Schluckbeschwerden, Kratzen, Brennen

Halsschmerzen: Was dagegen hilft

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Schluckbeschwerden, Kratzen, Brennen oder Schmerzen beim Sprechen: Halsschmerzen sind keine eigenständige Erkrankung, aber ein häufiges Symptom. Welche Ursachen kann Halsweh haben und welche Hausmittel helfen?

Was tun bei Halsschmerzen?
© Getty Images/Brothers91

Die Kehle fühlt sich wund und trocken an, einzelne Bissen zu schlucken kosten Überwindung und das Sprechen tut weh: Halsschmerzen treten oftmals im Rahmen einer Erkältung oder eines anderen Infekts der oberen Atemwege auf, aber auch andere Ursachen und Erkrankungen können sie bedingen. Was hilft gegen Halsschmerzen?

Artikelinhalte im Überblick:

Halsschmerzen: Welche Hausmittel helfen?

Hausmittel: Was hilft gegen Halsschmerzen?

Treten Halsschmerzen bei einer Erkältung oder Grippe auf, können verschiedene Hausmittel helfen und Linderung verschaffen:

  • Viel trinken: Mindestens zwei Liter Wasser oder Tee helfen, die Rachenschleimhaut feucht zu halten und Keime auszuspülen.

  • Tee gegen Halsschmerzen: Salbeitee wirkt desinfizierend und hat sich bei Halsschmerzen und Heiserkeit gut bewährt. Auch empfiehlt sich Tee aus frischem Ingwer. Er regt die Schleimhautdurchblutung an und unterstützt so das Immunsystem.

  • Gurgeln: Salzwasser oder abgekühlter Salbeitee sind geeignete Gurgellösungen bei Halsschmerzen. Gurgeln hilft ebenfalls dabei, die Schleimhäute feucht zu halten.

  • Rauchverzicht: Tabakrauch reizt den Rachen zusätzlich, deshalb sollte bei Halsschmerzen und Erkältung auf Zigaretten verzichtet werden.

  • Kühlen: Geschwollene Schleimhäute können durch Kühlen abschwellen, wodurch Schluckbeschwerden zurück gehen. Dazu einfach Salbeitee in Eiswürfelformen einfrieren und gelegentlich lutschen. Den Hals dabei von außen mit einem Schal warm halten.

  • Zwiebelsaft: Zwiebeln wirken entzündungshemmend und keimtötend. Als Sirup sind sie gut gegen Husten und Halsschmerzen geeignet. Dafür eine Zwiebel schälen und klein schneiden, Honig zugeben und über Nacht stehen lassen. Die Mischung durch ein Tuch pressen und die festen Bestandteile entfernen. Den Saft vorsichtig löffeln. Für Säuglinge ist der Zwiebelsaft mit Honig nicht geeignet, denn Honig kann zu Vergiftungen führen.

Halswickel bei Halsschmerzen

Wickel sind ein beliebtes Hausmittel, auch bei Halsschmerzen können sie helfen. Halswickel spenden Wärme und fördern die Durchblutung. Besonders wärmespendend sind Kartoffelwickel, denn das Wurzelgemüse speichert die Hitze sehr lange.

Für den Kartoffelwickel 500 Gramm Kartoffeln mit Schale weichkochen. Kurz abkühlen lassen und noch warm auf ein kleines Tuch geben. Im Tuch die Kartoffeln zerdrücken und einschlagen. Das Tuch auf den Hals legen und mithilfe eines größeren Tuchs oder eines Schals fixieren. Der Halswickel sollte mindestens 30 Minuten wirken und abgenommen werden, wenn er ausgekühlt ist.

Auch Quarkwickel oder Wickel mit warmem Wasser und ätherischen Ölen als Zusatz können bei Halsschmerzen Anwendung finden. Kinder reagieren sensibler auf ätherische Öle, die Anwendung wird hier nicht empfohlen.

Halsschmerzen: Wann ärztliche Hilfe einholen?

In aller Regel sind Halsschmerzen ungefährlich und klingen nach wenigen Tagen ohne Komplikationen von selbst wieder ab. In manchen Fällen deutet Halsweh jedoch auf schwerwiegendere Erkrankungen hin, die medizinisch behandelt werden müssen. Ein*e Arzt*Ärztin sollte aufgesucht werden, wenn

  • die Halsschmerzen sehr stark sind,

  • zusätzlich hohes Fieber auftritt,

  • gerötete Mandeln mit Belägen bemerkt werden,

  • bei einseitigen starken Halsschmerzen in Kombination mit Schluckbeschwerden,

  • es zu einer Kiefersperre (Kieferklemme) kommt,

  • Lymphknoten am Hals angeschwollen sind,

  • bei ausgeprägtem Krankheits- und Schwächegefühl,

  • zudem Übelkeit und Bauchschmerzen auftreten.

Auch wenn die Symptome sehr lange anhalten oder plötzlich und heftig einsetzen, wird ärztliche Abklärung empfohlen.

Ursachen: Wie kommt es zu Halsschmerzen?

Bei Halsschmerzen sind die Schleimhäute im Rachen und Hals gereizt und häufig geschwollen. Ursache können verschiedene Infektionen mit Bakterien und Viren sein, aber auch eine Allergie kommt als Auslöser infrage.

Je nach Lage und entzündetem Abschnitt des Halses wird zwischen

unterschieden. Bei einer Entzündung der Gaumenmandeln sind diese oftmals sehr geschwollen und weißlich-gelb belegt. In vielen Fällen entsteht die akute Mandelentzündung durch einen viralen Infekt und einer zusätzlichen bakteriellen Infektion, etwa durch Steptokokken. Siedeln sich Bakterien im Rahmen einer Superinfektion bei einer Rachenentzündung an, kann es auch zu einer sogenannten Seitenstrangangina kommen, die sich durch starke Halsschmerzen, Rötung und Schwellung im seitlichen Rachenraum bemerkbar macht.

Weitere Ursachen für Halsschmerzen sind:

Zudem kann bei anhaltenden schweren Schluckbeschwerden und Halsschmerzen ein Tumor im Kehlkopf (Kehlkopfkrebs) für die Symptome infrage kommen. Auch Erkrankungen der Schilddrüse (wie Hashimoto-Thyreoiditis) können zu Halsschmerzen führen.

Kinderkrankheiten können Halsschmerzen verursachen

Darüber hinaus gibt es noch weitere Infektionskrankheiten, bei denen Halsschmerzen ein gängiges Symptom ist, darunter die Kinderkrankheiten Diphtherie, Scharlach und Mumps.

Gegen Diphtherie und Mumps gibt es bereits Schutzimpfungen, Scharlach wird durch eine Streptokokken-Infektion ausgelöst, ein typisches Anzeichen ist die sogenannte Himbeerzunge.

Zunge: Was Belag und Farbe bedeuten

Halsschmerzen: Coronavirus-Infektion als Ursache

Auch eine Infektion mit dem Coronavirus kann in manchen Fällen zu Halsschmerzen führen. Da Halsschmerzen nicht spezifisch für eine Erkrankung sind, ist in jedem Fall ein Test zur Abklärung ratsam. Nur so kann bei Halsschmerzen eine Infektion mit SARS-CoV-2 sicher ausgeschlossen werden.

Arten von Halsschmerzen: Welche Beschwerden sind typisch?

Halsschmerzen sind nicht immer gleich, die Beschwerden können stark variieren, typische Arten von Halsweh sind etwa:

  • Brennen im Hals: Kehle und Hals fühlen sich wund an, Sprechen verursacht Schmerzen, oftmals kommt noch Heiserkeit hinzu. Der Rachen sieht dabei häufig sehr gerötet aus.
  • Kloß im Hals: Betroffene haben ein Fremdkörpergefühl, doch Husten, Räuspern und Trinken scheinen den Kloß nicht entfernen zu können. Außerdem können Probleme und Schmerzen beim Essen oder Trinken auftreten.
  • Trockenheitsgefühl: Trinken schafft kurz Abhilfe, die Schleimhäute im Rachen und Hals kratzen oder jucken.

In den meisten Fällen kommen Halsschmerzen nicht isoliert vor, weitere Symptome wie Schnupfen, Husten, Kopfschmerzen und leichtes Fieber deuten etwa auf einen grippalen Infekt (Erkältung) hin. Dann verschwindet das Halsweh in der Regel schnell wieder und es bedarf keiner zusätzlichen Behandlung. Zudem können Halsschmerzen bis in die Ohren ausstrahlen oder auch unangenehmen Mundgeruch verursachen.

Diagnose: Welche Ursache steckt hinter den Halsschmerzen?

Erste Anlaufstelle bei Halsschmerzen ist in der Regel eine hausärztliche Praxis, bei Bedarf kann dann an eine*n Hals-Nasen-Ohren-Spezialist*in weiterverwiesen werden. Die Diagnose erfolgt zunächst über die Beschreibung der genauen Beschwerden und etwaigen Vorerkrankungen in einem Anamnesegespräch. Um Rötungen, Schwellungen und Beläge der Mandeln feststellen zu können, wird meist eine Blickuntersuchung des Rachens durchgeführt. Um eine gute Sicht zu gewährleisten, müssen Erkrankte dabei ihren Mund weit öffnen, die Zunge wird herausgestreckt und mithilfe eines Holzspatels heruntergedrückt.

Im Rahmen einer Tastuntersuchung wird der Hals auf vergrößerte Lymphknoten oder eine vergrößerte Schilddrüse hin untersucht. Ein Abstrich im Rachenraum kann notwendig sein, um den verursachenden Erreger der Halsentzündung zu identifizieren.

Weitere mögliche Untersuchungsverfahren sind:

Ärztliche Behandlung: Was hilft gegen Halsschmerzen?

Ist eine von Bakterien verursachte Mandelentzündung der Auslöser, kommen in der Regel Antibiotika zum Einsatz, um diese schnell und komplikationslos abklingen zu lassen. Sind Viren die Ursache für die Halsschmerzen, etwa im Rahmen einer Erkältung oder Grippe, können Schmerzmittel wie nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) eingesetzt werden, um die Symptome zu lindern.

Zudem wird Ruhe empfohlen, damit der Körper sich erholen kann. Darüber hinaus können Lutschpastillen, Halsbonbons und Sprays aus der Apotheke helfen, den Rachen zu beruhigen. Viele Medikamente wirken schmerzlindernd, betäubend, entzündungshemmend und desinfizierend. Sie können sowohl gegen akute Schmerzen helfen als auch den Körper beim Heilungsprozess unterstützen.

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