Harmlos oder ernst?

Muskelschmerzen: Ursachen und Hilfe bei Myalgien

Zu intensiver Sport wird am nächsten Tag oft mit einem Muskelkater quittiert. Mehr steckt meist nicht hinter den schmerzenden Muskeln. Meistens. Denn auch ernste Krankheiten wie Muskelschwund oder Parkinson melden sich mit dem Symptom Muskelschmerzen. Wann Sie besser zum Arzt gehen sollten.

Frau hält sich schmerzenden Rücken
Abhängig von der Ursache können Muskelschmerzen an einem bestimmten Muskel auftreten.
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Wer zu lange in einer verkrampften Haltung vor dem Computer sitzt oder dauerhaft gestresst ist, spürt häufig unangenehme Schmerzen in den Muskeln. Sind die Empfindungen darauf oder auch auf Krämpfe oder Muskelverletzungen beim Sport zurückzuführen, besteht kein Grund zur Sorge. Muskelschmerzen sind außerdem häufige Begleiter von Infektionskrankheiten, etwa einer Erkältung oder Grippe. Dann liegt die Ursache der Schmerzen nicht im Muskel selbst. Wenn dahinter aber Verletzungen oder ernsthafte Erkrankungen stecken, zum Beispiel eine Muskelentzündung oder Weichteilrheuma, ist Vorsicht geboten.

Ärzte bezeichnen Muskelschmerzen ganz allgemein als Myalgie (griechisch: myos = Muskel, algos = Schmerz). Sie sind meist nur ein Symptom, das in Verbindung mit verschiedenen Ursachen und Erkrankungen auftritt.

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Akut oder chronisch: Die Einteilung bei Muskelschmerzen

Myalgien lassen sich auf vielen verschiedenen Ebenen einteilen: Sie können akut – zum Beispiel beim Sport – oder chronisch auftreten. Chronische Muskelschmerzen werden zu einer eigenständigen Erkrankung. Das ist etwa bei länger andauernden Fehlhaltungen der Fall. Außerdem unterscheiden Ärzte Myalgien hinsichtlich ihres Schmerzcharakters in stechend, ziehend oder auch brennend. Auch Intensität und Dauer des Schmerzes lassen sich einteilen.

Je nach Ursache treten die Schmerzen lokal an einem bestimmten Muskel beziehungsweise einer Muskelgruppe (Verspannung, Sportverletzung) oder generalisiert am gesamten Körper auf. So haben Patienten mit einer Erkältung, Grippe oder Fibromyalgie meist überall Schmerzen. Für den Arzt spielt diese Information bei der Diagnose eine wichtige Rolle. Bestehen die Schmerzen länger oder treten plötzlich und heftig auf, lassen Sie die Symptome besser immer von einem Arzt abklären.

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Von Infekten bis Tumoren: Ursachen der Myalgie

Auf den ersten Blick ist es nicht leicht, die Gründe für Muskelschmerzen zu erkennen. Besonders häufige, aber weniger bedenkliche Ursachen sind:

  • Muskelverspannungen und -verhärtungen, zum Beispiel durch Bewegungsmangel oder Fehlhaltungen beim langen Sitzen. Oft sind der Nacken, Rücken oder die Schultern betroffen.
  • Muskelkater nach intensiver sportlicher Betätigung, Überbeanspruchung/Überlastung, langer Trainingspause oder ungewohnten Bewegungen
  • Muskelkrämpfe (oft Wadenkrämpfe) aufgrund von Magnesiummangel oder nach starker körperlicher Belastung. Muskelkrämpfe dauern in der Regel nur wenige Sekunden bis Minuten an.
  • Muskelverletzungen, wie Muskelriss, Muskelfaserriss, Muskelprellungen oder Muskelzerrungen

Muskelentzündungen (Myositis, entzündliche Myopathien)

Muskelentzündungen können Muskelschmerzen hervorrufen. Folgende Krankheiten stehen mit Muskelschmerzen in Verbindung:

  • Infektionskrankheiten: Die Verursacher können Bakterien (zum Beispiel Staphylokokken, Borrelien), Viren (etwa Adenoviren, Coxsackie-Viren, Grippeviren) oder Parasiten, beispielsweise winzige Fadenwürmer (Trichinen), sein.
  • Erkrankungen des Immunsystems (immunogene Myositiden): Dermatomyositis – dabei greift das körpereigene Immunsystem Haut, Muskulatur und innere Organe (wie Nieren oder Lunge) an; Polymyositis – eine entzündliche Erkrankung der Skelettmuskulatur; interstitielle Myositis – das Bindegewebe zwischen den Muskeln wird zerstört.

Andere Erkrankungen der Muskulatur (Myopathien)

Daneben gibt es eine Reihe weiterer Erkrankungen, welche die Muskeln beeinträchtigen und zu Muskelschmerzen führen. Beispiele sind:

  • Degenerative Muskelerkrankungen: Die Muskulatur baut sich bei Patienten mit degenerativen Myopathien schleichend ab und verändert ihre Struktur. Ärzte sprechen dann von Muskelschwund. Am bekanntesten sind die Muskeldystrophie Duchenne und die Becker-Muskeldystrophie. Beides sind Erbkrankheiten und die Kinder kommen schon mit der Muskelerkrankung zur Welt.
  • Muskelerkrankungen, bei denen die Muskulatur nach einer kräftigen Anspannung verzögert erschlafft (Myotonien)
  • Erkrankungen aus dem rheumatischen Formenkreis: Bei der Fibromyalgie (auch Fibromyalgie-Syndrom, Weichteilrheuma oder Weichteilrheumatismus) sagen Patienten, sie hätten "Muskelschmerzen überall". Die Polymyalgia rheumatica ("rheumatischer Vielmuskelschmerz", PMR oder Polymyalgie) geht mit einer Gefäßentzündung (Vaskulitis) einher. Typisch sind Muskelschmerzen, Muskelsteifigkeit und manchmal auch eine Schwäche der Muskulatur im Schultergürtel, Nacken und Becken.
  • Tumoren der Muskulatur

Weitere Ursachen von Muskelschmerzen

  • Erkrankungen des Nervensystems: Ein Beispiel ist die Parkinson-Krankheit (Morbus Parkinson, Schüttellähmung), die mit Muskelsteifigkeit und Muskelkrämpfen einhergeht. Auch die Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) ist mit schmerzenden Muskeln verbunden.
  • Erkrankungen des Skeletts und der Gelenke: Beispiele sind der Knochenschwund (Osteoporose), Gelenkverschleiß (Arthrose), Morbus Bechterew, Bandscheibenvorfall oder Hexenschuss. Patienten nehmen die Schmerzen nicht nur in den Knochen und Gelenken, sondern auch in den Muskeln wahr.
  • Stoffwechselerkrankungen (metabolische Myopathien), beispielsweise Störungen des Kohlenhydrat-, Fettsäure- oder Purinstoffwechsels, die sich auf Struktur und Funktion des Muskels auswirken.
  • Hormonelle Erkrankungen (endokrine Myopathien), etwa eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)
  • Infektionskrankheiten, etwa eine Erkältung (grippaler Infekt) oder Grippeviren
  • Borreliose: Infektion mit den Borrelien (Bakterien) nach einem Zeckenstich
  • Depressionen/Angstzustände: Muskelschmerzen treten begleitend auf
  • Wechseljahre: Neben Hitzewallungen, Schweißausbrüchen und Stimmungstiefs leiden viele Frauen auch unter Muskelschmerzen.
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Medikamente, Drogen und Gifte als Auslöser

Manche Medikamente können als Nebenwirkung den Schmerz in der Muskulatur auslösen. Dazu gehören bestimmte Antibiotika (Penicilline), Cholesterinsenker (Statine, gegen zu hohe Blutfette), das Herz-Kreislauf-Medikament Chinidin, der Wirkstoff Cimetidin gegen Sodbrennen oder das Parkinson-Mittel Levodopa. Auch ein hoher Konsum von Alkohol oder Heroin kann eine Myalgie hervorrufen. Die Giftstoffe Strychnin und Tetanustoxin stehen ebenfalls in Verbindung mit Muskelschmerzen.

Muskelschmerzen: Lokal oder überall?

Am häufigsten entstehen Schmerzen als Folge von Muskelverspannungen. Sie sind auf bestimmte Körperstellen beziehungsweise Muskeln oder Muskelgruppen begrenzt. Wie auch die verletzungsbedingt schmerzende Muskulatur zählen Ärzte sie zu den lokalisierten Muskelschmerzen. Meist sind Über- oder Fehlbelastungen schuld – etwa falsche Sitzhaltungen, Stress oder monotone Bewegungen, zum Beispiel beim Autofahren oder Arbeiten am Computer (sogenannter Mausarm).

 Teile der Muskulatur kontrahieren sich verstärkt und bleiben angespannt. Die verhärteten Stellen sind manchmal als kleine Knötchen tastbar. Mediziner sprechen bei diesem durch Muskelverspannungen ausgelösten Krankheitsbild auch vom myofaszialen Schmerzsyndrom. Im Volksmund sind jedoch "Muskelverspannung" oder "Muskelverhärtung" die gängigen Bezeichnungen.

Sind die Schmerzen nicht auf einzelne Muskeln oder Körperpartien begrenzt, sondern betreffen den gesamten Körper, sprechen Experten von generalisierten Muskelschmerzen. Sie entwickeln sich beispielsweise im Rahmen von Infektionskrankheiten, etwa einer Erkältung, Grippe oder Borreliose. Auch beim Fibromyalgie-Syndrom schmerzt die Muskulatur am gesamten Körper. Es ist den Betroffenen nicht möglich, sie auf bestimmte Regionen einzugrenzen. Ihren Zustand beschreiben sie oft als "Schmerzen überall". Auch Medikamente und Drogenkonsum können generalisierte Muskelschmerzen hervorrufen.

Bei anhaltenden Schmerzen Arztbesuch nötig

Eine schmerzende Muskulatur kann von harmloser, vorübergehender Natur sein oder auf ernste Erkrankungen hindeuten. Lassen Sie vor allem länger andauernde Muskelschmerzen von einem Arzt abklären. Auch Muskelverletzungen wie eine Muskelprellung, Muskelzerrung oder einen Muskelriss müssen Ärzte schnell behandeln, damit die Verletzung ausheilt und keine Folgeschäden entstehen.

Diagnose: Kniffliges Puzzle für den Arzt

Am Anfang der Diagnose steht das Gespräch zwischen Ihnen und dem Arzt, der Sie zu Ihren genauen Beschwerden und Ihrer Krankengeschichte befragt.

Folgende Fragen sind für den Arzt dabei wichtig:

  • Seit wann haben Sie Muskelschmerzen?
  • Wo verspüren Sie die Schmerzen: lokalisiert an einer bestimmten Körperstelle oder generalisiert am ganzen Körper?
  • Wie würden Sie den Schmerzcharakter beschreiben: brennend, ziehend, reißend, krampfartig?
  • Wie oft treten die Myalgien auf: Mit Unterbrechungen mehrmals am Tag oder dauerhaft?
  • In welchen Situationen empfinden Sie die Schmerzen: bei Bewegung, bei Belastung, in Ruhe?
  • Wann setzt der Schmerz ein: während oder nach der körperlichen Aktivität?
  • Gibt es Momente, in denen sich der Schmerz bessert: im Laufe der Betätigung oder nach kurzer Ruhepause?
  • Lässt sich der Schmerz auslösen, wenn Sie auf die betroffene Körperpartie drücken oder klopfen?
  • Sitzen Sie viel im Beruf und leiden Sie unter Bewegungsmangel?
  • Haben Sie viel Stress in Beruf und Alltag?
  • Haben Sie kürzlich Sport getrieben, bei dem Sie sich überlastet oder verletzt haben könnten?
  • Kommen zu den Muskelschmerzen noch weitere Symptome hinzu, zum Beispiel Muskelkrämpfe oder Muskelsteifigkeit?
  • Sind Grunderkrankungen bei Ihnen bekannt, etwa eine Schilddrüsenunterfunktion, ein Bandscheibenvorfall oder Morbus Parkinson?
  • Nehmen Sie Medikamente ein: Wenn ja, welche?

Körperliche Untersuchung: Muskulatur abtasten

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Im Anschluss folgt eine körperliche Untersuchung, bei der der Arzt die schmerzenden Körperregionen abtastet. Er prüft unter anderem, ob die Schmerzen durch Beklopfen oder Druck auslösbar sind, ob sich kleine, druckempfindliche Knötchen oder eine Delle in der Muskulatur (Muskelriss) ertasten lassen und ob ein Hämatom (Hinweis auf Muskelfaserriss) sichtbar ist. Manchmal untersucht der Arzt weitere Organe und Strukturen, etwa das Knochen- und Gelenksystem oder die Haut. Bei der Dermatomyositis finden sich Hautverfärbungen im Gesichtsbereich.

Der Arzt beurteilt außerdem Ihre Bewegungen, Reflexe und Ihr Gangbild. Diese liefern Hinweise auf eine Erkrankung der Nerven wie die Parkinson-Krankheit.

Blut, CT oder Biopsie – weitere Untersuchungen

Um der Ursache noch genauer auf die Spur zu kommen, folgen oft weitere Untersuchungen. Beispiele sind:

  • Blutuntersuchung: Laborärzte fertigen anhand einer Blutprobe ein Differentialblutbild (Zusammensetzung der weißen Blutkörperchen) an und bestimmen verschiedene Werte, zum Beispiel die Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSK) oder das C-reaktive Protein (CRP). Die Werte zeigen, ob Entzündungen im Körper vorliegen. Der Creatinkinase-Wert (CK-Wert) liefert Hinweise auf eine Muskelerkrankung: Erhöhte CK-Werte finden sich unter anderem bei Muskelverletzungen, Muskelentzündungen, Polymyositis und Dermatomyositis. Dagegen deuten erhöhte Leberwerte auf einen vermehrten Alkoholkonsum als Ursache hin. Sie können aber auch durch bestimmte Medikamente verursacht werden
  • Ultraschalluntersuchung (Sonographie): um zum Beispiel Muskelentzündungen zu erkennen
  • Computertomographie
  • Magnetresonanztomographie (MRT, Kernspintomographie)
  • Elektromyographie (EMG): Dabei messen Ärzte die elektrische Spannung im Muskel und machen sie auf einem Bildschirm sichtbar. So lassen sich Muskelkrankheiten erkennen, die mit anhaltenden Muskelkontraktionen und einer verzögerten Erschlaffung der Muskulatur nach Anspannung einhergehen. Die Elektromyographie liefert zudem Hinweise auf entzündliche oder degenerative Muskelkrankheiten, bei denen es zum fortscheitenden Abbau von Muskulatur und Umbauprozessen kommt.
  • Gewebeprobe (Biopsie): Der Arzt entnimmt Gewebe aus dem verdächtigen Muskel (Muskelbiopsie) und ein Pathologe untersucht es unter dem Mikroskop. So lassen sich Muskelerkrankungen aufdecken.

Anhand dieser Untersuchungen findet der Arzt meist die Ursache heraus und entwirft eine individuelle Therapie.

Muskelschmerzen:Therapie hängt vom Auslöser ab

Die Therapie hängt immer von der Ursache ab. Ist eine bestehende Grunderkrankung schuld an der Myalgie, behandeln Ärzte zunächst diese. Dann bessern sich meist auch die Muskelschmerzen. In der Regel setzen sie eine Kombination mehrerer Maßnahmen zur Myalgie-Therapie ein.

Schonung und Ruhigstellung

Bei Muskelkater, -zerrung, -prellung sowie einem Muskelriss oder -faserriss sind Schonung und Ruhigstellung angesagt. Manchmal müssen Sie nicht nur einige Tage, sondern mehrere Wochen oder sogar Monate auf körperliche Aktivität und Belastung der Muskeln verzichten, damit die Verletzung ohne Folgen ausheilt. In seltenen Fällen ist eine Operation nötig.

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Kälte und Wärme

Kälte ist ein gutes Mittel gegen akute Muskelschmerzen. Zur Kältebehandlung eignen sich Eispackungen aus der Gefriertruhe oder Eiswürfel, die Sie zerstoßen und in ein Handtuch wickeln. Vorsicht: Bringen Sie das Eis niemals direkt auf die Haut, sondern legen Sie zum Beispiel ein Handtuch dazwischen. Andernfalls drohen Erfrierungen. Kühlend wirken auch nasse Handtücher oder Quarkwickel, die Sie auf die schmerzenden Muskelpartien aufbringen.

Wärme eignet sich eher bei chronischen Muskelschmerzen. Wärme führen Sie Ihren schmerzenden Muskeln zum Beispiel über eine Wärmflasche oder ein Kirschkernkissen, Bäder, warme Güsse, Fangopackungen oder bei einem Saunabesuch zu. Auch Wärmepflaster sind gut bei verspannten Muskeln und lockern sie.

Schmerzmedikamente und Muskelrelaxanzien

Schmerzmittel lindern die Schmerzen, wirken entzündungshemmend und abschwellend. Häufig eingesetzt werden Schmerzmedikamente aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR), etwa Ibuprofen, Diclofenac oder Naproxen. Auch Präparate mit Arnika, Teufelskralle oder Beinwell wirken gegen eine schmerzende Muskulatur. Schmerzmittel gibt es in Form von Tabletten, Cremes, Gels oder Schmerzpflaster. Wenn Sie diese länger als eine Woche einnehmen müssen, um die Schmerzen zu lindern, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen.

Zusätzlich können muskelentspannende Mittel (Muskelrelaxanzien) verspannte Muskeln lockern, diese sollten aber auch nicht über einen längeren Zeitraum eingenommen und immer von einem Arzt verordnet werden. Manchmal injizieren Ärzte Schmerzmittel direkt in die Muskulatur, um die Weiterleitung von Schmerzimpulsen zu blockieren. Oft ist erst danach eine Physiotherapie möglich. Bewegung ist aber – in Absprache mit dem Arzt – dennoch wichtig: In Ruhe baut sich die Muskulatur ab und es entwickelt sich eine Abwärtsspirale aus stärker werdenden Schmerzen und zunehmender Schonhaltung.

Physiotherapie, Entspannung und alternative Heilmethoden

Physiotherapeuten versuchen mittels Bewegungstherapie und physikalischen Therapien, Muskeln, Knochen und Gelenke wieder zu mobilisieren, Muskelschmerzen zu lindern und die Beweglichkeit zu verbessern. Sie setzen dazu Massagen, Elektrotherapie, Wasserbehandlungen sowie Kälte- und Wärmeanwendungen ein. Wer häufiger unter Muskelverspannungen und Rückenschmerzen leidet, versucht es am besten mit einer Rückenschule. Dabei stärken Sie Ihre Muskulatur und erlernen rückenfreundliche Verhaltensweisen, etwa beim Sitzen oder Heben schwerer Lasten.

Daneben sind Akupunktur, Entspannungstechniken (autogenes Training, progressive Muskelentspannung), Yoga, Tai Chi oder Qigong einen Versuch wert. Sind die Schmerzen psychischer Natur, ist eine Psychotherapie der richtige Weg.

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Chronische Muskelschmerzen behandeln

Muskelschmerzen können auch chronisch und damit zu einer eigenständigen Erkrankung werden. Ein Beispiel ist das Fibromyalgie-Syndrom. Dann kommt die multimodale Schmerztherapie nach dem Stufenschema der Weltgesundheitsorganisation zum Einsatz, die aus mehreren Bausteinen besteht:

  • Schmerzmedikamente zur Schmerzlinderung
  • Bewegungstherapie (Sport)
  • Physiotherapie
  • physikalische Behandlungen
  • Psychotherapie
  • Entspannungstraining
  • Patientenschulung: Fachleute vermitteln den Betroffenen Wissen zu deren chronischen Schmerzkrankheiten

Ziel der multimodalen Schmerztherapie ist es, mit der Erkrankung besser umgehen und den Alltag gut bestreiten zu können. Dies wirkt sich positiv auf die Lebensqualität aus.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 12. September 2017
Durch:
Quellen: Deutsche Rheumaliga e.V., www.rheuma-liga.de (Abruf: 4.9.2017); Deutsche Schmerzliga e.V., www.schmerzliga.de (Abruf: 4.9.2017); Deutsche Schmerzgesellschaft e.V. http://www.dgss.org/patienteninformationen/schmerzerkrankungen/fibromyalgie-syndrom/ (Abruf: 3.9.2017); Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN), https://www.dgn.org/leitlinien/2405-ll-67-2012-diagnostik-und-differenzialdiagnose-bei-myalgien; Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG), www.gesundheitsinformation.de (Abruf: 3.9.2017); Deutscher Verband für Physiotherapie, https://www.physio-deutschland.de (Abruf: 3.9.2017)

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