Nabelschnurblut

Interesse an Stammzellen aus Nabelschnurblut wächst

Das Interesse an Nabelschnurblut für die Stammzellen-Therapie wächst weltweit, auch in Deutschland. Hier gibt es inzwischen in sechs Städten öffentliche Blutbanken speziell für dieses Plazenta-Restblut.

interesse-an-stammzellen-aus-nabelschnurblut-wächst-200020989-001.jpg
Mit Nabelschnurblut zur Stammzellengewinnung
(c) Mike Powell

Genutzt wird Nabelschnurblut zur Gewinnung von Stammzellen, mit denen Patienten mit Leukämie oder angeborener Immundefizienz behandelt werden. Pro Nabelschnurblut-Spende stehen ungefähr eine Tasse voll, also etwa 100 Milliliter, zur Verfügung.

Der Vorteil dieses Bluts im Vergleich zu Knochenmarkspenden: „Es ist bei Bedarf sofort verfügbar“, sagt Privatdozent Torsten Tonn von der Universitätsklinik Frankfurt am Main. Nach Transplantation komme es seltener zu Abstoßungen, weil das Blut noch junge, wenig differenzierte Zellen enthalte.

Wie Tonn bei der Tagung der Deutschen Gesellschaft für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie in Frankfurt berichtete, hätten vor allem Ärzte in den USA und in Asien die meisten Erfahrungen bei der Therapie mit Stammzellen aus Nabelschnurblut. In Deutschland würden sie im Vergleich dazu therapeutisch noch selten genutzt. Mehr als 20.000 Patienten seien weltweit mit Nabelschnurblut erfolgreich behandelt worden, erklärt Tonn.

In Deutschland gibt es außer privaten Blutbanken die öffentlichen Nabelschnurblut-Banken in Düsseldorf, Mannheim, Freiburg, München, Erlangen und Dresden. Blutproben, die während der Geburt aus der Nabelschnur gewonnen werden, werden zentrifugiert, und das Zellkonzentrat wird mit einer Konservierungslösung tiefgefroren. Gelagert wird es in Flüssigstickstoff bei unter -135 Grad Celsius.

Autor: ple
Letzte Aktualisierung: 17. Februar 2011
Quellen: Nach Informationen der Ärzte Zeitung

Aktuelle Top-Themen
So überlisten Sie die Frühjahrsmüdigkeit
Wenn die erste Sonne schläfrig macht

Nach dem Winterblues kommt gleich das große Gähnen? Unsere Tipps helfen mehr...

Babypod: Braucht ein Baby schon im Bauch Beschallung?
Neuentwicklung macht Musikhören im Mutterleib möglich

Die musikalische Frühförderung könnte ab sofort bereits vor der Geburt einsetzen. Möglich macht das der sogenannte Babypod mehr...

Halloween gesund feiern
Von Kostüm bis Kürbis

Das Gruselfest dreht sich um Geister und Süßes. Doch Halloween geht auch gesund - wir zeigen, wie! mehr...

Wespenplage: Wieso Wespen diesen Sommer besonders nerven
Viele Wespennester

Essen und Trinken im Freien geht kaum noch. Aber haben wir wirklich eine Wespenplage und sind die Insekten aggressiver als sonst? mehr...

Fragen Sie unsere Experten!

Kostenlos. 24 Stunden täglich. Unsere Gesundheitsexperten beantworten Ihre Fragen.

mehr lesen...
Ratgeber
  • ArthroseArthrose

    Gelenkverschleiß stoppen und endlich wieder frei von Schmerzen sein mehr...

Zum Seitenanfang