollte auch noch etwa bis drei Tage nach Ende des Fiebers eingehalten werden. Gegen Schmerzen bei Grippe eignen sich schmerzlindernde Medikamente, bestimmte Wirkstoffe wie Ibuprofen senken auch Fieber. Kinder und Jugendliche sollten nur nach ärztlicher Rücksprache Schmerzmittel bekommen. Medikamente mit dem Wirkstoff Acetylsalicylsäure dürfen von Kindern und Jugendlichen während einer Grippe keinesfalls eingenommen werden. Bei einer Grippeinfektion kann die Einnahme von Acetylsalicylsäure bei jungen Menschen zum Reye-Syndrom führen. Die sehr schwere Erkrankung schädigt Leber und Gehirn und führt in etwa der Hälfte aller Fälle zum Tode. Anzeichen für das Reye-Syndrom sind Krämpfe, starkes Erbrechen, Körperstarre und bald einsetzendes Koma.

Gegen anhaltenden Husten bei Grippe können Mittel mit dem Wirkstoff Kodein verschrieben werden. Auch schleimlösende Medikamente helfen dabei, die Atemwegsbeschwerden etwas zu mindern. Betroffene sollten während der Grippe auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten. Eine gute Vitamin-Versorgung, vor allem mit Vitamin C, über die Nahrung oder mithilfe von Vitaminpräparaten, unterstützen Körper und Immunsystem zusätzlich.

Superinfektion mit Bakterien

Gelegentlich kommt es zu einer zusätzlichen Infektion mit Bakterien. Bei der sogenannten Superinfektion werden deshalb als Therapie zudem Antibiotika gegeben. Die Superinfektion stellt eine Komplikation im Verlauf der Grippe dar. Sie in den Griff zu bekommen, ist sehr wichtig, da der Körper aufgrund der Viren schon geschwächt ist.

Verlauf und Komplikationen der Influenza

Je nach Schwere der Erkrankung dauert eine Grippe bei einem unkomplizierten Verlauf bis zu zwei Wochen. Unkomplizierter Verlauf bedeutet, dass keine andere Grunderkrankung vorliegt, Betroffene nicht schwanger sind oder aus sonstigen Gründen das Immunsystem schon vor der Grippe geschwächt war. Zudem sollten während der Grippe keine weiteren Krankheiten auftreten. Schwere Komplikationen können Lungenentzündung, Herzmuskelentzündung oder Herzbeutelentzündung, das Toxische Schocksyndrom oder das Reye-Syndrom sein.

Hände waschen: Bester Schutz vor Bakterien und Viren

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Grippe vorbeugen: Wie man sich vor Influenzaviren schützen kann

Die Ansteckung mit den Erregern der Influenza erfolgt durch Tröpfcheninfektion auf direktem Weg oder indirekt über Oberflächen, auf denen sich Grippeviren befinden. Während der Grippesaison hustenden Menschen am besten aus dem Weg gehen und Hände gründlich mit Wasser und Seife waschen. In den Wintermonaten schadet es auch nicht, die Hände noch etwas häufiger als sonst zu reinigen und sich nicht ins Gesicht zu fassen. Wer selbst erkrankt ist, sollte zuhause bleiben, um andere Menschen nicht anzustecken.

Immunsystem stärken – Grippe vorbeugen

Ein gesundes, aktives Immunsystem ist außerdem ein wichtiger Faktor zum Vorbeugen einer Grippe. Das Immunsystem kann man stärken, indem man Stress abbaut (zum Beispiel mithilfe von Entspannungstechniken wie Yoga), sich gesund und vitaminreich ernährt – auch in den Wintermonaten –, und sich regelmäßig an der frischen Luft bewegt. Der Aufenthalt in trockenen, heizungswarmen Räumen trocknet die Schleimhäute aus und macht den Körper anfällig für Viren.

Grippeimpfung schützt

Zur Vorbeugung der Grippe gibt es die Möglichkeit, sich impfen zu lassen. Als Zeitpunkt eignet sich der Herbst für die Durchführung der Grippeimpfung, um einen bestmöglichen Schutz während der Grippesaison (meist Januar bis März) zu haben. Die Impfung gegen Grippe muss jedes Jahr wiederholt werden. Sie schützt gegen die jeweils gängigsten Grippetypen, kann aber keinen Rundum-Schutz gewähren. Eine Grippeerkrankung ist trotz Impfung möglich, aber sehr viel unwahrscheinlicher als ohne. Zudem verläuft die Grippe nach einer Impfung oftmals eher leicht.

Die ständige Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts rät folgenden Personengruppen zur Impfung gegen Influenza:

  • Menschen, die 60 Jahre und älter sind
  • Schwangeren ab dem 2. Schwangerschaftsdrittel, bei Vorerkrankungen auch im 1. Trimester
  • Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung durch chronische Krankheiten
  • Bewohnern von Alten- oder Pflegeheimen
  • Personen mit stark erhöhtem Risiko, zum Beispiel Krankenhauspersonal
  • Personen mit direktem Kontakt zu Geflügel und Wildvögeln

Je nach Reiseziel und Gesundheitszustand kann eine Grippe-Impfung unter Umständen generell vor dem Urlaub sinnvoll sein. Nicht gegen Grippe geimpft werden sollten Menschen mit einer Hühnereiweißallergie, da der Impfstoff in Hühnereiern hergestellt wird.

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