Knoten in der Brust

Fibroadenom: Den Knoten in der Brust gezielt behandeln

Fibroadenome sind gutartige Tumoren der Brust. Je nach Größe kann der Knoten jedoch Schmerzen verursachen und sollte dann entfernt werden. Nicht immer ist dazu eine Operation nötig. Eine neue, schonende Therapie setzt Ultraschall ein.

Fibroadenom
Meist werden Fibroadenome bei der Selbstuntersuchung der Brust entdeckt. Der Knoten sollte vom Arzt abgeklärt werden, denn immerhin ist das wichtigste Anzeichen für Brustkrebs ebenfalls ein tastbarer Knoten in der Brust.
© iStock.com/PeopleImages

Wenn eine Frau bei der Selbstuntersuchung einen Knoten in der Brust entdeckt, folgt erst einmal der große Schock –  denn es könnte ja Brustkrebs sein. Doch häufig handelt es sich nicht um einen bösartigen Tumor, sondern um einen gutartigen Knoten. Solche Fibroadenome oder Fibroide bilden sich bei mindestens zehn Prozent aller Frauen. Am häufigsten treten die Knoten in der Brust zwischen dem 15. und 35. Lebensjahr auf. Doch auch in den Wechseljahren können sich Fibroadenome bilden.

Die wichtigsten Vorsorgeuntersuchungen für Frauen

Fibroadenom – Ursachen und Symptome

Die gutartigen Knoten bilden sich aus Brustdrüsen- und Bindegewebe. Auslöser sind weibliche Geschlechtshormone, die Östrogene. Vor allem in Lebensabschnitten mit hohem Östrogenspiegel können sich deshalb Fibroadenome bilden. Auch in Phasen der Hormonumstellung, etwa in den Wechseljahren, steigt das Risiko für Knoten in der Brust.

Fibroadenome sind gut tastbar, die Knoten fühlen sich derb an und lassen sich unter der Haut leicht verschieben. Ihre Größe variiert zwischen einem und drei Zentimetern. Nur äußerst selten wird ein Fibroadenom größer und erreicht bis zu 15 Zentimetern. Beim Abtasten entstehen meist keine Schmerzen. Fibroadenome tun erst dann weh, wenn sie eine gewisse Größe erreichen. Die Knoten in der Brust treten meist einzeln auf. Manchmal bilden sich mehrere.

Knoten in der Brust: So läuft die Diagnose eines Fibroadenoms ab

Oft wird ein Fibroadenom von der betroffenen Frau selbst entdeckt, etwa beim Eincremen. Häufig wird der Knoten in der Brust aber auch bei einer gynäkologischen Vorsorgeuntersuchung festgestellt. Selbstverständlich sollte die Gewebeveränderung abgeklärt werden. Dazu stehen folgende Diagnosemethoden zur Verfügung:

  • Sonografie (Ultraschalluntersuchung)

  • Mammografie (Röntgenuntersuchung der Brust)

  • Biopsie (Entnahme und Untersuchung einer Gewebeprobe. Diese Untersuchung ist nötig, wenn Ultraschall und Mammografie keine eindeutigen Ergebnisse erbracht haben)

Nur sehr selten wird aus einem Fibroadenom Brustkrebs

Wird dann die gesicherte Diagnose Fibroadenom gestellt, ist die betroffene Frau meist zunächst erleichtert. Denn der Knoten in der Brust hat sich als gutartig herausgestellt. Mit Brustkrebs hat das Fibroadenom wenig zu tun, er entsteht durch andere Mechanismen. Nur in weniger als 0,3 Prozent der Fälle entwickelt sich aus einem Fibroadenom bösartiger Brustkrebs.

Fibroadenome entfernen oder nicht?

Arzt und Patientin entscheiden gemeinsam, ob das Fibroadenom aus der Brust entfernt werden soll oder nicht. Ausschlaggebend dafür sind:

  • das Alter der Patientin

  • die Größe des Fibroadenoms

  • die psychische Belastung durch den Knoten und

  • ob eine sichtbare Veränderung der Brust vorliegt.

Je nachdem wird der Knoten entfernt oder jedoch in der Brust belassen und regelmäßig kontrolliert. Bei älteren Frauen ist eine Behandlung meist nicht nötig. Mit dem Absinken des Östrogenspiegels wird auch das Fibroadenom mit den Jahren nicht weiter wachsen und sich meist sogar zurückbilden.

Ist der Knoten in der Brust jedoch so groß, dass er drückt und zu Schmerzen führt, ist vor allem bei jüngeren Frauen eine Therapie nötig. Gleiches gilt, wenn das Adenom das Aussehen der Brust verändert. Vor allem bei jungen Frauen gibt es eine Fibroadenomform, die schnell wächst. In all diesen Fällen wird der Arzt dazu raten, das Fibroadenom zu entfernen.

Fibroadenom: Welche Behandlung kommt infrage?

Die gängigsten Therapieoptionen gegen Fibroadenome sind die Stanzbiopbsie sowie die Operation. Bei der Stanzbiopsie wird unter örtlicher Betäubung der Knoten mit einer scharfen, kleinen Metallröhre unter Vakuum herausgezogen. Das funktioniert jedoch nur dann gut, wenn das Fibroadenom nicht zu weit unter der Haut liegt.

Im Verlauf der Operation wird der Knoten unter Vollnarkose chirurgisch entfernt. Bleiben jedoch einige Fibroadenom-Zellen zurück, besteht die Gefahr, dass sich der Knoten erneut bildet. Eine mögliche Nebenwirkung der Operation: Die Form der Brust kann sich etwas verändern. Das ist vor allem bei großen Fibroadenomen der Fall.

Neue, schonende Therapie verkleinert das Fibroadenom mit Ultraschall

Allerdings muss es zu Behandlung eines Fibroadenoms nicht immer eine Stanzbiopsie oder Operation sein. Eine neue Therapie lässt den gutartigen Knoten ohne Hautschnitt verschwinden. Die sogenannte Echotherapie setzt dabei spezielle Ultraschallwellen ein.

Anders als die parallel verlaufenden Schallwellen, die bei der Sonografie verwendet werden, sind diese therapeutischen Schallwellen gebündelt und fokussiert. Ihr Brennpunkt trifft genau den Knoten und bringt dort das Gewebe zum Schmelzen. Echtzeitkontrolle mit Ultraschallbildern ermöglicht dabei eine punktgenaue Behandlung.

Die Echotherapie erfolgt ambulant, unter örtlicher Betäubung und dauert zwischen 20 Minuten und eineinhalb Stunden. Als Nebenwirkung kann das behandelte Areal vorübergehend leicht anschwellen oder verhärten. Manche gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Echotherapie von Fibroadenomen. Im Zweifelsfall sollten Interessierte also vor der Behandlung mit der Kasse abklären, wer zahlt und eventuell eine Einzelfallentscheidung anregen.

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