Schmerzmittel-Verbot
Selbstmordrate in Großbritannien gesenkt
Durch das kontrovers diskutierte Verbot eines häufig verordneten Schmerzmittels ist die Anzahl der Selbstmorde in Großbritannien signifikant gesunken. Dem Schmerzmittel enthalten sind die Wirkstoffe Paracetamol und Dextropropoxyphene.
Das schrittweise Auslaufen des Kombinationsmedikaments zeigt Wirkung. Laut einer britischen Studie, die im British Medical Journal veröffentlich wurde, hat das Verbot dazu beigetragen, 350 Selbstmorde und Unfalltode in England und Wales zu verhindern. Die zuständige Behörde entzog dem Schmerzmittel 2007 aufgrund des hohen Risikos der Überdosierung die Zulassung. Dieser Zug stieß bei zahlreichen Patienten und Ärzten auf Kritik. Laut einiger Organisationen wie etwa der Arthritis Care haben die Patienten Schwierigkeiten, ohne das Medikament ihre Schmerzen zu kontrollieren. Das Medikament enthält eine Wirkstoffkombination von Paracetamol und Dextropropoxyphene.
Das britische Forscherteam vom Centre for Suicide Research an der University of Oxford hat das einstmals populäre Schmerzmittel unter die Lupe genommen. Studienleiter Keith Hawton vermutet, dass es vor dem schrittweisen Auslaufen für ein Fünftel aller Selbstmorde durch Medikamenteinnahme verantwortlich war. Ein Pressesprecher der Medicine and Healthcare Products Regulatory Agency (MHRA) erläutert, dass das Medikament bis zu seinem Verbot jedes Jahr für 300-400 Selbstmorde mitverschuldet hat.
Die Analysen der Forscher bestätigen diese Aussage. Seit 2007 ist die Anzahl der Todesfälle, die mit dem Medikament in Zusammenhang gebracht werden, um 62 Prozent zurückgegangen. Insgesamt wurden 295 Selbstmorde und 349 Todesfälle weniger verzeichnet. Unter den Todesfällen waren auch solche gelistet, die auf eine versehendliche Überdosierung zurückzuführen sind. Die Auswertung der Studie zeigte außerdem keinen Anstieg der Todesfälle durch andere Schmerzmittel, die seit dem Verbot des Kombinationsmedikaments.
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