Bildgebende Verfahren

Röntgen: Wie läuft die Untersuchung mit Röntgenstrahlen ab?

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Der Begriff Röntgen bezeichnet in der Medizin die Untersuchung einer bestimmten Körperregion durch Röntgenstrahlen. Dadurch können beispielsweise Organe oder Knochen bei Verdacht auf eine Krankheit oder im Anschluss an eine Therapie untersucht werden.

Junge Frau bei der Röntgenaufnahme
© Getty Images/Tom Werner

Bei einer Röntgenuntersuchung werden Röntgenstrahlen eingesetzt, um einzelne Körperregionen zu untersuchen. Dabei macht man sich die Tatsache zunutze, dass verschiedene Gewebe die Röntgenstrahlen unterschiedlich stark absorbieren. Entdeckt wurde die Röntgenstrahlung 1895 von Wilhelm Conrad Röntgen im Physikalischen Institut der Universität Würzburg. Der Entdecker erhielt dafür 1901 den Nobelpreis der Physik.

Artikelinhalte im Überblick:

Die wichtigsten Untersuchungen beim Arzt

Was ist Röntgen?

Röntgenstrahlen gehören zu den elektromagnetischen Wellen und werden mittels einer Röntgenröhre (Hochvakuumelektronenröhre) erzeugt. Die Strahlung durchdringt das Gewebe und wird je nach Dichte des zu untersuchenden Gewebes unterschiedlich stark absorbiert. Die Reststrahlung, die auf den Röntgenfilm trifft, erzeugt das Graustufenbild.

Die Methode ist heute eine Standarduntersuchung in der radiologischen Diagnostik. Sie ist schnell und einfach durchzuführen, kostengünstig und vielseitig einsetzbar. Allerdings ist die Strahlenbelastung für den Körper nicht unerheblich, welche das Risiko für Krebserkrankungen erhöht und vor allem die Keimzellen (Eizellen und Samenzellen) schädigen kann. Deshalb sollte der*die Arzt*Ärztin abwägen, ob die Indikation eine Untersuchung rechtfertigt. Um zu häufigem Röntgen vorzubeugen, können in einem Röntgenpass die durchgeführten Untersuchungen mit Datum festgehalten werden.

Digitale Röntgensysteme

Heute werden kaum noch klassische Röntgenfilme oder Platten eingesetzt, vielmehr werden die Bilder digital erzeugt. Vorteile gegenüber der konventionellen Röntgentechnik sind eine geringere Röntgenstrahlung und die Möglichkeit zur nachträglichen Bearbeitung der gewonnenen Bilder.

Die Strahlendosis bei einer Röntgenaufnahme richtet sich nach der Dichte der betreffenden Region und wird durch eine Anpassung der Spannung im Röntgensystem erzielt. So wird zum Beispiel für die Mammografie eine höhere Dosis benötigt als für eine Röntgenuntersuchung des Fußknöchels.

Indikationen für eine Röntgenuntersuchung

Im Prinzip kann jede Region des Körpers geröntgt werden, wobei die Qualität und Aussagekraft des jeweiligen Bildes stark von der Dichte des untersuchten Gewebes abhängt. Die korrekte Ausrichtung von zu untersuchendem Organ und Röntgengerät spielt ebenfalls eine wichtige Rolle.

Eine Untersuchung mittels Röntgenstrahlen wird hauptsächlich im Rahmen der medizinischen Diagnostik durchgeführt. Bei Verdacht auf Knochenbrüche, Krebs, Fremdkörper oder Entzündungen kann ein Röntgenbild einen ersten Hinweis liefern oder bereits eine Diagnose ermöglichen.

Beispielhafte Anwendungen der Röntgendiagnostik sind:

  • Röntgen des Knochensystems zur Diagnose von Knochenbrüchen, Rippenprellung, Gelenkverschleiß, Entzündungen und Verletzungen von Gelenken, Sehnen oder Bändern.

  • Röntgenuntersuchungen des Kopfes zur Feststellung von Schädelbrüchen und Entzündungen der Nasennebenhöhlen. In der Zahnmedizin wird mit Röntgenaufnahmen der Zahnstatus des gesamten Gebisses erhoben, es können Fehlstellungen, Entzündungen von Zahnwurzeln sowie Karies (auch unter Plomben) und Parodontitis diagnostiziert werden.

  • Beim Röntgen-Thorax werden die Organe des Brustraums durchleuchtet. Feststellen lassen sich so zum Beispiel angeborene Herzfehler, Herzmuskelentzündungen (Myokarditis), Lungenkrebs oder Tuberkulose.

  • Eine Röntgenuntersuchung des Bauchraums wird bei Verdacht auf chronische Darmentzündungen, Tumoren an Magen und Darm sowie bei der Diagnose von Nieren- und Harnwegserkrankungen und der Lokalisation von großen Nierensteinen angeordnet.

  • Die Mammografie ist eine Röntgenuntersuchung der weiblichen Brust und dient vor allem der Früherkennung von bösartigem Brustkrebs. Bei der speziellen Galaktografie werden die Milchgänge der Brust untersucht.

  • Auch die Computertomografie (CT) ist eine spezielle Form des Röntgens. Hierbei werden viele einzelne Schnittbilder angefertigt.

  • Die Angiografie ist ein spezielles Röntgenverfahren mit dem sich krankhafte Veränderungen an den großen Blutgefäßen im Brustraum und Gefäßverschlüsse erkennen lassen.

  • Bei der Phlebografie handelt es sich um ein Röntgenverfahren, mit dem sich tief liegende Venen darstellen lassen. Sie kommt unter anderem bei Verdacht auf Thrombose zum Einsatz.

  • Die Knochendichtemessung beruht ebenfalls auf Röntgenstrahlung.

Vorbereitung und Ablauf der Röntgenuntersuchung

Vor dem Röntgen müssen Kleidungsstücke sowie Uhren, Schmuck und sonstige Metallgegenstände abgelegt werden. Die Röntgenanlage besteht aus einem Röntgenapparat und einer Liege. Auf dieser liegt oder sitzt der*die Patient*in, während das Bild aufgenommen wird. Aufnahmen des Kiefers, der Wirbelsäule oder des Brustkorbs werden häufig auch im Stehen angefertigt.

Dass betreffende Körperteil wird auf eine Platte, den Röntgenfilm, gelegt und genau ausgerichtet. Danach verlässt das medizinische Personal den Raum und löst die Aufnahme vom Nebenraum aus. Über Lautsprecher können Anweisungen gegeben werden. Während der Aufnahme, die nur einen Sekundenbruchteil dauert, sollte man so ruhig wie möglich stehen, damit das Bild nicht unscharf wird.

Oft werden Aufnahmen in verschiedenen Ebenen erstellt, zum Beispiel bei Knochenbrüchen und Gelenkverletzungen. Betroffene liegen einmal auf der Seite, um eine Aufnahme der Innen- oder Außenseite des Gelenks zu ermöglichen und einmal auf dem Rücken, damit die Röntgenaufnahme mit Blick von oben durchgeführt werden kann. Zum Schutz vor Strahlen wird Patient*innen vor der Aufnahme eine Bleischürze über den Unterleib gelegt, da Röntgenstrahlen Blei nicht durchdringen können.


Einsatz von Kontrastmittel beim Röntgen

Eine Kontrastmitteldarstellung ermöglicht eine deutlichere Darstellung von Regionen, die mit einem einfachen Röntgenbild nicht ausreichend sichtbar gemacht werden können, da sie schwer zugänglich sind. Hierzu wird das Kontrastmittel über eine Tablette oder Injektion verabreicht und nach einer bestimmten Wirkungszeit die Röntgenaufnahme gemacht.

Das Kontrastmittel verändert die Eigenschaften des untersuchten Gewebes und ermöglicht ein kontrastreiches Röntgenbild. So sind Organe oder Blutgefäße auf dem Röntgenfilm meist deutlich sichtbar.

Wie hoch ist das Risiko durch Strahlenbelastung?

Bei jeder Durchleuchtung wird der Körper einer gewissen Strahlung ausgesetzt. Abhängig vom Körperteil ist diese Strahlung unterschiedlich hoch. In der Regel liegt der Wert jedoch unterhalb der Strahlenexposition, welcher der Mensch innerhalb eines Jahres natürlicherweise ausgesetzt ist. So beträgt die Strahlenmenge bei einem Röntgen der Lunge in etwa der eines Langstreckenflugs.

Bei Frauen im gebärfähigen Alter und Kindern sollte eine Röntgenuntersuchung nur sparsam eingesetzt werden, in der Schwangerschaft möglichst vermieden werden. Denn je nach Zeitpunkt und Stärke der Bestrahlung können Fehlbildungen an Organen und Wachstumsstörungen des Ungeborenen auftreten.

Bei der Verwendung von Kontrastmitteln können allergische Reaktionen auftreten. Wenn eine Allergie auf Kontrastmittel bekannt ist, sollte der*die behandelnde Radiologe*Radiologin vor der Untersuchung darauf hingewiesen werden.

Alternative Untersuchungsmethoden zum Röntgen

In der Radiologie können alternativ zum Röntgen beispielsweise eine Ultraschalluntersuchung (Sonografie), eine Computertomografie (CT) oder eine MRT (Kernspintomografie) durchgeführt werden. Die Alternative ist abhängig von der Körperregion, die untersucht werden soll. Der Ultraschall etwa eignet sich vorwiegend für Untersuchungen innerer Organe wie Nieren und Gebärmutter. Eine MRT wird oft zur Untersuchung von Gelenken angewandt.

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