Schwangerschaft
Spätes Mutterglück birgt höheres Risiko für Komplikationen
Forscher sind auf einen Zusammenhang zwischen dem Eintrittsalter der weiblichen Geschlechtsreife und dem erhöhten Komplikationsrisiko spät gebärender Frauen gestoßen.
Sie berichten in der Fachzeitschrift BJOG, dass Frauen, die schon in sehr jungen Jahren ihre Periode bekommen, häufiger medizinische Unterstützung bei der Entbindung benötigen. Dieser Effekt ist aufgehoben, wenn die Frauen bereits früh ihr erstes Kind bekommen. Ältere Frauen hingegen entbinden häufiger mit Hilfe der Zange oder per Kaiserschnitt.
Im Zuge ihrer Untersuchung analysierten die Forscher der University of Cambridge die Daten von 3739 erstgebärenden Frauen. Es zeigte sich, dass nur eine von vier Frauen, die ihre erste Periode mit frühstens 15 Jahren bekommen hat, medizinischen Beistand bei der Entbindung benötigt. Bei den Frauen, deren Blutung bereits im Alter von 12 Jahren an eingesetzt hat, läuft eine von drei Geburten nicht ohne Komplikationen ab. Insgesamt scheint ein früherer Eintritt der Menstruation mit einem höheren Body-Mass-Index einherzugehen. Die Forscher erläutern, dass Frauen, die bereits sehr früh geschlechtsreif werden, länger den Hormonen Östrogen und Progesteron ausgesetzt sind. Beide Hormone beeinflussen die Kontraktionen der Gebärmutter während der Geburt. Diese Theorie wird von der Entdeckung gestützt, dass Frauen, die ihr erstes Kind in jungen Jahren bekommen, auch dann kein höheres Komplikationsrisiko tragen, wenn ihre erste Blutung bereits ab einem Alter von 12 Jahren einsetzte.
Forscher Professor Gordon Smith erklärt: "Die jüngsten Ergebnisse geben Einblicke in die Ursachen für das höhere Komplikationsrisiko älterer Mütter." Während sich das Durchschnittsalter, in dem Frauen ihre erste Periode bekommen, in den letzten Jahren nur geringfügig verändert habe, verschiebe sich das durchschnittliche Alter bei der ersten Geburt immer weiter nach hinten. Professor Philip Steer vom BJOG fügt an: "Gerade Frauen, die ihre erste Periode schon sehr früh bekommen haben, sollten auf einen gesunden Lebensstil und ein normales Körpergewicht achten, denn ein hoher BMI während der Schwangerschaft hemmt die Kontraktionen des Uterus während der Geburt und erhöht so das Risiko von Komplikationen."
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