Knochenbruch am Bein

Sprunggelenksfraktur

Eine Sprunggelenksfraktur passiert oft beim Sport durch starke Krafteinwirkung, etwa einen Sturz. Ein gebrochenes Sprunggelenk ist sogar einer der häufigsten Frakturen bei Erwachsenen.

Frau mit verletztem Knöchel
Knöchel nur verstaucht oder doch eine Sprunggelenksfraktur, also ein Bruch?
(c) Stockbyte

Frakturen (= Brüche) des Sprunggelenks entstehen meistens durch ein Trauma, also einen Sturz beim Sport oder sonstigen Unfall. Generell meint der Begriff "Sprunggelenk(s)fraktur" einen Bruch des oberen Sprunggelenks, welches Fußheben und -senken ermöglicht. Das untere Sprunggelenk hingegen lässt uns die die Ferse nach innen und etwas nach außen drehen.

Fußballverletzungen

Verrenkung führt zum Sprunggelenkbruch

Dabei ist das Sprunggelenk sehr kompliziert aufgebaut und setzt sich aus dem Wadenbein, Schienbein und Sprungbein zusammen. Zahlreiche Bänder fixieren es zu einem Gelenk. Auslöser für einen Sprunggelenksfraktur ist zunächst immer eine Verrenkung oder Luxation dieses Gelenks durch die ungewöhnliche Krafteinwirkung, die bei der ursächlichen Verletzung entsteht.

Meist dehnt sich der Sportler dabei ein Band. Bänderrisse sind seltener, treten aber manchmal in Verbindung mit einem Bruch (Fraktur) eines oder mehrerer Knochen des oberen Sprunggelenks auf. Die Sprunggelenksfraktur ist unter Erwachsenen der zahlenmäßig häufigste Bruch eines Beinknochens.

Klassifikation der Sprunggelenksfraktur nach Weber/Danis

Ärzte teilen den Sprunggelenkbruch je nach Ort ihres Auftretens in drei Klassen ein. Als Fixpunkt dient dabei die sogenannte Syndesmose, oben beschriebene Bänder, die das Sprunggelenk zusammenhalten. Bricht das Wadenbein unterhalb dieser Syndesmosebänder, gehört die Fraktur zur Klasse A, bricht sie auf gleicher Höhe, handelt es sich um einen Bruch der Klasse B. Bricht das Sprunggelenk oberhalb der Syndesmose, ist es eine C-Fraktur. 

Von A nach C steigt sowohl der Schaden, den das Sprunggelenk durch die Fraktur nimmt, wie auch die Wahrscheinlichkeit von Komplikationen der Sprunggelenksfraktur. Dazu gehören etwa Nekrosen, Thrombose (Blutgerinnsel) oder das falsche Zusammenheilen des Sprunggelenks nach dem Bruch.

Sprunggelenksfraktur: Ursachen

Bei Sprunggelenksfrakturen werden die Luxationsfrakturen nach Weber unterschieden, von denen es drei Arten gibt, zusätzlich gibt es die Stauchungsfraktur (Pilon Tibial) und die sogenannte "Fraktur im fünften Haus" sowie die Maisonneuve-Fraktur.

Sprunggelenkbruch: Was ist die Weber A Fraktur?

Die Weber A Fraktur beschreibt einen Bruch am unteren Ende des Wadenbeins ohne weitere Verletzung von Bändern. Die Sprunggelenkgabel bleibt erhalten. Als Weber B Fraktur bezeichnet man einen Bruch des Wadenbeins mit Riss des Innenbands und eines der drei Außenbänder. Hier ist die Gelenkgabel nicht mehr vollständig und das Gelenk verschoben. Bei der Weber C Fraktur bricht das Wadenbeinbein oberhalb des Sprunggelenks, zusätzliche reißen das Innenband und zwei Außenbänder. Auch hier ist das Gelenk verschoben und zusätzlich reißt die Syndesmose ein, ein Band, das Schien- und Wadenbein fast über die gesamte Länge aneinander hält.

Bei einem Sturz aus großer Höhe auf die Füße kann eine sogenannte Stauchungsfraktur (Pilon Tibial) des Sprunggelenks entstehen. Hier brechen am Schienbein beide Teile ab, die die Gelenkgabel bilden. Auch hier bricht das Wadenbein und nicht selten wird das Sprungbein verletzt, die Bänder bleiben jedoch meist unverletzt. Hierbei sind auch die Gelenkflächen betroffen und Spätfolgen wie Arthrose können entstehen.

Bei der Maisonneuve-Fraktur bricht das Wadenbein im oberen Drittel, die Syndesmose ist beinahe komplett gerissen, ebenso das Innenband und zwei Außenbänder. Das Gelenk befindet sich in Fehlstellung und ist instabil.

Sprunggelenksfraktur: Symptome

Manchmal kann man einen Sprunggelenkbruch ertasten oder bei einem offenen Bruch sogar sehen. Fehlstellungen deuten auch auf einen Bruch hin. Häufiger als die direkte Gewalteinwirkung, das sogenannte Anpralltrauma, ist die indirekte. Hier wird das Sprunggelenk unter Belastung durch Dreh- und Biegebewegung über das mögliche Maß hinaus belastet und immer beteiligt ist dabei der Wadenbeinbeinknochen (Fibula).

Sprunggelenksfraktur: Diagnose

Bei Verdacht auf Maisonneuve-Fraktur (Schmerzen im oberen Drittel des Unterschenkels) macht man eine Röntgenaufnahme des gesamten Unterschenkels, um den gesamten Umfang der Verletzung zu erkennen. Je nach Schwere der Verletzung richtet sich die Untersuchungsmethode: Eine Computertomografie (CT) oder eine Magnetresonanztomografie (MRT) können notwendig sein; mittels Ultraschall-Untersuchung (Sonografie) kann man die Blutgefäße untersuchen, denn bei schweren Verletzungen können auch Gefäße oder Nerven betroffen sein.

Sprunggelenksfraktur: Therapie

Alle anderen Frakturen des Sprunggelenks werden in der Regel operiert. Hierbei wird das Gelenk wieder in die richtige Position gebracht (reponiert) und mit einer Platte das Wadenbein stabilisiert. Gegebenenfalls wird die Syndesmose mit einer Schraube versorgt. Je nach Verletzung baut der Operateur Draht, Zugschrauben, Platten und Ähnliches in den Unterschenkel ein. Ziel der Operation ist es, das Gelenk möglichst in Normalstellung zu fixieren, bis das Operationsgebiet verheilt ist. Das Material wird in der Regel nach einem Jahr wieder herausoperiert.

Nach der OP des Sprunggelenkbruchs

Nach der Operation einer Sprunggelenksfraktur beginnt idealerweise noch im Krankenhaus die Physiotherapie. Die Schwellung wird mittels Lymphdrainage reduziert, leichte Bewegungsübungen können schon bald vollzogen werden. Während der Zeit in der das betroffene Bein noch nicht ausreichend belastet wird, arbeitet das Venensystem nur eingeschränkt. Hier erhält der Betroffene Thromboseprophylaxe in Form von Spritzen, die sich der Betroffene meist selbst unter die Haut (subkutan) einbringt. Nach vollendeter Wundheilung wird die Narbe mobilisiert. Die Belastbarkeit des Gelenks steigert sich nach und nach, die Physiotherapie wird umfangreicher und intensiver bis nach mehreren Wochen die volle Belastbarkeit erreicht ist. Bei schweren Verletzungen des Sprunggelenks mit Nervenschäden oder Mehrfachbrüchen bedarf es oft einer stationären Rehabilitation. Im Laufe der Therapie werden Hilfsmittel wie Gehhilfen oder Gelenkstützen (Orthesen) eingesetzt.

Passiert die Sprunggelenksfraktur beim Sport, ist es im Zuge der Ersthilfe bisweilen nötig, dass selbst Laien das Sprunggelenk einrenken, also wieder in die richtige Position bringen. Andernfalls steigt das Risiko für Komplikationen wie Nekrosen.

Sprunggelenksfraktur: Verlauf

In den meisten Fällen wird bei Frakturen (Brüche) des Sprunggelenks die volle Belastbarkeit zurückerlangt. Bei irreparablen Nervenschäden muss man jedoch unter Umständen ein Leben lang eine Orthese tragen.

Sprunggelenksfraktur: Vorbeugen

Schuhe, die über die Knöchel reichen, bieten dem Sprunggelenk mehr Schutz bei Aktivitäten, die ein erhöhtes Risiko mitbringen. Für Sportler, die schon durch frühere Verletzungen vorbelastet sind, können die Sprunggelenke mittels Tape-Verband unterstützen.

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