Was steckt dahinter?

Knubbel: Knoten unter der Haut

Gesicht, Hals, Intimbereich: Knubbel unter der Haut können an vielen Körperstellen auftreten. Auch wenn viele bei Knoten unter der Haut sofort an einen Tumor denken, ist die Sorge häufig unbegründet.

Arzt untersucht Knoten unter der Haut am Rücken
Knoten unter der Haut können an allen Körperstellen auftreten.
© iStock.com/jarabee123

Wer einen Knoten unter der Haut entdeckt, sollte den Knubbel vorsichtshalber von einem Hautarzt abklären lassen – auch wenn häufig eine harmlose Ursache hinter der Hautveränderung steckt. Gemeinsam mit dem Betroffenen entscheidet der Arzt das weitere Vorgehen und bespricht, ob der Knoten unter der Haut entfernt werden sollte.

Artikelinhalte im Überblick:

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Was sind Knubbel unter der Haut?

Bei einem Knubbel unter der Haut denken viele Menschen an einen Tumor. Allerdings handelt es sich bei tastbaren Knoten keinesfalls immer um Krebserkrankungen. Vielmehr gibt es eine Reihe harmloser Ursachen für sichtbare oder tastbare Knoten unter der Haut:

  • Abszess: Es handelt sich um eine bakteriell verursachte Eiteransammlung, die häufig direkt in der Haut entsteht. Abszesse können alle Körperstellen betreffen, auch an inneren Organen kann sich ein Abszess bilden. Betroffene sollten den Abszess nicht selbst öffnen, da Eiter und Bakterien sonst ins Gewebe eindringen. Vielmehr sollten sie einen Hautarzt aufsuchen.

  • Atherom: Ein Atherom ist eine gutartige Zyste in der Haut, die im Bereich eines Haarfollikels entsteht und am gesamten Körper auftreten kann. Ob ein Atherom entfernt werden muss, sollten Betroffene mit einem Hautarzt besprechen.

  • Furunkel: Tiefliegende Entzündung des Haarfollikels, die von Bakterien hervorgerufen wird. Typischerweise bilden sich Furunkel im Gesicht, am Po oder im Intimbereich.

  • Zyste: Zysten sind halbkugelige, prallelastische Knoten, die Hornmaterial enthalten. Sie wachsen langsam, sind meist hautfarben und entstehen vorangig im Gesicht und am Rücken.

Knubbel unter der Haut im Gesicht

Im Gesicht handelt es sich bei Knubbeln unter der Haut häufig um einen Abszess oder Pickel. Auch Akne kann sich in Form von entzündeten Knoten zeigen. Da selbst Erwachsene noch Akne bekommen können, sollte diese Möglichkeit bei Hautveränderungen im Gesicht berücksichtigt werden. Ärzte sprechen in diesem Fall von Spätakne, die verschiedene Ursachen haben kann: Hormonelle Veränderungen, Stress, eine zu reichhaltige Pflege oder ungesunde Ernährung sind nur ein paar Beispiele.

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Milien stören meist nur kosmetisch

Als Milien oder Hautgrieß werden winzige Zysten in der Haut bezeichnet. Die gutartigen Kapseln sind hart, nicht entzündet und bestehen aus Bindegewebe und Hautzellen. Die Zysten sind harmlos und werden meist nur aus kosmetischen Gründen als störend empfunden. Milien sollten von Betroffenen nicht selbst entfernt werden, vielmehr können der Hautarzt oder eine Kosmetikerin helfen. Häufig treten Milien auch bei Neugeborenen im Gesicht auf. Die Zysten heilen bei Säuglingen jedoch innerhalb weniger Wochen von selbst ab.

Hagelkorn und Gerstenkorn: Knoten am Augenlid

Sichtbare Knoten am Augenlid sind in den meisten Fällen ein Hagelkorn oder Gerstenkorn. Beide sind gutartige Knoten, die sich leicht verschieben lassen. Ein Hagelkorn ist in der Regel harmlos und bildet sich von selbst wieder zurück. Es entsteht durch verstopfte Talgdrüsen am Augenlid. Im Gegensatz dazu ist ein Gerstenkorn eine ansteckende Infektion mit Bakterien. Betroffene sollten ein Gerstenkorn nicht berühren, da sich die Entzündung sonst ausbreitet und sie andere mit den Bakterien anstecken.

Knoten am Hals

Sind am Hals nicht schmerzhafte Knubbel tastbar, kann es sich um vergrößerte oder geschwollene Lymphknoten handeln. Meistens treten sie während einer Erkältung oder Grippe auf: Die Lymphknoten sind ein wichtiger Teil des Immunsystems, da sie Antikörper und Lymphozyten (spezielle weiße Blutkörperchen) bilden, um Krankheitserreger abzuwehren. In der Folge schwellen die Lymphknoten an und sind als Knoten unter der Haut tastbar. Besonders viele Lymphknoten finden sich am Hals, in der Brust und der Leistengegend.

Neben geschwollenen Lymphknoten handelt es sich bei Knubbeln am Hals meist um Knoten in der Schilddrüse. Daneben können hinter den knotigen Veränderungen am Hals auch eine Zyste oder ein Abszess stecken.

Knoten an der Schilddrüse

Eine andere Ursache für Knubbel am Hals können Knoten in der Schilddrüse sein. Solange sie klein sind, können Betroffene sie meist nicht von außen erstasten. Erst wenn die Knoten größer werden, sind sie fühlbar unter der Haut. Ärzte unterscheiden bei Knoten in der Schilddrüse zwischen heißen und kalten Knoten: In der Regel sind heiße Knoten gutartig, sie produzieren eigenständig Schilddrüsenhormone und können durch die Hormonproduktion zu einer Schilddrüsenüberfunktion führen.

Kalte Knoten bilden dagegen keine Hormone und beeinträchtigen die Funktion der Schilddrüse daher nicht. Ursache der kalten Knoten können Zysten, Entzündungen oder Tumorerkrankungen sein.

Knubbel hinter dem Ohr

Wenn ein Knoten hinter dem Ohr spürbar ist, handelt es sich häufig um einen geschwollenen Lymphknoten. Dies gilt insbesondere für Menschen, die eine Erkältung, Grippe oder Infektion durchmachen beziehungsweise gerade hinter sich haben. Besteht der Knubbel dagegen über einen längeren Zeitraum oder wird langsam größer, sollten Betroffene besser einen Arzt zum Abklären der Ursache aufsuchen.

Wie fühlt sich ein Knoten in der Brust an?

Bei Knoten in der Brust denken viele Betroffene zwar sofort an Brustkrebs, doch weitaus häufiger stecken hinter den Knoten Zysten oder ein Fibroadenom. Eine Zyste in der Brust ist ein mit Flüssigkeit gefüllter Hohlraum, der unterschiedlich groß werden kann. Im Normalfall sind Zysten gutartig und müssen nicht entfernt werden. Fibroadenome sind kleine, gutartige Tumoren aus Brustdrüsen- und Bindegewebe. Sie sind als Knoten unter der Haut ohne Schmerzen tastbar und lassen sich leicht verschieben. Zwischen dem 15. und 35. Lebensjahr bilden sich Fibrodadenome am häufigsten, auch in den Wechseljahren können die Knoten auftreten.

Eine regelmäßige Selbstuntersuchung der Brust vermittelt mehr Sicherheit im Umgang mit der eigenen Brust und hilft, ihre Beschaffenheit besser zu verstehen.

Knubbel im Intimbereich

Häufig steckt hinter einem Knoten im Intimbereich ein Abszess. Durch kleine Verletzungen der Haut während der Rasur beispielsweise können Bakterien eindringen und Entzündungen hervorrufen. Heilt der Abszess nicht von alleine, sollten Betroffene einen Hautarzt aufsuchen, der den Knoten fachkundig öffnet.

Schmerzhafte Knoten im Intimbereich verursacht auch die chronische Hauterkrankung Akne inversa. Sie betrifft überwiegend Menschen im Erwachsenenalter, die unter entzündeten Haarfollikeln im Achsel- und Intimbereich leiden. Durch die Schmerzen und mögliche Komplikationen wie Abszesse leiden Betroffen oft auch seelisch unter der Hauterkrankung.

Knubbel am After

Häufige Ursache für Knoten am After ist ein Analabszess. Er verursacht oft starke Schmerzen, sodass sich Betroffene nicht mehr normal setzen können. Auch die Akne inversa kann schmerzhafte knotige Entzündungen im Bereich des Afters verursachen.


Daneben können vergrößerte Hämorrhoiden hinter tastbaren Knoten am After stecken. Dabei handelt es sich um Ausbuchtungen von Blutgefäßen im Bereich des Mast- und Enddarms. Hämorrhoiden sind ein ganz normaler Bestandteil des Analbereichs und dichten gemeinsam mit dem Schließmuskel den After ab. Wachsen sie jedoch über ihr Normalmaß hinaus und verursachen Beschwerden wie Schmerzen, Jucken oder Brennen, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Knoten am Hoden

Ursache für Knubbel am Hoden können harmlose Zysten oder eine lokale Entzündung sein. Da ein nicht schmerzender Knoten am Hoden auch ein Symptom von Hodenkrebs sein kann, sollten Betroffen frühzeitig ihren Hausarzt oder Urologen aufsuchen. Hodenkrebs ist jedoch eine seltene Krebserkrankung und hat gute Heilungschancen. Um Veränderungen bereits im frühen Stadium zu entdecken, sollten Männer regelmäßig ihre Hoden selbst abtasten.

Lipom: Gutartige Fettgeschwulst

Als Lipome werden gutartige Tumoren bezeichnet, die aus Fettgewebszellen bestehen. Nahezu jedes Lipom wächst unter der Haut und ist daher leicht tastbar. In den häufigsten Fällen entwickelt sich ein Lipom im Nacken, an den Oberarmen, den Oberschenkeln oder am Bauch. Da die Geschwulst meist keine Schmerzen oder andere Symptome verursacht, muss sie nicht zwangsläufig entfernt werden. Viele Betroffene stören sich jedoch kosmetisch an ihrem Lipom und wünschen die Entfernung des Tumors. Der Hautarzt ist in jedem Fall der richtige Ansprechpartner bei einem Verdacht auf ein Lipom.

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