Häufiger Atemwegsinfekt

Akute Bronchitis: Dauer, Symptome und Behandlung

Bei der akuten Bronchitis handelt es sich um eine meist durch Viren verursachte Infektion, die im Gegensatz zur Erkältung vor allem die tiefen Atemwege betrifft: Luftröhre und Bronchien. Lesen Sie hier, wie lange eine akute Bronchitis dauert und was hilft.

Kind bekommt Hustensaft
Typisch für eine akute Bronchitis ist trockener Husten zu Beginn der Krankheit.
© iStock.com/ElenaNichizhenova

Die akute Bronchitis wird auch Tracheobronchitis (Trachea = Luftröhre) genannt. Dabei handelt es sich um eine Entzündung der Bronchialschleimhäute. Neben Husten sind Fieber sowie Muskel- und Gliederschmerzen typische Symptome. Behandelt wird die ansteckende Entzündung der Atemwege hauptsächlich mit Hausmitteln.

Akute Bronchitis ist sehr verbreitet, vor allem in den Wintermonaten. Experten gehen von durchschnittlich 80 Fällen wöchentlich pro 100.000 Einwohner aus.

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Ursachen und Ansteckung akuter Bronchitis

Ursache der Bronchitis ist in 90 Prozent aller Fälle eine Virusinfektion der Bronchialschleimhäute. Bei Vorerkrankungen der Lunge und Bronchien sind Bakterien häufige Auslöser. Eine Pilzinfektion oder Giftstoffe sind ebenfalls mögliche, aber seltene Auslöser der akuten Bronchitis. Auch nichtinfektiöse Ursachen der akuten Bronchitis sind möglich, etwa Schadstoffe (Staub) oder Reizgase (zum Beispiel Ammoniak, Chlorgas).

Die Ansteckung erfolgt von Mensch zu Mensch über eine Tröpfcheninfektion: Dabei werden die Erreger in kleinsten Tröpfchen, die beim Sprechen, Husten oder Niesen versprüht werden, übertragen. Die Ansteckungsgefahr ist sehr hoch.

Kälte begünstigt akute Bronchitis

Die Kälte in den Herbst- und Wintermonaten mit Auskühlung von Fingern, Zehen, Nase und Ohren begünstigt die Entstehung einer akuten Bronchitis. Das liegt an der kältebedingten Herabsetzung der körpereigenen Abwehr, durch die Erreger leichter in die Schleimhäute eindringen können.

Symptome bei akuter Bronchitis

Die Symptome der akuten Bronchitis ähneln denen einer einfachen Erkältung, allerdings steht der Husten im Vordergrund. Der Husten tritt anfangs meist als trockener Reizhusten, später oft mit schleimigem oder eitrigem Auswurf, auf und kann sehr schmerzhaft und quälend sein. Nachts hindert der Husten den Kranken oft am Schlafen.

Weitere mögliche Symptome der akuten Bronchitis:

  • Schmerzen oder ein wundes Gefühl hinter dem Brustbein
  • Fieber, selten höher als 39 Grad
  • Kopfschmerzen
  • Muskel- und Gliederschmerzen

Weitere Anzeichen akuter Bronchitis können sein:

  • geschwollene Lymphknoten am Hals
  • Schluckbeschwerden
  • Heiserkeit, belegte Stimme
  • Schwellung der Nasenschleimhaut mit Behinderung der Nasenatmung
  • verstopfte Nase
  • anfangs wässrig-klarer, später dickflüssiger und eventuell gelblicher Schnupfen
  • Niesen
  • Druckgefühl auf den Ohren
  • vermehrtes Schwitzen, vor allem nachts
  • Abgeschlagenheit
  • Appetitlosigkeit

Komplikationen bei akuter Bronchitis

Eine häufige Komplikation bei viral bedingter, akuter Bronchitis ist eine zusätzliche Infektion mit Bakterien. In der entzündeten Schleimhaut können sich die Bakterien besonders leicht ansiedeln. Dieses Phänomen wird auch bakterielle Superinfektion oder Sekundärinfektion (Zweitinfektion) genannt. Ist die Schleimhaut von bakteriellen Erregern befallen, so ändert sich typischerweise die Beschaffenheit des abgesonderten Sekrets.

Typisches Symptom der akuten Bronchitis mit bakterieller Sekundärinfektion ist gelblich bis grünlich-eitriger, schleimiger und zähflüssiger Auswurf. Bei bakterieller Superinfektion ist auch eine Beteiligung der Nase sowie eine Nasennebenhöhlenentzündung typisch.

Aus einer eitrigen Bronchitis kann sich auch eine Lungenentzündung (Bronchopneumonie) entwickeln, die sich in der Regel in einem Anstieg des Fiebers und vermehrtem Krankheitsgefühl äußert.

Ist der Betroffene Asthmatiker oder leidet an einer anderen chronischen Lungenerkrankung, kommt es häufig zum Auftreten von Luftnot, die mehrere Wochen anhalten kann.

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Diagnose der akuten Bronchitis

Bei komplikationslosem Verlauf sind bei der akuten Bronchitis keine besonderen Untersuchungen notwendig. Dem Arzt genügt zur Diagnose meist schon die Schilderung der Beschwerden durch den Patienten. Bei Beteiligung der oberen Atemwege wird der Blick in den Rachen die Diagnose der akuten Bronchitis dann meist bestätigen. Hier zeigt sich eine Rötung, eventuell sind die Mandeln vergrößert und die Zunge belegt. Bei der Untersuchung des Halses können sich schmerzhaft vergrößerte Lymphknoten finden. Bei einer begleitenden Nasennebenhöhlenentzündung besteht oft ein Klopfschmerz über der Stirn oder den Wangen.

Abhören der Lunge und Blutuntersuchung

Das Abhören der Lunge (Auskultation) gehört zu den wichtigen Untersuchungen bei der Diagnose der akuten Bronchitis. Dabei wird auch nach Hinweisen auf eine Lungenentzündung gesucht. Gelegentlich kommt es im Rahmen einer akuten Bronchitis zu Verengungen der Atemwege, was dann mit dem Stethoskop als sogenanntes Giemen und Brummen gehört werden kann. Auch Schleim in den Atemwegen verursacht typische Geräuschphänomene.

Der Arzt wird bei Verdacht auf einen bakteriellen Infekt eine Blutuntersuchung durchführen.

Wann zum Arzt bei akuter Bronchitis?

Sind die Beschwerden einer akuten Bronchitis besonders hartnäckig oder tritt höheres Fieber (über 39 Grad) auf, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Das Gleiche gilt, wenn zusätzliche Beschwerden wie Luftnot, übermäßige Schwäche, hartnäckige Kopfschmerzen sowie eitriger oder blutiger Auswurf auftreten.

Patienten mit einer chronischen Erkrankung der Lunge sollten allerdings frühzeitig ihren behandelnden Lungenfacharzt aufsuchen, da bei ihnen die Erkrankung oft schwerer verläuft und intensivere Therapiemaßnahmen notwenig sind.

Behandlung der Bronchitis: Von Hausmitteln bis Antibiotika

Die Therapie der akuten Bronchitis besteht in erster Linie in körperlicher Schonung. Da es gegen Viren keine ursächliche Therapie gibt, wird eine chronische Bronchitis meist nur symptomatisch behandelt.

Welche Medikamente bei akuter Bronchitis?

Die Atemwegserkrankung heilt meist auch ohne Medikamente aus. Gegen den starken Hustenreiz wird häufig ein Hustenreizstiller (Antitussivum) verschrieben, welches allerdings nur abends eingenommen werden sollte. Fieber sollte medikamentös nur gesenkt werden, wenn es über 39 Grad Celsius steigt. Zum Einsatz kommen dann Acetylsalicylsäure, allerdings nicht bei Kindern, oder Paracetamol. Antibiotika sind – wenn überhaupt – nur dann angezeigt, wenn die Bronchitis bakteriell bedingt ist oder im Verlauf der Krankheit eine bakterielle Entzündung hinzukommt.

Bekannte Hausmittel gegen akute Bronchitis:

  • Viel Trinken: Ausreichend Wasser und milde Teesorten mit Lindenblüten, Kamille, Thymian oder Spitzwegerich machen den Schleim flüssiger und fördern den Auswurf.

  • Auch Holundersaft ist ein bekanntes Hausmittel bei akuter Bronchitis.

  • Bei akuter Bronchitis eignen sich besonders gut Inhalationen und Brustumschläge mit Eukalyptus. Für Kinder sollten mildere Mittel wie Thymian und Kamille für die Inhalation benutzt werden.

  • Bei sehr trockener Luft verbessern feuchte Tücher über der Heizung die Luftfeuchtigkeit und wirken so Reizhusten entgegen.

Verlauf: Wie lange dauert eine akute Bronchitis?

Eine akute Bronchitis dauert in der Regel zwei bis drei Wochen. Bleibt es bei trockenem Husten, kann die Infektion schon nach acht bis zehn Tagen abheilen. Bei ungünstigen Voraussetzungen, beispielsweise wenn der Betroffene raucht, kann die Entzündung der Bronchialschleimhäute länger andauern und auch in eine chronische Bronchitis übergehen.

Wichtig: Bei einer akuten Bronchitis sollte keinesfalls geraucht werden, weil dadurch die Schleimhäute zusätzlich geschädigt werden, was den Heilungsprozess verlangsamt. Auch Auspuffgase und kalte Luft können zusätzlich reizen.

Vorbeugung akuter Bronchitis

Beim Vorbeugen der akuten Bronchitis spielen die Stärkung des Immunsystems und die Vermeidung einer Ansteckung eine entscheidende Rolle.

Immunsystem stärken:

  • Stressreduktion
  • regelmäßige Bewegung
  • Sport
  • ausgewogene, vitaminreiche Ernährung
  • Schlafhygiene
  • Wechselbäder
  • vor feuchter Kälte schützen

Ansteckung vermeiden:

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Lifeline/Wochit

 

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