Gefährliche Wechselwirkung mit Betablocker

Grüner Tee plus Betablocker ist riskant

Grüner Tee gilt als besonders gesund. Wer jedoch Betablocker einnimmt, sollte damit vorsichtig sein. Es kann zu Wechselwirkungen kommen.

Grüner Tee
Grüner Tee kann die Wirkung von Betablockern mindern.
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Verschiedene Lebensmittel und Getränke sind nicht sinnvoll, wenn Medikamente eingenommen werden. So ist beispielsweise bekannt, dass Alkohol die Wirkung von Antidepressiva und Blutdrucksenkern gefährlich erhöhen kann oder in Zusammenhang mit Schmerzmitteln die Leber besonders stark belasten. Grapefruits machen manche Arzneimittel wirkungslos. Forscher der Universität Tokio haben jetzt herausgefunden, dass auch grüner Tee riskante Wechselwirkungen eingeht.

Betablocker können nicht wirken

Die Wissenschaftler untersuchten in einer Studie, ob grüner Tee die Wirkung von Betablockern verändert. Dazu tranken Probanden, die wegen Bluthochdruck oder Herzkrankheiten täglich Betablocker einnehmen mussten, regelmäßig vier Tassen grünen Tee über den Tag verteilt. Gleichzeitig wurde in Blutproben der Männer und Frauen kontrolliert, wie hoch der Wirkstoffspiegel der Betablocker ist. Das lässt darauf schließen, wie gut das Medikament wirkt. Es zeigte sich, dass die Wirkstoffkonzentration zu niedrig war. Die Inhaltsstoffe des grünen Tees, die sonst durchwegs nur positive Wirkungen haben, minderten die Arzneimittelkonzentration. Die Betablocker wurden so gut wie wirkungslos.

Grüner Tee verhindert Verarbeitung der Betablocker im Darm

Labortests zeigen dann, was die Ursache für dieses Phänomen ist: Bestimmte Stoffe im grünen Tee blockieren den Übergang des Arzneimittelwirkstoffs über die Darmschleimhaut in den Körper. Die Experten empfehlen deshalb allen Liebhabern von grünem Tee, die Betablocker einnehmen müssen, zwischen der Tabletteneinnahme und dem Teetrinken mindestens vier Stunden verstreichen zu lassen.

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WDR

Autor:
Letzte Aktualisierung: 14. Januar 2014
Quellen: Clinical Pharmacology & Therapeutics

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