Muskel- und Gelenkbeschwerden
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Rückenschmerzen: Was hilft?

Bei Rückenschmerzen richtet sich die Behandlung nach der Ursache und der Art der vorliegenden Beschwerden. Grundsätzlich können zum Beispiel Medikamente, Massagen, Akupunktur oder Osteopathie zum Einsatz kommen.

Die Behandlung von Rückenschmerzen ist äußerst individuell. Die Ursachen sind ebenso richtungsweise wie die Unterscheidung zwischen akuten und chronisch auftretenden Beschwerden. Dennoch an dieser Stelle ein grober Überblick über die zur Verfügung stehenden Behandlungsmöglichkeiten bei Rückenschmerzen:

Medikamentöse Therapie bei Rückenschmerzen

Insbesondere bei akuten Schmerzen sind schmerzstillende und entzündungshemmende Medikamente häufig das Mittel der Wahl.

Zur Anwendung kommen:

  • Schmerzstillende Wirkstoffe (Analgetika) wie Acetylsalicylsäure oder Paracetamol, auch pflanzliche Wirkstoffe wie Beinwell
  • Entzündungshemmende Wirkstoffe (NSAR – nicht steroidale Antirheumatika) z.B. Diclofenac, Novaminsulfon
  • Muskelentspannende Medikamente
  • Kortison
  • Opiate (bei starken Schmerzen)
  • Antidepressiva und Antiepileptika (eher bei chronischen Schmerzen)

Je nach Wirkstoff und Dosierung können gewisse Medikamente verschreibungspflichtig sein. Über die richtige Anwendung sollte man sich vorab bei Arzt oder Apotheker erkundigen.

Mitunter kommen auch lokal wirksame Betäubungsmittel in Frage, die gezielt in den schmerzenden Bereich gespritzt werden (Schmerzblockade). Eine derartige medikamentöse Therapie wird insbesondere bei ausgeprägten, akuten Schmerzzuständen angewendet.

Schonung bzw. Bewegung

In manchen Fällen ist bei akuten Rückenschmerzen eine vorübergehende Schonhaltung von etwa ein bis zwei Tagen nötig. Entlastend für die Wirbelsäule ist beispielsweise die Stufenbettlagerung (Rücken liegt flach, Beine im 90 Grad Winkel auf einem Gegenstand liegend).

Allerdings sollte die Schonung nicht zu lange anhalten – wichtig ist eine gezielte Mobilisation, am besten unter Anleitung eines Physiotherapeuten. Bettruhe bei Rückenschmerzen ist heute weitestgehend überholt! Wie groß das Maß an Bewegung allerdings sein soll und welche Trainingseinheiten geeignet sind, wird im individuellen Fall zu entscheiden sein.

Massagen

Massagen können zum Beispiel hilfreich sein, wenn Muskelverspannungen als Ursache für Rückenschmerzen diagnostiziert sind. Wichtig ist eine professionelle Ausführung der Massage. Sollten akute Entzündungen vorliegen, wird von einer Massage eher abgeraten.

Eine spezielle Form der Massage ist die Osteopathie – mittels speziellen Handgriffen soll hier die Mobilisation gezielt wieder hergestellt werden.

Wärmeanwendungen

Ebenfalls bei Muskelverspannungen haben sich Wärmeanwendungen (z.B.: Wärmflasche, Kirschkernkissen, wärmendes Pflaster) bewährt. Wärme wird bei Entzündungen allerdings nicht empfohlen.

Gezielte Entspannung

  • zum Selbsttest

    Sie leiden an Rückenschmerzen und stellen sich Fragen wie: Sind die Beschwerden gefährlich? Muss ich zum Arzt? Die Selbsttest hilft Ihnen, die Ursachen einzugrenzen.

In manchen Fällen können chronische Rückenschmerzen durch gezielte Entspannungsverfahren ergänzend behandelt werden. Geeignet sind zum Beispiel Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung nach Jacobson oder auch Meditation. Denn wenn der Geist entspannt, lässt meist auch die Anspannung in den Muskeln nach.

Akupunktur

Viele Patienten berichten über positive Effekte der Akupunktur bei Rückenschmerzen. Wichtig sind die fachgerechte Ausführung und die vorherige Abklärung möglicher Kontraindikationen. Gegebenenfalls bringt die Kombination von Akupunktur mit leichten Schmerzmitteln den gewünschten Erfolg.

Operationen

Operationen bei Rückenschmerzen sind manchmal nötig, wenn beispielsweise ein Bandscheibenvorfall die Schmerzen verursacht. Häufig heilt der auch ohne Operation aus – bei besonderen Beschwerden wie zum Beispiel einem Taubheitsgefühl im Anal- oder Genitalbereich allerdings ist eine sofortige Operation unumgänglich.

Die Operation wird heute zunehmend minimal-invasiv durchgeführt.

Tipps gegen Rückenschmerzen
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    Bewegung statt Schonhaltung

    Bettruhe war gestern! Bei Rückenschmerzen ist Schonung für maximal 1-2 Tage empfehlenswert. Besser ist es, der verspannten Muskulatur etwas entgegen zu setzen und die Muskeln durch sanfte Bewegung zu lockern. So beugen Sie dem Teufelskreis Schmerz vor! Lassen Sie sich von einem Physiotherapeuten oder Fitness-Trainer erklären, worauf es jetzt ankommt.

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    Extreme Belastungen vermeiden

    Auch wenn Bewegung bei Rückenschmerzen grundsätzlich gut ist, meiden Sie jetzt extreme Belastungen. Gehen Sie bei schweren Einkaufstüten lieber zweimal und tragen Sie nicht alles auf einmal in den vierten Stock. Lassen Sie sich bei schweren Getränkekästen helfen. Und falls Sie Ihren Bizeps trainieren wollen: Legen Sie lieber ein Gewicht weniger auf als üblich.

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    Wärme tut gut

    Wohlige Wärme ist bei Rückenschmerzen – sofern sie nicht entzündlicher Natur sind – durchaus wohltuend, denn sie sorgt für eine bessere Durchblutung der Muskulatur. Eine Rotlicht-Bestrahlung von etwa 20 Minuten kann ebenso hilfreich sein wie ein schönes Vollbad. Nutzen Sie auch Zusätze wie Lavendel oder Melisse, die einen zusätzlich entspannenden Effekt auf die Muskulatur haben.

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    Massagen: Für lockere Muskeln – gegen den Stress

    Eine Massage ist eine Wohltat für Körper und Seele. Denn egal ob klassische Massage oder Thai-Massage – die gekonnten Griffe des Masseurs lösen Blockaden, bringen die Durchblutung in Schwung und sorgen dafür, dass die Muskulatur endlich mal wieder locker lassen kann. Das gilt übrigens auch für die Seele – denn wo könnte man besser abschalten, als bei einer entspannende Massage? So lösen sich Verspannungen fast wie von selbst.

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    Schmerzmittel mit Bedacht anwenden

    Chemisch-synthetische Schmerzmittel sind zwar bei Schmerzen unterschiedlichster Art und damit auch bei Rückenschmerzen eine durchaus effektive Möglichkeit, die Beschwerden zu lindern, sie bergen allerdings auch das Risiko von Nebenwirkungen, zum Beispiel im Bereich von Nieren und Leber. Daher empfehlen Experten Schmerzmittel nur einzunehmen, wenn andere Methoden versagt haben und sie nur kurzfristig anzuwenden. Das gilt vor allem bei Kindern, für die verschiedene schmerzhemmende Wirkstoffe wie Acetylsalicylsäure häufig noch gar nicht geeignet sind.

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