Schutzschild unserer Finger

Nagelpflege: Die wichtigsten Tipps für gesunde Nägel

Unsere Finger- und Fußnägel sind komplexer aufgebaut, als es auf den ersten Blick scheint. Dies ist auch notwendig, denn sie haben wichtige Aufgaben zu erfüllen: Sie sind ein Schutzschild unserer Finger und Zehen. Spröde, brüchige Nägel sind daher nicht nur ein ästhetisches Problem. Sie sind auch anfälliger für Pilz- und Bakterieninfektionen. Tipps, wie Zehen- und Fingernägel mit der richtigen Pflege gesund bleiben!

Hände mit gesunden, gepflegten Nägeln
Richtige Pflege hilft Finger- und Zehennägeln, ihre wichtige Schutzfunktion zu erfüllen.
iStock

Nägel schützen die Enden von Fingern und Zehen vor Verletzungen, erleichtern das Greifen und ermöglichen das Tasten, indem sie die Fingerkuppen dabei abstützen. Ein gesunder Nagel schützt auch vor Infektionen wie Nagelpilz.

Ihre Festigkeit verdanken Finger- und Zehennägel dem Keratin – einem Eiweiß, das in der obersten Hautschicht gebildet wird.

Der Aufbau eines gesunden Nagels

Den Hauptteil eines Nagels bildet die Nagelplatte, die aus der unsichtbaren Nagelmatrix herauswächst und auf dem Nagelbett aufliegt. Bei einem gesunden Nagel ist sie zwischen 0,5 und 0,75 Millimetern dick und hat einen perlmuttartigen Glanz. Das Nagelbett schimmert rosafarben durch sie hindurch. Ihre Festigkeit gewinnt die Nagelplatte dadurch, dass sie aus drei Schichten aufgebaut ist. Von unten und an den Seiten ist sie von einer hufeisenförmigen Hautfalte, dem Nagelfalz, umgeben. Zwischen dem unteren Ende der Platte und dem Falz liegt das Nagelhäutchen. Es ist relativ empfindlich und darf bei der Nagelpflege nicht verletzt oder gar weggeschnitten werden.

Die optimale Nagelpflege: So gehts

Lifeline/Wochit

Oberhalb des Nagelhäutchens liegt der mehr oder weniger stark ausgeprägte Nagelmond, der in der medizinischen Fachsprache als Lunula bezeichnet wird. Auf der Fingerbeere im Bereich unter dem Nagelende ist die Finger- beziehungsweise Zehenhaut mit einer zusätzlichen Hornschicht, dem Hyponychium, versehen.

Ein Fingernagel wächst mit einer Geschwindigkeit von etwa einem Millimeter pro Woche, ein Fußnagel etwas langsamer. Die Erneuerungszeit eines Nagels liegt bei Fingernägeln bei sechs, bei den etwas dickeren Fußnägeln bei bis zu zwölf Monaten. Die Versorgung der Nägel erfolgt durch kleine Blutgefäße (Kapillaren), die sich im Nagelfalz und in der -matrix befinden.

Tipps für gepflegte, gesunde Nägel

Normalerweise sind Nägel leicht nach außen gewölbt (konkav), bei bestimmten Erkrankungen kann es jedoch auch zu Abweichungen von dieser Wuchsform kommen. So können beispielsweise löffelartig ausgebildete Nägel ein Hinweis auf eine Stoffwechselerkrankung sein. Eine Schädigung der Nagelmatrix kann zu Nagelbildungsstörungen führen.

Nagelkrankheiten erkennen: Was Längsrillen und Co. bedeuten

Spröde, brüchige Nagelspitzen sind dagegen nach Angaben des Berufsverbands Deutscher Dermatologen (BVDD) nur selten Zeichen eines Mangels an Eisen, Zink oder Kalzium. Viel häufiger sind die unschönen Nagelveränderungen Folge starker Beanspruchung durch häufiges Hantieren mit Wasser, Reinigungsmitteln oder Chemikalien. Dadurch werden die Nägel aufgeweicht und wichtige Fett- und Kittsubstanzen entzogen. Krankheitserreger wie Pilze und Bakterien haben dann leichteres Spiel. Mit gezielter Nagelpflege kann man vorbeugen:

  1. Gehen Sie bei der Maniküre und Pediküre behutsam vor, um Verletzungen zu vermeiden.

  2. Schneiden oder feilen Sie Nägel immer gerade ab und kürzen Sie nicht um das Nagelbett herum.

  3. Die Nagelhäutchen sollten Sie nur vorsichtig zurückschieben, nicht abschneiden. Dazu eignet sich ein Wattestäbchen.

  4. Benutzen Sie zum Säubern der Nägel eine weiche Nagelbürste. Harte oder metallische Gegenstände sind aufgrund der Verletzungsgefahr nicht geeignet, um Schmutz unter den Nagelrändern zu entfernen.

  5. Ziehen Sie Schutzhandschuhe über bei Feuchtarbeiten und im Umgang mit Reinigungsmitteln und Chemikalien.

  6. Bedenken Sie bei der Verwendung von kosmetischem Nagellack, dass diese zwar nicht schaden, die lösungsmittelhaltigen Nagellackentferner aber stark austrocknen können.

  7. Regelmäßiges Eincremen der Nägel hilft, sie geschmeidig und widerstandsfähig zu halten.

  8. Trockene, spröde Nägel können Sie mit einem Bad in lauwarmen Mandel- oder Olivenöl pflegen oder durch das Einmassieren mit speziellem Nagelöl.

  9. Die Stabilisierung brüchiger Nägel können Sie mit speziellen härtenden, keratinhaltigen Nagellacken unterstützen.

  10. Mit Biotin können Sie Ihre Nägel von innen pflegen. Dieses Vitamin steckt beispielsweise in Nüssen, Haferflocken, Sojabohnen, Champignons, Leber und Eigelb.

Anzeichen für kranke Nägel

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    Veränderungen der Finger- und Fußnägel können auf eine Nagelpilzinfektion hinweisen. Mit zehn Fragen unseres Checks können Sie prüfen, ob Sie Nagelpilz haben.

Wenn ein Zehen- oder Fingernagel von Nagelpilz befallen ist, so erkennt man das meist früh daran, dass er seinen perlmuttartigen Glanz verliert und sich gelblich bis bräunlich verfärbt, meist zuerst an der Nagelspitze. Schreitet die Erkrankung weiter fort, so verdickt sich die Nagelplatte und hebt sich schließlich vom Nagelbett ab. Die Nagelränder können einreißen. Unbehandelter Nagelpilz kann bis zur völligen Zerstörung der Nagelplatte führen. Daher ist es wichtig, schon bei den ersten Veränderungen wie Verfärbungen einen medizinischen Fußpfleger oder den Hautarzt zu konsultieren.

Gesunde Maniküre - so gehts

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Autor:
Letzte Aktualisierung: 24. Februar 2017
Durch:
Quellen: Nach Informationen von Rassner, G.: Dermatologie, Lehrbuch und Atlas, Urban & Fischer, 8. Aufl. (2007); Berufsverband Deutscher Dermatologen (BVDD)

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